»Ja Bluatsakrament!«, flucht Joseph Langrieger, als er in seiner Odelgrube einen Toten entdeckt. Das Ganze gibt der Polizei im niederbayerischen Kleinöd Rätsel auf. Ein Fall für die Kripo, entscheidet Polizeiobermeister Adolf Schmiedinger, und Kriminalkommissarin Franziska Hausmann muss in ihrem ersten Mord auf dem Land ermitteln. Dabei stellt sich bald heraus, dass der Täter aus Kleinöd stammen muss. Und tatsächlich lauern hinter der scheinbar tadellosen Fassade des hübschen Dorfes jede Menge dunkle Geheimnisse, zerrüttete Ehen, Betrug und Erpressung … Spannend und humorvoll beschreibt das Autorenduo Gerwens & Schröger eine nur auf den ersten Blick idyllische Welt.
Es passiert leider immer wieder mal, dass man ein Buch liest, dass einem nicht so gut gefällt. Geschmäcker sind eben verschieben. Bei Rezensionen von Büchern, die nicht ganz meinen Geschmack getroffen haben, versuche ich dann aber trotzdem immer mit den positiven Dingen zu starten. Irgendwas gibt es normalerweise immer das einem dann doch gefallen hat. Leider stellt dieses Buch eine Ausnahme dar. Ehrlich gesagt, tut es mir um die verschwendete Lebens- und Lesezeit leid. Ich habe das Buch aber bis zum Schluss gelesen, da ich die Hoffnung hatte, dass es nur besser werden könnte. Diese Hoffnung war leider vergebens. Der Mordfall war nicht besonders außergewöhnlich, wer der Mörder ist, war mir schon innerhalb kurzer Zeit klar, die Einwohner von Kleinöd sind alle wandelnde Klischees, die Kommissarin eine Verschwörungstheoretikerin und die Sprache ist einfach nur unterirdisch. Diese ständigen doppelten und vor allem dreifachen Verneinungen sind meiner Meinung und Erfahrung nach, kein Dialekt der wirklich gesprochen wird, nicht mal im tiefsten Land. Beim Lesen war es nur mühsam und ich habe mich die ganze Zeit darüber geärgert. Von anderen Heimat- oder Regionalkrimis bin ich es gewöhnt, dass sie entweder wirklich lustig sind oder außergewöhnlich spannend und im besten Fall eine Kombination aus beiden. Leider war dieser Roman weder das eine noch das andere. Die Charaktere waren überzogen, aber nicht auf eine liebevolle und lustige Art und Weise. Ich hatte eher das Gefühl, dass hier jemand das Landleben und die Landbevölkerung so überhaupt nicht ausstehen kann und daher alle Personen möglichst unsympathisch und grauenvoll darstellen wollte. Ich kann es leider nur noch einmal sagen, aber das Buch war für mich leider ein kompletter Reinfall und ich kann es wirklich nicht weiterempfehlen.
Unter herzhaften Flüchen stochert Bauer Joseph Langrieger in seiner Jauchegrube - haben ihm seine Enkelsöhne doch anscheinend wieder irgendwas hineingeschmissen. Diesmal sind die Jungen allerdings unschuldig: eine Leiche liegt in der stinkenden Brühe, der Tote ist ein junger Mann von einem nahegelegenen Bauernhof.
Das bayerische Dörfchen Kleinöd ist gleichzeitig erschüttert und sensationsgierig aufgeregt. Jeder verdächtigt jeden, und die Ermittlerin Franziska Hausmann tut sich nicht leicht, an die verschrobenen Menschen im Dorf wirklich heranzukommen.
Der Tote wird als sehr zurückhaltend und zurückgezogen beschrieben, nicht einmal seine wortkargen Eltern wissen viel über ihn, nur, dass er ständig "computert" hat ...
Nach dem rundum gelungenen "Kluftinger" von Klüpfel & Kobr hatte ich ähnlich hohe Erwartungen an diesen Dorfkrimi aus Bayern, die aber weder beim Kriminalfall noch bei der Charakterzeichnung erfüllt wurden.
Der Fall und seine Lösung sind mäßig spannend und waren das, was mich letztendlich bei der Stange hielt, denn die Figuren sind Dörflerklischees und keine lebensechten Originale. Der Skandälchen und Intrigen unter der braven und gutbürgerlichen Oberfläche gibt es in diesem Mikrokosmos einfach zu viele und zu klischeehafte, als dass es noch glaubwürdig gewesen wäre.
Der Versuch, durch Dialoge im niederbayerischen Idiom Authentizität zu schaffen, nervt eher als dass er gelingt, ein paar kleinere Recherchefehler kommen noch hinzu - leider keine Empfehlung. Lieber Kluftinger lesen (dessen Autoren stammen auch aus der Gegend, über die sie schreiben!)