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Und wenn man etwas über diesen Sammelband sagen kann, dann ist es dies: Er ist vielseitig. Erwartungsgemäß werden uns einige Gruselstoffe geboten -- "Autopsieraum vier" und "Die Kleinen Schwestern von Eluria" entsprechen jeglichen Vorurteilen, die man über King haben mag. "Der Straßenvirus zieht nach Norden" erinnert dagegen schon eher an Oscar Wildes Bildnis des Dorian Gray und "1408" wie auch "Achterbahn" zeigen, wie klassischen Themen neues Leben eingehaucht werden kann; im einen Fall geht es um ein Hotelzimmer, in dem es spukt, im anderen um einen Tramper, der von einem Toten mitgenommen wird.
Absoluter Höhepunkt des Buches ist "Der Mann im schwarzen Anzug". Durch die konservative Literaturszene der USA ging ein Raunen, als ausgerechnet der vornehme New Yorker diese Geschichte 1995 veröffentlichte. Einerseits war man pikiert, andererseits waren die Qualitäten dieser Story nur schwer zu leugnen. Immerhin brachte sie King eine Auszeichnung mit dem rennomierten O.-Henry-Preis ein. Zwei weitere Highlights handeln von Kleingeld: In "Alles endgültig" wirft ein junger Mann jede Woche Wechselgeld in die Kanalisation, in "Der Glüggsbringer" muss sich ein Zimmermädchen mit einem äußerst bescheidenen Trinkgeld zufrieden geben.
Im Kabinett des Todes ist der erste Storyband von Stephen King seit Alpträume. Das Warten hat sich gelohnt: King ist stilistisch geschliffener geworden und auch thematisch bissiger. Auch wer von seinen letzten Romanen eher enttäuscht war, sollte sich diese 14 Juwelen -- sowie das großartige Vorwort -- nicht entgehen lassen. King in Hochform ist noch immer eine singuläre Erscheinung. --Felix Darwin
582 pages, Paperback
First published March 19, 2002


"Por lo general, hacemos lo que hacemos para prolongar el placer de un instante o para detener el dolor."