"Ja, lesen konnte man selbst, wenn man wanderte", behauptete einmal Joseph Roth. Dieses Buch lädt ein, über das Wandern zu lesen, in all seinen Facetten: als Naturerlebnis, als Pilgergang, aber auch als Spaziergang oder Flanieren in der Stadt. "Wie tut ein wildes Wandern wohl", schwärmt Joachim Ringelnatz, dessen literarische Wandergesellen in dieser Anthologie neben vielen anderen Robert Walser, H. D. Thoreau, Max Frisch, Georges Simenon, Patrick Süskind, Bruce Chatwin, Doris Dörrie und Urs Widmer heißen.
Dieser Sammelband aus dem Diogenes Verlag ist ein Appetizer mit Buchauszügen aus dem Verlagsprogramm. Es sind keine eigene Erzählungen sondern ausschließlich Auszüge aus Büchern - so weit so schlecht oder auch gut. Ohne dieses Taschenbuch wären mir ein paar interessante Bücher unbekannt geblieben. Gleich nach der Lektüre habe ich mir diese zumeist bereits vergriffenen Bücher noch antiquarisch besorgen können. Also welche Buchauszüge haben mich dazu veranlasst? Großartig finde ich den Patrick Süskind mit der Geschichte von Herrn Sommer. Sowieso Henry David Thoreau mit "Vom Spazieren" Hermann Hesse "Wanderung", Doris Dörrie "Auf dem Inkapfad". Bela Balazs "Wandern" finde ich ebenfalls sehr amüsant. Ray Bradbury "Der Fußgänger" und ganz besonders Alfred Andersch "Wanderungen im Norden". Bruce Chatwin "In Patagonien" und natürlich Kafka "Der plötzliche Spaziergang".