Alfred Bruce Douglas war der jüngere Sohn eines bekannten schottischen Peers, des Marquis von Queensberry. Er besass grosses dichterisches Talent und sah ungewöhnlich gut aus. Seine Mutter und später seine Freunde nannten ihn Boysie bzw. Bosie. Bernard Shaw bemerkte gegenüber Douglas im April 1931: "Ihre blumengleiche Schönheit, Lord muss ein schreckliches Handicap für Sie gewesen sein; wahrscheinlich war sie eine Reaktion auf den extremen ultraknorzigenTyp Ihres Vaters." Im Sommer 1891 lernte Bosie, der damals 21 Jahre alt und Student war, den 16 Jahre älteren Oscar Wilde kennen, der gerade mit seinem Theaterstück "Lady Windermeres Fächer" einen grossen Theatererfolg feierte. Sie fühlten sich beide zueinander hingezogen, und in den folgenden drei Jahren verbrachte Douglas mehr Zeit in der Gesellschaft Wildes als am Magdalen College in Oxford, so dass er relegiert wurde. Sie bezogen eine Suite im teuren Savoy-Hotel, reisten gemeinsam nach Frankreich und Algier, wo sie mit Schriftstellern wie Paul Verlaine und André Gide diskutierten. Es waren turbulente Jahre, voller Liebesglück, Schmerz und Verzweiflung. Als er Wildes französisches Theaterstück "Salomé" ins Englische übertrug, musste Lord Douglas sich wie ein Schüler massregeln lassen. Wilde sah seine schriftstellerische Produktivität durch die Leidenschaft gefährdet, fühlte sich oft finanziell ausgenutzt und war von Bosies Neigung zum Müssiggang so entsetzt, dass er Mrs. Queensberry mit Erfolg bat, ihren Sohn für eine Zeit nach Ägypten zu schicken. Umgekehrt kostete die Verbindung mit dem "unterhaltsamsten Schriftsteller Englands", wie Wilde damals genannt wurde, Bosie die diplomatische Laufbahn, die sein Grossvater für ihn eingefädelt hatte. Doch es sollte für beide noch schlimmer Alfred Douglas schenkte seinen Anzug einem Arbeitslosen, der darin einen an Bosie gerichteten Liebesbrief Wildes fand und den erfolgreichen Schriftsteller damit erpresste. Dadurch erfuhr der Marquis Queensberry von der Liaison seines Sohnes. Er verfolgte die Beiden zwei Jahre lang von einem Hotel zum anderen und versuchte sie mit unflätigen Drohbriefen einzuschüchtern und mit jenen Berufsboxern, aus denen sich sein Bekanntenkreis vorrangig zusammensetzte. Im März 1895 strengt Oscar Wilde mit der ausdrücklichen Zustimmung von Bosie, der seinen Vater seit langem hasst, einen Verleumdungsprozess gegen den Marquis von Queensberry an. Bei den Gerichtsverhandlungen kommen kürzere Affären von Oscar Wilde ans Licht der sensationsgierigen Öffentlichkeit. Am 25. Mai 1895 wird er wegen so genannter schwerer Unzucht zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Der Schriftsteller, an dessen Aphorismen sich die Reichen und Gebildeten labten, wird über Nacht zum Verfemten - ein Opfer der repressiven Sexualmoral des Viktorianischen Zeitalters. Douglas war geschockt, und nur die Arbeit an seinem ersten Gedichtband, der 1896 erschien, bewahrte ihn vor völliger Verzweiflung. Ein Jahr später wurde sein Freund aus der Haft entlassen, und die beiden Männer trafen sich nun in Frankreich. Gemeinsam brachen sie nach Italien auf und mussten feststellen, dass der alte Zauber verflogen war. 1900 kam es sogar zu einem endgültigen Zerwürfnis der beiden, weil Alfred Douglas nach dem Tod seines Vaters das ererbte Vermögen in einen Rennstall investierte, statt dem Freund eine Jahresrente zu bewilligen. Aber als Wilde Monate später völlig verarmt in Paris starb, war es Bosie, der die Bestattungskosten übernahm. In den Jahren danach brach Douglas, der mit seinem zweiten Gedichtband seine lyrische Begabung eindrucksvoll unterstrichen hatte, zu neuen Ufern auf. Er übernahm die Redaktion der literarischen Zeitschrift "The Academy", die er zu neuem Ansehen führte. Unter seine Ägide wurde "The Academy" zu einem Forum nicht nur literarischer, sondern auch politischer und religiöser Diskussionen, und so erklärt sich auch Bosies allmähliche Hinwendung zum katholischen Glauben. Er distanzierte sich mehr und mehr von seiner Vergangenheit, die ihm Gewissensqualen bereitete, und heiratete im März 1902 Olive Custance, mit der einen Sohn hatte. Zehn Jahre später stand Douglas wieder vor dem Nichts. Fortwährende Auseinandersetzungen mit seinem streng protestantischen Schwiegervater hatten seine ehe zerrüttet, Geldsorgen zwangen ihn zum Verkauf von "The Academy", deren Eigentümer er zwischenzeitlich geworden war, und die Veröffentlichung des vollständigen "De profundis"-Manuskriptes, das Oscar Wilde im Zuchthaus von Reading verfasst hatte, führte ihm schmerzhaft vor Augen, wie sehr der frühere Gefährte ihn für seinen Ruin verantwortlich machte. Die Enttäuschung verleitete ihn zu einem Prozess gegen den Wilde-Forscher und -Herausgeber Arthur Ransom. Er verlor ihn ebenso wie die anderen Rachefeldzüge, die ihn eine Zeit lang zum Stammgast im Gerichtssaal von Old Bailey machten - wo er 1923 einen gewissen Winston Churchill bezichtigte, für den Untergang eines britischen Kriegsschiffes im Ersten Weltkrieg mitverantwortlich zu sei...
Caspar Wintermans (born 1966, The Netherlands) is an author and scholar. He studied art history and archaeology at Leiden University. Much of his work has centered on Lord Alfred Douglas, poet and intimate friend of Oscar Wilde. His published works include Halcyon Days: Contributions to The Spirit Lamp, Dear Sir: Letters of Mr. and Mrs. Couperus to Oscar Wilde, I Desire The Moon: The Diary of Lady Alfred Douglas (Olive Custance), and Oscar Wilde: A Plea and a Reminiscence.
His latest book is Alfred Douglas: A Poet's Life and his Finest Work, a biography of Lord Alfred 'Bosie' Douglas which sets out to defend Oscar Wilde's beloved Bosie from over a century of false accusations, lies, and misinformation. Wintermans presents the case that Alfred Douglas was, contrary to popular belief, a supportive and kind lover who worshipped the playwright - and whose subsequent life was destroyed. The biographical portion of the book is also accompanied by an anthology of Douglas' poetry.
This was very easily one of the books I'm most pleased I read. I didn't know nearly enough about Alfred Douglas as I thought I did before reading Winterman's biography, and knew even less of his poetry. After reading this book, which brings a figure that lovers of Wilde love to hate to life with beautiful prose and engaging humanity and sympathy, I walked away feeling a great love for Alfred Douglas.
Citaat : Review : De zaak Oscar Wilde heeft gedurende heel de twintigste eeuw schrijvers en cineasten stof tot denkwerk of analyseren geleverd dat resulteerde in de zoveelste 'Oscar Wildestory' op papier of op celluloid. De grote boosdoeners in deze zaak waren eeuwig en altijd de minnaar van Oscar Wilde, Alfred Douglas, kortweg Bossie genoemd, en diens vader, de markies van Queensberry.
Caspar Wintermans studeerde kunstgeschiedenis en archeologie en is tevens een anglofiel in hart en nieren. Hij raadpleegde heel wat literatuur over zowel Wilde als Douglas, zocht informatie bij vertrouwde bronnen en kwam tot de conclusie dat Alfred Douglas ten onrechte in een slecht daglicht werd gesteld.
Ondanks heel wat zwakke punten heeft het werk van Caspar Wintermans toch de grote verdienste dat het de belangrijkheid van Bossie als dichter aantoont. Het boek heeft me tegelijkertijd geboeid en geërgerd. Het heeft verder een groot hiaat in mijn kennis rond Alfred Douglas opgevuld en daar kan ik de auteur alleen maar erkentelijk voor zijn.