Sothorn ist der Meisterassassine Sundas. An ihm werden alle anderen Meuchelmörder gemessen. Er gilt als unbesiegbar. Doch der Schein trügt: Der Zenjanische Lotus hat Sothorn fest in seinem Griff und zerstört ihn Stück für Stück. Innerlich und äußerlich taub geht er seinem Ende entgegen, als sich ein Schatten an seine Fersen heftet. Der geheimnisvolle Wargssolja aus dem hohen Norden legt es darauf an, Sothorn im Kampf zu besiegen. Aber seine Ziele sind ehrenwerter, als man auf den ersten Blick glauben mag.
Eine abenteuerliche Reise beginnt. Von der Finsternis ins Grau der Morgendämmerung, von allumfassender Verlorenheit in die Welt wiedererwachender Emotionen, von innerlicher Leere zu Zuneigung. Und mehr.
Den ersten Band der Zenja-Trilogie habe ich mir schon vor Wochen aus dem SuB gezogen, bis ich mich jetzt schlussendlich ans Lesen gemacht habe. Das geht mir bei Büchern, an die ich eine gewisse Erwartungshaltung habe, leider oft so. Wahrscheinlich, weil ich diese Erwartungen nicht enttäuscht sehen will. Hier war dieses hinauszögern aber völlig unbegründet, denn „Zenjanischer Lotus“ hat mir richtig gut gefallen. Die Story ist großartig und wird von Raik Thorstad sehr intensiv erzählt. Die Welt und die in ihr lebenden Charaktere sind vielschichtig aufgebaut und haben mich völlig vereinnahmt. Es ist spannend die vielen Einzelheiten und Wendungen zu entdecken, weshalb ich unbedingt wissen will, wie sich die Geschichte um Sothorn und die Assassinen weiterentwickelt.
Raik Thorstad mausert sich immer mehr zu einer meiner Lieblingsautorinnen im Bereich m/m, vor allem im Hinblick darauf, dass sie aktuelle die einzige deutschsprachige Autorin ist, deren Schreibstil und Sprachgebrauch mir richtig gut gefällt.
Um den Zenjanischen Lotus bin ich schon lange herumgeschlichen, doch eines Tages gab es das Buch nicht mehr. Schock!!! Und dann tauchte es wieder auf, unter den Schwingen eines anderen Verlages... ein Glück!
An diesem Buch hat mir besonders der Weltenbau gefallen und die Sorgfalt, mit der alles zusammengefügt wurde. Sehr schön, sehr farbenfroh und gut vor dem inneren Auge vorstellbar. Die Sorte Buch, die ich gern verfilmt sehen würde! Eine der Sachen, die ich besonders gut fand, war, dass die Assassinen, die sich hier zu einer neuen Gemeinschaft zusammengefunden haben, nicht einfach so von der Droge entwöhnt werden - es ist ein langer, hässlicher, schmerzhafter Prozess und wirklich loskommen ist auch nicht, aber es wurde ein tragbarer Kompromiss ausgearbeitet, den man auch als Leser gut verdauen und akzeptieren kann.
Leider - und deshalb ein Punkt Abzug - lief mir am Ende alles ein wenig hastig zusammen und 1-2 Kapitel hätten zu einem wesentlich befriedigenderen Ende führen können. Mich hätte z.B. brennend interessiert, wie das nun mit dem Brandlöwen weitergeht, denn das fand ich einen ganz besonders schönen Twist und ich habe es wirklich bedauert, dass das mehr oder weniger im Vorbeigehen abgehandelt wurde. Hier würde ich mich wirklich über einen 2. Teil freuen, und sei es in Form einer 120 Seiten-Novelle, "Zenjanischer Lotus 1.5".
Trotzdem: ganz klare Leseempfehlung für alle Freunde des Fantasy- und des m/m-Genres. Das Buch liefert das Beste aus beiden Welten!
Ich muss zugeben, dass ich sehr überrascht war, als ich am Heiligen Abend dieses Buch unter dem Baum fand. Gewünscht hatte ich es mir nicht, und doch kam mir sowohl der Titel als auch der Autor bekannt vor. Lange dauerte es nicht, bis ich mich erinnerte: Der ist dir doch auf FF.de schon über den Weg gelaufen. Oh Nein, FF.de. Verstehen Sie mich nicht falsch, natürlich gibt es auf dieser Seite auch einige herausragende Schreiber, aber meine Erfahrungen, die ich gerade mit den Autoren gemacht haben, die von dort den Sprung in die Gay-Romance-Szene gewagt haben, haben mich eher skeptisch zurückgelassen. Entsprechend unsicher war ich ob dieses Buches, auch wenn der Klappentext schon mal so klang, als könnte er für mich interessant sein. Ein Kapitel hat es gebraucht, um meine Zweifel zu beseitigen, zwei Abende, um mir 550 unglaublich schöne Seiten zu Gemüte zu führen. Der Inhalt wurde von den anderen Rezensenten schon zur Genüge behandelt, deswegen möchte ich hierauf gar nicht mehr genauer eingehen. Fakt ist jedoch, dass die Geschichte bis zur letzten Seite in Atem hält und unterwegs keine Längen aufweist, was ja gerade bei Fantasyromanen dieser Länge häufiger der Fall ist. Es finden sich im Verlauf der Story etliche kleine Rückbezüge auf Geschehnisse, die zuvor passiert sind, was mir persönlich sehr gut gefallen hat. Überhaupt wirkt die ganze Storyline sehr durchdacht und ich sich schlüssig. Fast alle Fragen, die sich im Lauf der Geschichte aufgetan haben, werden am Ende auch beantwortet. Dass in diesem Buch eher die Antihelden im Mittelpunkt stehen, empfinde ich als angenehme Abwechslung. Einmal von dem Ritter auf dem weißen Schimmel (har-har) zu lesen, mag ganz schön sein, aber die Gestalten des Zwielichts sind wohl um einiges interessanter – und besitzen mehr Potenzial. Die verschiedenen Charaktere sind gut ausgearbeitet und bestechen eben gerade dadurch, dass sie nicht so perfekt sind wie andere bekannte Protagonisten aus dem Fantasy-Genre. Zum Stil: Finde ich sehr schön. Für meinen Geschmack genau richtig; nicht zu platt und einfach und auch nicht so verworren, dass man jeden Satz zweimal lesen muss. Raik Thorstads Sprache passt, wie ich finde, gut zu dem gewählten Setting und lässt keine Wünsche offen. Ich werde den Autor auf jeden Fall im Auge behalten.
Weniger zum Buch selbst, als zur Aufmachung und dem allgemeinen Erscheinungsbild: Das Cover ist sehr hübsch und passt auch gut auf einen der beiden Protagonisten. Wenn man das Buch in der Hand hält, fällt als erstes positiv auf, dass es deutlich dicker ist, als die dünnen Dinger, die man in den meisten Gay-Verlagen vorgelegt bekommt. Auch die Papierqualität und Bindung (bzw. der Umschlag) wirken professioneller, als man vielleicht erwarten mag. Optisch ist kein Unterschied zu einem Buch aus einem Großverlag zu erkennen, und das ist schon einmal ein dickes Plus. Auch das Layout und das „Innenleben“ wirken, als wäre hier jemand am Werk gewesen, der etwas von seiner Arbeit versteht. Einziger Minuspunkt sind kleine Fehler (vermutlich des Korrektorats), die im Text des Öfteren auftauchen. So ist im Genitiv (bei Worten mit Endung auf S) manchmal statt dem Apostroph ein einfaches Guillemet zu finden. Auch fehlen manchmal Punkte oder Anführungszeichen, jedoch bringe ich es nicht übers Herz, deswegen einen Stern abzuziehen. In einem Kleinverlag darf das mal passieren.
FAZIT: Eine sehr lesenswerte Fantasy-Geschichte, die es geschafft hat, sich unter meinen Lieblingsbüchern einzureihen. Absolute Kaufempfehlung :)
I truly enjoyed reading this story. Yet I know it has many flows, mostly the virtually non-existent plot, constantly moody characters acting out of hidden reasons or motives, so that it seems they are schizofrenic. But, somewhat, it was fun and easy read.