Im 13. Jahrhundert errichteten die Mongolen das größte Landreich, das je existierte. Ihre Reitertruppen versetzten auch Mitteleuropa in Angst und Schrecken. Karénina Kollmar-Paulenz beschreibt anschaulich die Geschichte der Mongolen von der Einigung mongolischer Stämme im 12. Jahrhundert über die Eroberungen Dschingis Khans bis zur heutigen Monoglei.
Karénina Kollmar-Paulenz ist Professorin für Religionswissenschaft und Zentralasienwissenschaft an der Universität Bern.
Vom Jahr 2024 aus betrachtet ist es kaum zu glauben, dass die Mongolei einmal das größte territorial zusammenhängende Reich der Menschheitsgeschichte war. Gegründet vom legendären Dschingis Khan im Jahr 1206 eroberten er und seine Nachfolger nach und nach weite Teile Asiens und des Nahen Ostens und stießen gegen Ende des 13. Jahrhunderts mit ihren unendlichen Reiterhorden schließlich gen Osteuropa vor. Dabei verzichteten sie jedoch auf States Building in denen von ihnen eroberten Gebieten, weswegen das Mongolenreich ni heute als Idealtypus eines sogenannten Steppenimperiums angesehen wird. Heute – geografisch eingeklemmt zwischen den Großmächten China und Russland – ist die Mongolei der am dünnsten besiedelte Staat der Welt und ein Land im Umbruch.
Die deutsche Zentralasienwissenschaftlerin Karénina Kollmar-Paulenz, die bis zuletzt an der Universität Bern lehrte, gibt uns „Die Mongolen“ einen informativen Überblick über die wechselhafte Geschichte dieses Volkes. Als Teil der C.H.Beck Wissen-Reihe ist dieser wie gewohnt fundiert aber mit 120 Seiten entsprechend kurzgehalten. Der Fokus ihrer Darstellung richtet sich auf das goldene Zeitalter der Mongolen, in welcher dieser der Weltgeschichte ihren Stempel aufdrückten. Demgegenüber wird die Lage der heutigen Mongolei recht kurz behandelt – für mich der einzige Kritikpunkt an diesem Buch. Wer sich über die Geschichte der Mongolei kompakt und gut informieren will, kann hier aber bedenkenlos zugreifen
Kollmar-Paulenz gibt einen spannenden Überblick über die mongolische Geschichte. Klar umreist sie die wichtigen Entwicklungslinien eines Reiches, dass mal zwei Kontinente umspannt hat. Politische und kulturhistorischen Aspekte fließen in ihrer Darstellung ein. Ein Büchlein, das anregt, mehr über diese vielseitige Kultur zu erfahren.