England, Ende des 13. Jahrhunderts. Ohne Wissen um ihre Herkunft wächst Amicia unter der Obhut der Mönche von Quarr Abbey auf. Als diese Amicia mit der Pflege eines verletzten Ritters betrauen, schleichen sich schreckliche Bilder in ihre Träume. Ohne dass sie weiß, warum, ist ihr der Fremde unheimlich. Sie versteht nicht, warum der Abt sie mit ihm wegschickt, nachdem er genesen ist. Eine gefährliche Reise beginnt...
Ein mitreißender historischer Roman, der die mittelalterliche Lebenswirklichkeit brillant lebendig werden lässt und die dramatische Geschichte einer Frau auf der Suche nach sich selbst erzählt.
Charlotte Lyne wurde 1965 in Berlin geboren. Sie studierte Germanistik, Latein, Anglistik und italienische Literatur in Berlin, Neapel und London. Heute lebt sie mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in London und arbeitet als Lektorin, Autorin und Übersetzerin. Durch ihre Großeltern aus Riga und Danzig kam sie zur Verbundenheit mit der Ostsee und die Leidenschaft für die Geschichte und die damit verbundene Sagenwelt des norddeutschen Meeres. Neben historischen Romanen, Sachbüchern und einem historischen Krimi, der unter dem Pseudonym Lilli Klausen veröffentlicht wurde, hat sie gemeinsam mit ihrem Mann Alan Lyne zwei Langenscheidt Lernkrimis geschrieben.
Charlotte Lyne má vytříbený vkus a své knihy zasazuje do zajímavých dějinnýchudálostí. Tak nějak si s ničím nebere servítky. Nutno však říct, že jde o ten typknih, které považuji za achich a romantické. Jen prostě jsou historické a je zde nějaká ta znalost historie. Je reálné, že řeholníci byli pěkní prasáci, to není nic nového pod sluncem a taky není nic nového pod sluncem, že se o nic lépe chovali i rytíři a šlechta. Kniha je dobře napsaná, dobře se čte. Je tofajn relax pro každého,kdo má rád odlehčené historické čtení a bere jisté věci s trochou nadsázky.
Charlotte Lyne erzählt uns in ihren Büchern meist historische Geschichten aus Grossbritannien. Mal stehen markante Ereignisse und Figuren der Vergangenheit im Mittelpunkt mal eher unbekannte Episoden aus der Zeitgeschichte. Diesmal nimmt sie sich der Isle of Wight an, einer kleinen vorgelagerten Insel an der Südküste Englands auf der die wunderschöne Burg Carisbrooke das imposanteste Bauwerk darstellt und über die Insel mit seinen Bewohnern wacht. Das Eiland nimmt während rund zweihundert Jahren eine fast einzigartige steuerliche Sonderstellung in der Historie Britanniens ein. Rund um diesen Sonderfall, der dem herrschenden König natürlich gewaltig missfällt, baut die Autorin ein Geflecht aus malerischer Schönheit der Insel und mit Menschen die sich für ihre Bedürfnisse und Anliegen einsetzen. Gerade weil diese sich diametral gegenüberstehen entstehen kleinere und grössere Konflikte und Auseinandersetzungen und wenn gewisse Figuren dann noch zum eigenen Wohl intrigieren entsteht die Spannung die zu einem guten historischen Roman einfach dazugehört.
Die Figuren in diesem Roman sind in ihrer Tiefe und Profil (leider) etwas weniger ambivalent gezeichnet als bei anderen Romanen der Autorin. Man kann sie gedanklich rasch zuordnen (deshalb gibt es wohl auch kein Personenregister) und sie verbleiben meist in der Rolle die ihnen zugedacht ist. Bei aller Sympathie zu gewissen Protagonisten, etwas mehr Komlexität hätte mir gefallen. Die Illustrationen am Beginn eines jeden Kapitels helfen dem Leser zu erkennen, aus welcher Sicht einer Figur die Geschichte nun weitererzählt wird und der gedankliche Wechsel von einem Handlungsort zum anderen wird dadurch deutlich vereinfacht
Für den melancholischen Grundton in diesem Roman sorgt der Handlungsstrang über das "Edict of Expulsion" das vom König Edward I. auch bekannt unter den Beinamen "Edward Longshanks" oder "Hammer of the Scots" erlassen wurde und sämtliche in England ansässigen Juden verpflichtet das Land zu verlassen und dies wurde, wenn nötig, auf brutale und unbarmherzige Art durchgesetzt.
Bis auf eines habe ich alle Bücher von Charlotte Lyne gelesen und kenne und schätze ihre Art Geschichten zu erzählen. Der poetische und teilweise schwere Schreibstil mit den vielschichtigen, teilweise gar knorrigen Figuren die sich im Verlaufe ihrer Erzählungen nach und nach in ihrer ganzen Komplexität offenbarten machten es dem Leser nicht immer einfach in die Geschichten hineinzufinden und die Personen gedanklich greifbar zu machen. Zu vergleichen mit einem schweren Wein wo dich das vollständige Bouquet in seiner ganzen Vielfalt erst nach mehreren Schlucken richtig bemerkbar macht und man den langanhaltenden Abgang dann richtig geniessen kann. Mit diesem Roman "Kains Erben" macht die Autorin zweifellos mindestens zwei Schritte Richtung einfacherer Lesbarkeit ohne dabei zu fest von ihrem Weg abzukommen und sich somit allzu untreu zu werden. Für Leser die noch nie einen Charlotte Lyne Roman gelesen haben, rate ich mit diesem Buch zu beginnen und sich ihr und ihrer begnadeten Art historische Geschichten zu erzählen zu nähern. Er liest sich süffig und mundet hervorragend und am Schluss bleibt das wohlige Gefühl das ein sehr gutes Buch einfach hinterlassen muss.
Charlotte Lyne hat es wieder einmal geschafft mich zu begeistern. Zwar brauchte der Roman einige Seiten um mich zu überzeugen, doch das ist ihm, ab ungefähr dem 2. Teil, durchaus gelungen.
Ich durfte einige Zeit in einer längst vergangenen Welt wandeln, gespickt mit einigen historischen Begebenheiten, durch die man dann noch einen kleinen Einblick in die Geschichte Englands und der Ilse of Wight bekommt. Dabei muss ich auch das umfangreiche Glossar erwähnen und auch die letzten Worte der Autorin zum Buch. Gerade bei solch komplexen historischen Romanen für mich einerseits eine Bereicherung, auf der anderen Seite aber auch eine Erleichterung. Denn vieles hat man dann doch nicht auf dem Schirm.
Die Geschichte fängt mit einem brutalen und feigen Überfall auf die spielenden Kinder an. Über die Motive wird noch kein Wort verloren und der Leser tappt im Dunkeln. So nach und nach kommt man dem Geheimnis auf die Spur und wird mit wichtigen Informationen "gefüttert". Die verschiedenen Erzählstränge geben dabei einen rund um Blick, doch es war nicht so, als hätte ich mich dann als Leser überfordert gefühlt.
Wieder absolut herausragend sind die Protagonisten die Charlotte Lyne geschaffen hat. Ich verliebe mich jedes Mal auf´s Neue in meine liebsten Protagonisten und zetere jedes Mal, über die, die ich nicht so mag. Sie sind klar gezeichnet und jeder für sich ist Einzigartig. Sie machen das Buch lebendig. Die Beschreibungen der Handlungsorte runden das Bild dann komplett ab.
Der Schreibstil ist ebenso zum verlieben. Zwar plätscherte das Buch am Anfang ein wenig, doch es kommt der Punkt, so nach 100/150 Seiten, da kann man es einfach nicht mehr aus der Hand legen. Je weiter man in die Geschichte eindringt, je mehr man erfährt, um so mehr nimmt sie einen auch gefangen.
Fazit:
Ein hervorragender historischer Roman über England im 13. Jahrhundert und die Geschichter der Ilse of Wight. Charlotte Lyne hat diese Welt wieder lebendig gemacht.
Wie gewohnt faszinierende Charaktere und eine klangvoll fliessende Sprache, die immer den richtigen Ton trifft. Einzig die Liebesgeschichte war für meinen Geschmack etwas zu dominant.