Juli findet den namenlosen Jungen an einem rauen Sommertag, angespült an die Küste. Körperlich scheint ihm nichts zu fehlen, aber er hat sein Gedächtnis verloren, nicht einmal seinen Namen weiß er noch. Also tauft sie ihn August und beschließt, ihm bei seiner Suche nach der Erinnerung zu helfen. Dabei ist Juli selbst auf der Suche. Seit ihre Zwillingsschwester Mira vor drei Jahren im Meer ertrunken ist, gibt es Juli nur noch zur Hälfte. Wie soll sie einfach weitermachen, wenn Mira vielleicht doch noch leben könnte? Gemeinsam mit August haut Juli ab, sie fahren Richtung Süden. Dort wollen sie mehr über August herausfinden, denn ein portugiesisches Lied hat bei ihm etwas ausgelöst. Aber auf was werden sie in Portugal stoßen? Und kann auch Juli ihre Suche endlich abschließen?
Ende Juli, Anfang August ist ein überraschend emotionales Buch. Es wirkt auf den ersten Blick gar nicht so, aber wenn man einmal in der Geschichte drin ist berührt einen selbst das Cover sehr. Julis Tiefe Trauer, Unruhe und ihr nicht-weiter-kommen haben mich sehr berührt und die Emotionen wurden treffend dargestellt und beschrieben. Man konnte sich total gut in Juli, aber auch in August einfühlen. August ist so verloren, aber dennoch super stark. Zusammen geben die beiden ein gutes Team ab und sich gegenseitig Halt. Die Bindung zu Julis Schwester Mira ist super stark und etwas ganz besonderes. Mich hat die Geschichte sehr berührt. Der Schreibstil der Autorin ist gut, allerdings fand ich einige Szenen zu unrealistisch. Es gab sehr viele unerwartete Wendungen, die das Buch spannend gemacht haben. Das Ende hat mich ebenfalls sehr berührt.
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Sehr spannend bis ins letzte Detail umschrieben. Ich konnte mich sehr gut hineinversetzen. Ich wusste am Anfang nur nicht von welcher Person jetzt die Sicht ist. Viel Spaß beim lesen.
Berührendes Jugendbuch über Trauer, Liebe und einen ganz besonderen Road Trip
„Ende Juli, Anfang August“ von Kristina Magdalena Henn ist nicht nur für junge Leser:innen interessant und punktet mit jeder Menge Emotionen. Von Beginn an konnte mich die Geschichte, welche aus der Sicht von Juli erzählt wird, voll und ganz in ihren Bann ziehen. Gerade die Trauer um ihre Schwester und ihre damit verbundenen vielfältigen Gefühle werden finde ich äußerst treffend dargestellt. Auf der Reise von Sylt nach Portugal passiert dann emotional, aber auch sonst, ganz viel. Diesen Prozess hautnah erlebbar zu machen, ist eine große Stärke des Romans. Allerdings ging es mir mit manchen Szenen so, dass ich diese als etwas übertrieben bzw. unrealistisch empfand. Auf manche erzwungenen Dramatik der Reise hätte die Autorin für meinen Geschmack verzichten dürfen, klingen doch gerade die ruhigen Szenen besonders stark nach. Allerdings sorgen die teils verrückten Verwicklungen auch für Abwechslung und bewirken, dass wirklich nichts vorhersehbar erscheint. Der Schreibstil passt soweit zum Genre und wird das angesprochene Alter denke ich weder unter- noch überfordern. Die angesetzte Empfehlung von 13 Jahren ist gut gewählt, denn jüngere Leser:innen könnte die Geschichte durchaus überfordern. Insgesamt vergebe ich für den bewegenden Roman gute 4 Sterne und eine Leseempfehlung.