Die Weltpolitik gleicht einem aufziehenden Gewittersturm. Ob in Schwarzafrika oder Lateinamerika, in Arabien oder im Mittleren Osten – überall braut sich Unheilvolles zusammen. Und auch Europa und die USA, einst Hort der Stabilität, werden von Krisen heimgesucht wie seit langem nicht. Peter Scholl-Latour kennt die Welt wie kein Zweiter. Vor dem Hintergrund seiner sechzigjährigen Erfahrung als Chronist des Weltgeschehens beleuchtet er in seinem neuen Buch die Brennpunkte der aktuellen Weltpolitik.
Der Abzug der USA aus dem Irak und Afghanistan hinterlässt zerrüttete Staaten, die in Bürgerkriegen versinken. Der Konflikt um Irans Atompolitik spitzt sich gefährlich zu. Pakistan ist ein Pulverfass. Die arabische Welt befindet sich in Aufruhr, mit ungewissem Ausgang. Die Zahl der „failed states“, Brutstätten des Terrorismus, nimmt beständig zu, vor allem in Afrika. Zu allem Überfluss stolpern Europa und Amerika von einer Finanzkrise in die nächste und erweisen sich international zunehmend als handlungsunfähig. Mit dem ihm eigenen Gespür für weltpolitische Umbrüche begibt sich Peter Scholl-Latour auf eine Tour d'Horizon rund um den Globus und schildert eine Welt aus den Fugen.
Mit starker Scharfsinnigkeit und einem enormen Weitblick beschreibt Peter Scholl-Latour die Weltgeschehnisse und ihre Zusammenhänge. Warum herrscht im mittleren Osten in so vielen Ländern Unruhe und Krieg? Welche Rolle spielen dabei die USA und Europa? Was will China? Und in welche Richtung wird sich die Situation der einzelnen Länder entwickeln? Der Leser erfährt hier einen Weitblick auf verschiedene politische, historische, ökonomische und soziologische Aspekte. Zugute kommt dem Autor sein langes Leben als Soldat und Kriegsjournalist, in dem er sehr viele Länder der Welt bereist und ihre Einwohner kennengelernt hat. Dabei versteht sich, dass unter "Einwohnern" auch Stammeskrieger und andere radikale Gruppen wie die Mujahedin in Afghanistan gemeint sind. Auch wenn das Buch über 10 Jahre alt ist, so haben sich doch sehr viele Vorhersagen Scholl-Latours bestätigt. Er hat sich zudem nicht gescheut, Kritik an den westlichen Ländern und ihre Politiker (z.B. in Zusammenhang mit den tatsächlichen geopolitischen Zielen dieser Länder) zu äußern. Leider ist ein großer Mann von uns gegangen, ich hätte gerne etwas von ihm zu aktuellen Geschehnissen gelesen. Topempfehlung!
Die betrachtungen sind gut, die schlussfolgerungen meist nachvollziehbar, die vielen namen machen das lesen schwierig, die wortwahl zu diversen bevölkerungsgruppen ist absolut nicht am stand der zeit und weder aus wissenschaftlicher noch gesellschaftlicher sicht annehmbar