Nur ein schmaler Küstenstreifen trennt die Apuanischen Alpen, im Norden der Toskana, vom Meer. Der Anblick, den dieses Gebirge bietet, stimmt jedoch nicht mit der Vorstellung von einer sanften Mittelmeerlandschaft überein. Im „weißen Tal“, unterhalb der nackten Gipfel, klammern sich Krüppelbüsche, zähe Birken- und Fichtenstämmchen ins Felsgeröll. Die Gruppe von Männern, die den Weg in diese Bergwelt gesucht hat, ist freilich nicht gekommen, um die Natur zu entdecken. Der weiße Reichtum dieser Felswände hat sie herbeigelockt: Marmor. Bald dröhnen die Presslufthämmer, frisst sich der Sägedraht surrend ins Gestein, donnern die Sprengungen durch das Tal. Stefano und seine Freunde sind mit ungewöhnlichem Eifer bei der Sache. Als sie den Entschluss fassten, den verfallenen Steinbruch von Stefanos Vater wieder in Betrieb zu nehmen, nahezu ohne Betriebskapital, auf spärliche Darlehen angewiesen, da wussten sie, was sie erwartete: zermürbende Arbeit in Gluthitze, unsägliche Schwierigkeiten und noch für lange Zeit kein Verdienst. Sie haben das Risiko auf sich genommen. Doch kurz vor der entscheidenden Sprengung, als schon der Einbruch des Winters droht, trifft sie ein schweres Unglück: einer der Männer stürzt von der Wand ab. Schlechtwetter lähmt anschließend den Fortgang der Arbeiten. Das Unternehmen scheint gescheitert, Mut und Ausdauer der Gruppe werden auf eine harte Probe gestellt.
Der frühverstorbene Sirio Giannini, Sohn eines Marmorarbeiters, fängt in seinen Werken seine eigenen Anschauungen und Erfahrungen mit der herben Landschaft der apuanischen Berge nieder. Eine Atmosphäre von Wagnis, Abenteuer, verinnerlichter Leidenschaft kennzeichnen das Geschehen seiner Romane, eine verhalten-sparsame, unsentimentale Sprache seinen Stil.