Dea Lohers Roman nimmt Existenzielles in den Blick, er fragt nach dem Sinn des Lebens angesichts eines vollkommen sinnlosen Todes und findet Bilder von großer Eindringlichkeit.
Zwei Handlungskreise verknüpft Dea Loher miteinander, denen beiden reale Begebenheiten zugrunde liegen: Ein junger Mann wird während der Fasnacht 2008 in Locarno von einer Gruppe Jugendlicher geschlagen, getreten und schließlich umgebracht. Aber je minutiöser die Rekonstruktion der Tat aus dem Puzzle der Zeugenaussagen versucht wird, umso schillernder und unschärfer wird, was wirklich (und warum) geschehen ist. Die oder den Schuldigen zu finden ist trotz der klaren Beweislage schwieriger als gedacht, und gesühnt ist die Tat damit bestenfalls ansatzweise. Ein Freund der Familie des Opfers sucht einen anderen Weg: Er erinnert sich an ein Autowrack, das seit 75 Jahren auf dem Grund des Lago Maggiore liegt: Ein Bugatti Brescia 22. So sagt man wenigstens. Alle bisherigen Versuche der Bergung waren nicht von Erfolg gekrönt. Und nun wird das Tauchen in die Tiefen auch der eigenen Abgründe ein Abenteuer mit ungewissem Ausgang. Keine deutschsprachige Dramatikerin wird in ihrer Heimat und weltweit häufiger und erfolgreicher auf die Bühne gebracht (mehr als 300 Inszenierungen, Übersetzungen in 31 Ländern) als Dea Loher. Nach ihrem hoch gelobten Erzählungsband »Hundskopf« (Wallstein 2005) legt sie nun ihren ersten Roman vor.
De kern van dit op ware gebeurtenissen gebaseerde verhaal wordt gevormd door een zinloos geweld zaak in Locarno in 2008, Zwitserland. Deze zaak deed me gelijk denken aan Carlo Heuvelman die in Mallorca in 2021 op een soortgelijke manier om het leven kwam. Dea Doher omschrijft het voorval akelig gedetailleerd.
Het verhaal begint echter met fragmenten uit het dagboek van beeldhouwer Rembrandt Bugatti. De broer van Ettore Bugatti, de autobouwer. Het verband met de zinloos geweld zaak is me echter niet helemaal duidelijk.
Het boek eindigt met een verslag van het boven water halen van een Bugatti die al sinds midden jaren ’30 in het Lago Maggiore ligt. Dit ter ere van de door zinloos geweld om het leven gekomen Luca. In dit deel heeft de schrijfster iets te veel willen vertellen.
2008 wird während der Fastnacht ein junger Mann in Locarno von drei Männern ermordet. Die Autorin rekonstruiert aus zahlreichen Zeugenaussagen die Ereignisse dieser Nacht. In einem zweiten Handlungsstrang erzählt sie die Geschichte von Rembrandt Bugatti, dem Bruder des legendären Autobauers Ettore Bugatti. Eines seiner Autos wird 2008 nach der Ermordung Lucas aus dem Lago Magiore geborgen, um dem Ermordeten ein Denkmal zu setzen.
Die Geschichte beginnt mit Rembrandt Bugatti, der am Leben verzweifelt. Im Gegensatz dazu ist Luca fast 90 Jahre später voller Lebensfreude. Trotzdem endet beider Leben viel zu früh. Minutiös führt Dea Loher den Leser an die Ermordung Lucas heran. Man weiß genau, was passiert und hofft trotzdem, dass sich das Schicksal noch wendet. Aber das passiert nicht. Lucas Tod ist sinnlos, aus einer harmlosen Bemerkung entspringt eine Schlägerei und daraus fast beiläufig ein letzter Tritt. Geplant war es sicher nicht, aber das ändert nichts.
Nach Lucas Tod geht die Geschichte weiter, aber es fehlt ihr die Farbe. Ich hatte das Gefühl, dass alles grau ist, während es vorher bunt und lebendig war. Diese trübe Stimmung passt zu dem, was erzählt wird.
Die Autorin hat auf gerade mal 200 Seiten mehr erzählt als mancher anderer in einem doppelt so dicken Buch. Der Titel klingt leicht, aber die Geschichte ist es nicht.