Michel wird 1969 auf Sankt Pauli geboren. Der Vater: Zuhälter, abgehauen. Die Mutter: Blutjung, Kellnerin in einer Bar – oder so was. Seine Jugend ist wild. Den ersten Sex hat er mit 12 – in einem Bordell. Und kurz darauf geht es nicht um die Frage, ob er sich einer Gang anschließen sollte, sondern: welcher … Um Respekt geht es hier, auch um Männlichkeit und das Gefühl dazuzugehören. Und schließlich steht er vor der Kernfrage, auf die alles zuläuft: Werde ich Zuhälter oder nicht?
Das Buch liest sich spannend und gibt einen Eiblick, wie die Kindheit von Michel ausgesehen haben könnte. Ich schreibe "könnte", da ich beim Lesen immer das Gefühl hatte das hier die Gedanken eines Erwachsenen in die eines Kindes hineinprojiziert werden und nicht wirklich zu einem Kind (bzw. Jugendlichen) passen. Trotzdem ein gut zu lesendes und spannendes Buch, welches ich weiterempfehlen würde.
Das Buch hat komische, sehr auffällige Tipp- und Rechtschreibungsfehler in einem Kapitel und fängt nicht so gut an, nicht sehr zusammenhängend. Es wird aber besser, und insgesamt ist es eine sehr interessante (wahre) Geschichte aus einem Milieu, das jedenfalls für mich fremd war, und ein Einblick in eine Person, die (deswegen) anders ist als ich und als die meisten Leuten, die ich kenne. Empfehlenswert.