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A Dangerous Mind: Carl Schmitt in Post-War European Thought
Carl Schmitt (1888-1985) was one of the twentieth century's most brilliant and disturbing critics of liberalism. He was also one of the most important intellectuals to offer his services to the Nazis, for which he was dubbed the 'crown jurist of the Third Reich'. Despite this fateful alliance Schmitt has exercised a profound influence on post-war European political and legal thought - on both the Right and the Left, from Franco's legal advisors to Italian Marxists. In this illuminating book, Jan-Werner Muller traces for the first time the permutations of Schmitt's ideas after the Second World War and relates them to broader political developments. Offering a concise account of Schmitt's life and career along with discussions of his key concepts, Muller explains why interest in the political theorist continues. He analyses Schmitt's post-1945 writings on international order, partisanship, and terror. He explores in detail the responses of liberal thinkers to Schmitt's challenging legacy and the highly ingenious (and often problematic) defences of liberalism they devised. Muller offers a range of insights into the liberalization of political thinking in post-authoritarian societies and the persistent vulnerabilities and blind spots of certain strands of Western liberalism. Finally, he also assesses the current uses of Schmitt's thought in debates on globalization and the quest for a liberal world order. Jan-Werner Muller is a fellow of All Souls College, Oxford. He is the author of 'Another Country: German Intellectuals, Unification and National Identity' also published by Yale University Press.
304 pages, Paperback
First published July 11, 2003
About the author
Jan-Werner Müller
27 books87 followersJan-Werner Müller is a professor of politics at Princeton University, where he also directs the Project in the History of Political Thought. His previous books include What is Populism? (2016) and Contesting Democracy: Political Ideas in Twentieth-Century Europe (2011). He writes for the Guardian, the London Review of Books, and The New York Review of Books.
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Community Reviews
Displaying 1 - 7 of 7 reviews
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January 21, 2026Es ist den Klassikern zu eigen, dass sie über die Zeiten hinweg in wechselnden Zusammenhängen und von unterschiedlichen Standpunkten aus immer wieder kontrovers gedeutet werden. Aus dieser Perspektive muss Carl Schmitt (1888-1985) wohl als einer der einflussreichsten Klassiker des politischen Denkens überhaupt verstanden werden. Seine Kritik des Liberalismus und seine Überlegungen zu den „völkerrechtlichen Großräumen“ haben in jüngster Vergangenheit wieder erschreckend an Aktualität gewonnen.
In Jan-Werner Müllers „Ein gefährlicher Geist. Carl Schmitts Wirkung in Europa“ wird die Rezeptionsgeschichte dieses umstrittenen Denkers nachgezeichnet. Auf den rund 260 Seiten wird zunächst ein kurzer biographischer Abriss gegeben, in der auch Schmitts Engagement im NS-Staat und seine ant1sem1tischen Ressentiments zur Sprache kommen. Der eigentliche Fokus des Buches liegt jedoch auf der Zeit nach 1945, in der Schmitt keine Professur mehr erhält aber dennoch einen beträchtlichen Einfluss in der Bundesrepublik und in Europa entfaltet. Welche intellektuellen Kreise durch Schmitt beeinflusst wurden, welche seiner Argumente sie übernahmen und wo sie in Abgrenzung zu Schmitt andere Wege gingen, wird von Müller minutiös herausgearbeitet. Neben der Ritter-Schule um Denker wie Odo Marquardt & Wolfgang Böckenförde werden bspw. auch die Vordenker der 68er-Bewegung um Johannes Agnoli oder die Neue Linke Italiens thematisiert.
Zur Person und zum Denken Carl Schmitts wird und wurde viel publiziert. „Ein gefährlicher Geist“ stellt für mich jedoch eine Pflichtlektüre dieses Segments dar. Akribisch herausgearbeitet, gut geschrieben, dazu unterhaltsam eingeschobene Anekdoten und Zitate, die den Lesefluss auflockern – hier stimmt einfach vieles. Und gerade deshalb wäre eine erweiterte Neuauflage dieses Buches äußerst wünschenswert. Die letzte Auflage stammt von 2011, ist für Sekundarliteratur so alt also noch nicht. Dennoch fehlt hier die Schmitt-Rezeption in China & Schnellroda und außerdem würde mich interessieren, ob Müller in bestimmten Teilen der postkolonialen Theorie eine Art Schmittianischen Anti-Universalismus erkennen würde.
Aber auch ohne Neuauflage ein frühes Jahreshighlight 2026!
Review auf Instagram: https://www.instagram.com/p/DTw8r8oAvGP
In Jan-Werner Müllers „Ein gefährlicher Geist. Carl Schmitts Wirkung in Europa“ wird die Rezeptionsgeschichte dieses umstrittenen Denkers nachgezeichnet. Auf den rund 260 Seiten wird zunächst ein kurzer biographischer Abriss gegeben, in der auch Schmitts Engagement im NS-Staat und seine ant1sem1tischen Ressentiments zur Sprache kommen. Der eigentliche Fokus des Buches liegt jedoch auf der Zeit nach 1945, in der Schmitt keine Professur mehr erhält aber dennoch einen beträchtlichen Einfluss in der Bundesrepublik und in Europa entfaltet. Welche intellektuellen Kreise durch Schmitt beeinflusst wurden, welche seiner Argumente sie übernahmen und wo sie in Abgrenzung zu Schmitt andere Wege gingen, wird von Müller minutiös herausgearbeitet. Neben der Ritter-Schule um Denker wie Odo Marquardt & Wolfgang Böckenförde werden bspw. auch die Vordenker der 68er-Bewegung um Johannes Agnoli oder die Neue Linke Italiens thematisiert.
Zur Person und zum Denken Carl Schmitts wird und wurde viel publiziert. „Ein gefährlicher Geist“ stellt für mich jedoch eine Pflichtlektüre dieses Segments dar. Akribisch herausgearbeitet, gut geschrieben, dazu unterhaltsam eingeschobene Anekdoten und Zitate, die den Lesefluss auflockern – hier stimmt einfach vieles. Und gerade deshalb wäre eine erweiterte Neuauflage dieses Buches äußerst wünschenswert. Die letzte Auflage stammt von 2011, ist für Sekundarliteratur so alt also noch nicht. Dennoch fehlt hier die Schmitt-Rezeption in China & Schnellroda und außerdem würde mich interessieren, ob Müller in bestimmten Teilen der postkolonialen Theorie eine Art Schmittianischen Anti-Universalismus erkennen würde.
Aber auch ohne Neuauflage ein frühes Jahreshighlight 2026!
Review auf Instagram: https://www.instagram.com/p/DTw8r8oAvGP
February 3, 2026
zwischendurch krass nischig, aber gerade das ende fand ich nice
postkoloniale und stärker globale Orientierungen hätte ich noch spannend gefunden (China usw), er diskutiert viel zwischen Italien, Spanien, Frankreich BRD in der Rezeption
er schafft es gut die paradoxe Position von Schmitt zu beschreiben und man checkt nach dem buch besser, an welche punkte schmittianer anknüpfen, auch wenn sie ansonsten in komplett unterschiedlichen politischen lagern sind
und zwischendurch einfach viele lustige und random Anekdoten
postkoloniale und stärker globale Orientierungen hätte ich noch spannend gefunden (China usw), er diskutiert viel zwischen Italien, Spanien, Frankreich BRD in der Rezeption
er schafft es gut die paradoxe Position von Schmitt zu beschreiben und man checkt nach dem buch besser, an welche punkte schmittianer anknüpfen, auch wenn sie ansonsten in komplett unterschiedlichen politischen lagern sind
und zwischendurch einfach viele lustige und random Anekdoten
December 22, 2010
Pretty good book on Schmitt. It's a short intellectual history of what he wrote and then the ways it has been used since then. Very helpful.
October 3, 2016
A book for specialists no doubt, but nevertheless a good and thorough survey of the impact that this influential political theorist has had on generations of intellectuals across the political spectrum.
July 30, 2017
Interesting survey of Schmitt's legacy. Detailed.
January 23, 2026
Jan-Werner Müller führt eindrucksvoll vor Augen, dass Carl Schmitt (1888 - 1985) weniger ein toter Jurist als vielmehr der intellektuelle Herpes der europäischen Geistesgeschichte ist: unangenehm, latent gefährlich – und schlicht nicht auszurotten. Mit der Präzision eines Tatortreinigers zeichnet Müller nach, wie der „Kronjurist des Dritten Reiches“ von seinem Sauerländer Exil in Plettenberg aus – das er in einem Anfall gewohnter Selbstüberschätzung mit Machiavellis San Casciano verglich – zur Pilgerstätte politischer Geisterfahrer von ganz links bis ganz rechts avancierte.
Eine besondere Komik entfaltet Müllers Darstellung dort, wo er den eitlen „Schrecken vom Amt“ beschreibt: einen Mann, der sich selbst weinerlich als verfolgten „Katechon“ inszenierte, Besucher demonstrativ vor der Tür stehen ließ, um seine Wichtigkeit zu unterstreichen, und posthum dennoch zum intellektuellen Waffenhändler für all jene wurde, denen der Liberalismus zu langweilig, zu langsam oder zu zivilisiert erschien. Schmitt, so zeigt dieses Buch, liefert bis heute die argumentative Munition für jeden, der Ordnung ohne Bindung, Entscheidung ohne Verantwortung und Macht ohne Moral sucht.
Müllers Analyse ist mehr als eine historische Abrechnung. Sie ist der Beweis, dass man selbst ohne moralischen Kompass eine erstaunlich starke magnetische Wirkung entfalten kann – vorausgesetzt, man bietet Denkfiguren an, die dort verführen, wo Komplexität, Ambivalenz und Liberalität als Zumutung empfunden werden.
Eine besondere Komik entfaltet Müllers Darstellung dort, wo er den eitlen „Schrecken vom Amt“ beschreibt: einen Mann, der sich selbst weinerlich als verfolgten „Katechon“ inszenierte, Besucher demonstrativ vor der Tür stehen ließ, um seine Wichtigkeit zu unterstreichen, und posthum dennoch zum intellektuellen Waffenhändler für all jene wurde, denen der Liberalismus zu langweilig, zu langsam oder zu zivilisiert erschien. Schmitt, so zeigt dieses Buch, liefert bis heute die argumentative Munition für jeden, der Ordnung ohne Bindung, Entscheidung ohne Verantwortung und Macht ohne Moral sucht.
Müllers Analyse ist mehr als eine historische Abrechnung. Sie ist der Beweis, dass man selbst ohne moralischen Kompass eine erstaunlich starke magnetische Wirkung entfalten kann – vorausgesetzt, man bietet Denkfiguren an, die dort verführen, wo Komplexität, Ambivalenz und Liberalität als Zumutung empfunden werden.
July 12, 2026
To borrow a phrase from Indiana Jones, “I hate Nazis”. Carl Schmitt was and still is a dangerous man with dangerous ideas. From defending the Nazi party and Hitler for the Night of the Long Knives, to developing a legal theory that a state of exception must exist for a State to survive. The state of exception of course could only be invoked by the leader, and without restraint.
These concepts are eerily present in the current administration, which should come as no surprise given that these folks in the current administration talked about it prior to the 2024 election.
Former 7th Circuit court of appeals judge Richard Posner warned about the dangerous ideas of Schmitt. The book does a great job of illustrating Schmitt’s errors and calamitous and opportunistic opinions by contrasting these theories with far more respected legal scholars such as Hannah Arendt.
A great read for understanding anti liberalism.
These concepts are eerily present in the current administration, which should come as no surprise given that these folks in the current administration talked about it prior to the 2024 election.
Former 7th Circuit court of appeals judge Richard Posner warned about the dangerous ideas of Schmitt. The book does a great job of illustrating Schmitt’s errors and calamitous and opportunistic opinions by contrasting these theories with far more respected legal scholars such as Hannah Arendt.
A great read for understanding anti liberalism.
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