Wie viel Liebe verträgt eine Freundschaft? Dieser Roman handelt vom verpassten und verspielten Glück und von dem Unglück, im rechten Moment die falschen Worte gesagt zu haben. Er erzählt die Geschichte zweier Männer und einer Frau, die ihre Freundschaft und ihre Liebe aufs Spiel setzen. Tom Holler, halbwegs erfolgreicher Pianist und frisch getrennt von seiner Frau, tourt mit seiner Berliner Band durch Italien. In Neapel hofft er seine große Liebe wiederzutreffen: Betty Morgenthal. Doch je näher ihre Begegnung rückt, desto tiefer taucht Tom in die Vergangenheit ein. Denn vor vielen Jahren verunglückte Marc, sein bester Freund und Bettys Lebensgefährte. Er hat keine andere Wahl, als die fatale Dreiecksgeschichte noch einmal zu erleben. Berlin und Italien, Leichtsinn und Schwermut, Witz und Dramatik, die lauten und die leisen Töne – dieser Debütroman ist voller Musik. „Es ist unerhört selten, dass eine Frau mit dieser Gerechtigkeit, jenseits aller Klischees, über einen Mann schreibt. Was für ein Roman!“ Michael Kumpfmüller „Untergründig und scharfsinnig und im nächsten Moment sehr poetisch und heiter." Rainer Merkel
Monika Zeiner, geb. 1971, studierte in Berlin und Neapel und promovierte über Liebesmelancholie im Mittelalter. Sie veröffentlichte mehrere Hörspiele und ist Sängerin und Texterin der Italo-Swing-Band marinafon. Für ihren Roman "Die Ordnung der Sterne über Como" wurde sie mit dem Debütpreis der Lit.Cologne ausgezeichnet. Sie lebt in Berlin.
„Die Ordnung der Sterne über Como“ von Monika Zeiner ist ein mit knapp über 600 Seiten recht umfangreicher Debütroman über Liebe und Freundschaft, der 2013 den Sprung auf die Shortlist des Deutschen Buchpreises geschafft hat.
Inhaltlich geht es um Tom, Musiker aus Berlin, der kurz vor einer Konzerttournee durch Italien von seiner Frau verlassen wird. Doch bevor Tom völlig in seiner Depression versinken kann, spricht ihm unerwartet eine alte Freundin auf den Anrufbeantworter. In Italien könnten sie sich wiedersehen. Betty erinnert Tom an eine bessere Zeit vor vielen Jahren, als sie zu dritt, Betty, Tom und sein bester Freund Marc, glücklich waren. Während seiner Reise nach und durch Italien kehrt Tom zu diesen Erinnerungen zurück…
Sprachlich zeigt sich „Die Ordnung der Sterne über Como“ sehr bildgewaltig, reich an Metaphern und Vergleichen, und nur selten locker-leicht erzählend. Es ist anspruchsvoll geschrieben, teilweise einzigartig und schön, teilweise aber auch recht aufgesetzt. Die Hauptfiguren, verbandelt mit der Musik und moderne Menschen, mehr als 10 Jahre nach ihrer gemeinsamen Zeit, bekamen durch den Stil der Autorin häufig etwas Träges, Schwermütiges, oft schon drückend Depressives und Angestaubtes. Insgesamt herrschte ein alt wirkender Grundton vor, der nicht so recht zu den Protagonisten passen wollte.
Zeiner produziert eine anspruchsvolle Sprache mit langen, stark verzweigten Sätzen und einem Hang zum poetisch-philosophisch Nachdenklichen – durchaus lesenswert und dennoch: Durchgehend blieb das Gefühl, dass die Authentizität von Handlung und Figuren ein wenig dem gewollten literarischen Anspruch geopfert wurde. Man könnte meinen, die Figuren würden in längst vergangenen Zeiten leben, Jahrhunderte zurück, und nicht in der Gegenwart, so sehr fehlt dem Roman manchmal das Moderne.
Sicher hat die Geschichte an sich schon eine nachdenkliche Grundstimmung, gerade Tom zeigt auch klar erkennbare Depressionen, und trotzdem hätten die durchaus vorhandenen Lebensfreude widerspiegelnden Passagen zahlreicher sein können. Die Schwere, gerade im Miteinander der Protagonisten, empfand ich häufig als zu dominant. Zudem wurden die 600 Seiten mit einer oft so langsamen, beobachtungslastigen und handlungsarmen Geschichte gefüllt, dass sie nicht frei von einigen Längen war. Nicht selten stopfte zu viel Alltagserzählung die Lücken, gerade bei der neben Tom zweiten Hauptfigur, Betty.
Insgesamt sind die Idee und auch die Umsetzung der Geschichte aber gut gelungen. Es ist eine Analyse von Liebe und Freundschaft, eine persönliche Weiterentwicklung durch die Aufarbeitung der Vergangenheit. Die Handlung steuert auf eine unerwartete Dramatik zu, was die Längen zum Teil aufwiegen konnte. Auch die Einflüsse der Musik und der Wechsel zwischen Berlin und Italien waren interessante Elemente des Romans.
Fazit: „Die Ordnung der Sterne über Como“ ist ein guter Debütroman mit einer interessanten Geschichte, die sich mit alter Liebe und Freundschaft befasst. Die 600 Seiten sind nicht frei von Längen und es zeigt sich auch, dass weniger manchmal mehr sein kann, auch bei einem bildgewaltigen Schreibstil. Gelegentlich wirkt es aufgesetzt. 4 Sterne.
Vielleicht sollte ich es kritischer sehen, wie viel Sprachgewalt und Gedankenschwere die Autorin auf diese kleine Geschichte über das Vergehen der Zeit und der Liebe lädt. Ich finde es aber nur großartig.
Es war sprachlich sehr gut geschrieben, hatte viele schöne Formulierungen und Gedanken, aber der Inhalt sehr melancholisch. Es ist mir nicht leicht gefallen, bei der Stange zu bleiben. Ich fand es so schwer verdaulich, dass ich es zwischendurch häufig für längere Zeit weggelegt habe.
Eine sprachgewaltige Komposition von einem Roman. Ein sich leise steigerndes Drama über Freundschaft und Liebe. Zeiners Roman ist intensiv, hat interessante Charaktere und vor allem eine Sprache, die begeistert, herausfordert, manchmal zu viel des Guten ist. Wo Formulierungen so eindeutig und übersteigert komponiert sind, dominiert das Konstrukt über die Geschichte und sorgt für Distanz. Manchmal zuviel Distanz zu den Figuren, die ihrerseits manchmal zu sehr konstruiert wirken. Manchmal.
Alles in allem ist DIE ORDNUNG DER STERNE ÜBER COMO mit seiner Sprachlast, seinen Bandwurmsätzen und seinem emotionalen Crescendo aber ein Erlebnis. Wer leises, intensives Drama liebt und das kunstvolle Gestalten mit Wörtern, Syntax und Semantik, ist bei Monika Zeiner gut aufgehoben. Zurecht ist der Roman auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises 2013 gelandet.
Storia piuttosto banale. 600 pagine riassumibili in due al massimo. Gli stessi pensieri ripetuti più e più volte lungo tutto il romanzo. Se non fosse per qualche riflessione interessante qua e là avrei abbandonato il libro molto tempo fa. Sono felice di averlo finito, finalmente.
was ich sehr mochte: die lichtmetaphorik. und: die mich immer wieder an thomas bernhard erinnernden monologe...da hab ich doch oft auch schmunzeln müssen.
Personalmente mi è piaciuta la parte centrale, più narrativa, piuttosto che l'inizio con cui ho faticato ad accendere l'interesse e la fine, un po' così..
Wer hier einen interessanten leichten Sommer Roman am Comer see erwartet, wird schwer enttäuscht, ist ein komplizierter Roman mit extrem Tiefgang viel winter und naja Depression und lost sein
Zugegeben...der Name "Betty Morgenthal" klingt ein bisschen wie Mimi Nachtigall oder Venus Morgenstern aus "Vom Suchen und Finden der Liebe" und eigentlich sollte man keine Bücher lesen, in denen die Protagonistin Betty Morgenthal heißt. Dieses Unbehagen bleibt auch bis zum Schluss, bei 600 Seiten, ist das schon lange. Aber eines muss man der Autorin Monika Zeiner lassen: Mut hat sie. Nicht nur kitschige Namen, sondern auch waghalsige Vergleiche und verspielte Metaphern findet man alle paar Sätze wie zum Beispiel: "Frühlingsluft strich ihnen mit blauen Fingern durchs Haar." oder "Sie dachten aneinander, und wären ihre Gedanken Möwen gewesen, sie hätten sich bestimmt an irgendeiner Stelle hoch über dem Meer getroffen, hätten sich begrüßt und wären zusammen am Himmel die eine oder andere interessante Figurenformation geflogen." Dabei ist es bei dieser Anhäufung nur logisch, dass dies auch manchmal missglückt: Da flattert beispielsweise eine Glastür zu, die Glut der Zigarette knistert oder er hält sein Gesicht in die Musik. Das sind realitätsferne oder schiefe oder abgenutzte Bilder, an denen man sich aufhängen könnte, aber sich nicht aufhängen muss. Denn eigentlich macht es Spaß, der Autorin dabei zuzusehen und zu staunen, was Bilder alles können, wenn man vor Kitsch nicht so große Angst hat wie vor der Apokalypse selbst. Und wie gesagt: Oft klappt es: "Ich möchte mit dir durch den Schnee, meine Schöne, Haut wie Schnee, an einen Baum gepresst, dich küssen, dachte er."
Und was kann ich sagen. Sieht wie ein Fairytale aber es macht alles in einen Pack. Man weisst nicht was weiter kommt, uber die Liebe und Leben und Musik.
L'amore e l'amicizia in un triangolo incantato finché gli equilibri si spezzano e succede l'irreparabile. Letto velocissimo. Molto ben scritto, fa riflettere ed è poetico allo stesso tempo.