Der Winter hält das westliche Mecklenburg fest im Griff. Trotz eisiger Temperaturen hat der ehrgeizige Triathlet Kai nur ein großes Ziel vor Augen: den Sieg der Challenge Roth. Beim Training landet er unfreiwillig in einer Schneewehe und wird von dem jungen Leon gerettet. Der sportliche Reiter ist zwar alles andere als begeistert von Kais frecher Art und seinen offensiven Flirtversuchen, dennoch entsteht zwischen ihnen eine besondere Freundschaft. Je besser Kai Leon kennenlernt, umso komplizierter wird es allerdings. Aber Kai liebt Herausforderungen und seine Stärken sind enorme Ausdauer und ein absoluter Siegeswille. Eine ruhige Liebesgeschichte vor der herben Schönheit der Mecklenburger Landschaft.
Born in UK, raised in Germany. I found pleasure in writing very early. My favorite storys are homoerotic novels and gay fantasy. My books: "Bruderschaft der Küste" Gay Historical Romance "Die Anderen" Gay Mystic Fantasy "Robertos Angebot" "Pegasuscitar" "Irgendwie Top" "Irgendwie Anders" "Irgendwie Lions Roar" "Feuersteine" "Bodyheater" "Mecklenburger Winter" "Bodycaught" "Hard Skin" "(K)ein Kavaliersdelikt" "Die Sache mit Jo und Mo" "Bokeh"
Es ist mir völlig unverständlich, warum ich bisher noch kein einziges Buch von Chris P. Rolls gelesen habe, dabei ist sie längst eine bekannte Größe im m/m-Genre. Allerdings durfte ich sie kürzlich während einer Veranstaltung kennenlernen und sie hat mich so sehr überzeugt, dass ich mir aus ihrer Sammlung direkt dieses Buch mitgenommen habe – signiert natürlich -, um dieser schändlichen Ignoranz ein Ende zu bereiten.
Ich mochte die Geschichte von Kai und Leon sehr. Mir hat besonders gefallen, dass sie nicht in einer hippen Großstadt mit hippen Typen und coolen Szenebars stattfindet und dass darin keine super erfolgreichen Staranwälte oder sonstige Tycoons mitspielen. Kai ist ein Extremsportler, der ein Fitnessstudio betreibt, und Leon ein Reiter, der noch zu Hause wohnt und im väterlichen Reitstall mithelfen muss. Chris schafft es, einem diese (Rand-) Sportarten näher zu bringen, die zwar durchaus ihre Fans haben, aber einem nicht immer und überall um die Ohren geschlagen werden. Ich werde mich niemals für Extremsportler wie Kai erwärmen können, weil mir persönlich deren Welt einfach zu fremd ist, aber es war ein faszinierender Einblick und ich habe mich am Schluss dabei erwischt, wie ich erst mit ihm gelitten und ihm dann die Daumen gedrückt habe – Respekt vor dieser erzählerischen Leistung, Ms Rolls!
Überhaupt, das erzählerische Talent ist bemerkenswert. Gerade wenn die Schauplätze nicht sooo spannend sind und man nicht immer wieder den einen oder anderen Namen einfließen lassen kann – von der Tower Bridge schlenderten sie zum Buckingham Palace etc. –, dann muss man es als Autor wirklich draufhaben, um den Leser bei Laune und bei der Stange zu halten. Da muss man den Schnee und die klirrende Kälte und die zugefrorenen Wasserlachen so beschreiben, dass man als Leser zu frieren beginnt und sich mitten im Hochsommer einen heißen Tee macht. Oder niest, weil man meint, das Futterheu kitzelt in der Nase. Noch mal: Respekt, Ms Rolls!
Mir hat auch das behutsame Herantasten (kein Wortspiel beabsichtigt) von Kai und Leon zueinander sehr gefallen. Hier der erfahrene und bis über beide Ohren verliebte 27jährige, dort der scheue, verängstigte und trotz aller väterlichen Schikanen interessierte 17jährige. Sehr schön! Kai entwickelt genau die richtige Mischung aus Dreistigkeit und Rücksichtnahme, die Leon braucht, um sich aus seinem Versteck zu trauen, und Leon seinerseits verfügt über die perfekte Mischung aus Keckheit und Zögern, die Kai braucht, um den Schneehasen nicht zurück in den Schnee zu schicken, lange Beine hin oder her.
Die Kleinigkeiten, die mir nicht gefallen haben bzw. die mich ein bisschen gestört haben, möchte ich nur der Vollständigkeit halber aufzählen. Mein Lesevergnügen haben sie keineswegs geschmälert und sie haben mich nicht davon abgehalten, bis nachts um zwei zu lesen, obwohl mein Wecker unter der Woche um kurz vor sechs klingelt…
Die inneren Monologe von Kai sind ein bisschen anstrengend. Nicht nur, dass sie mir streckenweise zu lang sind, ich finde sie auch rein sprachlich zu niedlich. Ich bin täglich von Typen in seinem Alter umgeben und ich glaube kaum, dass sich in ihrem aktiven Wortschatz (ganz sicher nicht im beruflichen Umfeld, aber bestimmt auch nicht im privaten, auch nicht im ganz privaten mit der/dem Liebsten) die Vokabeln niedlich, schnuckelig, süß finden ließen. Ich denke, das ist ein bisschen zu sehr auf das sicher überwiegend weibliche Publikum ausgerichtet. Auch die Ermahnungen von Kai an sich selbst sind einfach zu putzig, um mal eine dieser unsäglichen Wörter zu benutzen. Ich habe leider gerade kein Beispiel parat, weil ich mir das natürlich nicht markiert habe, aber ich denke, wenn sich jemand in diesem Alter innerlich zur Ordnung ruft, dann wohl eher à la „Alter, is gut jetzt, komm wieder runter“ ;-)
Und dann sind da die Zeichensetzungsfehler. Oh weh. Gerade noch an der Schmerzgrenze vorbeigeschlittert, aber gerade noch. Doppelte Anführungszeichen? (““Oh“, sagte er.) Jaul! Auch ein paar Rechtschreib- und Grammatikfehler hätten ausgemerzt werden können.
Aber wie gesagt: all dies ist mir zwar aufgefallen, aber die Geschichte ist insgesamt so gut, dass ich das eher wie ein leichtes Surren wahrgenommen habe, das aber keineswegs so stört, dass ich den Raum hätte verlassen wollen. Bei einem großen Verlag mit großer Maschinerie im Rücken wäre das ein Unding, aber bei einem Selfpublisher und auch bei kleinen Verlagen, die mit deutlich kleinerem Budget auskommen müssen, gelten andere Regeln. Schließlich und endlich geht es um eine Geschichte, und Chris P. Rolls ist eine zu gute Erzählerin, als dass ich mich an ein paar verirrten Satzzeichen aufhängen möchte.
Fazit: wer auf schöne Geschichten steht, die sich langsam entwickeln und den Hauptfiguren und auch dem Leser Zeit zum Atmen geben, der liegt mit der Laufmasche und dem Schneehasen genau richtig. Ganz klare Leseempfehlung!!!
Ich habe mir lange überlegt, ob ich die Geschichte von Chris P. Rolls lese. Auf der einen Seite weiß ich um ihren fesselnden Stil und ihre wundervollen Ideen und Charaktere aber auf der anderen Seite hat mich die Beschreibung so gar nicht angesprochen. Liebesgeschichte, Kitsch, Sportler. Klingt nicht so spannend.
Durch eine von ihr angebotene Leserunde auf lovelybooks.de habe ich mich allerdings doch dazu entschieden das Buch zu lesen. Unter dem Ansporn anderer Leser, hätte ich mich schon durch das Buch gekämpft. Pah! Durchkämpfen... Ich konnte es so gut wie nicht aus der Hand legen. Der Stil ist erfrischend, leicht und humorvoll, wie zu erwarten war. Die Charaktere sehr authentisch gezeichnet und jeder bringt seinen eigenen Charme mit, der die Beziehung zwischen den beiden (und auch allen anderen) zu etwas Besonderem macht, etwas das man gerne liest. Ich hätte nicht gedacht, dass es so interessant sein kann über Sportler zu lesen. Ich habe richtiggehend jeder sportlichen Szene entgegengefiebert.
Die Autorin beweist auch in dieser Geschichte wieder ein Gefühl fürs richtige Timing. Zwar ist ihr Beisammensein nicht ohne Komplikationen, aber im Großen und Ganzen dennoch harmonisch und sehr schön- fast schon ein bisschen zu schön. So dass der große Knall durchaus gut passt und sehr willkommen war. Der Spannungsbogen erreicht für mich also an genau der richtigen Stelle sein Maximum.
Die Geschichte ist sehr authentisch geschrieben, fast alle Fragen werden geklärt und eigentlich lohnt es sich allein schon für die Abschlussszene das ganze Buch zu lesen. Sie ist perfekt! Und was möchte ich mehr als ein bisschen Drama und ein großes Happy End?
Habe dieses Buch zeitgleich mit Christophs Street Day erworben aus zwei ganz einfachen Gründen: es spielt in meiner Heimat Mecklenburg-Vorpommern und auch noch im Winter. Schneeeeee ♥
Das mal beiseite, habe ich dieses Buch sehr genossen. Die Beziehung zwischen Leon und Kai ist eher langsam, was vor allem an Leons Unsicherheit gegenüber seiner Sexualität liegt. Das war zeitweise frustrierend und doch sehr fesselnd. Kai war manchmal etwas nervig und hat Leon etwas unter Druck gesetzt, das hat meiner Liebe für das Buch allerdings nicht geschadet.
Rezension Ein Aspekt, der mich an den Büchern von Chris P. Rolls immer überzeugt, ist die mitreißende Schilderung der Emotionen. Das hat sie auch in diesem Buch wieder geschafft, denn die sportlichen Aspekte der Geschichte hatten mich sofort. Jeder Wettkampf, ob nur Kai, Leon oder Lars angetreten ist, hat mich mitgerissen und ich habe die Daumen gedrückt. Selbst einfach mit den Charakteren Fotos zu betrachten oder Erzählungen vergangener Wettbewerbe zu lauschen, hat mir Gänsehaut beschert. An diesen Stellen waren die Emotionen sehr packend. Melancholisch gestimmt haben mich darüber hinaus die zahlreichen Gastauftritte oder Erwähnungen der Figuren, die ich bereits aus anderen Büchern der Autorin kenne und dort lieben gelernt habe: Alex, Markus, Dirk, Mike, Tom und viele mehr.
Leider kamen diese Gastauftritte sowie die Wettkämpfe nur sporadisch vor, während mich der gesamte Rest des Buches nicht erreichen konnte. Mit Kai als Erzähler habe ich mich extrem schwer getan. Hin und wieder waren seine direkten Anmachen witzig, sonst ging er mir aber eher auf die Nerven. Im Laufe des Buches ist er mir sogar regelrecht unsympathisch geworden, weil er behauptet, verständnisvoll zu sein, es aber überhaupt nicht ist. Die Entwicklung der Liebesgeschichte zwischen Kai und Leon hätte mir richtig gut gefallen können. Aus Fremden werden langsam Freunde und dann entsteht mehr zwischen ihnen. Diese Entwicklungen verlaufen sehr zart und langsam, weil Leon erst mit seiner Homosexualität umzugehen lernen muss und unter seinem homophoben, prügelnden Vater leidet. Bei Kai findet er Schutz und kann er selbst sein. Leider hat Kai es mir mit seiner Ungeduld jedes Mal versaut. Es geht ihm einfach nicht schnell genug. Statt anzuerkennen, wenn Leon sich einen weiteren Schritt getraut hat, bedauert er, dass sie immer noch keinen Sex gehabt haben. Er bekommt den Hals einfach nicht voll, redet sich selbst ein, er habe viel Verständnis für Leon und drängt ihn doch ständig weiter als Leon gehen möchte. Vollkommen unten durch war Kai bei mir als er Leon nach dem ersten Sex zu einem Outing zu zwingen versucht: Entweder Leon, der bis vor kurzem noch minderjährig war, keine Freunde hat und finanziell auf seine Eltern angewiesen ist, outet sich vor seinem homophoben, prügelnden Vater und seiner verständnislosen, angeekelten Mutter oder Kai beendet die Beziehung. Dafür konnte ich dann wirklich überhaupt kein Verständnis mehr aufbringen.
Hinzu kommt, dass das Buch kaum Handlung hat, weil alles von Kais ständigen Sexfantasien überlagert wird. Es war sehr ermüdend, dass er sich mindestens auf jeder zweiten Seite ausführlich vorgestellt hat, mit Leon Sex zu haben. Das tat er nicht nur, wie bereits erwähnt, sobald sich Leon einen Schritt weiter getraut hat, und sei es nur, sein Gesicht zu berühren, sondern auch bei allen anderen Aktivitäten: Ob er nun arbeitet, trainiert oder vor dem Fernseher sitzt, ununterbrochen denkt er an Sex. Darüber rückt die übrige, ohnehin nicht besonders ausgeprägte Handlung völlig in den Hintergrund. Viele Sexszenen sind in den Büchern der Autorin nicht ungewöhnlich, aber diesmal herrschte ein so großes Ungleichgewicht zwischen Sexhandlung und restlicher Handlung, dass ich das letzte Drittel des Buches tatsächlich nur noch überflogen habe.
Fazit Obwohl Chris P. Rolls zu meinen Lieblingsautorinnen gehört, konnte mich dieses Buch überhaupt nicht überzeugen. Grund dafür ist Erzähler Kai, der mir immer unsympathischer geworden ist. Er kann Leon gar nicht schnell genug ins Bett bekommen, erpresst ihn zwischenzeitlich und denkt überhaupt ununterbrochen an Sex. Darüber kommt der spärliche Rest der Handlung viel zu kurz. Packend wie gewöhnlich waren nur die Szenen der wenigen sportlichen Wettkämpfe. Da ich das letzte Drittel von „Mecklenburger Winter“ nur noch überflogen habe, kann ich nicht mehr als zwei Schreibfedern vergeben.
Mecklenburg ist unter einer Schneedecke begraben. Kälte, Schnee und Eis haben die Gegend fest im Griff. Von seinem Ehrgeiz getrieben verzichtet Triathlet Kai nicht auf sein Training, sondern nimmt den Kampf mit der Winterlandschaft auf. Bis er kopfüber in einer Schneewehe steckt und er von Leon gerettet wird.
„Mecklenburger Winter“ ist ein netter winterlicher Liebesroman, der dem Genre Gay Romance zuzuordnen ist. Daher geht es, neben der großen Liebe im verschneiten Rahmen, um Homosexualität und wie komplex es ist, wenn gleichgeschlechtliche Zuneigung ihren Anfang nimmt.
Kai ist durch und durch Sportler. Er ist Triathlet und betreibt ein Fitnessstudio. Oberste Priorität räumt er seinem Trainingsplan ein, weil er unbedingt an der Challenge Roth teilnehmen und diese gewinnen will. Deshalb schreckt er vor den Gefahren des Wintertrainings nicht zurück. Er läuft seine Route als ihm der Schnee einen Strich durch die Rechnung macht und er Hals über Kopf in einer Schneewehe versinkt.
Leon geht zur Schule und arbeitet am elterlichen Hof. Bisher ist sein Leben von Dressur-Reiten, dem Anpacken im Stall und den schroffen Bemerkungen seines Vaters geprägt. Als er mitten im Winter einen Sportler aus einer Schneewehe zieht, ahnt er nicht, dass damit ein neuer Lebensabschnitt anfängt.
Die Liebesgeschichte entwickelt sich ruhig und gemächlich. Chris P. Rolls lässt sich Zeit, ihre Figuren aneinander zu gewöhnen. Sie werden Freunde, verbringen Zeit miteinander und lernen sich kennen. Meiner Meinung nach passt diese behutsame Vorgehensweise ausgezeichnet zu den Hintergründen der Charaktere, weil Leon unerfahren ist und sich bisher selbst nicht als schwul gesehen hat.
Außerdem spricht die Autorin weitere Themen wie Homophobie und eine strenge väterliche Fürsorge an, die ins Brutale geht und richtig Angst macht. Leon hat eindeutig kein verständnisvolles, liebevolles Zuhause, sondern sehnt sich nach Anerkennung des Vaters und nach Geborgenheit in seiner Familie, was mit der beginnenden Freundschaft zu Kai unmöglich erscheint.
Der Rahmen um Mecklenburg im Winter ist meinem Empfinden nach äußerst gelungen. Rolls beschreibt, wie Schnee, Kälte und weiß-graue Eintönigkeit auf’s Gemüt drücken. Sie vermittelt ein Gefühl dafür, wie sehr man sich in solchen Wochen und Monaten nach dem beginnenden Frühling sehnt und welche Unannehmlichkeiten der verschneite Alltag bereit hält.
Die bedächtige Herangehensweise hat mir insgesamt nicht so gefallen. Normalerweise darf es bei mir gerne behutsam und nicht allzu stürmisch sein. Trotzdem konnte mich die Autorin nicht durchgängig packen und teilweise kam - trotz solide verarbeiteter Konflikte - Langweile auf. Ich denke, dass mir grundlegend der Altersunterschied zwischen den Hauptfiguren nicht gefallen hat. Ich mag es mehr, wenn gleichberechtigte Partner aufeinandertreffen, was mit einem selbstständigen Unternehmer sowie Sportler und einem Schüler nicht der Fall gewesen ist.
Trotzdem ist „Mecklenburger Winter“ ein netter, gemächlicher Liebesroman, der sich zwischendurch gut lesen lässt, und in eine verschneite Landschaft entführt.