Die Graphic Novel hat zwei Erzählebenen: Eine zeigt die Erinnerungen der drei Hauptfiguren, die der Autor über ihre Fluchterfahrung und ihr Leben in Ungarn und Kanada interviewt. Die zweite Ebene erzählt von der Reise, die der Autor nach Kanada unternimmt, um die Familienbiografie zu rekonstruieren. Die beiden Ebenen unterscheiden sich auch formal. So ist die Suche und Reise des Autors mit Tusche gemalt, die Interview-Episoden hingegen sind aufgerastert, sowie Text und Bild räumlich voneinander getrennt. Damit wird implizit die zeitliche, geografische und inhaltliche Distanz zwischen dem Erlebten, dem Erzählten (Oral History), dem Gehörten und dem Vorgestellten thematisiert.
Nachforschungen und die Vergangenheit der eigenen Familie bringt Vinz Schwarzbauer in der Graphic Novel «Mäander» wie ein Dokumentarfilm zusammen. Vielseitig und emotional ansprechend.
Die Geschichte einer Familie zieht sich wie ein Fluss durch die Vergangenheit, der viele Wendungen und Kehren durchmacht. Was über die Jahre vergessen geht, erschliesst sich erst bei genauer Betrachtung und Forschung in seiner Gesamtheit. Bei der Graphic Novel «Mäander» von Vinz Schwarzbauer wird dies vollbracht. (...)