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Tagebuch und spätes Leid: Über Thomas Mann

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Thomas Manns gewaltiges Tagebuch über Jahrzehnte seines Lebens, Leidens und Schaffens ist ein Text von bedeutender Eigenart. An keinem anderen Ort hat sich der Schriftsteller so unverstellt über sich selbst, aber auch über das eigene Werk ausgesprochen. Lange zögerte der Autor, dieses »Hauptwerk« der Nachwelt zu hinterlassen: gab es nicht Aufschluß über zuviel Intimes, Persönliches und Charakteristisches des Menschen? Von seinen Hypochondrien ist die Rede und von seiner Homoerotik, von den Lebensängsten des Verwöhnten und von den Affekten des Zeitbetrachters. Der Essay von Martin Meyer gibt eine analytische Lektüre der Tagebücher. Themen und Motive werden verknüpft, die oft in der Chronologie weit auseinanderliegen. So entsteht ein Porträt, das Thomas Manns Tagebuch als Zeugnis einer eindrucksvollen und beunruhigenden Ambivalenz ausweist.

300 pages, Perfect Paperback

First published January 1, 1999

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Martin Meyer

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Profile Image for Hendrik.
440 reviews112 followers
November 18, 2025
»Alte, peinliche Lebenserinnerungen, zwanghaft, wie oft. War nicht das ganze Leben peinlich. Es gab wohl selten ein solches Ineinander von Qual und Glanz.« (T.M. 20.09.1953)

Es herrscht kein Mangel an Büchern über Thomas Mann und seine Familie. Doch scheint der Stoff immer noch ergiebig genug, um stets weitere Neuerscheinungen zu rechtfertigen. Gerade das laufende Jubiläumsjahr (150. Geburtstag / 70. Todestag) hat in dieser Hinsicht viel zu bieten. Dabei müsste inzwischen alles über Leben und Werk bekannt sein. Mit sensationellen Enthüllungen darf man sicher nicht mehr rechnen, auch wenn die Verlagswerbungen Gegenteiliges verkünden. Erst kürzlich ist eine Biografie erschienen, deren Autor angeblich noch intimere Details aus den Archiven ausgegraben haben will. Dass deren Erkenntniswert denkbar gering ist, fällt beim Vergleich mit dem vorliegenden, schon etwas älteren, Band auf. Der Schweizer Publizist und ehemalige Feuilletonchef der NZZ Martin Meyer widmet sich darin den Tagebüchern von Thomas Mann.

Erst die privaten Aufzeichnungen, gleichsam das Schattenwerk, bringen dessen ambivalente Persönlichkeit in Gänze zum Vorschein. Gut gelungen fand ich die angewandte Methode, die einzelnen Einträge nicht nur herauszugreifen, sondern in Beziehung zueinander zu setzen. So entsteht eine Biografie ganz eigener Art. Nicht an der Chronologie orientiert, sondern darauf angelegt Zusammenhänge im Hinblick auf die bürgerliche Existenz, die schriftstellerische Arbeit und die politischen Überzeugungen kenntlich zu machen. Wer den Gesamtkorpus der Tagebücher nicht selbst erschließen möchte, ist mit diesem Buch als Wegweiser gut bedient.
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