Wilhelm Raabe (1831-1910), der auch unter dem Pseudonym Jakob Corvinus schrieb, war ein deutscher Schriftsteller (Erzähler). Er gilt als einer der wichtigsten Vertreter des poetischen Realismus, besonders bekannt für seine gesellschaftskritischen Erzählungen, Novellen und Romane. Reproduktion des Originals, angepasst an die neue Rechtschreibung.
So etwas wie ein Nachspiel zur schwarzen Galeere, nur mit umgekehrten Vorzeichen: eine Armada von gierigen Geusen macht eine Plündertour durch die spanischen Inseln im Atlantik, nach den Kanaren ist St. Thomas dran, dort werden die Eingeborenen übel von den Spaniern unterdrückt und verbünden sich mit den Feinden ihrer Feinde. Romantischer Kern der Geschichte ist die Liebe eines jungen Geusen zur Nichte des Kommandanten, die im Befreiungskrieg mal als Geisel auf dem Besitz seines Onkels gehalten wurde. Fazit: Raabe ist hier nicht mehr von der protestantischen Haudrauf-Mentalität der schwarzen Galeere befallen, die Geusen sind ebenso geld- und notgeile Vergewaltiger wie in der alten Geschichte die Spanier, die dieses mal den Edelmann stellen, der aber zu spät kommt, um seine Liebste zu retten und sich mit seinen Rachegelüsten an die Stammbevölkerung hält: So zog der Kapitän Giralto denn nur das Banner von Spanien von neuem auf der Trümmerstätte empor und hing, um sein Gemüt wenigstens etwas zu erleichtern und Ehren und zum Gedächtnis der Senora Brancamante y Mugadas Criades sieben Neger, welche er in den Gassen der verbrannten Stadt gefangen hatte, daneben auf.. Raabes Stil ist ohnehin sehr gewöhnungs- oder einlesebedürftig, die nach derzeit gültigen Maßstäben krass rassistische Wortwahl dürfte ohnehin die meisten abschrecken. Auch von mir gibt es keine Empfehlung sich das anzutun. Auch wenn diese Erzählung eine halbe Weltreise umfasst, die deutsche Literatur jener Zeiten ist doch ziemlich krähwinkelig, wenn auch nicht ganz so schlimm wie in der zuvor entstandenen Revolutionssatire Die Gänse von Bützow.