Albert Glück ist ein seltsamer Kauz. Er ist knapp über fünfzig, ein wenig trocken, penibel, und er arbeitet im Amt für Verwaltungsangelegenheiten. Formulare, Stempel, Dienstvorschriften sind seine Welt, in der er sich gut eingerichtet hat. Ganz wörtlich, denn Albert arbeitet nicht nur in dem Amt, er wohnt auch dort. Von allen unbemerkt hat er im Keller einen kleinen Raum bezogen und verbringt zufrieden seine Tage im immer gleichen Rhythmus. Doch eines Tages wird Alberts sorgsam eingehaltene Ordnung durcheinandergebracht. Auf seinem Schreibtisch landet ein Antrag, den es eigentlich gar nicht geben dürfte, denn er beantragt - nichts! Albert tut alles, um diesen unseligen Antrag loszuwerden, doch vergeblich: Immer wieder kehrt er auf seinen Schreibtisch zurück. Es bleibt ihm nichts anderes übrig, als sich auf den Weg zum Antragsteller zu machen. So trifft Albert auf Anna Sugus, eine ziemlich wilde Künstlerin, die Alberts Welt ganz schön auf den Kopf stellt ...
ANDREAS IZQUIERDO, geboren 1968, Sohn einer spanischen Krankenschwester und eines deutschen Ingenieurs, ist Schriftsteller und Drehbuchautor.
Er veröffentlichte u. a. den Roman >König von Albanien< (2007), der mit dem Sir- Walter-Scott-Preis für den besten historischen Roman des Jahres ausgezeichnet wurde, sowie den Roman >Apocalypsia< (2010), der den Lovelybooks-Leserpreis in Silber für das beste Buch 2010 erhielt und zum Buch des Jahres bei Vorab-lesen.de gewählt wurde. Im DuMont Buchverlag erschien von ihm >Das Glücksbüro< (2013) und >Der Club der Traumtänzer<. Bei Suhrkamp/Insel >Romeo und Romy< (2016) sowie >Fräulein Hedy träumt vom Fliegen< (2018). Im Juli 2020 erscheint >Schatten der Welt< im DuMont Buchverlag.
DIESES BUCH ENTHÄLT EINEN RIESENGROSSEN SPOILER! WENN IHR NICHT WISSEN WOLLT, WIE DIESES BUCH AUSGEHT, BITTE NICHT WEITERLESEN!
Ich wusste absolut nichts über dieses Buch. Ich habe es bei uns in der Bücherei bei den Liebesromanen entdeckt und obwohl das nicht so wirklich mein Genre ist, war ich einfach in der Stimmung für einen netten, ruhigen Liebesroman.
Der Klappentext lautete wie folgt (ich schreibe sonst nie Klappentexte, aber ich weiß nicht, was im Internet steht, und ICH habe nach eben folgendem Klappentext geurteilt):
„Albert & Anna – eine ungewöhnlich charmante Liebesgeschichte Formulare sind seine Welt. Vordrucke, Dienstvorschriften – wie wunderbar, Stempel drauf! Erledigt von Albert Glück, Sachbearbeiter im Amt für Verwaltungsangelegenheiten. Doch Albert arbeitet nicht nur im Amt, er wohnt auch dort. Von allen unbemerkt, seit über dreißig Jahren. Bis sich eines Tages alles ändert: Ein Antrag landet auf seinem Schreibtisch, den es gar nicht geben dürfte, denn er beantragt – nichts. Um herauszufinden, was dahintersteckt, muss Albert sein geliebtes Amt verlassen. So trifft er auf Anna: Künstlerin. Chaotin. Ein Wunder an Unordnung. Und ehe er sichs versieht, steht seine Welt Kopf…“
Das klang gut. Ich nahm das Buch also mit. Da ich kein Mensch bin, der ans Ende des Buches linst, um zu wissen, wie es ausgeht, um mir die „Spannung“ nicht zu nehmen – aber das wird sich ab heute eindeutig ändern – fing ich also an zu lesen.
Bis heute Mittag hätte ich dem Buch vier Sterne gegeben.
Ich wollte schreiben: „Albert ist ein schräger, aber unheimlich liebenswerter Charakter.“
Ich wollte schreiben: „Andreas Izquierdo benutzt eine wundervoll bildhafte Sprache“, und wollte das „Beamtenschlangen-Beispiel“ von Seite 13 zitieren.
Ich wollte schreiben, dass ich sehr gelacht habe, als Albert den Fiat 500 von Herrn Chicone als „Sarg ohne Ecken“ bezeichnet hat, und wie toll ich den Satz „Es war als hätte jemand die Farben leiser gestellt“ fand.
Okay, ab Seite 201 wurde es etwas albern, aber das hat mich nicht so arg gestört. Sagte ich mir doch in Gedanken: „Ach, das renkt sich am Ende bestimmt wieder alles ein.“
Ich Vollidiot.
Jedenfalls… Albert hatte sich zum Positiven verändert, er hatte seine Anna in einen Urlaub entführt, er war glücklich, okay, am Arbeitshorizont lauerten ein paar Wolken wie der Leser wusste, aber das würde bestimmt am Ende geklärt werden. Schließlich ist das ja ein Liebesroman.
Und dann kriegt Albert einen Gehirntumor und stirbt.
Mein erster Gedanke war: „Ja. Na klar. Der will mich nur veralbern! Bestimmt stellt sich alles als Irrtum heraus. Oder Albert wacht auf den nächsten 2 Seiten auf und hat nur schlecht geträumt.“
Nein.
Hat er nicht.
Ich habe sicherheitshalber dann doch mal bis ans Ende geblättert und ins letzte Kapitel gelinst, welches mit den Worten beginnt: „Es wurde eine schöne Trauerfeier.“
Das war der Moment, in dem ich das Buch geschlossen und weggelegt habe, um es nie wieder aufzuklappen.
Normalerweise hasse ich Liebesromane. Ich muss wirklich in einer außergewöhnlich guten Stimmung sein, um mal einen zu lesen. Ich hasse Liebesromane, weil die meisten Charaktere sich einfach unglaublich bescheuert benehmen. (Falls jemand mehr über mein Verhältnis zu Liebesromanen erfahren will, kann er gerne hier auf Lovelybooks zu dieser Diskussion gucken: http://www.lovelybooks.de/thema/Kolum....) Es ist immer ein ewiges Hin und Her, Vor und Zurück, sie liebt ihn, ach nee, doch nicht, oder doch wieder, aber eigentlich ist er ein Mistkerl, bladibladibla. Alles ist total an den Haaren herbei gezogen, die Charaktere sind weder glaubwürdig noch liebenswert, und nichts passt zusammen.
Hier hat absolut alles zusammengepasst. Die Charaktere waren toll, die Lovestory baut sich langsam und nachvollziehbar auf, man freut sich für die beiden. Und dann stirbt er.
Und ich höre schon jemanden sagen: „Aber so ist das alles doch viel realistischer! Sowas passiert nunmal!“
Ja, das mag sein.
Nur interessiert mich das nicht.
Ich lese doch nicht, weil ich Realität will!
Ich lese, um der Realität zu entfliehen!
Wenn ich Realität will, setzte ich mich hin und gucke die Tageschau oder den Weltspiegel.
Ihr werdet keine Rezension von mir finden, in der ich mich über fehlende Realität beschwere! Darüber, dass sich die Charaktere nicht so verhalten, wie ich es gut finden würde, ja. Oder dass mir das ewige Hin und Her SOWAS von auf den Zeiger geht, das auch. Oder dass ich etwas absolut kein bisschen nachvollziehbar empfinde. Aber ich glaube nicht, dass ich mich je darüber beschwert hätte, etwas wäre zu unrealistisch.
In der Realität geht so verdammt wenig gut aus, da möchte ich wenigstens in meinen Büchern, Filmen und Serien ein Happy End! Und das kann von mir aus so unlogisch sei wie es will! Ich will keinen sympathischen Charakter, der einen Gehirntumor kriegt und stirbt! Schon gar nicht, wenn ich vor einem halben Jahr erst meinen Cousin an DREI Gehirntumore verloren habe und immer noch losheule, wenn ich daran denke!
Danke! Echt. Vielen Dank!
Was ich aber noch VIEL schlimmer finde, ist dass man nicht vorgewarnt wird!
Wäre ich nämlich irgendwie vorgewarnt worden, hätte ich das Buch nie gelesen.
Bei DEM Klappentext, der Einordnung als „Liebesroman“ und den ersten 218 Seiten, wird nichtmal ansatzweise angedeutet, dass es in diesem Buch KEIN Happy End geben könnte.
Da steht nicht irgendwo: „Bis das junge Glück eines Tages vor ein unüberwindlich anmutendes Problem gestellt wird.“ Oder: „Bis Albert und Anna plötzlich ein unvermuteter Schicksalsschlag trifft.“ IRGENDWAS in dieser Art. Nichts.
Man mag die Charaktere, freut sich für sie, denkt sich: „Och, auch wenn Albert seinen Job vielleicht nicht behalten kann, irgendwas wird er schon finden“, und dann STIRBT ER!
Nee, wirklich nicht. Nicht mit mir.
Ich habe mich SO geärgert! Wenn es mein Buch gewesen wäre und nicht eins aus der Bücherei, hätte ich es in den Mülleimer geworfen. Ich glaube, ich war nur selten so enttäuscht und wütend. Wenn ich das vorher gewusst hätte, hätte ich es nicht gelesen. Ha! Vermutlich wird DESHALB nichts angedeutet! Sonst kauft wahrscheinlich nur noch ein Bruchteil der Leser dieses Buch!
Das, was ich aus diesem Buch gelernt habe ist: - wage es nur ja nie glücklich zu sein, sonst passiert garantiert etwas Katastrophales und macht alles kaputt - immer ans Ende linsen, um Wutanfälle zu vermeiden - nie wieder Liebesromane
Vier Sterne für die Geschichte und den Schreibstil, und vier Sterne Abzug für die vorsätzliche Täuschung.
This entire review has been hidden because of spoilers.
The Happiness Bureau is Kafka meets Amelie'. Albert Happy is a bureaucrat with uncertain duties but a huge commitment to getting them done. He not only works at the Agency for Administrative Affairs, but he lives there as well. Kind of like how US Congress men and women live in their DC offices. And despite Albert's diligence and the high praise he receives from superiors, The Happiness Bureau never pinpoints what exactly Albert does for the agency. Again, like how constituents think of their representatives in congress.
The, in the middle of one bureaucratic pursuit Albert meets Anna, who quickly sees the "artist" buried deep inside his bureaucratic shell. She brings Albert alive, not by honing his art skills, but by sending people who can benefit from his proficiency with forms and bureaucracy. Instead of just pushing paper, Albert's learned sense of duty appears to make him a happier person. What Kafka might see as dark and meaningless in an existential way, Albert sees as purposeful.
The book struts about with the same simplicity and charm as de Saint-Exupery's the Little Prince. But simplicity is its appeal and frustration. Where the Little Prince was a tidy little fable, The Happiness Bureau chases oddity for oddity's sake, making banal comments and exposing lots of loose story threads that never get tied. The book raises many questions that it then just drops and abandons. Happiness is the ability to stare frustration in the face, and abide it.
And yet, there's the charm to The Happiness Bureau, and a little bit of comical mystery about Albert's true state of mind. Tragedy slowly introduces itself into Albert's happy life, hinting that maybe its seed has been there along. Maybe it's the source of Albert's happiness this entire time.
In the end, The Happiness Bureau is a little bit about what's on the page, and a little bit about what you yearn for the story to be. That's engagement. That's a way to be happy, but hoping for more.
Ein wunderschönes Buch, nur leider ist das Ende ziemlich blöd. Zum Glück habe ich es zu Hause gelesen, sonst wäre ich wieder schluchzend in der S-Bahn gesessen.
Albert Glück arbeitet in einem Verwaltungsamt und ist in seiner Art und Arbeit überkorrekt. Sein gesamter Tagesablauf ist bis aufs kleinste i-Tüpfelchen durchgeplant, er wohnt sogar - von allen unbemerkt - in einem kleinen Zimmerchen im Keller. Alles läuft wie am Schnürchen, als ihm eines Tages ein ominöser Antrag auf den Schreibtisch flattert: E 45. Da Albert jeden Antrag im Kopf hat und dieser nicht existiert, bekommt seine durchgeplante Welt erste Risse. Er sucht die Antragstellerin auf - Anna, eine chaotische Künstlerin - und verliebt sich in sie. Nach und nach färbt ihr buntes Chaos auf ihn ab, und er wird zum Glücksbüroleiter, der unzähligen Menschen hilft.
Leider ist aber Herrn Glücks Glück selbst nicht von allzulanger Dauer, denn zum Ende der Geschichte bekommt er eine Nachricht, die alles ändert.
Ich habe mich schon nach den ersten Seiten in die Sprache des Buches verliebt, und mir ein paar Sätze rausgeschrieben, die ich mir merken wollte. Dieses Buch lese ich bestimmt noch ein zweites Mal, auch wenn ich den Schluss nicht so mag...
Albert Glück ist ein grauer Mann (nein, nicht wie bei Momo), der eigentlich gar kein Leben führt - bis er auf wundersame Weise an eine sehr bunte und chaotische Frau gerät. Die Geschichte könnte wunderbar sein, wenn sie etwas leise treten würde, ein bisschen subtil erzählt wäre. Stattdessen kommt sie aber absolut plump daher. Die Charaktere sind so hemmungslos überzeichnet, dass es wirkt, als habe der Autor es sich leicht machen wollen. Die Erzählung strotzt vor Klischees. So ergibt sich bestenfalls ein eher simples Märchen, dessen Moral mit dem ganzen Zaun winkt.
Der deutsche Autor Andreas Izquierdo, bekannt für Eifelkrimis und u.a. als Drehbuchautor, hat mit diesem Roman einen schönen Spagat zwischen Leichtigkeit und unaufdringlicher Tiefe gemeistert.
Schön zu lesen, schleift das Buch so zwischen Kitsch, Heile Welt und doch noch Tiefgang dahin. Wunderbar zu lesen, ohne dass das schlechte Gewissen, dass man seine Zeit mit Nichtigkeiten vertut, aufkommen kann.
Beginnend mit einer passend skurrilen Einführung lernt man den Hauptcharakter Albert Glück kennen. Was zu Beginn noch interessant und ungewohnt wirkt, beginnt nach einer Weile etwas trocken zu werden. Länger als erwartet reizt der Autor diese Stimmung aus, die irgendwann durch gewisse Ereignisse dann aber doch langsam durchbrochen wird. Insgesamt hatte ich viel Vergnügen mit der sonderbaren Geschichte des Albert Glücks und wünschte man hätte die zweite Hälfte des Buches noch etwas länger gefasst, dann wäre die erste etwas trockene Hälfte einem verhältnismäßig kürzer vorgekommen oder zumindest hätte man den Aufbau der Geschichte noch länger und mehr auskosten können. Übrig bleibt ein guter Lesespaß und die Lust noch mehr von Andreas Izquierdo zu lesen. Eine Empfehlung für Freunde von Geschichten von skurrilem, Underdogs, Minimalismus und einfach schön erzählter Stories. Eine Kritik zum Buch „Fräulein Hedy träumt vom Fliegen“ vom gleichen Autor ist in meinem Goodreads-Profil zu finden.
Fairytales hold a special, long-standing place within German literature. Although not revealed immediately, I would call The Happiness Bureau a modern fairytale. A government employee, Albert Happy, lives at the bureau where he works. That knowledge alone makes readers question the time period and the setting of the story. The idea that something so fantastical could happen in our mundane, red-taped world reminded me of books I read as a child. The Happiness Bureau draws from that childlike desire for magic, color, and serendipity while setting it in the adult world of work-life balance, national politics, and romance. Throughout the book, Albert Happy proves himself to be a stalwart hero of the modern age (but even he needs his "fairy godfather-figure" sometimes).
Andreas Izquierdo paints a lovely picture of the world we wish this one could be. His subdued, yet warm and sympathetic prose is translated beautifully by Rachel Hildebrandt. Translations are often lauded for introducing a foreign culture into a target language, as if one book, one author, could represent a heterogeneous, multi-faceted place and people. The Happiness Bureau, however, could easily have taken place in just about any modern, bureaucratic state. Hildebrandt's translation therefore speaks to our longing for humanity within this 21st Century life. The Happiness Bureau, in short, is an intelligent and heart-warming reminder that fairytales live on.
Very strange story (book is written in German) about a model German Government Employee, who goes so far to even live in the archives of the ' Amt ' he serves in.
One day a form shows up on his desk, Albert Glueck (Albert Good Luck) does not know how to process. He asks his boss (Vorgesetzten) and is told just to file the form until they know what to do with it.
Albert goes so far to trying to destroy the form, by putting it thru the shredder but it reappears. His Boss finally asks him to leave the office to make a house visit to the person who made the request via the form. Unknown to Albert's Vorgesetzten Albert has not even left the department to go into the real world for 30 years.
It's really a great story about overcoming your fears, finding real love, having empathy and understanding for other people and loss, packaged quite entertaining. You have to be familiar with German Bureaucracy to appreciate some of the finer points.
Ui, was für ein schönes Buch! Ich könnte eigentlich auch fünf Sterne - ach, ich vergebe fünf Sterne, hat mir wirklich gut gefallen!
Die Athmosphäre im "Amt für Verwaltungsangelegenheiten" wird wirklich gut beschrieben, ich hatte immer die Stadtverwaltung in Dortmund vor Augen (da gab es Anfang der 1990ger-Jahre noch einen Paternoster! Gibt es den noch?)
Bei der Beschreibung von Alberts Sektfrühstücken hätte ich mir auch immer gern ein Pikkolo aufgemacht und die Entwicklung vom völlig verknöcherten Beamten zum nicht mehr ganz so verknöcherten Behördendschungelführer fand ich auch glaubhaft.
Schade, dass Alberts Zeit mit Anna so kurz ist - den beiden hätte ich sehr gerne noch länger beim Reisen zugesehen. Ich werde Herrn Izquierdo definitiv auf meinem Autorenzettel weit nach oben packen, zum Glück hat er ja noch einige Bücher geschrieben, die ich noch nicht kenne.
Eine nette Geschichte, die einen oft Denken lässt "Ja, warum eigentlich nicht?". Auch wer sich nicht so zwanghaft einigelt wie der Protagonist kann ja mal seine Komfortzone verlassen und muss nicht allem neuen kritisch gegenüber stehen (so wie ich z.B.) aber auch nicht alle Neuerungen als die bessere Variante hinnehmen. Ich denke es geht darum ein Gleichgewicht zu schaffen, seinen gesunden Menschenverstand einzusetzten und vor allem um die Menschlichkeit. Ich bin oft überrascht, wie häufig mich diese auf den ersten Blick "Nichtssagenden" Bücher zum Denken anregen. Das Buch hat mir eine Freundin geliehen und ich bin sehr dankbar. Ich selbst hätte es mir nie ausgesucht. Gerade das finde ich auch an einem Austausch über Platformen wie diese so spannend.
Ich hatte einen leichten, lustigen Roman erwartet. Sehr bald habe ich festgestellt, das viel mehr in dem Büchlein auf mich wartet. „Das Glücksbüro“ ist ein ruhiger, feiner Roman, der gegen Ende dennoch gesellschaftskritisch ist, ohne dabei seine Zartheit zu verlieren. Izquierdo öffnet den Roman mit einem sehr poetischen Blick auf den Alltag im Amt. Gewonnen hat er mich mit der Wortschöpfung „Hungerlauf“ und der Beschreibung des Hungerlaufs, aber auch die Beschreibung der „Beamtenschnipsel“ finde ich ganz wunderbar. Wenn Autoren und Autorinnen (Margaret Atwood ist eine Meisterin darin) perfekte Ausdrücke für Alltägliches finden, ist es für mich als Leserin so, als ob ich einen Schatz ansehen dürfte, den ich schon lange gesucht habe. Albert mit seinen kleinen Alltagsfreuden und seinem Blick auf die Welt habe ich sehr schnell ins Herz geschlossen. Schön fand ich auch, dass er, obwohl sich sein Leben im Laufe der Geschichte sehr verändert, bleiben durfte wie er ist. Ich kann den Roman nur jedem ans Herz legen – es tut gut ein paar Stunden in der Welt von Albert Glück zu verbringen.
Eigentlich stehen romantische Komödien nicht auf meiner Leseliste, da ich die Charaktere meistens flach finde und die Storyline fast immer vorhersehbar ist. Dieser Roman hat mir allerdings für das, was er versucht zu sein, ganz gut gefallen. Auch die nahezu philosophischen Fragen, die aufgeworfen werden, können tatsächlich zum nachdenken anregen. Stellenweise ist der Plot natürlich etwas albern und kitschig (aber was wäre es sonst für ein Liebesroman :D), aber im großen und ganzen ein unterhaltsames Buch.
I was quite charmed by this book. The story of the bureaucrat who "demanded nothing and changed everything" is captivating. What didn't charm me but mad me sad was the bureaucrat-in-chief's diatribe about how happiness is not good for a country; that it is unhappiness that is necessary. A very sad comment about the times in which we live. I don't read German, but I believe this is an excellent translation by Rachel Hildebrandt, since it don't feel like I was reading a translation. The prose flowed smoothly.
Albert Glück arbeitet im Amt für Verwaltungsangelegenheiten. Was niemand weiß: er wohnt dort auch. Seit über dreißig Jahren hat er das Amt nicht verlassen. Dann taucht auf einmal ein Antrag auf, der nichts beantragt. Albert Glück macht sich auf die Suche nach der Frau mit dem perfekten Namen Anna Sugus. Sie ist chaotisch und künstlerisch und damit das genaue Gegenteil von dem pendantischen Beamten Albert Glück. Aber genau deshalb macht es besonders Spaß, dieses Buch zu lesen!
Eine Freundin hat mir das Buch geschenkt. Ein abgegriffenes Exemplar, das davon sprach, dass es gelesen wurde um dann in einem Sozialkaufhaus zu landen. Buch 6/21 aus Brigittes Sammlung. Ich war neugierig und wurde nicht enttäuscht. Die Story ist wunderschön. Die Sprachlichen Bilder mehr als gelungen und die Geschichte raffiniert gewoben. Sie bringt einen zum Nachdenken, wobei sie Glück vermittelt und einen gleichzeitig zum Weinen bringt. Der Autor versteht sein Handwerk.
Erst empfand ich die Geschichte als nette Unterhaltung für zwischendurch, doch beim weiteren Lesen regt es zum Nachdenken über die Wahrnehmung unserer Umwelt an und zeigt wie man sich selbst wandeln kann, andere verändert und versuchen kann die Welt mit seiner Existenz ein bisschen besser, schöner und bunter zu machen!
Ich mag für Zwischendurch so leichte skurrile Geschichten, mit ein wenig Witz und Ernsthaftigkeit. Mit dem Ende habe ich null gerechnet und obwohl es traurig war, war es auf eine Weise wieder schön. Es wirkt wie eine zusammenhanglose erzählte Geschichte und doch steckt zwischen den Zeilen eine gewisse Bedeutung. Es ist nicht spannend, sondern plätschert vor sich hin, aber das muss auch mal sein.