So viele Leben wie Funken im Meer ... und eine Liebe am Strand!
Ganz ehrlich! Noras größtes Problem ist, dass sie sich ihr Leben lieber vorstellt - in den verrücktesten Visionen ihrer Zukunft -, als es einfach zu leben. Doch jetzt kommen die letzten Ferien, der Sommer der großen Entscheidungen. Nora verbringt ihn an einem hübschen Badeort am Meer und jobbt als Drachenverkäuferin am Strand. Neben dem Kaffeemädchen und den Eisverkäufern ist da auch noch Popcornjunge Martin, mit dem schönen Lächeln und dem sonnengelben Haar. Als Martin sich immer wieder in Noras Tagträumereien verirrt, wird klar: Wenn es um ihn geht, sollte das Leben auf keinen Fall nur im Kopf stattfinden …
Patrycja Spychalski, geboren 1979 in Starogard, Polen, zog im Alter von neun Jahren mit ihren Eltern nach Berlin. Nach dem Abitur absolvierte sie eine Schauspielausbildung, wandte sich dann aber einem ganz anderen Bereich zu: Seit 2002 arbeitet sie in vielfältigen sozial-kulturellen Projekten mit Kindern und Jugendlichen. Sie schrieb schon mehrere Kurzgeschichten für Anthologien, bevor sie ihren ersten Roman „Ich würde dich so gerne küssen“ verfasste. Spätesten nachdem man dieses Buch gelesen hat, merkt man, dass ihre große Liebe der Rockmusik gilt - selbstverständlich neben ihrem Freund, ihrem kleinen Sohn Juri und ihren beiden neurotischen Katzen, mit denen sie in Berlin lebt.
Der erste Satz Ich schreibe Briefe an meine Zukunft.
Meine Meinung Ich war von "Ich würde dich so gerne küssen" von der Autorin nicht hundertprozentig überzeugt, aber ich habe das Buch doch irgendwie gerne gelesen. Deswegen war ich sehr auf das neue Buch von ihr gespannt und wollte es natürlich gleich lesen. Bei "Ich würde dich so gerne küssen" hat mir ja sehr gut gefallen, dass die Geschichte wie mitten aus dem Leben gerissen scheint. Sie war einfach so realistisch und authentisch, deswegen habe ich mir erhofft, dass diese genauso realistisch sein wird. Ich war echt total glücklich als das Buch in einem Päckchen vom cbt Verlag war. Ich musste mich einfach gleich auf die Terasse setzten und es beginnen, denn ich hatte die Hoffnung, dass es genau das richtige Buch für den Sommer sein wird. Das Buch hatte ich tatsächlich nach zwei Tagen durch und das obwohl ich noch relativ für die Schule machen musste (das ist jetzt zum Glück vorbei, da Notenstopp war :D).
Die Geschichte fand ich wirklich von Anfang an sehr angenehm zu lesen. Schon als ich mir den Klappentext durchgelesen habe, empfand ich das Gefühl, dass diese Geschichte ihren ganz eigenen Charme hat. Und genauso ist es auch. Aber jetzt wollt ihr bestimmt erst mal wissen worum es denn in der Geschichte genauer geht. In der Geschichte geht es um die 17-jährige Nora, die ihre Sommerferien in einem kleinen Ferienort an der Ostsee verbringt. Nora stellt sich immer vor wie ihr Leben wohl verlaufen würde und das nicht zu selten. Andauernd versinkt sie in irgendwelchen Tagträumereien und stellt sie vor wie ihr Leben wohl verlaufen würde, wenn sie so wie eine andere Person handeln würde. Nora arbeitet während ihrer Ferien für Max als Drachenverkäuferin und lernt dort Ruth, die Kaffee verkauft, James und Rocco, die Kaffee verkaufen und Martin, der Popcorn verkauft kennen. Martin hat es ihr irgendwie gleich angetan und sie erwischt sich immer öfter dabei wie er in ihren Tagträumereien auftaucht. Da merkt sie, dass sie bei Martin die Zeit nicht an Tagträumereien verschwenden darf, sondern handeln muss... Diese Geschichte hat mich wirklich von der ersten bis zur letzten Seiten vollkommen berührt, weil Nora wirklich kein einfaches Leben mit ihrer Mutter führt und sie sich meistens in Tagträumereien flüchtet, um sich dem Alltag bzw dem Leben nicht stellen muss. Ich fand das wirklich richtig traurig, weil so etwas niemand verdient hat. Aber genau das macht diese Geschichte wieder so realistisch. Noras Geschichte könnte mitten aus dem Leben gerissen worden sein. Vielleicht liegt das aber auch mitunter daran, dass die Geschichte an der Ostsee und nicht irgendwo in den USA spielt. Mit dieser Wahl des Ortes kann man sich natürlich viel mehr identifizieren und ich musste sofort an meinen letzten Urlaub an der Ostsee denken und hatte sofort Fernweh. Diese Geschichte ist für mich nicht unbedingt locker und leicht, sondern eher berührend, romantisch, aber manchmal auch echt traurig. Sommerromanze, Freundschaft, Vertrauen, Liebe, Geborgenheit, Sommer, Strand, Erwachsenwerden, Unabhängigkeit und Glück sind Wörter, die mir sofort einfallen wenn ich an die Geschichte denke, denn genau von diesen Dingen handelt sie. Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht was ich noch zu der Geschichte schreiben soll, außer, dass ihr sie einfach selbst lesen müsst, damit ihr versteht was ich mit den Schlagwörtern meine und warum diese Geschichte meiner Meinung nach so realistisch ist. Die Geschichte hat mich wirklich zum Lachen, aber auch zum Weinen gebracht und hat mich nachdenklich gemacht. Ich habe über mein eigenes Leben nachgedacht und auch darüber wie es wohl verlaufen wird. Ich habe das Buch wirklich verschlungen und das lag vor allem an der Geschichte, weil sie mich einfach gefesselt hat. Ich wollte und konnte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen, denn es hat mich mit der wundervollen Sommer-Stimmung eingefangen und wollte mich tatsächlich nicht mehr loslassen. Auch jetzt nachdem ich das Buch beendet habe, denke ich immer noch über Noras Geschichte nach. Diese Geschichte hat mir gezeigt, dass es nicht immer diese übertriebenen Liebesgeschichten sein müssen, sondern auch authentische und zarte Sommerromanzen mich begeistern können. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass auch euch diese Geschichte begeistern wird wenn ihr eine Liebesgeschichte mögt, die definitiv nicht klischeehaft abläuft und die an einem zum-träumen-schönen Ort spielt. Ich kann euch wirklich nur empfehlen dieses Buch jetzt bald zu lesen, damit ihr damit wirklich den Sommer verbinden könnt und euch mit der Atmosphäre identifizieren könnt. Noras Geschichte hat mich von der ersten bis zur letzten Seite begeistert und berührt.
Die Charaktere gefallen mir wirklich alle sehr gut, weil sie so unterschiedlich sind, aber irgendwie doch alle wunderbar miteinander harmonieren. Hier gab es auch wirklich mal keinen Charakter, der mir vollkommen unsympathisch war. Hier hatte jeder wirklich eine gute und auch eine schlechte Seite. Diese Charaktere sind genauso unterschiedlich wie realistisch. Ich wette, dass die Autorin diese Menschen von der Straße gefischt hat und sie gefragt hat wie sie in verschiedenen Situationen reagieren würden :D Nora ist die Protagonistin der Geschichte. Sie ist 17 Jahre alt und lebt normaler Weise mit ihrer Mutter in Berlin. Ihre Mutter war aber der Meinung, dass Nora Verantwortung für ihr Leben übernehmen soll und lernen soll wie es ist zu arbeiten. Deswegen bringt sie Nora dazu sich auf einen Job an der Ostsee zu bewerben. Nora wird als "Drachenmädchen", also als Drachenverkäuferin angestellt und befindet sich kurz darauf in einem kleinen Ferienort an der Ostsee. Sie soll bei Irmi, einer älteren Dame wohnen, die ein Zimmer über den Sommer vermietet. Noras Problem ist, dass sie sich immer wieder in Tagträumereien flüchtet, um ihrem Alltag zu entfliehen. Dabei erträumt sie sich ihr ganzes Leben und vergisst manchmal dabei ihr Leben überhaupt auszuleben. Sie denkt über alles und jeden wirklich nach und möchte immer, dass die Leute nur das Beste von ihr denken. Sie achtet einfach sehr darauf so zu sein wie andere Menschen, sie gerne hätten. Aber als sie Martin kennenlernt, merkt sie, dass ihre Tagträume ihr nicht weiterhelfen und, dass sie anstatt zu träumen, handeln muss. Nora ist wirklich total liebevoll, wenn es um die Menschen geht, die ihr am Herzen liegen. Sie hat von ihrer Mutter nie wirklich diese Geborgenheit bekommen, die sie gebraucht hätte und geht deswegen mit Zärtlichkeit von anderen Menschen nicht ganz so einfach um. Ihr ist es einfach fremd, dass sich Menschen um sie sorgen und ihr helfen wollen. Ich mag Nora wirklich gerne, auch wenn ich am Anfang echt dachte, dass sie mit ihrer ganzen Träumerei ja schon irgendwie ein bisschen verrückt ist. Ich meine, ganz normal ist das doch wirklich nicht. Aber das weiß sie auch selber ein. Sie merkt selber, dass es nicht normal ist, dass sie ihr Leben eigentlich nur in ihren Träumen auslebt. Ich mochte Nora trotzdem vom ersten Augenblick an, weil sie irgendwie was besonderes ist. Sie ist nicht perfekt, auch wenn sie es meistens sein will, aber gerade deswegen konnte mich mich mit ihr so gut identifizieren. Sie ist ein tolles Mädchen, das man einfach gerne mögen muss, gerade weil sie eine kleine Klatsche hat und definitiv nicht perfekt ist. Ich finde, dass Nora als Protagonistin wirklich super zu der Geschichte passt. Diese Geschichte hätte gar nicht so gut ohne das Drachenmädchen funktioniert. Martin lebt mit seiner Familie in dem Ferienort, wo Nora arbeitet und arbeitet für den gleich Arbeitgeber. Er ist der Popcornjunge und man merkt von Anfang an, dass er Nora toll findet. Er zeichnet in seiner Freizeit und zwar nicht so gewöhnliche Gegenstände oder Menschen, sonder behinderte Kinder, die trotz ihrer Einschränkung Spaß am Leben haben. Ich mochte Martin wirklich vom ersten Augenblick an. Deswegen finde ich es schade, dass man im Laufe der Geschichte nur so wenig von ihm erfährt. Ich hätte gerne noch mehr über diesen tollen Jungen erfahren. Er ist auf jeden Fall sehr einfühlsam und kann über seine Gefühle sprechen, was ja bei Männern echt nicht oft der Fall ist. Er hält zu Nora, auch wenn es mal schwierig ist und er nimmt sie vor allem so wie sie ist und möchte sie gar nicht verändern. Ich mochte Martin einfach vom ersten Augenblick an und könnte mir die Geschichte gar nicht ohne ihn vorstellen. Martin gehört genauso zur Geschichte wie Nora selbst. Irmi ist eine ältere Dame, die auch in dem Ferienort an der Ostsee wohnt und zwar ganz alleine, denn sie hat keinen Mann und auch keine Kinder. Sie lässt Nora bei sich wohnen und nimmt sie gleich total herzlich bei sich auf. Irmi kümmert sich wirklich total rührend um Nora und probiert ihr die Zeit bei ihr so schön, wie nur möglich zu gestalten. Ich habe Irmi wirklich sofort in mein Herz geschlossen, weil sie einfach so liebenswert und niedlich ist, so dass man sie einfach mögen muss. Mir ist oft durch den Kopf geschossen, dass sie die perfekte Oma wär, denn sie kocht mit Nora Marmelade und macht ihr Tee. Sie ist einfach toll und die Geschichte wär ohne sie nur halb so schön.
Der Schreibstil hat mir wirklich sehr gut gefallen. Die Geschichte ist aus der personalen Ich-Perspektive aus Noras Sicht geschrieben. Man hat also immer mitbekommen was Nora denkt oder gerade fühlt. Vor allem hat mir aber gefallen, dass man so verstehen konnte, warum sie ihr Leben meistens lieber träumt als lebt. Der Schreibstil hat wirklich sehr gut zu Nora gepasst und vor allem auch sehr gut zu dem Realismus, den die Geschichte und auch jeder einzelne Charakter ausstrahlt. Der Schreibstil ist meiner Meinung nach eher schlicht gehalten, aber gerade das macht ihn so realistisch und wirklich gut zu lesen, denn niemand von uns denkt mit wunderschönen Formulierungen. Wir denken halt einfach. Ich hatte das Buch wirklich sehr schnell durch und das lag unter anderem auch an dem Schreibstil, weil er einfach angenehm zu lesen war und super zu der Geschichte und der Protagonistin gepasst hat. Er besticht einfach durch seine Schlichtheit.
Der Titel gefällt mir wirklich ziemlich gut, auch wenn ich noch nicht wirklich dahinter gekommen bin, was er jetzt genau bedeuten soll. Ich habe es mir so gedacht, dass Noras Gedanken manchmal "fern wie sommerwind" sind. Anders konnte ich es irgendwie nicht interpretieren. Ich habe echt viel darüber nachgedacht, aber mir ist echt keine bessere Interpretation eingefallen. Trotzdem finde ich, dass der Titel sehr gut zu der Geschichte passt, die ja an der Ostsee, wo immer Wind herrscht, im Sommer spielt. Ich finde den Titel einfach nur schön und muss wirklich sagen, dass er mich neugierig gemacht hat. Mir würde ansonsten auch ehrlich gesagt gar kein "besserer" Titel einfallen.
Das Cover gefällt mir wirklich unheimlich gut, da man darauf zwei Personen erkennen kann, die auf einer Bank am Meer sitzen und wo der Junge den Arm um das Mädchen legt. Der Junge soll ganz klar Martin sein und das Mädchen Nora. Ich muss echt sagen, dass die beiden sehr gut ausgesucht wurden und, dass ich da wirklich nicht meckern kann. Außerdem sieht man am Himmel einen Drachen fliegen und Nora ist ja bekanntlicher Weise das Drachenmädchen. Ich finde das Cover wirklich schlicht aber wunderschön, genauso wie die Geschichte selbst. Es passt sehr gut und ich kann mir kein besseres Cover vorstellen. Hier hat man sich echt Gedanken gemacht.
Mein Fazit "Fern wie Sommerwind" von Patrycja Spychalski konnte mich von der ersten bis zur letzten Seite begeistern und überzeugen. Ich wollte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen, weil es durch eine Geschichte besticht, die so realistisch ist, dass man denken könnte, dass dies eine wahre Begebenheit ist und, die einen das Sommergefühl vermittelt, Charaktere, die alle liebenswert und genauso authentisch wie die Geschichte sind, einen Schreibstil, der schlicht, aber sehr passend und lesenswert ist, einen Titel, der wirklich gut passt, auch wenn ich nicht genau sagen kann warum und ein Cover, das schlicht, aber bezaubernd ist. Ich kann euch das Buch wirklich nur ans Herz legen. Besonders schön muss es sein, wenn man das Buch als Stranlektüre dabei hat. Überzeugt euch einfach selbst von diesem tollen Buch und lasst euch berühren und mitreißen.
"Ja, es sind möglicherweise komische Gedanken. Ein bisschen düster vielleicht. Aber was kann ich schon dafür, wenn die plötzlich kommen? Den Gedankenausschaltknopf hat noch keiner erfunden, was eigentlich komisch ist, weil die Menschen schon so viel erfunden haben, und auch so viel Unnützes... wäre also durchaus mal Zeit für den Ausschaltknopf." (Seite 22/23)
Man kann es nicht leugnen: Kennt man eine Autorin bereits durch eines ihrer anderen Werke, muss sich alles nachfolgende daran messen: Ist es besser oder schlechter als das bekannte Werk? Das Debüt von Patrycja Spychalski konnte mich völlig mit einer unerwarteten und sehr tiefgründigen Geschichte überraschen. Umso mehr habe ich mich auf ein neues Buch von ihr gefreut.
Im ersten Kapitel wird die Szenerie regelrecht vor dem Leser ausgebreitet und er wird eingeladen in sie einzutauchen. Man bekommt Nora vorgestellt. Das Mädchen, das diesen Sommer selbst Geld verdient und den Ort, an dem sie dies tut: Einen Strand an der Ostsee. Wunderbares Wetter, Wellenrauschen, Touristen. Man hat beinahe das Gefühl dort zu sein und die Sonne auf der Haut zu spüren.
Das hier ist damit ganz klar ein Sommerbuch. Ich denke, dass man es am besten lesen sollte, wenn man eben an einem Strand liegt und dort die Seele baumeln lässt.
Die Handlung wird aus Noras Sicht erzählt und für mich ist sie ein sehr sympathisches Mädchen. Sie denkt einfach zu viel nacht und durch den Ich-Erzähler nimmt der Leser daran direkt teil. Dadurch gibt es immer mal wieder Momente, in denen man glaubt, dass in einem Abschnitt gerade der rote Faden verloren wurde, weil Nora gedanklich abdriftet, aber das ist so gewollt. Schön sind auch die kursiv eingschobenen Träumereien von Nora. Sie stellt sich in verschiedenen Rollen ihr Leben vor, wie es einmal sein könnte. Vielen wird es so gehen, dass sie sich einfach zu viele Gedanken machen und damit kann man sich gut mit Nora identifizieren. Natürlich bringt sie die typischen Probleme ihrer Altersklasse mit sich. Sie ist 17, ihre Freunde im Sommerurlaub 18. Es geht um Eltern und um Abnabelung. Es geht um die Zukunft, Wünsche, Pläne und Ziele. Außerdem geht es natürlich um die Liebe.
Gerade wenn es um die Liebe und um Martin geht, hätte ich mich gerne Noras Freundin angeschlosse und die Protagonistin einmal durchgeschüttelt, denn sie denkt wirklich zu viel nach und handelt nicht - oder erst sehr spät. Die Liebe, die im Buch thematisiert wird, ist aber sehr süß und doch auch realistisch dargestellt.
Leider bleiben die ganz großen Gefühle beim Leser aus. Mich konnte die Handlung nicht direkt berühren, was zu einem großen Teil sicher auch daran lag, dass die Geschichte für mich komplett vorhersehbar war. Dadurch verlor sie die Möglichkeit mich emotional tief zu beeindrucken.
Der Schreibstil ist aber sehr flüssig und die Worte sind den Jugendlichen passend in den Mund gelegt, sodass sich das Buch innerhalb kürzester Zeit lesen lässt. Außerdem ist es allem Anschein nach ein Einzelband. Es kann ohne Weiteres für sich stehen. Gleichzeitig hätte die Autorin aber schon auch die Möglichkeit uns noch einmal in Noras Welt mitzunehmen.
Ein Punkt, der eher eine Nebenrolle spielt, der mich selbst aber beschäftigt hat, muss hier noch erwähnt werden: Nora nimmt gerade zu Beginn des Buches regelmäßig, also täglich Schmerzmittel und beschreibt auch, dass dadurch nicht nur die Kopfschmerzen besser werden, sondern sie sich auch allgemein besser fühlt. Sie will damit zwar auch aufhören, aber es wird meiner Meinung nach nur zu kurz erwähnt, wie gefährlich das ist. Wie schnell das tatsächlich zur Sucht werden kann und wie schnell gerade diese Art Schmerzmittel, die ganz klar benannt wird, den Körper schädigen kann.
Da "Fern wie Sommerwind" ab 13 Jahren empfohlen wird, bin ich beunruhigt und kann nur hoffen, dass sich alle Leser tatsächlich dem bewusst sind. Hier hätte ich mir einen deutlicheren Hinweis und eigentlich auch eine Warnung gewünscht.
"Du hälst mich für kompliziert? Ich bin nicht kompliziert!"
"Wir sind doch alle kompliziert" (Seite 39)
Fazit: Dieses Buch kann sicher einige Lesestunden - besonders am Meer - versüßen. Meine hohen Erwartungen wurden leider nicht erfüllt, dafür war die Geschichte zu vorhersehbar. Die Protagonistin ist zwar sympathisch und man kann sich in sie hineinfühlen, leider wurden aber die ganz großen Gefühle wie Liebe, Trauer und Freude nicht bis zu mir als Leser transportiert.
Ein wirklich locker leichtes Jugendbuch, dass sich schnell weg liest. Ein bisschen Urlaubsstimmung kommt auf und der Schuss Romantik darf auch nicht fehlen.
Interessant fand ich die träumerischen Einschübe der Protagonistin, das ist wirklich ganz gut umgesetzt. Nach Indigosommer kann mich das Buch leider nicht so vom Hocker hauen. Es ist eine ähnliche Geschichte - nur eben ohne mythischen Kram -, aber dennoch lesenswert, um mal etwas zu entspannen. Langweilig ist das Buch aber in keinem Fall, auch der Schreibstil war schön und man hat beim Lesen gemerkt, wie Noras Tagträume immer weniger und sie immer mehr zu sich selbst wird.
Schön fand ich, dass das Buch in einer mir bekannten Umgebung - an der Ostsee - spielt. So hatte ich beim Lesen auch immer eine Priese Meeresluft in der Nase.
Fazit: ❤❤❤❤/❤❤❤❤❤ Ein gutes Sommer-Jugendbuch, dass mich in Urlaubsstimmung gebracht hat, auch wenn das Wetter ein wenig verrückt spielt.
Patrycja Spychalski zählt zu meinen liebsten Jugendbuch-Autorinnen und schafft es immer wieder, mich mit ihren berührenden und unheimlich authentischen Geschichten in ihren Bann zu ziehen – so auch mit dieser hier. „Fern wie Sommerwind“ ist ein toller Coming-of-age-Roman, der eine schöne (Liebes-)Geschichte erzählt und dabei vergisst kitschig zu sein.
Die 17-jährige Nora ist eine Protagonistin, mit der sich bestimmt viele LeserInnen identifizieren können. In einem Jahr wird sie ihren Schulabschluss in der Tasche haben und vor der großen Frage „Und was nun?“ stehen. Auf diese Frage weiß Nora jedoch hunderte Antworten, schließlich hat sie sich ihre Zukunft bereits in den unterschiedlichsten Szenarien vorgestellt. Auch ich bekam ein paar Einblicke in diese und musste das eine oder andere Mal über Noras grenzenlose Phantasie schmunzeln. Doch bevor es so weit ist und Nora eine Entscheidung treffen muss, verbringt sie ihre letzten Sommerferien als Drachenverkäuferin am Meer.
Patrycja Spychalski setzt ihre LeserInnnen in den Zug und schickt sie an einen wunderschönen Urlaubsort. Obwohl ich im tiefsten Schwabenländle wohne, habe ich mich dem Meer plötzlich sehr nah gefühlt. Das Kreischen der Möwen, die salzige Luft, der böige Wind, das Lachen der Kinder, das Rauschen der Wellen, die auf den Strand treffen – die Atmosphäre war greif- und spürbar.
Angekommen am Meer habe ich mich schnell mit Nora angefreundet, ein sehr herziges Mädchen, das mir mit seinen Gedanken und Gefühlen sofort sehr vertraut war. Für mich persönlich war die Zeit rund ums Abi eine unheimlich intensive und aufregende. Das erste Mal muss und darf man wichtige Entscheidungen treffen und das erste Mal macht man sich ernsthafte Gedanken um seine Zukunft. Wie geht es nach der Schule weiter? Welchen Beruf möchte man erlernen? Wo liegen die eigenen Stärken und Schwächen? Wovon träumt man?
Nora träumt sehr viel und hat täglich neue Vorstellungen von ihrer Zukunft. Doch welchen Weg soll sie einschlagen? Ein Partner oder eine Partnerin darf natürlich auch nicht fehlen – Nora hat da ganz genaue Ideen und Bilder im Kopf. Neuerdings verirrt sich auch Martin immer wieder in ihre Tagträume. Ihn und einige andere junge Leute lernt sie während ihres Ferienjobs kennen. Nach getaner Arbeit sitzen sie abends gern in ihrer Lieblingspizzeria zusammen und freunden sich schnell an. Diese unbeschwerte Stimmung hat mir unheimlich gut gefallen.
„Fern wie Sommerwind“ war für mich ein echtes Lesehighlight. Ich habe jede einzelne Seite bewusst genossen. Noras Geschichte ist so herrlich unaufdringlich. Sie lebt von ihrer Authentizität, von ihren liebevollen Figuren, von all den schönen Sätzen, die teils zum Nachdenken, teils zum Schmunzeln einladen und der locker-leichten Urlaubsatmosphäre am Meer. Die Herausforderungen und Probleme, denen sich Nora innerhalb dieser Geschichte stellen muss, haben für mich perfekt ins „Große Ganze“ gepasst und wirkten weder überdramatisiert noch konstruiert. Die leisen Töne waren ebenso berührend wie die lauten. Ich habe mitgefühlt - von der ersten bis zur letzten Seite. Nachdem ich das Buch am Ende mit einem glücklichen Seufzer zugeschlagen habe, hatte ich tatsächlich das Gefühl, aus einem erholsamen und wohltuenden Kurzurlaub am Meer zurückzukehren.
2,5 ✨ Ganz nett, aber nix besonderes, teilweise ein bisschen kindisch. Schön waren die kleinen verstreuten Lebensweisheiten, die nicht so altklug und trocken rübergebracht wurden
Handlung & Stil. Die Handlung dieses Buches birgt ein paar Überraschungen, an die man anfangs nicht mal gedacht hätte. Ich war sehr überrascht, zu sehen, wie viel Tiefgründiges in diesem Buch steckt, wie viel man da zwischen den Zeilen lesen kann. Ich hab gedacht, es wäre einer dieser oberflächlich süßen Romane für Teenies, dabei weiß die Autorin genau, wie sie dem jungen Leser etwas vermittelt, ohne es offensichtlich auszusprechen. Das Buch erzählt vom Erwachsen- und Selbstständig werden. Es erzählt über Liebe und Freundschaft, große Gefühle. Es sind Charaktere dabei, die man auf ganz besondere Weise kennenlernt, Charaktere über die man im Laufe des Buches die Meinung ändern wird. Der Stil hat etwas Eigenes, die Satzstellung ist oftmals etwas komplexer gestaltet, was ich aber jurz erläutern möchte. Ein Beispiel. 'Die kleine Anna klettert auf den Baum, weil sie ihn schön findet.' Das wäre die einfache Version. Die Version, in der die Autorin hier gern schreibt: 'Auf den Baum klettert
die kleine Anna gern, weil sie ihn schön findet.' Zu Anfang brachte mich dieser Stil ein paarmal zum Stocken, aber man gewöhnt sich schnell daran und findet in eine wunderbare Atmosphäre. Das Buch läuft eher ruhig ab, aber es birgt dennoch so viel Spannung und Spaß. Einiges muss man sich beim Lesen selbst dazu denken und bei manchem fand ich das ein wenig schade. Gerne hätte ich mehr über gewisse Dinge erfahren, mehr über gewisse Charaktere. Manches blieb etwas blass in der Geschichte, weil sie so kurz war und man sie locker auf die doppelte Seitenanzahl hätte aufstocken können. Aber trotzdem eine richtig schöne Geschichte, die mir sehr gut gefallen hat.
Charaktere & Schauplatz. Nora ist eine liebenswerte Charaktere, genau wie die anderen auch. Rocco ist eher der Ausgeflippte und laute Typ der Truppe, Doro scheint am Anfang eher die Zurückhaltende zu sein, wobei sie es wohl faustdick hinter den Ohren hat. Martin ist der feine, ruhige Typ, mit dem man trotzdem Pferdestehlen kann und James ist jemand, der sich mehr mit seinem Handy beschäftigt, als alles andere. Insgesamt sind sie einfach super und es ist schön, mit ihnen Zeit zu verbringen. Man fühlt sich einfach wohl und aufgehoben in diesem Buch. Man fühlt sich irgendwie zuhause, selbst wenn man gar nichts mit der Ostsee verbinden kann. Der Schauplatz ist natürlich toll. Strand und Meer und Sand und Sonne, was braucht man mehr in einem schönen Sommerbuch? Mir haben die Beschreibungen gut gefallen und insgesamt vermittelte das alles eine wunderschöne Atmosphäre, in die man sich hineingleiten lassen kann. Man kann die Sorgen um sich herum für eine Zeit vergessen und mit Nora ein Stück ihres Lebensweges gehen. Ein Stück, das sie sicher nicht so schnell vergessen wird.
Sonstiges. Das Cover passt total gut zum Inhalt und allgemein ist es ein Buch, welches ich sehr mag. Vielleicht ist es keines, das mir mein Leben lang in Erinnerung bleibt, aber es trägt gewisse Erinnerungen mit sich. Gerüche, Gefühle und andere Dinge, an die ich immer zurückdenken werde, wenn ich es im Regal stehen sehe. Ich werde immer daran denken, dass es mir ein gutes Gefühl gab. Es war wohl einfach das richtige Buch zur richtigen Zeit. Ich kann es jedem nur ans Herz legen.
Patrycja Spychalski ist bei mir bekannt für ihre lockeren Jugendromane. Ihr Buch "Fern wie Sommerwind" habe ich nicht nur wegen des Namens für meine aktuelle Lovelybooks-Lesesommer-Liste ausgesucht, sondern auch wegen des schönen Covers und der vielversprechenden Geschichte. Tatsächlich hat sich diese Entscheidung als sehr gut erwiesen und ich verbrachte einen schönen sonnigen Sonntag mit dieser zuckersüßen Sommergeschichte.
Die Berlinerin Nora fährt in den Sommerferien an die Ostsee. Nicht mit ihren Eltern oder Freunden, sondern ganz alleine. Sie wohnt bei Irmi, einer Rentnerin, die ein freies Zimmer ist Haus hat. Nora hat einen Sommerjob als Drachenverkäuferin am Strand und neben dem Geld möchte sie auch Erfahrungen sammeln. Ihr Schulabschluss steht kurz bevor und sie ist noch immer nicht sicher, was sie mit ihrem Leben anfangen soll. Die Möglichkeiten sind schier unendlich und Nora kann sich nur schwer entscheiden. Stattdessen ist sie eine Tagträumerin und stellt sich gerne vor in wie viele verschiedene Richtungen ihr Leben verlaufen könnte. Und schon kommen wir zur ersten Besonderheit des Buches: Zwischen dem "normalen" Erzählstrang darf der Leser immer mal wieder in Noras Traumwelt abtauchen und verschiedene Zukunftsversionen erleben. Fand ich schön!
Eine weitere Besonderheit sind die kleinen Muscheln, die am Anfang jedes Kapitels abgedruckt sind. Auch diese Idee fand ich total schön und sommerlich, auch wenn es nur eine ganz kleine Geste ist. Die Story an sich ist locker und genau das richtige für ein Sommerbuch. Es geht um Noras Selbstfindung, ums Erwachsenwerden und Verantwortung übernehmen. Es geht um eine aufkeimende Freundschaft zu den anderen Strandverkäufern und zu ihrer Gastgeberin Irmi, obwohl diese aus einer ganz anderen Generation stammt. Und schließlich geht es natürlich um die Liebe. Dabei herrscht im ganzen Buch eine wunderbar sommerliche Atmosphäre und ich habe mich wirklich an die Ostsee versetzt gefühlt. Auch ernste Themen finden Anklang und werden passend eingebunden.
Die Charakter haben mir auch allesamt sehr gut gefallen. Allesamt sind sie noch etwas unsicher und suchen ihren Platz im Leben. Trotzdem sind sie mutig, neugierig, lebensfroh und sehr humorvoll. Es hat richtig Spaß gemacht Nora in ihren Sommerferien zu begleiten und ich hätte nichts dagegen gehabt, wenn die Reise noch ein wenig weiter gegangen wäre. " Fern wie Sommerwind" ist dabei kein weichgespülter Roman ohne Ecken und Kanten. Jeder Charakter hat ganz besondere Eigenschaften, welche sympathisch und authentisch erschienen.
Fazit Insgesamt kann ich nur schwärmen. Bisher hatte ich nur zwei Bücher der Autorin gelesen. Eines hat mir ganz gut gefallen, die Fortsetzung dazu eher weniger. Ich bin froh, dass ich "Fern wie Sommerwind" trotzdem gelesen habe, denn diesen Jugendroman kann ich mit 5 Sternen bewerten! Er war genau das richtige für einen gemütlichen Tag in der Sonne und ich habe Nora sehr gerne in ihre Sommerferien an die Ostsee begleitet. Beim Design der Charakter habe ich diesmal nichts auszusetzen, ganz im Gegenteil. Klare Leseempfehlung!
Naja, ich wünschte ich hätte mir ein anderes Buch geholt. Fern wie Sommerwind war die 8 Euro nämlich nicht wert, trotz schönem Cover. Die Geschichte ist flach und viel schlechter, als sie sein könnte. Das mit dem Strand gefällt mir, aber ich kam nicht richtig ein und gegen Ende hatte ich wirklich keine Lust, weiterzulesen. Gut ist etwas anderes. Außerdem war die Liebesgeschichte nicht unbedingt intensiv oder mitreißend, sondern naja, eigentlich unbemerkbar, durchsichtig, einfach ohne Gefühle. Flach.