Zu Pfingsten versammelt der König, Löwe Nobel, die Tiere an seinem Hof: Isegrim, den Wolf; Braun, den Bär; Hinze, den Kater; Lampe, den Hasen und Grimbart, den Dachs. Nur Reineke, der Fuchs, fehlt. Dies soll nicht sein einziges Vergehen sein, denn alle Tiere beschweren sich beim König Nobel über ihn.
Die Tiere fordern die Bestrafung des Fuchses Reineke, aber sein Neffe, der Dachs Grimbart, verteidigt ihn. Als der Hahn Henning seine Henne herbeischafft, die der Fuchs Reineke getötet haben soll, muss der König jedoch einschreiten. Er beauftragt den Bären Braun und den Kater Hinze, Fuchs Reineke zum Hofe zu bringen. Beide scheitern jedoch, weil Reineke ihnen eine Falle stellt. Sie entkommen schwer verletzt. Der Fuchs agiert hierbei total böswillig.
Der Dachs Grimbart überredet den Fuchs Reineke, sich für seine Taten zu verantworten. Er bringt ihn zum Hof des Königs, wo dem Fuchs Reineke der Prozess gemacht wird. Er soll für seine Untaten gehängt werden. Mit dem Kopf schon in der Schlinge bittet der Fuchs Reineke, Buße ablegen zu dürfen. Er erzählt eine Lügengeschichte von einem angeblichen Goldschatz. Er behauptet, der Bär Braun, der Wolf Isegrim und die anderen Tiere seien Übeltäter, die den König aus Gier töten wollten. Der König, der den Schatz haben möchte, begnadigt den Fuchs Reineke und bestraft stattdessen den Bären Braun und den Wolf Isegrim.
Der Fuchs Reineke macht sich auf den Weg nach Rom, wo er angeblich seine Beichte ablegen möchte. Unterwegs jedoch tötet er seinen Begleiter Hase Lampe. Lampes Kopf schickt er dem König. Daraufhin erkennt der König seinen Fehler und lässt den Bären Braun und den Wolf Isegrim wieder frei. Der Fuchs Reineke wird erneut von dem Dachs Grimbart zum Hof gebracht, wo ihm zum zweiten Mal der Prozess gemacht wird.
Der Fuchs Reineke muss gegen den Wolf Isegrim kämpfen. Allerdings ist ihm dieser an Größe sowie Kraft weit überlegen und der Fuchs Reineke hat kaum eine Chance, diesen Kampf zu überleben. Mit unsportlichen Mitteln gelingt es ihm jedoch den Kampf zu gewinnen. Dies beeindruckt die Zuschauenden dermaßen, dass sie den König überreden, den Fuchs Reineke zu seinem Kanzler und Berater zu machen.
Der Fuchs Reineke schafft es durch Lügen und Hinterlist, der Bestrafung für seine Untaten zu entgehen und wird am Ende sogar mit einem lukrativen Posten am Hofe des Königs belohnt. Der Autor Johann Wolfgang von Goethe zeigt mit diesem Epos einerseits, wie einige Menschen mithilfe von Tricks und Lügen andere Menschen täuschen und sich selbst Vorteile verschaffen können. Andererseits veranschaulicht er auch, inwiefern sich Menschen durch die eigene Schuld wie Dummheit, Gier, Untertänigkeit oder Angst austricksen lassen. Mit diesem Epos wollte Goethe die Ungerechtigkeiten in der Gesellschaft kritisieren.