Sind Sie Deutschlehrer? Wollen Sie nette, kluge, spontane, lebenslustigen Schüler bestrafen dafür, dass sie so anders sind, als Sie, der/die Sie vor ihnen stehen um ihnen was auch immer beizubringen?
Prima, nehmen Sie dieses Buch und lassen diese SchülerInnen ein Referat darüber erstellen - nur körperliche Folter oder Mord wären noch schlimmer ...
Der Inhalt in Kürze: Mitdreißiger, Angestellter, Selbsthasser und Held des Buches (das sich selbst "Roman-Trologie" nennt), zergrübelt sich selbst, jeden Gedanken, jedes Wort, jede Tätigkeit so weit, dass vom Spaß nichts übrig bleibt - alles um ihn herum und er selbst werden zum Objekt vernichtenden Darübernachdenkens, selbst der sexuelle Akt (wenn überhaupt, dann in wenigen Wörtern beschrieben) wird Anlass zu seitenweisen Gedanken, die alle nur ein vernichtendes Urteil zum Ziel haben.
Und die Wirkung auf mich: auch wenn ich eigentlich ein "guter Leser" bin und Literatur von Arostophanes über Walter von der Vogelweide, Lessing, Goethe, bis hin zu zeitgenössischen deutschen oder internationalen Autoren regelrecht verschlingen kann, kann ich mich einfach nicht dazu zwingen, dieses Machwerk zu Ende zu lesen. Spätestens nach zwei Seiten steckt mich der Tenor "ich bin unwürdig, wenn ich das mache" oder "ich bin unwürdig, weil ich das mache" an und ich brauche einfach etwas Besseres zum Lesen.