Bislang war Genforschung Profiwissenschaftlern vorbehalten. Diese Zeiten sind vorbei, meinen die Wissenschaftsjournalisten Hanno Charisius, Richard Friebe und Sascha Karberg. Sie bauten mit einem Mini-Budget ein eigenes Labor auf, analysierten ihre Erbanlagen und hantierten sogar mit potenziell gefährlichen Genen. Mit ihrem zweijährigen Selbstversuch stiegen sie ein in die Welt der »Biohacker« und trafen die Pioniere dieser neuen Amateurforschungs-Bewegung, die sich in Underground-Labors an Krebsforschung versuchen. Wer sind diese Hacker des Lebens-Codes? Welche Chancen und Gefahren birgt die neue Makers-Bewegung der Biotechnologie? Und wie sollten Politik und Gesellschaft auf sie reagieren?
Disclaimer: Ich habe ein Rezensions/Belegexemplar des Buches bekommen da openSNP erwähnt wird. Ihr könnt jetzt also unterbewusste Beeinflussung vermuten.
Wer Biopunk von Marcus Wohlsen gelesen hat dem dürfte gerade der Anfang dieses Buches wohl bekannt sein da es in gewisser weise identisch ist. Die üblichen Verdächtigen der DIYBio-Szene kommen zu Wort und erzählen über die gleichen Projekte die schon in Biopunk vorgestellt wurden.
Es wäre aber unfair dieses Buch nur als Abklatsch anzusehen. Zum einen haben die Autoren sich in Berlin selbst an Biohacking versucht, sich Equipment und Chemikalien besorgt und ganz hands-on als DIYBiologists gearbeitet und damit einen Aspekt beleuchtet der in Biopunk so gar nicht behandelt wurde (wenn ich mich recht erinnere).
Außerdem nimmt sich das Buch erscheinungsbedingt eines der größten Probleme an die ich mit Biopunk hatte: Es ist jetzt aktuell und geht gut auf die Entwicklung der Szene in den letzten 2-3 Jahre ein.
Wer sich für Biohacking interessiert und Biopunk noch nicht gelesen hat wird mit dem Buch glücklich. Wer Biopunk schon kennt sollte sich überlegen ob ihm die Hands-on Erfahrungen, ein Update zu aktuellen Entwicklungen (und eine Deutsche Perspektive) wichtig sind.