Pola Nogueira ist »Die Frau mit dem Hund« – und sie spielt die Hauptrolle in einem Roman, der in all seiner rebellischen Widerständigkeit nichts weniger ist als ein Hohelied auf die Liebe und das Leben. Ein großes kleines Buch von Birgit Vanderbeke.
Eines Tages ist sie einfach da, Pola Nogueira. Sie bringt ihren Hund mit, und sie ist schwanger. Ihr Erscheinen verwirrt nicht nur Jule Tenbrock, die übereifrige Angestellte einer Wäscherei, die wie alle anderen im siebten Distrikt seit langem weder einen Hund noch ein Kind gesehen hat. Einzig Timon Abramowski zeigt sich neugierig und offen gegenüber Pola, die vom Land in die Stadt geflüchtet ist, um dort ihr Kind zu bekommen. Doch mit der unkontrollierbaren Sinnlichkeit und dem Leben, das sie mitbringt, wird es kein leichtes Spiel für sie werden. Und nicht zuletzt für Timon, dem sehr schnell klar ist, dass er sich mit Pola auf kein geringes Abenteuer einlässt … Wer von dem Charme des wunderbaren Romans »Das lässt sich ändern« verzaubert war, wird die anarchische Kraft der Pola Nogueira lieben.
Birgit Vanderbeke was a German writer. Vanderbeke grew up in Frankfurt am Main after her family moved to West Germany in 1961. She studied Law, Germanic and Romance languages. The English translation of her debut novel, Das Muschelessen, by Jamie Bulloch was published in 2013 by Peirene Press as The Mussel Feast. Since 1993 she has been living in southern France.
Birgit Vanderbeke zeichnet in Die Frau mit dem Hund das Bild einer dystopischen Gesellschaft, in der Sicherheit das oberste Gebot ist und in der die Menschen keinerlei Gefahren ausgesetzt sein sollen. Die nicht näher benannte Stadt, in der die Handlung angesiedelt ist, ist von einem Zaun umgeben und von der Außenwelt abgeschottet, und nur, wer eine sogenannte Distrikt-Card vorweisen kann, darf sich legal in der Stadt aufhalten. Eine Seuchenverordnung verbietet die Haltung jeglicher Haustiere, da diese Krankheiten übertragen könnten. Essen gibt es nur in Form von Fertiggerichten für die Mikrowelle; die Verwendung frischer Lebensmittel und deren Zubereitung am Herd oder im Backofen gilt als zu gefährlich. Alles ist steril und desinfiziert, und was auch nur im Entferntesten mit Natur zu tun haben könnte, wird als gefährlich angesehen und aus der Stadt verbannt. Gesteuert wird das ganze System von der sogenannten Stiftung, die darüber wacht, dass sich alle Bürger regelkonform verhalten.
Dank der zahllosen Sicherheitsvorkehrungen leben die Einwohner der Stadt wie in Watte gepackt. Nichts kann ihnen passieren – weder im positiven noch im negativen Sinne. Der Preis, den sie für diese absolute Sicherheit zahlen, ist hoch: Das Leben ist eintönig, ereignislos, dröge und so belanglos wie das von der Stiftung zensierte TV-Programm.
Und so verwundert es nicht, dass das Leben einiger Menschen ordentlich aus den Fugen gerät, als plötzlich Pola Nogueira in der Stadt auftaucht – schmutzig, schwanger und noch dazu ohne Distrikt-Card und in Begleitung eines Hundes. Auf der Suche nach Schutz und einem sicheren Ort, wo sie ihr Kind zur Welt bringen kann, hat sie sich von den verwahrlosten Außenbezirken auf den Weg in die Stadt gemacht.
Bei den Stadtbewohnern, denen sie begegnet, weckt die unangepasste Pola Erinnerungen an eine längst vergangene Zeit, als es die Stiftung noch nicht gab und die Menschen noch selbstbestimmt und im Einklang mit der Natur lebten. Pola und ihr Hund Zsazsa verkörpern all das, was den Stadtbewohnern seither abhandengekommen ist: Freiheit, Abenteuer und Lebendigkeit. Sie entfachen in den Menschen die Sehnsucht, aus der Bevormundung durch die Stiftung auszubrechen und ein freieres Leben zu führen.
Und am Ende der Geschichte steht die Frage: Wenn Sicherheit mit Freiheit bezahlt werden muss, wie viel Sicherheit verträgt unser Leben dann?
I must say I really loved this book. Loved the idea mostly. And right from the start. Birgit Vanderbeke describes a world that is so similar to ours, all the to-go-coffees, the meal boxes, the fragrance/hygiene sprays etc. It's scary. And the characters were all too familiar, too. So it was the details, the little digs, that made this book for me. And still it had a story that kept me interested and made me feel for the characters. I'll definitely check out more of her books.