Anna Grabe hat oft ein treffendes Sprüchlein gesagt, wenn die Feindschaft zwischen dem Haus Grabe und dem Haus Pröpping offenbar wurde - bis in diesen Herbst hinein. Wozu Feindschaft, wenn die rohrbemützten Katen doch nur durch eine Wiese getrennt sind, wozu Hader und Zank über Jahrzehnte, wenn doch das Leben auf der kleinen Insel Länneken, mitten im Bodden, so schon einsam genug ist für eine alte Frau? Und nun lieben sich die der Fischer Henning Grabe, Sohn des Admirals, und die schöne Bärbel Pröpping, genannt Prinzessin Babs, Tochter des ehemals reichsten Fischers von ganz Länneken, Tochter des Königs. Admiral und König haben manchen Strauß gegeneinander ausgefochten in ihrem Leben - um ihre Frauen und ihre Familien konnten sie sich dabei nicht recht kümmern. Spökenkiekerisch und wunderlich geworden ist Anna Grebe mit den Jahren, voller eitler Frömmigkeit steckt die Königin. Die Kinder sind herangewachsen - und scheinbar unversehens kommen diese Jungen nun und melden ihre Ansprüche an. Nicht allein, daß sie sich lieben und sich nicht trennen lassen, nicht einmal durch Listen und Lügen, sie machen obendrein auch noch gemeinsame Sache mit den "Hungerleidern", die es doch immer gegeben hat. Immer hat es gute und schlechte Fischer gegeben, zu jeder Zeit. Und da stellen sie sich nun hin und Immer hat es gute und schlechte Reusenplätze gegeben, darin liegt der ganze Unterschied. Es muß sich endlich was ändern, es muß Gerechtigkeit her. Heiß geht es zu in diesem wunderbar farbigen Herbst auf den Fangplätzen und in den Häusern und Netzböden von Länneken. Und weder der König noch der Admiral können verhindern, daß es zur Hochzeit kommt ...
Herbert Nachbar was a German writer resident in the German Democratic Republic.
Herbert Nachbar was the son of a fisherman in Greifswald, Province of Pomerania. From 1936 to 1940, he attended the Volksschule in Wolgast subsequently the Lehrerbildungsanstalt in Pasewalk. After a short time as an electrician, he went to school as the Oberschule in Rostock where he took his Abitur. Nachbar began a study of Medicine at the Humboldt University of Berlin which he broke off after two semesters. He worked as a local reporter and contributing editor to different East Berlin newspapers until 1953 after which as a literary editor for the Aufbau-Verlag. From 1957 he was a freelance writer. Nachbar lived in several towns: until 1959 on the island of Ummanz from the 1960 to 1963 in East Berlin, from 1963 to 1969 in Graal-Müritz as well as again in East Berlin after 1969. From 1968, he was head dramaturg at the Volkstheater in Rostock and later at the East German Television in Berlin. His death in East Berlin was the result of a difficult disease which had forced him to become a wheelchair user since 1978.
Herbert Nachbar was a member of the Deutscher Schriftstellerverband and the P.E.N.-Zentrals of East Germany.
Herbert Nachbar was the writer of novels, narratives and television screenplays. In his novels, he depicts the life of a fishing village on the Baltic Sea coast. Later he expanded his themes and assimilated his own experiences in his books. Some of his later works had been shaped by sagas of the Baltic area and Scandinavia and bear fantasy and romance features.