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Mann und Maus: Erzählungen

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Rare Book

206 pages, Paperback

First published January 1, 1982

35 people want to read

About the author

Jörg Fauser

41 books48 followers
Jörg Fauser (1944-1987) was a German writer, poet and journalist.

The influence of the American beat generation literature on his works is well known. His later works are mostly detective stories. The novel Der Schneemann was made into a motion picture. Fauser was killed in a traffic accident on a motorway near Munich in 1987.

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Profile Image for Torsten.
102 reviews41 followers
April 2, 2023
"Mann und Maus" ist der zweite Teil der gesammelten Erzählungen im Rahmen der 2009 im Diogenes Verlag erschienen TB-Gesamtausgabe.

Hier sind alle Stärken (viele) und Schwächen (wenige) Fausers Werk zu finden. Die Geschichten geben eine sehr eindringliche und scharf beobachtete Darstellung des (West-) deutschlands der 70er & 80er Jahre zu Besten.


Carl starrte auf den Krempel in seinem Karren. Pastis, Rasierwasser, Zahnbürste, ..., Kartoffelchips, Diätmargarine, was ergab das für einen Sinn? Waren das die cleveren Marktmethoden gewissenloser Supermarktmultis, oder welcher Warenhunger hatte diesen Karren gefüllt? Dieser Karren, dachte Carl, ist zehn Jahre Einsamkeit, und der Karren des Kahlkopfs vor dir ... ist zwanzig Jahre Einsamkeit ... und all die Karren im Supermarkt und alle Supermärkte sind die Insignien und in Beton gemauerten Zeichen unserer Niederlagen.


Dabei konzentriert sich Fauser fast auschließlich auf Figuren an den Rändern der Gesellschaft (und auf Männer). Wir sind oft Zeuge von Kneipen- und Stehimbißszenerien, in denen diese Figuren aufeinandertreffen und den daraus entstehenden Dynamiken. Ein anderer Typus, der oft auftaucht, ist der, auch aus "Der Schneemann" & "das Schlangenmaul" bekannte, eher mäßig im Leben erfolgreiche Kleinkriminelle.

Fauser hatte sein Sujet gefunden und dessen prosaische Verarbeitung perfektioniert. Das wäre dann auch ein kleiner Kritikpunkt meinerseits, teilweise fühlt es sich an, als wäre er auch darin gefangen gewesen. Außerdem werden über das Buch hinweg diverse Stereotype gepflegt (die nichtsnutzige Künstler z.B.) und wiederholt ausgeschmückt. Außerdem könnte Lesern / Leserinnen das doch recht übersichtlich ausdifferenzierte Frauenbild aufstoßen. Die genannten Kritikpunkte muss man natürlich auch im Kontext der Entstehungszeit bewerten.

Deshalb: Insgesamt ein sehr empfehlenswerter Band. Die erste Häfte enthält einige der stärksten Geschichten Fausers.
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