Kann man einen Tsunami aufhalten? Eine Lawine? Einen Hurrikan? Ebenso hoffnungslos ist es, Paulas russische Schwiegermutter vom Gegenteil zu überzeugen, wenn diese beschließt, einen zwei Zentner schweren Neufundländer nachts auf einem Hamburger Friedhof zu begraben. Denn Darya ist stur wie ein russischer Panzer und verrückt wie ein tollwütiges Frettchen. Mit Logik ist da nichts zu machen, nur Betteln hilft – manchmal. Wäre da nicht Daryas Sohn Artjom, Paula hätte längst die Flucht ergriffen. Zugegeben, Artjom liebt Wodka, Nachtklubs und Chopin, aber er hat eine Stimme, die Paulas Kniescheiben zum Vibrieren bringt …
Ich mag eigentlich alle Arten von "Culture Clash"-Geschichten und lese sie immer wieder gerne. Bie diesem Buch hatte ich auf eine Mischung aus Jan Weiler und Wladimir Kamniner gehofft. Bekommen habe ich eine drittklassiege Liebesgeschichte garniert mit Russenklischees aus der untersten Schublade. Es gibt eine Alibi-Russin, die ihren Doktor in Philosophie macht aber sonst befassen sich alle Männer mit mehr oder weniger halbseidenen Geschäften und nehmen das mit Recht und Ordnung gar nicht so genau und die Frauen tragen alle grelle Klamotten und sind viel emotionaler als die Deutschen Frauen. (Wokda wird auch viel getrunken aber das ist ein Klischee das der russische Teil meines Bekanntenkreises durchaus ein wenig bestätigt...dagegen kenne ich keinen einzigen russischen Bordellbesitzer und wurde noch nie blind wenn ich mir die Klamotten meiner Russischlehrerin angeschaut habe). Natürlich sind auch bei Weiler & Co die Klischees ein bisschen überspitzt dargestellt...aber das ist der Punkt: Nur ein bisschen. Hier sind alles komplett überzeichnete Karrikaturen. Und während ich bei Büchern Russendisko und Viva Polonia mich stellenweise wirklich vor Lachen nicht mehr halten konnte, hab ich hier zwar ein paar mal grinsen müssen aber größtenteils wars eher ein
Dann ist da noch die eigentliche Handlung...oder was sich dafür hält. Petra ist unglücklich weil sie ihren Freund mit einer anderen erwischt hat und ihre Anwaltskanzlei gar nicht gut läuft. Eines Tages spaziert Artjom samt Familie in eben diese Kanzlei und Petra ist Artjom hat nämlich so eine wunderschöne Stimme und...eh ja er hat halt eine wunderschöne Stimme. Das reicht ja mal fürs erste. Die Familie sucht ihren Beistand wegen einer Streitigkeit mit ihrem Ex-Vermieter. Petra jubiliert weil sie endlich einen Fall hat und dann ist da ja noch Artjom...aber dann kommt der Tag der Verhandlung und es stellt sich heraus dass die Familie ihr ein rießige Lügenmärchen aufgetischt hat und anstatt den Fall mit links zu gewinnen verliert sie und blamiert sich unsterblich.
Petra ist stinksauer und möchte nie wieder was mit ihnen zu tun haben. Artjom versucht sie anzurufen aber sie nimmt nicht ab, ignoriert auch seine Briefe und Geschenke. Dann nach einigen Wochen steht er vor der Tür, entschuldigt sich und sieht ein dass er sich unmöglich verhalten hat...oh wartet eigentlich steht er mitten in der Nacht volltrunken vor ihrer Tür, singt lautstark Russische Liebeslieder, heult rum und dann haben sie ganz ganz tollen Sex. Naja...auch eine Möglichkeit. Nach nur vier Monaten beschließen sie dann zu heiraten. Soweit ich das erkennen konnte waren ihre Hauptgründe dafür, dass der Sex toll ist und dass es ihre Eltern wirklich aufregen wird wenn sie einen Russen heiratet. Wie romantisch.
Sie ziehen zusammen, Artjom mutiert zum Pascha und lässt sie die ganze Hausarbeit machen und endlich wird mal angesprochen, dass Petra relativ wenig über ihn weiß. Nur wenn sie versucht das anzusprechen weicht er ihr aus, sagt nur dass er sie doch liebt und dass das reicht und wenn sie versucht weiterzufragen verhält er sich wie ein verwöhntes Kind, heult und jammert, dass sie ihn nicht liebt.
Das ganze Buch über konnte ich mich einfach nicht für Artjom erwärmen oder hatte das Gefühl, dass ihre Beziehung glaubwürdig dargestellt wurde. Natürlich ist es eine Komödie und da muss nicht alles tiefgründig sein...man muss aber auch nicht alles opfern um nur noch einen Gag unterzubringen. So gibt es zum Beispiel eine Szene beim Weihnachtsfest, dass ihre und seine Familie gemeinsam feiern. Artjom hat irgendwann mal erwähnt, dass sie Juden sind und so hat Petra gegoogelt und sich eine Chanukkiot besorgt die sie aufstellt und macht Kartoffelpfannkuchen (ich sag da jetzt gar nichts dazu...) nur haben die keine Ahnung warum und wiso und als sies erklärt gibt es nur ein Schulterzucken und 'Wir sind halt nicht besonders religiös'. Das ist natürlich lustig weil 'Schaut her Petra hat sich wieder ein bisschen blamiert!'. was ich aber dabei dachte war: Sie ist mit dem Kerl verheiratet und das Thema Religion und wie religiös sie sind ist noch nie aufgekommen? Sie hat nicht mal vor der Weihnachtsfeier gefragt? Ist das hanseatische Zurückhaltung die man in Bayern nicht versteht? (gibts schon ein Norddeutsch/Süddeutsches Culture-Clash Buch? DAS würde ich lesen). Nun ja...anstatt diese Szene lustig zu finden wahr ich eher so (Hier und bei 2/3 aller Gags im Buch).
Auch nach der Hochzeit wirds nicht besser...Artjom schwindelt weiter fröhlich und heult rum wenn sie sich beschwert...das ist dann auch der große Konflikt gegen Ende...Petra hat endlich genug davon. Nur wurde das meiner Meinung nach einfach unzureichend gelöst, da er mehr oder weniger sagt 'Vielleicht hab ich ja gelogen aber das kann mir niemand beweisen'. . Na dann...
Ich selbst hätte mir dieses Buch wohl nicht gekauft, hätte ich es nicht auf Empfehlung ausgeliehen bekommen. Leider hat sich mein misstrauischer Verdacht bestätigt.
The good. Der Schreibstil ist gut und ermöglicht das Buch in einem Rutsch durchzulesen
The bad. Die Naivität des Hauptcharakters ist nicht zu übertreffen und die storyline ist doch etwas weitergeholt. Generell würde ich mich wohl auch nicht weiter an das Buch erinnern, wäre da nicht:
The ugly. Das Buch befasst sich mit vielen Klischees, mit denen einige in Deutschland lebende Russen täglich herumplagen müssen. Die Relativierungsversuche der Autorin sind zwar nett, jedoch nicht ausreichend.
Alles in allem, würde ich dieses Buch nicht weiterempfehlen.
Eine Kultur-Clash-Geschichte, die zu einigen Lachern verleitet, mitunter sehr skurril ist, aber nicht an die Feinheiten des Humors eines Moritz Netenjakob anknüpfen kann.
Une petite lecture amusante sur les difficultés et les folies de vivre dans un couple multiculturel. L'humour est basé sur un peu de malentendus culturels et beaucoup de stéréotypes. Je ne suis pas d'habitude très fan des livres sur le quotidien, mais le rythme rapide et les situations rocambolesques de celui-ci l'ont rendu vraiment agréable à lire.
lustige Geschichten über Hanseaten und Slawen, Kleingärten und Großbürger, ungläubige Christen und unglaubwürdige Juden, Rassehunde und Promenadenmischungen, verliebte Frauen und selbstverliebte Männer...
If, like me, you choose to read this because you're interested in 1. Russians and 2. Insights into marrying someone from a different culture, and you think this is an autobiographical account of a German - Russian marriage, you will be disappointed. Chock full of all the (mostly negative) facile stereotypes of Russians and their culture, it is a very fictional, farcical account of a mixed marriage. I liked it most for the insights into German life and culture. One to read and then donate to a book box or a charity shop. Three stars not two because clichés do have some basis in reality and I could recognise the Russians I used to know in these exaggerated characters.
Ich muss sagen, dass ich das Buch am Anfang ganz witzig gefunden habe. Aber ungefähr ab der Hälfte hatte ich dann keine Lust mehr weiter zu lesen. Mir war es dann doch zu klischeehaft und irgendwie zu komisch ( vor allem Paula und Artjom) waren mir dann auch zu unsympathisch. Ich hatte mir am Anfang echt viel mehr erhofft.
Ich finde das Buch und den Humor echt relativ witzig! Natürlich ist die Handlung ein bisschen abstrus, aber ich finde das gehört dazu und macht auch den Charme aus. Alles in allem ein nettes Buch!
Paulas Leben steckt in einer Sackgasse: Ihren Verlobten hat sie verlassen, nachdem dieser sie betrogen hatte. In ihrer Anwaltskanzlei läuft es auch eher mau und ihre Eltern lassen sie regelmäßig spüren, dass sie sie für eine Versagerin halten.
Das Schicksal nimmt schließlich eine Wendung, als die Eheleute Polyakow in ihre Kanzlei kommen und sie um Rechtsbeistand bitten. Es geht um irgendwelche Streitigkeiten mit ihrem ehemaligen Vermieter, so viel kann Paula aus den geradebrechten Erläuterungen der beiden heraushören. Schließlich wird ein zweiter Termin vereinbart, bei dem Sohn Artjom als Dolmetscher hinzugezogen werden soll. Und was soll man sagen? Artjom ist dermaßen charmant und hat eine so schöne Stimme, dass es um Paula bald geschehen ist. Nun, vor Gericht blamiert sie sich zunächst einmal tüchtig, weil die Polyakows es mit der Wahrheit nicht so genau genommen haben, aber was solls, Artjom ist nun mal um so viel besser im Bett als der Ex, und so werden die beiden bald ein Paar.
Was folgt, ist ein Clash der Kulturen, durch den Paula einiges lernt über das Verhältnis von Männern und Frauen, über den jeweils angemessenen Kleidungsstil zu jeder Gelegenheit, übers Streiten und Versöhnen, über die russische Küche, Gastfreundschaft und den Stellenwert der Familie. Das Ganze wird natürlich gerne mal übertrieben dargestellt, die Figuren sind regelmäßig überzeichnet-grotesk dargestellt, bleiben aber irgendwie immer liebenswürdig – jedenfalls im Großen und Ganzen. Alles in allem fand ich, dass dieses Buch eine nette Unterhaltung für zwischendurch ist. Wenn man mal ein bisschen lustige Entspannung braucht und vielleicht ein paar russische Eigenschaften selbst kennt, kann man mit dem Buch hier wenig falsch machen.
Amusant, mais pas passionnant. Une lecture sympa pour les vacances, et c'est ce que je cherchais. Une famille russe hallucinante, mais attachante. On découvre en même temps que le personnage principal cette belle-famille russe et tout son cercle d'amis. Au niveau du style, rien de particulier à dire. Ca se laisse lire.
Die Story ist klar, Paula Matthes, eine deutsche Anwältin bekommt es mit traditionell modernen Russen zutun, dessen Sohn nun ihr Ehemann wird. Eine Geschichte so fabelhaft mit Humor. Genossen habe ich jede Seite. Aufgrund der ganzen Klischees, die dort enthalten sind und die Art und Weise, wie Paulas Schwiegermutter redet, ist das Buch einfach herrlich. Würd' es nur Leuten empfehlen, die irgendwie eine Ahnung von der russischen Kultur haben und sich dessen Humor bewusst sind.
Allein wie das Cover und das drum herum gestaltet wurde, merkt man, dass da viel Liebe drin steckt. Überall Matröschkas und es gibt nette Hinweise wie Rezepte oder wichtige Wörter auf Russisch. Zum Inhalt kann ich nur sagen, dass ich durch die Leseprobe mehr erwartet habe, doch im ganzen ist das ein tolles Buch zum entspannen und nicht viel denken. Klar es gibt Passagen, die sehr stark übertrieben sind oder einfach zu kitschig, doch davon lebt das Buch.. Inhalt passt zur äußeren Erscheinung.
Livre plaisant, lecture rapide et facile. la rencontre entre deux cultures allemande et russe que a priori tout oppose fait des étincelles. Alexandra Fröhlich traite le sujet avec humour et tendresse.
Alsoooooo, für ein geschenktes Buch ist es ganz in Ordnung. Zwischendurch musste ich schmunzeln, aber dann fing es wieder an etwas zu chaotisch für mich zu werden.