Wer hat die attraktive Versicherungsangestellte Milena Fanu entführt? Und weshalb hat man sie entführt? Weder verfügt sie über ein Vermögen, noch scheint sie Informationen zu besitzen, die es wert wären sie zu kidnappen. Und woher rühren die Gewissenbisse des erfolgreichen Pariser Privatdetektivs Lenin Albert Nolde, die offenbar auf irgendeine mysteriöse Weise mit der Entführung Milenas in Verbindung stehen?
Der FOCUS über David Gray „Der erfahrene Journalist weiß, was er tut.„
Deutschlandradio über David Gray „Der Rockstar unter den Indie – Autoren.“
Geboren 1970, lebt David Gray in Deutschland und Irland wo er als Filmkritiker für verschiedene Zeitungen tätig ist. Neben Geschichte und Philosophie begeistert er sich für Kriminalromane und Thriller der härteren Sorte. Seine Biographie umfasst längere Aufenthalte in Südostasien, Großbritannien und Irland. Seine gewöhnlich zu knapp bemessene Freizeit verbringt er gerne beim Bergsteigen und Segeln.
David und ich arbeiten gelegentlich zusammen, daher bin ich eigentlich gar nicht die richtige, sein Buch hier objektiv zu beurteilen. Weshalb ich es trotzdem wage? Weil der Herr Gray, der manchmal furchtbar stur ist, endlich auf mich hörte und das Buch noch einmal bearbeitete. Und jetzt – finde ich es besser als in der ersten Ausgabe. Der Pariser Detektiv Lenin Albert Nolde (man beachte den ersten Vornamen!) hat es geschafft, seine Agentur ist enorm erfolgreich, er verdient Geld, wie Heu, und hat eigentlich sogar noch Freude an seinem Job. Eigentlich, schrieb ich, denn etwas verhagelt Monsieur Nolde denn doch die Stimmung. Und das ist der Fall Milena Fanu. Schnitt. Zwei Jahre zuvor. Wir lernen Milena kennen. Sie ist jung, intelligent, attraktiv und allseits beliebt. Nach ihrem Studium in London und Paris arbeitet sie als Mathematikerin bei einem großen Versicherungskonzern. Milena glaubt, dass Erfolg sich durch harte Arbeit realisiert, sie spendet regelmäßig für allerlei gute Zwecke und ist sich ganz sicher, dass ihre Zukunft rosig sein wird. Und zwar einfach schon deswegen, weil sie ja ihr Leben lang eigentlich immer alles richtig gemacht hat. Nur stellt sich ihre Zukunft eben nicht als rosig heraus. Im Gegenteil. Denn am Vorabend des 14. Juli, des französischen Nationalfeiertags, wird sie auf dem Weg zur Metro von zwei angeblichen Kriminalpolizisten verhaftet und in einer Art schalldichte Zelle gesperrt. Weder ist Milena reich, noch verfügt sie über brisante Informationen, außerdem scheinen ihre Entführer auch kein sexuelles Interesse an ihr zu haben. Weshalb also dieses Kidnapping? Und weshalb die ausgeklügelte Psychofolter, der man sie in ihrer tristen Zelle unterzieht? Die Antwort darauf ist so unerwartet und dennoch – auf eine böse Art – plausibel, dass es einem einen kalten Schauer über den Nacken jagt. David hat sein Buch als Thriller bezeichnet. Und das ist es auch. Dennoch fand ich, dass Psychokrimi eigentlich die bessere Bezeichnung für diesen eindringlichen Text darstellt. Und falls David Gray eines Tages auch mal einige zynische Sprüche weniger in seine Texte einbaut, dann bekommt er ja von mir auch irgendwann mal noch sogar 5 Sterne. So bleibt’s bei 4. Die aber sind wohlverdient.
Milena Fanu ist eine lebenslustige, attraktive und intelligente Frau, die ihr Studium mit "summa cum laude" bestanden hat. Sie ist sowohl bei ihren Freunden als auch bei den Kollegen in dem Versicherungsunternehmen, in dem sie arbeitet, beliebt. Sie lebt nach der Devise "Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem andern zu." Sie spendet auch für den guten Zweck und will damit Menschen helfen, denen es nicht so gut geht. Eines Tages ändert sich ihr Leben komplett, sie wird in der Pariser Metro von zwei vermeintlichen Polizisten entführt und muss erweiterte Verhörmethoden, wie Folter neudeutsch genannt wird, über sich ergehen lassen. Nach ein paar Tagen wird sie wieder freigelassen, das Trauma ist riesengroß… Milena beauftragt Lenin Albert Nolde, einen erfolgreicher Unternehmer der Sicherheitsbranche, er soll rausbekommen, wer sie entführt hat und auch warum. Außerdem soll er feststellen, ob sie weiterhin unter Beobachtung steht.
"Der Preis" von David Gray ist ein Psychothriller, der spannend und fesselnd aber auch sehr grausam ist. Er kommt zwar ganz ohne Mord und Totschlag aus, ist aber nichts für schwache Nerven. Mit dem flüssigen und spannenden Schreibstil hat mich der Autor schnell in den Bann gezogen und ich habe das Buch in einem Rutsch gelesen. Die Foltermethoden sind sehr bildhaft beschrieben worden, ich habe mit Milena gelitten. Wer nun aber denkt, es kann nicht noch schlimmer kommen, der irrt…
Im zweiten Teil geht es um die Recherche-Arbeiten von Lenin Albert Nolde, sie sind zwar auch spannend und überraschend, aber sie werden eine Spur ruhiger erzählt.
Und dann das Ende… überraschend und echt fies… mehr wird nicht verraten, lest lieber selbst, es lohnt sich.
Die Charaktere sind authentisch und lebendig beschrieben worden.
Fazit: Mal ein ganz anderer Psychothriller, er geht unter die Haut, er ist rasant, spannend aber manchmal auch sehr brutal.