Das erste Drittel dieses Romans „aus dem 17. Jahrhunderts“ fand ich sehr gut. Ein junger Jäger kommt aus Salzburg nach Berchtesgarden, wo er sein Handwerk ausüben möchte. Da begegnet er einer jungen Dame, die er so attraktiv findet, dass er ihr „ein Busserl“ stiehlt. Gegen ihren Willen, also. Und sie schildert das so, dass ihr Schwager davon absehen muss, ihn einzustellen. Stattdessen verdingt er sich darum als Bergmann im Salz. Es gibt außerdem noch eine geheimnisvolle stumme junge Frau, die der jungen Dame dient. Das wird sich doch auflösen, oder?
Unser Held nimmt Sprengungen vor, um das Salz effektiver abbauen zu können, und dabei wird der Mann im Salz entdeckt. Der darin wahrscheinlich seit vielen Jahrhunderten steckt. Ist er der Teufel? Oder der Mann, der ihn entdeckt hat. Und ist er Christ oder Heide? Eine Frage, die beantwortet werden muss, weil davon abhängt, ob er christlich begraben werden kann. Die Frage wird an Rom weitergegeben (und Rom kommt auf eine glorreiche Antwort.)
Nun geht es viel um Glauben, und um Hexenverfolgung, und leider liess mein Interesse an den Geschehnissen immer mehr nach.
Ganghofer schreibt ein altertümliches Deutsch, das er hier offensichtlich noch archaischer sein lässt, um der historischen Wahrheit näher zu kommen. Dadurch wird die Lektüre aufregend, aber auch etwas sperrig. Vielleicht hätte das Buch auch im weiteren Verlauf mehr Aufmerksamkeit verdient. So war ich froh, sie beenden zu können.