Das Buch lag super lange auf meinem Stapel, ich war nie richtig motiviert es zu lesen, da mich diese Welle an Vulvabüchern, die gefühlt gleichzeitig auf den Buchmarkt gespült wurden, irgendwie überfordert hat. Dazu kommt: Körper und Sexualität interessieren mich einfach nicht so richtig.
Zum Glück hab ich mich dann doch für "Vulvina Intersektional" entschieden, denn es ist soooo viel mehr als ein Erkunde-deinen-Körper-Buch.
Souzan AlSabah hat den Begriff "Vulvina", eine Wortschöpfung aus Vulva und Vagina, eingeführt, der das gesamte Genital bezeichnet und von seinen meist abwertenden, defizitären Namen befreit ("Scheide"). In "Vulvina Intersektional" geht es aber nicht nur um Begriffe deren Geschichte und den Abbau von Mythen, sondern vor allem um die Sexualpädagogik, die bis heute nicht intersektional gedacht wird. Das fängt damit an, dass viel zu oft von "weiblichen Geschlechtsorganen" gesprochen wird und endet nicht bei rassistischen Annahmen über das Sexualverhalten muslimischer Jugendlicher.
Souzan AlSabah profitiert von Jahrzehntelanger Erfahrung in der pädagogischen Arbeit, sie lässt Stimmen derer zu Wort kommen, die sonst nicht oder nur selten gehört werden. Sie widmet sich traumasensibler Körperarbeit und ergänzt den fachlichen Teil um Empowerment-Übungen.
Ich wünschte, alle Pädagog*innen, mindestens alle Sexualpädagog*innen, würden "Vulvina Intersektional" lesen.