Als der jungen Naave eines Tages ein waschechter Feuerdämon gegenübersteht, gefriert ihr buchstäblich das Blut in den Adern. Denn Feuerdämonen sind die gefährlichsten Geschöpfe der Welt, das weiß Naave aus schmerzlicher Erfahrung – schließlich tötete eines dieser Wesen ihre Mutter. Allerdings scheint dieser spezielle Feuerdämon verletzt zu sein, denn er bricht vor ihren Augen bewusstlos zusammen. Äußerst widerwillig hilft sie dem Fremden, nicht ahnend, dass sie damit Ereignisse auslösen wird, die ihre Welt von Grund auf verändern werden.
Erster Satz: Kraaeeee! Der Schrei ging ihm durch Mark und Bein.
Ich weiß nicht was ich erwartet habe, doch das was ich in Feuer der Götter letztendlich bekam, war es jedenfalls nicht. Die Autorin hat eine gefährliche und grausame Welt erschaffen in der nur die überleben, die schlau genug sind. Obwohl mir natürlich klar war das die Geschichte sich im Wald, im Dschungel abspiekt, hatte ich doch nicht damit gerechnet das die Autorin dies so hautnah rüberbringen würde. Teilweise hatte ich wirklich das Gefühl mit Royia und Naave im Dschungel zu stehen und giftigen Pflanzen und gefährlichen Tieren auszuweichen.
Royia ist dank seiner Gabe einer der Erwählten. Nach jahrelangem Training ist er bereit seinen Platz im Bergtempel unter den anderen Göttern einzunehmen, doch kurz bevor er diesen Weg beschreitet, wird er von einem Fremden gewarnt dass das Leben im Licht das ihn erwartet, einzig und allein eine Lüge ist. Royia ist hin und her gerissen, doch er kann nicht einfach den Jadeweg entlang gehen, ohne den anderen von dieser dreisten Lüge zu erzählen. Doch stattdessen sieht er etwas das ihn dazu veranlasst zu fliehen, hinunter in den Unterwalt und weg von allem was er kennt.
Nachdem Naaves Mutter in von einem Feuerdämon verursachtem Feuer starb, ist sie ganz alleine auf sich gestellt, hält sich mit fischen und gelegendlichem stehlen über Wasser. Als sie dann auf einen Feuerdämon stößt, tut sich ihr ein ganz neuer Weg auf. Im Tempel wird man für das fangen eines Feuerdämons mit Reichtümern überhäuft und Naave ist fest entschlossen sich diese Belohnung nicht entgehen zu lassen. Auch auf die Gefahr hin genauso zu sterben wie Royia. Durch unglückselige Umstände gelingt es ihr Royia zu fangen, doch nichts läuft wie es geplant war und plötzlich findet sich Naave mit Royia mitten im Wald wieder, fern ab der Stadt.
In Feuer der Götter geschehen sehr viele Dinge, doch letztendlich geht es darum heraus zu finden was genau mit der Botschaft an Royia gemeint war. Wieso ist das Leben im Licht eine Lüge? Wenn nicht ein Leben als Gott, was erwartet die Erwählten dann nachdem sie den Jadegang durchschritten haben? Royia ist fest entschlossen dies heraus zu finden und stellt damit unbeabsichtigt Naaves Leben komplett auf den Kopf. Sie erfährt Dinge von denen sie nicht einmal geträumt hätte und kommt der Antwort der Frage plötzlich viel näher als gedacht. Doch auf dem Weg dorthin lauert der Tod an jeder Straßenecke. Spannung ist hier also mehr als genug vorhanden.
Die Liebesgeschichte nahm eine eher unwichtige Stellung ein. Am Anfang war sie noch gut nachvollziehbar, doch dann macht sie einen richtigen Satz und ab da war es für mich dann nicht mehr wirklich realistisch. Es ging einfach alles zu schnell. Ich hatte so eine Geschichte wie gesagt nicht erwartet und habe auch vergleichsweise lang für das Buch gebraucht. Das gewisse Etwas fehlte, selbst zum Schluss hin wo es spannender wurde. Zudem kam ich vor allem am Anfang mit Naave nicht wirklich zurecht. Das besserte sich im Laufe der Geschichte aber zum Glück.
Ob es sich bei dem Buch um einen Einzelband oder um einen Reihenauftakt handelt weiß ich nicht. In meinen Augen ist nach diesem Ende beides möglich.
Fazit
Feuer der Götter machte es mir am Anfang etwas schwer. Die Geschichte war zwar interessant, aber nicht gerade spannend und mit Naave konnte ich im ersten Moment auch nichts anfangen. Zum Glück besserte sich das aber im Laufe der Geschichte und auch der Plot wurde besser und zum Ende hin doch recht spannend. Von der Liebesgeschichte bin ich etwas enttäuscht, aber es wurde ziemlich früb deutlich das sie nur eine untergeordnete Rolle spielt. Wenn es eine Fortsetzung geben wird, werde ich diese sicher lesen, allerdings habe ich diesbezüglich nichts finden können. Ob es sich hierbei nun also ob einen Einzelband handelt oder nicht wird sich wohl noch zeigen müssen.
Das Cover von Stefanie Simons "Feuer der Götter" finde ich sehr ansprechend und hübsch. Es ist in den Farben Grün und Schwarz gehalten. Man sieht ein Mädchen das vorne etwas durch ein Blatt verdeckt ist.
Die Protagonisten fand ich sehr ansprechend. Naave, ein freches Mädchen aus der Stadt, ist definitiv nicht auf den Mund gefallen. Sie ist harsch und lässt sich von so ziemlich niemandem etwas sagen. Sie lässt sich nichts aufzwingen und versucht immer ihr eigenes Ding und ihre eigene Meinung durch zusetzen, und wenn es nicht anders geht dann auch einmal mit dem Kopf durch die Wand. Für ihren Herkunftsort ist Naave relativ gut gebildet und intelligent. Irgendwie hat sie sich immer durchgeschlagen und ließ sich nicht von ihrem Weg abbringen. Naave ist kein Engel und erst recht kein Unschuldslamm, aber das weiß sie auch selbst. Entsprechend ihres Lebensstiles ist auch ihr Lieblingsgott - Tique, der Gott der Diebe. Sie hasst Feuerdämonen - aus gutem Grund. Die Erinnerungen an den Tod ihrer Mutter holen sie immer wieder ein - ob gewollt oder nicht. Wenn sie wütend ist, so zeigt sie dies auch. Royia ist ein Waldmensch. Er ist von Grund auf anders als Naave, eher zurückhaltend und elegant., verbirgt seine Wut meist anstatt sie offen zu zeigen. Er lebt ein Leben, das sich viele nur wünschen können - und doch ist alles nicht so wie er es sich vorgestellt hätte. Royia fällt es sichtlich schwer sich jemandem anzuvertrauen, denn in ihm sehen alle nur den Feuerdämon - und den verabscheuen alle. Er hofft vergebens auf Freundlichkeit und Hilfe und erhält im Endeffekt das genaue Gegenteil. Auch wenn er weiß was er ist, und wo er her kommt, so stellt er sich doch immer wieder die Frage wer er wirklich ist und was dies für ihn zu bedeuten hat. Ob alles so richtig ist und ob er etwas ändern, auch dies sind wichtige Punkte in Royias Leben.
An Nebencharakteren treten einige Personen auf, die zwar für den Fortgang des Romanes von Bedeutung sind, an sich allerdings keine allzu große Rolle spielen. Da wäre zum einen Tzozic, ein Wirt aus der Stadt in der Naave lebt. Er ist sehr selbstsüchtig und egoistisch. Andere Menschen, ihr Leid und Wohl sind im egal, alles was für ihn zählt ist er selber. Um an das zu gelangen was er will, geht er auch mal "über Leichen". Schnell wird er sehr wütend und bekommt dann einen halben "Tobsuchtanfall" von dem man ihn dann auch nicht so schnell wieder runter bekommt. Rache steht ebenfalls hoch auf seiner Liste. Xocehe ist Royias Lehrmeisterin. Sie ist meist sehr kühl und zeigt keine Gefühle, niemandem gegenüber. Die meiste Zeit wirkt sie sehr geheimnisvoll und kaum durchschaubar. Man weiß nie so genau, was gerade in ihr vor geht oder was sie denkt. Ist sie gut oder böse? Tlepau Aq ist der Priester der Stadt. Er gibt kaum etwas von sich preis und ist wie die meisten Priester sehr beherrscht. Doch auch er hütet dunkle Geheimnisse. Auch wenn er an das Wohl der Bevölkerung denkt, so hat man manchmal das Gefühl das er nur so handelt wie es von einem Priester verlangt wird und nicht selbstständig.
Der Schreibstil von Stefanie Simon konnte mich sehr fesseln. Sie schreibt sehr lebendig und erzählend, so dass man sich alles sehr gut vorstellen konnte und der Roman viel lebendiger Wirkte. Auch die Erzählperspektivenwechsel zwischen der von Naave und Royia hat mir sehr gut gefallen. So bekam man nicht nur einen einseitigen Einblick, sondern erfuhr auch mehr über die Personen selbst und ihre Gedanken.
Die Story habe ich mir eigentlich ganz anders vorgestellt wo ich den Klappentext gelesen habe. Was nun aber nichts negatives sein soll. Ganz im Gegenteil, ich war sogar positiv überrascht. Neben den Charakteren mit denen ich mit gut identifizieren konnte hat mir auch die Welt gefallen. Ich finde es immer wieder spannend wenn Autoren es vermögen einen in eine ganze eigene, neue Welt zu entführen. Und genau das hat Stefanie Simon in diesem Roman geschafft - sie hat mich in eine mir unbekannte Welt entführt und sie so wunderbar bildlich dargestellt das ich fast dachte ich wäre selbst schon einmal da gewesen. Unglaublich kreativ fand ich die Namensgebungen, ob es nun bei den Charakteren, den Namen für Tiere und Pflanzen, Gottheiten oder Menschengruppen war, ich bin schlichtweg fasziniert wie kreativ sich die Autorin gegeben hat und so noch viel mehr Neues einbringen konnte, was den Eindruck einer neuen, unbekannten Welt nur noch mehr verstärkt hat. Auch die Beziehung zwischen Royia und Naave, die sowohl sprunghaft wie auch amüsant war wurde keineswegs langweilig. Auch wenn man sich gelegentlich gefragt hat ob sich die beiden nun endlich entscheiden können, so hatte ich als Leserin persönlich nie Grund zum stöhnen oder meckern, da die Gefühlslagen der Beiden immer wieder auftauchten und somit zu genüge erklärt wurde wieso die beiden so handeln. Das Zusammenspiel der Charaktere kann ich ebenfalls loben. Die beiden Protagonisten ergeben einen wunderbaren Gegensatz, und doch kann sich der Leser in beide hineinversetzen und nachempfinden. Einen weiteren Pluspunkt bekommt der Roman dafür, das er den Leser weder mit zu viel "Action" überflutet, noch mit zu wenig "Action" zum einschlafen bringt. Das Zusammenspiel von "Ruhephasen" und "Action pur" hat Stefanie Simon sehr gut gemeistert.
Anzüglich hob er eine Braue als wolle er sagen: Du hast doch keine Ahnung von Schmerzen. Zitat S. 152
Die Emotionen die Stefanie Simon in ihrem Roman an den Leser vermitteln will, greifen diesen direkt an. Ich habe nicht zu selten an so mancher Stelle geschmunzelt oder mir vor Nervosität und Spannung fast an den Fingernägeln gekaut. Die Autorin verknüpft unseren Glauben an Religion mit einer neuen Art und schafft somit etwas neues, spannendes das der Leser noch nicht kennt. Viele neue Gottheiten und andere Gebete die man fast augenblicklich mit dem eigenen Glauben vergleicht. Sie hat es wunderbar geschafft eine Welt von unglaublichen Gottheiten, mystischen Wesen und Welten mit einem Hauch vom "Heute" zu kombinieren, was mir wirklich gut gefallen hat. Zwischendurch kam das Gefühl auf man komme nicht voran, aber im Endeffekt habe ich den Sinn dahinter verstanden.
Am Ende des Romanes bin ich fast durchgedreht, so spannend war es. Die letzten Seiten habe ich gerade zu verschlungen. Das letztendliche Ende des Romanes ist super in sich abgeschlossen, macht aber fast schon Lust auf mehr.
Fazit:
Stefanie Simons "Feuer der Götter" hat mir wirklich gut gefallen. Der Roman war anders als eigentlich erwartet hätte. Ich kann dieses Buch allen empfehlen die kein Problem mit Überraschungen haben und sich gerne in eine neue Welt entführen lassen.
"Exotisches Abenteuer, voller vergangener Mythologie und fantasievollen Akzenten!"
Inhalt: Royia wurde dazu bestimmt eine Gottheit zu werden. Nach langer Tradition und einer schmerzhaften Ausbildung nähert sich der Tag. Doch als Royia den Berg zu den Göttern besteigen soll, erwachen in ihm Zweifel, die nicht unbegründet scheinen. Als dann Royia auf Naave stößt, ist sein Schicksal vorprogrammiert. Doch Naave sieht in Royia nur den unheimlichen Feuerdämon, einen Feuerdämon durch den einst ihre Mutter zu Tode kam. Schneller als es Naave lieb ist, merkt sie, wie menschlich ein Feuerdämon doch sein kann …
Geschichte 4/5 Spannung 4/5 Charaktere 4/5 Thematik 4/5 Tiefgang 3/5
Meinung: Der Roman „Feuer der Götter“ ist eine spannende und extrem exotische Mischung aus Elementen der Vergangenheit und fantasievollen Akzenten. Mich hat vieles in der Geschichte an die Maya Kultur erinnert, ebenso wie Legenden und Mythen. Durch den fantasievollen Akzent fühlte ich mich ein wenig an „Avatar“ erinnert.
Die Geschichte handelt von zwei Charakteren, deren Geschichte aufeinander trifft. Einerseits geht es um Royia, dem jungen Mann, der eine Gottheit werden soll und eine lange Ausbildung über sich ergehen lassen musste. Andererseits geht es um Naave, die junge Fischerin aus der Stadt, die tagtäglich um ihr Überleben kämpfen muss. Beide Protagonisten treffen aufeinander und prompt verweben sich ihre Schicksale miteinander. Es kommt zügig zu spannenden Höhepunkten und gemeinsam müssen Royia und Naave die Gefahren des Dschungels bezwingen … und diese können sie nur, wenn sie Hand in Hand zusammenarbeiten.
—————————————————————— »Gib mir den Dolch zurück!« Er blickte über die Schulter. Die junge Stadtfrau stand auf den Füßen. Leicht vorgebeugt — nicht aus Erschöpfung, sondern weil sie ihn fürchtete. Als er einen Schritt auf de zu machte, zuckte sie zurück. (Seite 91)
—————————————————————— In „Feuer der Götter“ gibt es einige spannende Höhepunkte. Die Geschichte wandelt sich schnell zu einem Abenteuer mitten im Dschungel. Mich hat der ganze Kult, die Menschen, ihre Lebensweise und der Dschungel rund um die Stadt herum stark an die Maya Kultur erinnert und gerade dieser Aspekt konnte mich ungemein fesseln. Dazu kommen mythische Elemente, da viel von den unterschiedlichen Göttern die Sprache ist. Zudem gibt es das Volk der Auserwählten, deren Blut schimmert und deren Blut Feuer entfachen kann. Dies ist der fantasievolle Aspekt in der Geschichte. Hinzu gesellen sich unterschiedliche exotische Lebewesen aus dem Dschungel. Durch diesen Mix von Elementen ist es insgesamt etwas schwierig die Geschichte genau einzuordnen.
Ich möchte an dieser Stelle auch nicht zu viel der Story vorweg nehmen, aber es gibt spannende Wendungen in der Story, die vor allem Naave betrifft. Da beide Protagonisten gemeinsam um ihr Leben kämpfen, kommen sie sich natürlich auch näher. Die stetig wachsende Beziehung der beiden wirkt aber sehr realistisch, denn zuerst hasst Naave Royia bis auf die Knochen, wo Royia das Fischermädchen eigentlich egal ist. Doch im Laufe der Geschichte und nach mehreren Abenteuern, die beide durchstehen, kommen sie sich letztendlich näher. Zwischen beiden entwickelt sich eine sehr schöne Art der Liebe, die in dem Roman die völlige Ausnahme darstellt, da die Geschichte sonst sehr realistisch verläuft. Es gibt Sklavenhaltung, eine enorme Trennung von Reich und Arm und eine ziemliche Ausbeutung. Doch gerade da ich mich sehr für die Kultur der Maya interessiere, passte das Thema prima in mein Beuteschema, erwartet hatte ich solch einen Plot allerdings nicht.
—————————————————————— Naave sah mehrmals über die Schulter. Dann wagte sie es die Faust zu öffnen, die sie an den Bauch gepresst hielt. An der Schnur, die sie dem Yioscalo vom Gürtel gerissen hatte, hingen acht Silberringe. Und sogar ein Goldring. (Seite 279)
—————————————————————— Insgesamt ist „Feuer der Götter“ ein etwas anderer Roman. Im Vordergrund steht das Schicksal zweier junger Menschen, die beide die Wahrheit herausfinden wollen. Dabei ahnen sie aber noch nicht, zu welchem Preis sie an die Wahrheit gelangen.
Ich vergebe 4 gute Sterne. Die Geschichte ist spannend und die Autorin beschreibt eine authentische und vergangene Welt. Ich als Leser fühlte mich in den Dschungel versetzt. Ich konnte förmlich die Grausamkeit in der Stadt am eigenen Leib spüren. „Feuer der Götter“ ist fesselnd, aber man sollte wissen, dass die Liebesgeschichte von Royia und Naave nicht im Mittelpunkt steht, sondern ihr aufeinandertreffen, ihre Entwicklung und ihre gemeinsame Suche nach der Wahrheit. Einen Stern ziehe ich allerdings ab, denn das Ende konnte mich überhaupt nicht mehr überzeugen. Ich fand es etwas übertrieben und wirr. Ich fand es alles in allem enttäuschend, da die Geschichte davor einfach nur aufregend zu lesen war.
Der Schreibstil ist flüssig und durch gewisse Beschreibungen und exotische Lebewesen gerät der Leser beinahe selbst in den Dschungel. Durch den Schreibstil der Autorin konnte ich mir die Szenerie immer extrem gut vorstellen und zudem kam immer wieder Spannung auf.
Das Cover finde ich eher nicht so gelungen. Das Titelbild ist gestalterisch alles andere als ein Meisterwerk. Zudem vermittelt der Klappentext ein etwas anderes Bild von der Geschichte, als es Tatsache ist.
—————————————————————— Sie legte eine Pfanne auf die Schale, um den rußigen Qualm zu ersticken. Dann wandte sie sich zu Royia um. Im Ermangelung einer eigenen Kammer hatte er sich auf ihre Bettstatt gelegt. Er ruhte auf der Seite, den Kopf auf eine Hand gestützt, und sah sie an. (Seite 378)
——————————————————————
Fazit: Ich vergeb für „Feuer der Götter“ 4 gute Sterne. Die Geschichte hat mich überrascht. Die Thematik konnte mich überzeugen, ebenso wie die Szenerie und die vielen spannenden Wendungen. Nur das Ende konnte mich leider nicht fesseln. Ich empfehle „Feuer der Götter“ jedem, der etwas exotisches lesen möchte, mit Action, Mythologie und einer Portion Gefühle.
Ich habe das Buch aus vielen Gründen sehr geliebt. Zum einen konnte man in eine komplett neue Welt abtauchen, die schön detailliert aufgebaut war. Zum anderen war die Protagonistin ein starker, unperfekter Charakter, den man einfach nur lieben konnte. Das einzige was mich gestört hat war, dass der Romance-Anteil so klein war. Im Klappentext wird einem verbotene Liebe versprochen, nur dass Naave und Royia erst in den letzten zwei/drei Kapiteln endlich vereint sind. Ich hätte mir mehr von den beiden gewünscht. Und einen zweiten Teil! Das Ende lässt mir so viele Fragen offen…
This entire review has been hidden because of spoilers.
‟Feuer der Götter“ von Stefanie Simon ist ein gefühlsbetonter, großartiger High-Fantasy-Roman, der in eine einzigartige Welt entführt und mich einfach begeistert hat.
Zunächst kurz zum Inhalt: Royia ist ein Waldmensch und dazu auserwählt, eines Tages im Bergpalast den Platz von einem der 14 Götter, repräsentiert durch die 14 Monde, einzunehmen. Seit Jahren wurde er darauf vorbereitet, doch gerade als er seinen Weg antritt, um ein Gott zu werden, wird er gewarnt und flieht irritiert. Naave ist ein Stadtmensch. Sie lebt im ärmsten Teil der Stadt und hält sich mit Fischen und Stehlen über Wasser. Als sie plötzlich im Wald Royia gegenüber steht, erkennt sie in ihm keinen Gott, sondern einen Feuerdämon. Ein Wesen wie das Monster, das ihre Mutter tötete. Doch er könnte auch ihre Eintrittkarte in ein besseres Leben sein, denn wer einen Feuerdämon fängt und zum Tempel bringt, wird reich belohnt. Wie Royia muss aber auch Naave feststellen, dass ihre Welt viele Lügen und Geheimnisse birgt. Die Suche nach der Wahrheit verbindet die beiden...
Nachdem ich von dem wundervollen Cover angelockt worden war, wurde ich beim Lesen zunächst überrascht. Denn hilfreich – wenn auch widerwillig – wie der Klappentext es ankündigte, ist Naave im Bezug auf den Feuerdämon, den der Leser zuvor schon als angehenden Gott Royia kennenlernt, nun wirklich nicht. Das in Armut lebende Mädchen wittert viel mehr ihre Chance auf den gesellschaftlichen Aufstieg. Sie möchte ihm nicht helfen, sondern den verhassten Feuerdämon beim Tempel dem Hohepriester übergeben und die Belohnung einstreichen. Doch durch diesen Plan deckt Naave Geheimnisse auf, die sie selbst mehr als verwirren, und ihr Abenteuer an Royias Seite, welches sie in den ihr als Stadtmensch völlig unbekannten Wald führt, beginnt eher unfreiwillig.
Die beiden Hauptcharaktere, Royia und Naave, sind sehr unterschiedlich. Royia ist ein Krieger, zum Kampf ausgebildet, doch er hat durch seine Andersartigkeit und seiner Bestimmung als Erwählter der Götter auch schon viel Leid erfahren. In seinem Kern ist er ein sehr naturverbundener, großherziger Mensch, was ihn wohl auch dazu verleitet, die widerspenstige Naave in den ihr fremden Wäldern nicht sich selbst zu überlassen. Naave hasst Feuerdämonen mehr als alles andere auf der Welt, kann aber nicht anders, als mit der Zeit Zweifel an ihrem Wissen zuzulassen. Dennoch ist sie zu Beginn ein naives Stadtmädchen. Streitsüchtig und schlagfertig wie sie auf der einen Seite ist, macht sie es Royia nicht leicht und sorgt mit ihren bissigen Kommentaren auch für ein paar Schmunzler beim Leser. Auf der anderen Seite ist Naave allerdings im Wald auch hilflos, manchmal ein wenig weinerlich und, wenn sie ihre weiche Seite zulässt, merkt auch der Leser schnell, dass sich mehr in ihr verbirgt, und versteht, warum Royia mit der Zeit beginnt, sie zu mögen.
Die beiden machen im Laufe des Romans eine schwierige, aber sehr schöne, langsame Entwicklung durch, die sie Schritt für Schritt näher zusammen bringt und für mich eine ganz besonders einfühlsame Liebesgeschichte darstellte. Beide Charaktere sind und entwickeln sich sehr glaubwürdig, werden reifer und werfen ihre alten Weltbilder ab, um die Wahrheit gemeinsam zu entschlüsseln – und das hat es in sich.
Das Finale dieses Romans war so packend, dass es mich auch Stunden später nicht losgelassen hat, und so offen gehalten, dass viel Spielraum für die eigene Phantasie bleibt. Es ist Teil der wunderbaren und auch grausamen Welt, welche die Autorin hier erdacht hat, und fügt sich glaubhaft, aber auch schockierend in ein sehr durchdachtes Gesamtbild ein. Nicht nur die facettenreichen Nebencharaktere und die spannende Handlung sind gut gelungen, sondern auch die eindringliche und bildhafte Beschreibung der fantastischen, bunten Welt überzeugen auf ganzer Linie. Der Leser taucht ab in grüne Wälder voller wundersamer Pflanzen und Lebewesen, die herrlich detailliert und kreativ beschrieben sind. Gerade diese Natur, wie sie in "Feuer der Götter" beschrieben wird, hat mich verzaubert.
Auch sprachlich hat mir dieser Roman einer deutschen Autorin außergewöhnlich gut gefallen. Ohne sich zu sehr in Details zu verlieren, entwirft Stefanie Simon ihre Welt in einer flüssigen Sprache, welche die Atmosphäre der Handlung perfekt einfängt und widerspiegelt. Besonders die emotionaleren Abschnitte, in denen sich die ersten Gefühle zwischen Royia und Naave entfalten, sind sehr gefühlvoll geschrieben, ohne jedoch kitschig zu wirken. Der Roman hält die Waage zwischen glaubhafter Liebesgeschichte, Spannung und erschreckender, teilweise schockierender und abstoßender Wirklichkeit dieser patriarchalischen Welt. Ein wenig gestört haben mich manchmal lediglich sehr sprunghafte Wechsel der Situationen, bei denen mir schlicht die Übergänge fehlten.
Fazit: Ein (fast) perfekter Fantasyroman mit starker Handlung, überzeugenden Charakteren und einer wundervollen Liebesgeschichte. Ich bin begeistert und empfehle es gern weiter. 5 Sterne
Als ich die Inhaltsangabe von "Feuer der Götter" gelesen habe, dachte ich an eine Geschichte, die wie viele Fantasy-Romane in unserer heutigen Zeit spielt, nur eben mit ein paar mystischen Wesen. Doch die Welt, in die Stefanie Simon mich hier entführt hat, ist eine komplett andere, als ich es erwartet habe! Sie hat mich irgendwie sehr an Pandora, den fremden Planeten im Film "Avatar" erinnert: fantastische Tier in vielerlei Farben und eine Pflanzenwelt voller Gefahren und Schönheit. Und in genau dieser Welt leben die Waldmenschen, ein naturbezogenes Volk, aus deren Mitte die "Erwählten" geboren werden, die dazu bestimmt sind, den Platz eines der 14 Götter einzunehmen, wenn er nach vielen hundert Jahren im Dienst des Gott-Einen und der Menschheit verstirbt. Und genau so einer ist Royia. Doch auf seinem Weg hoch in den Bergpalast, um den Gott Tique zu ersetzen, ereilt ihn eine Botschaft, die ihn an seinem vorbestimmten Weg zweifeln lässt und eine Reihe ungeahnte Ereignisse nach sich zieht. Naave, die als Stadtmensch nichts von all dem ahnt, was sich jenseits des großen Flusses, der Wald- und Stadtvolk trennt, abspielt, hält den wunderschönen mit einem Mal im Gesicht gezeichneten Royia für einen Feuerdämon. Ein Wesen, das sie wie kein anderes hasst und dem man schnellstmöglich den Prozess machen sollte. Doch dann kommt alles ganz anders als geplant, denn kaum jemand ist wirklich der, der er zu sein scheint und eine abenteuerliche Reise für die beiden beginnt.
Mich hat die Geschichte wirklich in ihren Bann gezogen, vor allem da sie so ganz anders war als ich es erwartet hatte und als all die Fantasy-Romane, die ich für gewöhnlich lese. Naave und Royia sind zwei wirklich tolle Protagonisten, aus deren Sicht abwechselnd geschildert wird. An manchen Stellen fällt es kurz schwer, diesen Wechsel mitzubekommen was hier und da für ein bisschen Verwirrung bei mir geführt hat, aber nach wenigen Sätzen war meist wieder alles klar. Beide Figuren machen während der Handlung eine unglaublich tolle Entwicklung durch. Naave ist anfangs teilweise recht kindisch und vorlaut. Sie tut viele Dinge sehr unüberlegt, womit sie einem schon mal auf die Nerven gehen kann. Aber mit jeder Seite wird sie erwachsener, und es macht Spaß, diesen Prozess mitzuverfolgen. Ich fand diese Entwicklung wirklich gelungen, die Autorin ließ Naave nicht von jetzt auf gleich reifer werden, es war wirklich ein langsamer Prozess, der durch seine Unterschwelligkeit super authentisch wirkt. Royia, der ja eigentlich zu "Höherem" geboren wurde, entdeckt im Laufe des Buches immer mehr seine menschliche, seine emotionale Seite. Auch bei ihm ist diese Entwicklung sehr langsam und genau dadurch wirkt sie so echt. Die Gefühle zwischen Naave und Royia wandeln sich schleichend, aus anfänglichem Hass wird eine zarte Liebe, der sich beide zunächst nicht bewusst sind. Ich fand es ein tolles Erlebnis, diese Entwicklung zu verfolgen, denn auch sie war unscheinbar und doch gleichzeitig so eindeutig, einfach eine super Mischung aus allem.
Der Schreibstil von Frau Simon ist super flüssig und nimmt den Leser mit in diese fremde Welt. Die tollen Beschreibungen und bildhaften Vergleiche machen es leicht, sich all die Tiere, Pflanzen, Menschen und Götter vorzustellen und ganz in die Geschichte abzutauchen. Dabei wird es aber nie zu viel des Guten. Bei der ersten Wanderung durch die wilden Wälder erfährt man viele Kleinigkeiten, die beim nächsten Marsch jedoch nicht noch einmal aufgegriffen werden, sodass sich die Geschichte nicht in endlosen Details verliert. Auch wenn es anfangs stellenweise etwas schleppend geht, wird die Spannung am Ende immer greifbarer und die letzten Seiten bin ich nur so geflogen.
Mir hat das Buch wirklich super gefallen, auch wenn es ganz anders war als erwartet. Doch gerade das hat den Charme dieser Geschichte ausgemacht, denn so war sie voller Überraschungen und toller Wendungen. Stefanie Simon verbindet die mystische Welt der Götter mit einer fantastischen Pflanzen- und Tierwelt und nimmt den Leser auf ihre ganz eigene Weise gefangen. Für jeden Fan unerwarteter Reisen ist das Buch auf jeden Fall ein super Geheimtipp, den es nicht zu verpassen gilt!
Royia gehört zum Stamm der Chacu. Sie leben im Dschungel, weit oben im Lichtwald wandeln sie in den Baumwipfeln und nie betritt einer von ihnen den Unterwald. Seit seiner Geburt ist Royia auf diesen einen Tag vorbereitet worden – er ist auserwählt, denn sein Blut schimmert wie flüssiges Feuer. Er stammt vom uralten Lavavolk ab und wird den Platz von einem der 14 Götter einnehmen, die im Bergpalast über die Welt wachen.
Doch bevor er diesen Gang antreten kann, erreicht ihn eine geheime Botschaft: „Das Leben im Licht ist eine Lüge.“ Eine Lüge.
Die Zweifel treiben Royia fort, fort von seiner Heimat, seiner Bestimmung.
Er trifft auf die junge Stadtfrau Naave. Ihr Hass vor ihm, dem „Feuerdämon“, lässt die Angst verschwinden und ihr einziger Gedanke ist, diesen unheimlichen Waldmenschen an den Tempel auszuliefern. Sie kann sich noch gut daran erinnern, wie schon einmal ein Feuerdämon in die Stadt gekommen ist – der Geruch des Feuers ist noch in ihrer Nase und die Schreie ihrer Mutter, die in den Flammen umgekommen ist, hallt in ihren Ohren nach. Aber die Belohnung, die sie vom Tempel für die Auslieferung erwartet, ist nicht das, was sie sich erhofft hat …
Meine Meinung:
Der Anfang hat mich etwas verwirrt durch die vielen exotischen Namen, die mich an die Azteken oder Maya erinnern. Auch die Tier- und Pflanzenwelt besticht durch außergewöhnliche Namen, an die ich mich erst gewöhnen musste. Allerdings sind sie so gewählt, dass man sich alles sehr gut vorstellen kann.
Bei den Waldvölkern und bei den Städtern geht es rau zu. Das Leben vieler besteht aus Armut, Leid oder Schmerzen. Sie leben streng nach ihrer Religion und die Priester stehen in einer hohen Gunst. Von Royias Stamm erfährt man nicht viel, nur der Glaube an die 14 Götter, die die 14 Monde symbolisieren und den Gott-Einen, der über allem steht, ist in seiner Welt allumfassend.
Auch die Städter glauben an diese Religion, doch wie so oft richtet sich das Leben dort eher nach Habgier, Neid und der Kraft des Stärkeren. Naaves Welt wird hier sehr lebendig beschrieben.
„Die Stadt und die Verderbtheit. Das war eins.“ S. 125
Neben der objektiven Sichtweise wird auch immer wieder zwischen Royia und Naave abgewechselt. So kommt man den beiden näher und spürt, was in ihnen vorgeht und wie sehr sie mit ihren Gefühlen kämpfen und aus welchen Motiven heraus sie handeln. Die Entwicklung der beiden ist für die Handlung bestimmend, sehr eindringlich und faszinierend.
„Sie war in diesem Moment nur ein ängstliches Wesen und nicht dieser Giftstachel, der ihm seit Tagen das Leben schwer machte.“ S. 155
Ein besonderer Schreibstil, in dem man sich aber gut einlesen kann. Allerdings gab es manchmal abrupte Sprünge, die mich etwas irritiert haben und ich einen Moment überlegen musste, was da gerade passiert war. Trotzdem war die Handlung durchweg spannend und mitreißend. In der Hälfte gab es für mich einen kleinen Durchhänger, der sich aber wieder erholt und gegen Ende in einen überraschenden und tragischen Schluss gesteigert hat.
Fazit:
Insgesamt eine außergewöhnliche und spannende Geschichte, verwoben mit einer altertümlichen Mythologie und einem tiefgründigen, nachdenklichen Ende. Vor allem die Entwicklung der beiden Protagonisten hat mich berührt. Die Aufklärung am Schluss kam für mich etwas unvermittelt, da die Frage, die sich Royia am Anfang stellen musste, für mich im Verlauf zu weit in den Hintergrund gerückt ist.
Inhalt: Naave hasst seit dem Tod ihrer Mutter Feuerdämonen und als eines Tages vor ihren Augen einer zusammenbricht, beschließt sie ohne Zögern, in zum Tempel zu bringen und die Belohnung zu kassieren. Als sie den Tempel erreicht, beginnen jedoch die Ereignisse sich zu überschlagen. Warum zeigt der Hohe Priester ein solches Interesse an ihr? Und warum warnt Royia, der Feuerdämon, sie die ganze Zeit davor, alles zu glauben, was man ihr über ihre Welt und die Feuerdämonen erzählt hat? Meine Meinung: Das Cover gefällt mir mit dem grün und schwarz sehr gut, davon hebt sich das blasse Gesicht mit den unglaublich grünen Augen super ab. Rein vom Inhalt her würde ich ja sagen, dass der Feuerdämon Royia abgebildet ist, jedoch wirkt das Gesicht auf mich viel zu weiblich, sodass ich mir da nicht mehr so sicher bin…was meint ihr-Junge oder Mädchen? Vor allem, da Royia ja eher als braun gebrannt beschrieben wird;) Die Idee ist jedenfalls sehr ungewöhnlich und die Gesellschaft, in die Stefanie Simon uns entführt, teilweise sehr abschreckend. Die junge Naave verdient ihr weniges Geld mit dem Fischen und lebt im ärmsten Teil der Stadt, dem Graben, unweit von prunkvollen Palästen und dem Tempel. Denn die Menschen beten verschiedene Götter an, opfern ihnen sogar Menschen, und dieser Gottkult hat mich ziemlich abgeschreckt. Die Götter scheinen wichtiger als die Menschen und so war besonders die Wendung bezüglich Naaves Vater echt grandios! Sie bringt das Mädchen in eine zwiespältige Lage, auch wenn Naave sich dieser für mein Empfinden zu schnell angepasst und eingefügt hat. Vorher lernt man sie als extremen Sturrkopf kennen, trotzdem sehr sympathisch, und in Verbindung mit Royias offener Art gibt es einige funkensprühende Konflikte. Royia ist als Feuerdämon in einer vollständig anderen Umgebung als Naave aufgewachsen und hat sich wörtlich mit Haut und Haaren seinem vorherbestimmten Schicksal hingegeben. Er sollte selbst einer der Götter werden, einen alten ablösen, jedoch erhält er kurz bevor er sich in sein Schicksal fügen will, eine Warnung und flieht. Somit beginnt die kuriose gemeinsame Zeit mit Naave, in der sie einige Abenteuer miteinander erleben, die für einiges an Spannung gesorgt haben. Leider war der Schreibstil oft etwas kurzweilig, sodass man wenig über die Gefühle und Gedanken der Protagonisten erfahren hat. Zum Glück gab es die Perspektivenwechsel, nicht nur, da man so in die zwei unterschiedlichen Welten der beiden erhalten hat, sondern auch weil beide gerne ab und zu mal nicht bei Bewusstsein waren;) Jedenfalls schreitet die Handlung rasch voran und die ganze Zeit wird die Spannung oben gehalten, besonders verstärkt durch die Perspektivenwechsel, nachdem sich die Wege der beiden getrennt haben und sie einander immer wieder kurz verpassen. Leider erschien mir vor allem das Ende sehr konstruiert, wo sie wieder aufeinander trafen, und es ging mir dann ebenfalls etwas zu schnell. Ich hätte mir einen anderen Schluss gewünscht, stattdessen habe ich das Ende eher als verwirrend und unbefriedigend empfunden. Dies hat mich sehr enttäuscht, besonders nach den vielen abenteuerlichen Erlebnissen der beiden, die mir sehr gut gefallen haben, hätte ich mir etwas anderes gewünscht. Fazit: „Feuer der Götter“ lässt den Leser in eine außergewöhnliche Welt eintauchen und viele Abenteuer mit Naave und Royia erleben. Allerdings konnten mich das Ende und die oftmalige Kurzweiligkeit des Schreibstils nicht so zusagen und somit gibt es zwar eine Leseempfehlung von mir, aber auch ein Herz Abzug: 4 von 5 Herzen insgesamt.
Inhalt: Naave hasst Feuerdämonen, denn einer von ihnen hat vor Jahren ihre Mutter getötet. Doch dann läuft ausgerechnet ihr einer vor die Füße. Sie nutzt die Gelegenheit und bringt ihn in den Tempel, wo eine hohe Belohnung auf diese Rasse ausgesetzt ist. Doch dann kommt alles anders als geplant und Naave sitzt zusammen mit dem Dämon Royia im Wald fest. Zusammen machen sie sich auf die Suche nach der Zivilisation, auch wenn das keinem der beiden so richtig gefällt.
Meinung: Zuallererst muss ich sagen, dass der Klappentext sehr irreführend und schlichtweg falsch ist. Dort steht, Naave würde dem Feuerdämon, also Royia, helfen, als sie bemerkt, dass er verletzt ist. So war es keineswegs, denn sie wollte eigentlich seinen Tod und ist zufällig mit ihm im Wald gelandet, wo sie auf ihn angewiesen war, um wieder in die Stadt zu finden.
„Feuerdämonen“ sind eigentlich Waldmenschen, die dazu auserwählt wurden, Nachfolger eines Gottes zu werden. Es gibt 14 Götter und den Gott-Einen, von denen jeder ein bestimmtes Gebiet hat, für das er zuständig ist. So gibt es z.B. den Kriegsgott, den Fledermausgott und den Gott der Diebe, dessen Platz Royia einnehmen sollte. Kurz bevor er dies tut, erhält er eine Warnung, der zufolge „das Leben im Licht eine Lüge“ sei. Er entscheidet sich, trotz seiner jahrelangen Vorbereitungen, vorerst kein Gott zu werden und die Wahrheit herauszufinden.
Naave lebt in der Stadt, die durch einen Fluss vom Wald getrennt ist. Sie lebt im ärmsten Stadtteil und verdient sich ihren Lebensunterhalt durch Fischen und Klauen. Seit dem Tod ihrer Mutter hasst sie Feuerdämonen und hat immer noch Albträume deswegen. Sie ist handelt äußerst widerwillig auf Bitten oder Aufforderungen und versteht sich darauf, ihren Willen durchzusetzen.
Als Naave und Royia im Wald um ihr Überleben kämpfen müssen, helfen sich beide nur widerwillig, da sie die Hilfe des anderen benötigen. Sie können sich nicht leiden, aber trotzdem können sie den jeweils anderen nicht einfach zurücklassen. Von Anfang an kann man sich schon denken, dass dieser Hass nicht ewig währen wird und als Leser fragt man sich, wie lange das anhalten wird.
Die „Reise“ durch den Dschungel war sehr interessant. Die Umgebung und die Pflanzen werden genug beschrieben, um ein Bild davon im Kopf zu haben, aber es gibt nur so viele Details, dass es nicht langweilig wird. Das Buch beschränkt sich da eher auf die Handlungen, Gedanken und Gefühle der Protagonisten. Der größte Teil ist aus Naaves Sicht geschrieben. Dadurch erfährt man viele von ihren Gedanken und Erinnerungen. Sie ist eine gute Protagonistin, da sie nicht klein und schwach ist und sich permanent von Royia beschützen lassen muss, sondern durch ihr hartes Leben einiges aushält. Einige Kapitel sind aus Sicht von Royia geschrieben, sodass man schon früh auch über seine Vergangenheit Bescheid weiß und seine Handlungen nachvollziehen kann.
Während Naave und Royia im Wald unterwegs sind, ist die Geschichte lange Zeit nicht wirklich spannend gewesen, aber trotzdem habe ich es gern gelesen. Auf den letzen ~150 Seiten wurde die Geschichte dann komplett unvorhersehbar und ich hatte keine Idee, was als nächstes passieren könnte, was es sehr spannend gemacht hat.
Fazit: Ein gutes Buch mit tollen Protagonisten, das gegen Ende super spannend wird. 4/5 Punkten
Inhalt: "Das Leben im Licht ist eine Lüge." Diese Nachricht wir dem jungen Auserwählten Royia zugesteckt, bevor er sich auf den Weg durch den Jadetunnel zum Berg der Götter macht, wie es seiner Bestimmung als künftiger Gott Tique entspricht. Verunsichert kehrt er um zum Tempel, in dem er jahrelang unter qualvollen Schermzen auf seine Aufgabe vorbereitet wurde, und muss erleben, wie die Priester seinen Axot-Gefährten Aja töten. Panisch flieht er in Richtung der großen lauten Stadt, in der Waldmenschen wie er keine Chance haben. Als Nachkomme der Lavamenschen, wird er sofort als "Feuerdämon" erkannt und das Statdmädchen Naave hofft auf eine dicke Belohung für dessen Ergreifung. Doch auch Naave weiß nicht, dass sie für ein anderes Schicksal auserkoren ist und von nun an ist ihr Leben mit dem Royias verbunden.
Meinung: "Feuer der Götter" konnte mich von der ersten Seite an fesseln, auch wenn ich anfangs sehr mit den vielen wenig eingängigen Namen, die fast immer ein x, c oder q beinhalten, gehadert habe. Die Flora und Fauna des Dschungels wird anschaulich beschrieben, mit vielen fremdartigen Pflanzen und gefährlichen, oft giftigen Tieren, die jeweils wieder eigene Bezeichnungen haben. Manchmal war das dann schon fast zuviel des Guten, vor allem weil auch jede Person, die mal über die Seite huschte, einen Namen hatte.
Die beiden sehr verschiedenen Hauptprotagonisten Naave und Royia sind gut ausgearbeitet und in ihren Handlungen nachvollziehbar. Besonders Naave, die es in ihrem Leben sehr schwer hat und trotzdem immer den Blick nach vorn gerichtet hält, ist ein starker Charakter, der mir sehr gefallen hat. Die Beziehung zwischen der misstrauischen Naave und dem getriebenen Royia entwickelt sich langsam und glaubhaft und auch die Nebenfiguren verhelfen dem Roman zu einem stimmigen und bildhaften Ganzen.
Der mythologische Hintergrund, der an die südamerikanischen Kulturen der Inka und Azteken erinnert und sich damit auch in der Namensgebung wiederfindet, ist wohl durchdacht und wird von der Autorin wohldosiert eingesetzt, um die Spannungen aufrecht zu erhalten. Dies gelingt von der ersten bis zur letzten Seite, auch wenn das Ende für mich völlig unerwartet, aber durch und durch logisch konsequent ist.
Das Buch ist in vier Teile gegliedert, die in den verschiedenen Bereichen der Welt Tempel, Wald, Stadt und Berg der Götter entsprechen. Die Kapitel haben eine angenehme Länge und erleichtern den Lesefluss. Auffallend ist der flotte und ausdrucksvolle Sprachstil, der die Seiten nur so dahin fliegen lässt. Manchmal hatte ich dabei aber auch das Gefühl, dass es Lücken in der Beschreibung gab, die der Leser selbst füllen muss.
Fazit: Mit "Feuer der Götter" ist Stefanie Simon ein wunderbarer, fantastischer Roman voller Mystik, Abenteuer und atemloser Spannung gelungen. Für mich ist die Autorin damit eine der Entdeckungen in diesem Jahr, von der ich unbedingt mehr lesen möchte.
In drei Sätzen: Nichts ist wie es scheint in einer ebenso schönen wie grausamen Dschungelwelt der Götter, Rituale und Mythen. Ein exotisches und über viele Strecken hinweg gemächlich verlaufendes Abenteuer, gewürzt mit einem Schuss Romantik und Fantasy. Die wankelmütige Protagonistin – mal weinerlich, mal entschlossen – bedarf Gewöhnungszeit, ebenso wie das sehr offene und leider etwas überstürzt wirkende Ende.
Leider hat es mich nicht so fesseln können wie ich es erhofft hatte nach all den anderen positiven Bewertungen. Rezi folgt... wenn ich mal endlich meine anderen abgearbeitet habe.