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Die Deutschlehrerin

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Mathildas große Liebe, Xaver, hat sie verlassen. Daraufhin erleidet die junge Frau einen Nervenzusammenbruch. Sechzehn Jahre später scheint sie endlich einen Platz im Leben gefunden zu haben: Mathilda ist Deutschlehrerin in einer anderen Stadt. Da taucht Xaver, inzwischen gefeierter Jugendbuchautor, plötzlich wieder auf. Die beiden rekapitulieren ihre gescheiterte Beziehung. Die Geburt von Xavers Sohn nur wenige Monate nach der Trennung und dessen Entführung werden zum Angelpunkt ihrer Begegnung. Ein raffiniertes und fesselndes Spiel um Liebe, Rache Schuld nimmt seinen Lauf …

224 pages, Hardcover

First published January 1, 2013

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About the author

Judith W. Taschler

19 books22 followers

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Community Reviews

5 stars
235 (30%)
4 stars
317 (40%)
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162 (20%)
2 stars
45 (5%)
1 star
17 (2%)
Displaying 1 - 30 of 63 reviews
Profile Image for Cara.
76 reviews13 followers
April 10, 2017
Psychologisches Verwirrspiel, unglaublich verdichtet und gleichsam auf die Protagonisten reduziert. Sehr ungewöhnlich, sehr lesenswert!
Profile Image for Sternenstaubsucherin.
667 reviews2 followers
May 8, 2018
Endlich wieder ein Buch von Frau Taschler!
Und auch diesmal bin ich nicht enttäuscht worden.
Nach anfänglich holprigen Einstieg fand ich dann doch schnell in das Buch.
Es ist ein wahrer Reigen an Geschichten, da hätte Frau Taschler wahrlich zwei Bücher draus machen können.
Ihr Stil gefällt mir immer besser und ich hoffe, bald wieder in einem ihrer Romane versinken zu können!
Profile Image for literaturbegeistert.
174 reviews71 followers
May 12, 2020
Dieses Buch ist unerwartet grandios! Ich habe jede Seite, jede Zeile, jedes Wort genossen. Gekauft habe ich mir dieses Buch, weil ich selbst angehende Deutschlehrerin bin und ich sehr neugierig darauf war, was die Autorin zu diesem Thema aufgeschrieben hat. Ich habe vieles erwartet, doch nicht das - Tragisch, verwirrend, interessant, vollkommen anders und einfach nur grandios. Inhaltlich geht es um Mathilda und Xaver, die sehr lange ein Paar waren. Als Xaver als Schriftsteller immer erfolgreicher wird, trennen sich die Wege der beiden nach fast 16 Jahren Beziehung. An Mathildas Schule werden für eine Schreibwerkstatt Autoren gesucht, die zusammen mit den Schülerinnen und Schülern arbeiten können. Wie das der Zufall so will, landet ausgerechnet Xaver an Mathildas Schule. Es hört sich nach einer typischen Liebesgeschichte an, aber diese Liebe, diese Buch ist alles andere als typisch. Es ist unglaublich tragisch, so gefühlvoll und poetisch. Diese Geschichte ist melancholisch und traurig, regt zu Nachdenken an. Ich liebe diese Art von Büchern, wie ihr wahrscheinlich wisst. Es war vor allem unglaublich spannend, weil der Leser bis zur letzten Seite nicht erfährt, was damals zwischen den beiden vorgefallen ist. Man hat Vermutungen, man beschuldigt mit jeder Seite jemand anderen, hat Vorurteile und am Ende bleibt nur noch eine tragische, fehlerhafte aber echte Liebe. Ich habe mich in so vielen Aspekten, sei es in Xaver oder Mathilda, wiedergefunden. Es gibt Dialoge, Briefe, Emails und kleine Geschichten, also so gesehen Geschichten in der Geschichte - fast alle Erzählperspektiven sind vorhanden und meisterhaft miteinander umwoben. Es kommen unendlich viele Motive zum Tragen - Rache, Liebe, Eifersucht, Schicksal, Zufall, Eitelkeit, Erkenntnis. Die Autorin hat all diese Dinge zusammengesetzt ohne, dass der Leser jemals eine Ahnung von dem bekommt, was da eigentlich passiert. Es war so fesselnd, dass ich es an einem Tag gelesen habe und es mich bis jetzt jeden Tag prägt. (5/5 Sterne)
Profile Image for Johann Guenther.
806 reviews28 followers
October 13, 2017
TASCHLER, Judith W.: „Die Deutschlehrerin“, Wien 2014
Ein neuer Stil, auch wenn Manches kopiert ist, wie etwa der eMail Schriftverkehr von Daniel Glattauer. Taschler verwendet in diesem Roman verschiedene Erzählstile: die erwähnten eMails, gegenseitige Geschichtenerzählungen der zwei Proponenten, - einem Schriftsteller und einer Deutschlehrerin - erfundene (?) Geschichten und Tatsachenberichte. Dadurch ergeben sich auch Redundanzen und Wiederholungen in den verschiedenen Abschnitten. Das tut aber dem großartigen Roman keinen Abbruch.
Es geht um das Leben einer Frau und eines Mannes. Als Studierende lernen sie sich kennen. Sie kommen aus unterschiedlichen Milieus. Er wird Schriftsteller und sie Deutschlehrerin. Viele Jahre leben sie zusammen ohne zu heiraten. Ihr sehnlicher Kinderwunsch wird von ihm nicht erfüllt. Er verlässt sie nach vielen Jahren und heiratet eine reiche Frau. Ihr Sohn wird entführt. Daran zerbricht die Ehe.
Durch einen Literaturworkshop an der Schule der Deutschlehrerin kommen die Beiden wieder zusammen. Die Vorbereitungszeit des Treffens wird mit einer eMail Korrespondenz erzählt und als sie dann zusammenkommen in verschachtelten Kapiteln, die die jeweilige Sichtweise ihrer Vergangenheit beschreibt, aber auch die Geschichte ihrer Vorfahren.
Ein großartiges Buch, dessen Ausgang ich hier nicht erzählen will.
Profile Image for Booklunatic.
1,117 reviews
December 17, 2023
4 Sterne

Auch endlich mal gelesen; raffiniert und dadurch spannend, aber ein paar Längen hatte es.
Profile Image for Sven Aumiller.
32 reviews3 followers
August 16, 2023
Auf Seite 199, zwanzig Seiten vor Ende, fragt Kripobeamter Josef Zangerl: „Kommen wir ‚endlich’ zum 27. Mai
1998. Können Sie uns genau schildern, was da passierte?“, und das ist alles, was ich mir die vorherigen 200 Seiten auch dachte: „Kommen wir doch endlich zum Punkt.“ Bis dahin besteht das Buch primär aus einem prätentiösen Pathos-Paar, die ihrer verflossenen Liebe hinterhertrauern - und irgendwann kommt n verschwundenes Kind dazu, das aber niemanden sonderlich zu jucken scheint. Viel wichtiger ist, dass ihre Großeltern ja auch schon vor ähnlichen Entscheidungen standen und ähnliche Fehler begingen wie sie, was mich auf einer literarischen Meta-Ebene bestimmt total interessieren würde, wären die beiden eitlen Eierköpfe nicht so unendlich uninteressant. Deutschlehrer:innen lieben dieses Buch bestimmt, ich fand Deutsch-Unterricht aber auch schon immer anstrengend.
Profile Image for ☆Maya☆.
22 reviews
October 18, 2024
Am Anfang hätt I ma was ganz anderes von dem Buch erwartet.
De verschiedenen Timelines und der Wechsel zwischen Fiktion und Realität war crazyyyy
Unerwartet gut
Alle Emotionen einmal durch bei dem Buch rt
45 reviews1 follower
July 10, 2024
Auf Empfehlung von „2 Seiten „ gelesen und wurde nicht enttäuscht. Leicht und gut zu lesen.
Profile Image for Brina.
2,049 reviews122 followers
June 10, 2013
"Die Deutschlehrerin" gehört zu den Büchern, dass einen aktuell in jedem Buchladen anlächelt, von daher konnte ich auch nicht um dieses Buch rumkommen, schon allein deswegen, weil ich bislang fast nur positive Kritiken zu diesem Werk gelesen habe. Meine Erwartungen waren allerdings nicht so hoch gesteckt, von daher konnte ich auch nicht enttäuscht werden.

Der Einstieg war noch relativ schwer, denn die Emails von Xaver waren relativ anstrengend. Ich konnte zunächst gar nicht glauben, dass er bei seinem Schreibstil tatsächlich Autor sein soll, aber dann wurde es zum Glück doch noch besser.

Judith W. Taschler hat dagegen einen sehr angenehmen und intensiven Schreibstil, der mich bestens unterhalten und auch stellenweise schockiert hat. Sicherlich, das Buch wird als Psychothriller betitelt, aber in meinen Augen ist dieses Werk noch viel mehr, denn hier wird fast alles thematisiert: Eine gescheiterte Liebe, ein verschwundenes Kind, jede Menge Drama, etliche Verwirrungen und überstürzte Entscheidungen. Eigentlich genug Material für einen richtig guten Plot, aber irgendwas hat mir dann doch gefehlt, denn leider konnte ich mich nur selten in die Protagonisten hineinversetzen und auch sonst hat mir zum Teil die nötige Stimmung gefehlt. Dabei will ich dies nun nicht einmal der Autorin vorwerfen, es ist vielmehr so, dass ich mir unter der Geschichte eventuell etwas anderes vorgestellt habe, was jedoch nicht heißen soll, dass das Buch schlecht wäre, denn dies ist es definitiv nicht.

Bei den Charakteren hatte ich jedoch einige Probleme, denn ich wurde einfach nicht warm mit ihnen. Auch wenn mich die Vergangenheit von Mathilda und Xaver sehr interessiert hat und ich die Geschehnisse in der Gegenwart ebenfalls recht ansprechend fand, konnte ich leider keine Sympathien für sie oder ihre Angehörigen aufbringen. Man kann jedoch sagen, dass sie allesamt interessant sind und ihre Geschichte durchaus authentisch erzählt wird.

"Die Deutschlehrerin" besitzt viele Zeitsprünge, was manchmal sehr verwirrend, aber auch sehr aufschlussreich war. Als Leser erhält man quasi ein Puzzle, dass man immer mehr zusammenbauen muss, um am Ende überrascht zu werden. Sicherlich war dies nun nicht der größte Schocker, aber ich fand das Ende durchaus stimmig und spannend gemacht. Sämtliche meiner Fragen wurden beantwortet, sodass ich das Buch zufrieden schließen konnte.

Das Cover ist vielleicht nicht das schönste aller Zeiten, aber dennoch recht ansehnlich und trotz seiner Schlichtheit relativ auffällig. Die Kurzbeschreibung ist ebenfalls gelungen und hat mich direkt angesprochen.

"Die Deutschlehrerin" ist ein gutes Buch, dass mich stellenweise überraschen konnte, allerdings muss ich auch sagen, dass ich die vielen positiven Stimmen zum Buch nicht wirklich nachvollziehen kann. Der beste Thriller des Jahres ist das Buch meiner Meinung nach nicht, aber zum Glück sind da die Geschmäcker verschieden. Wer einen vielseitigen Thriller zu schätzen weiß, wird mit "Die Deutschlehrerin" sicherlich glücklich werden.
Profile Image for Susanne.
398 reviews
January 9, 2017
An amazing book with many twists and turns. Almost every chapter holds a new surprise. Awesome read.
Profile Image for Jessica Jordan.
21 reviews1 follower
January 17, 2021
Für mich ist es keine Geschichte, für mich ist es die Wahrheit. - Roh und berührend wie der Schlusssatz. Zwei zerlebte Leben ergeben eins. Bin berührt.
35 reviews
March 15, 2025
Leider ein total nerviges Buch, die heruntererzählten Kapitel in auktorialer Erzählweise mit eingebauten Kurzpsychogrammen wurden auch durch die subjektiv erzählten Kapitel nicht sonderlich aufgelockert, die Figuren erschienen sehr stereotyp und so wenig lebensecht; der Autorin ging es ans anscheinend so ähnlich wie dem beschriebenen Schriftsteller: viele Ideen zu einem Buch, zu wenig Zeit alle Bücher zu schreiben, daher wird alles in ein Buch gepackt, nach dem Motto bei so vielen guten Ideen muss das Buch ja gut werden- falsch!
Es sind wirklich gute Geschichten, jede wäre ein Buch wert: die Beziehung zwischen Deuschlehrerin und Mutter, die Geschichte der Bauernfamilie mit dem Sohn der auswandert , die Geschichte des Schriftstellers mit seinen Eltern, das Beziehunsdrama Deutschlehrerin und Schriftsteller man hätte aus allem was machen können: einen spannenden Krimi mit überraschender Wendung, Lebensgeschichte aus Österreichs Bergwelt mit Familien (die dann vielleicht auch Tiefgang gehabt hätten? )usw. ; die ausgeführte Buchidee als Abwandlung des "Reigen " von Schnitzler hätte man allerdings auch komplett streichen können, was sollte das denn?
Diese Ideensammlung hat leider null Tiefgang, der kann auch nicht auf Krampf durch die Krebserkrankung der Priäotagomistin herbeigeführt werden, und im Ernst- das ist wirklich Schullektüre? Zum Glück bin ich nicht mehr in der Schule...
1 Stern für die vielen Ideen
This entire review has been hidden because of spoilers.
Profile Image for Jemima.
315 reviews25 followers
May 9, 2020
In „Die Deutschlehrerin“ geht es um das Wiedersehen des ehemaligen Liebespaars Mathilda und Xaver.

Die Kapitel wechseln zwischen unterschiedlichen Erzählformen (Emails, Unterhaltungen, Erzählung). Das machte das Ganze für mich etwas „unruhig“. Im hinteren Teil des Buches unterbricht es somit auch die Spannung, die ab der zweiten Hälfte des Buches auftaucht.

Bei der Hälfte des Buches dachte ich, dass ich das Ende erahne. Es kam dann doch anders als erwartet. Insgesamt eine nette Geschichte mit einigen Längen. Die unterschiedlichen Arten die Geschichte zu erzählen, haben mich jedoch leider nicht überzeugen können.
Profile Image for Katrin Lö.
76 reviews
May 18, 2020
Damit hätte ich nicht gerechnet. Mein Buch hat ein noch unscheinbares Cover und ich habe zufällig in einer Buchhandlung hineingelesen. Plötzlich war eine Stunde vorbei und ich musste mich beeilen, zu meiner Verabredung zu kommen. Ich bereute es, das Buch nicht einfach mitgenommen zu haben, denn es verfolgte mich in meinen Gedanken. Wie die Geschichte wohl weiterging? Wochen später fand ich es dann wieder. Die Geschichte ließ mich nicht mehr los und ich folgte ihr fasziniert bis zum Ende. Mit dem, was da noch kam, hätte ich nicht gerechnet. Aber es war gut. Dieses Buch kann ich jedem weiterempfehlen!
Profile Image for Grace Pietkiewicz.
90 reviews
March 12, 2024
Also, bestimmt kein liebelingsbuch aller Zeit aber immer noch entspannend zu lesen. Oft braucht man einfach nur ein Taschenbuch um den Tag glücklich zu verbringen. Genauso war Die Deutschlehrerin.

Es freut mich auch super auf, dass ich endlich nicht nur ein richtige Österreichischen Buch gelesen habe, sondern auch ein aus Ober Österreich! 🇦🇹 ja wohl
Profile Image for Sara Safari.
10 reviews
August 22, 2024
Interessante und teils spannende Geschichte mit einigen Plottwists. Eher unsympathische Charaktere (Xaver recht misogyn und Mathilda unerträglich hingebungsvoll).
Profile Image for S..
116 reviews1 follower
January 29, 2025
Ein großartiges Buch! Spannend wie ein Thriller, mit einem Beziehungsdrama, hinter dem sich eine tragische Liebesgeschichte verbirgt. Absolut mitreißend und raffiniert, ich wollte es nicht mehr aus der Hand legen.
Profile Image for Carlota.
55 reviews
June 1, 2022
An unexpected discovery. The reader dives into the characters' personalities little by little and the discovery is extraordinary. There are many plot twists, many of which felt completely surreal to be honest. The combination of past, present, email, stories, etc, was brilliant. Overall, a very original book.
Profile Image for Bücherelli.
151 reviews42 followers
February 19, 2021
Das Cover entspricht nicht meinen ästhetischen Vorstellungen, weshalb ich das Buch lange Zeit auch nicht gelesen habe. Schade, denn es ist wieder einmal eine Geschichte, die ich in einem Ruck gelesen habe und die mich nicht loslassen möchte.

16 Jahre lang sind Xander und Mathilda ein Paar, bis Xaver eines Tages einfach wortlos verschwindet. Mathildas Welt bricht daraufhin ein. Einsam zurückgelassen baut sie sich ein Leben als Deutschlehrerin in Innsbruck auf. Weitere 16 Jahre später trifft sie zufälligerweise wieder auf Xaver, welcher mittlerweile ein gefeierter Jugendbuchautor ist, dem ein tragischer Schicksalschlag widerfährt.

In abwechselnden Erzählformen baut sich die Geschichte auf. Etwas, das ich persönlich ganz besonders genossen habe, denn es ist erfrischend anders. Der Roman besteht aus E-Mails bzw. Briefen, Gesprächen in reiner Dialogform, Polizeiprotokollen, Geschichten über ihre Vergangenheit und (fiktiven) Geschichten, die sie sich gegenseitig erzählen. Gerade letzteres finde ich überraschend gut umgesetzt. Xaver meint von Anfang an, er erzählt ihr eine wahre Begebenheit, nämlich die Geschichte seines Großvaters. Mathildas Geschichten hingegen wirken fiktiv mit starken Realitätsbezug. Es bleibt bis zum Schluss spannend, ob sie rein erfunden oder tatsächlich passiert sind. Nichtsdestotrotz haben alle Geschichten Bezug zu den Leben der Charaktere, vor allem deren Gefühle und Vorstellungen werden thematisiert. Taschler ist es hierbei gelungen, innergeschichtlich Fiktives mit Realem zu verbinden. Ob echt oder erfunden, die Charaktere fühlen sich durch ihre Geschichten verstanden. Das Gefühl, das hier transportiert wird, ist auch das Gefühl, das ich persönlich oftmals beim Lesen guter Geschichten spüre: Identifikation.



Trotz fast dreißig Jahren Altersunterschied zwischen mir und den Charakteren, habe ich mich trotzdem oft verstanden gefühlt bzw. habe aufgrund der Darstellung ihrer Personen bestimmte Dinge oft nachvollziehen können. Besonders bei Bezügen zum Germanistik-Studium habe ich des Öfteren schmunzeln müssen, so könnten die folgenden zwei Gedanken aus dem Buch tatsächlich meine eigenen sein:

"Männliche Studenten gab es auf der Germanistik nicht viele und diese wenigen Exemplare sahen meist, zumindest für ihren Geschmack, schräg aus, sie liefen schwarz gekleidet, bärtig und mit langen Haaren und bodenlangen Mänteln herum.”


“Die Studienrichtung Germanistik hatte sie gewählt, weil sie immer gerne gelesen hatte, weil ihr kein anderes Fach eingefallen und weil ihr Deutsch in der Schule nie schwer gefallen war. Andere Beweggründe hatte sie nicht gehabt und sie reichten ihr während des gesamten Studiums völlig aus.”


Dann gibt es noch einen Satz, dessen Inhalt ich schon unzählige Male mit meinen Freund*innen besprochen habe, denn mir geht es oftmals genauso:

“Was Richard als Wermutstropfen empfand, war, dass er mit Dorothy nicht in seiner Muttersprache sprechen konnte, bestimmte Dinge, so hatte er das Gefühl, konnte er nicht so ausdrücken und vermitteln, wie er es gerne getan hätte.”


Und es ist nicht nur dieser eine Satz, mit dem ich mich mit Richard, dem Großvater Xanders, identifizieren kann. Auch das Gefühl der Zerrissenheit kenne ich nur allzu gut. Die Entscheidung zwischen der Anziehung des Fremden und der Vertrautheit des Alten, mit welcher dann auch Xaver zu kämpfen hat.

“Das wirkliche Leben des Einzelnen bedeutet eigentlich gar nichts, wichtig sind die Geschichten, die es schreibt und die davon zurückbleiben.”


Meiner Meinung nach ist einer der Kritikpunkte am Roman tatsächlich Mathilda. Ich habe viel nachvollziehen können, mich in vielen Beschreibungen selbst erkannt. Ich kann mir auch gut vorstellen, wie sie als reale Person auftritt. Was ich allerdings nicht verstehe, ist, weshalb sie 16 Jahre lang bei einem Menschen bleibt, der ihr nicht das gibt, was sie gerne hätte. Generell finde ich diese 16 Jahre einen ziemlich langen Zeitrahmen, kürzer hätte es auch getan. Gegen Ende der Geschichte werden dann noch ein paar Dinge aufgeklärt, die ich auch als eher lieblos Hineingeworfen empfinde.

“So war von Anfang an die Lüge ein Dauergast in ihrer Beziehung.”


Auch bei Xaver kann ich mir gut vorstellen, wie er als Person ist. Ich mag auch seine Beschreibung als Schriftsteller, welche auch im Nachhinein seine doch etwas nervig wirkenden E-Mails erklärt (ich sage nur: Satzzeichen sind keine Rudeltiere):

“Geschichten flogen Xaver schneller zu, als er sie aufschreiben konnte, sie überfielen ihn geradezu, sie sich auszudenken, fiel ihm wesentlich leichter als sie dann in mühevoller Kleinarbeit zu Papier zu bringen. Er liebte es, Geschichten gedanklich ausreifen zu lassen, damit herumzuspielen, bis Struktur und Charaktere stimmig waren, beim Schreiben selbst verlor er schnell die Geduld.”


Übrigens startet der Roman mit einem Schreiben an Mathilda von der Kulturservicestelle des Landes Tirol, welcher durchgehend gegendert ist. Das ist mir gleich positiv ins Auge gesprungen, da ich persönlich auch gendere und das vor allem in offiziellen Schreiben als äußert wichtig erachte. Toll, dass das auch in einem Roman beibehalten wird (es wird nur in diesen Schreiben von der Kulturservicestelle gegendert und nicht im gesamten Buch).

Alles in allem ein Roman mit spannenden Wendungen und authentischen Charakteren und vor allem Gedankengängen. Ein bisschen was fehlt der Geschichte jedoch.

P.S.: Warum bezieht sich der Titel eigentlich nur auf Mathilda, und nicht auch Xaver? Die Deutschlehrerin und der Schriftsteller ...
Profile Image for Jana.
201 reviews10 followers
February 11, 2018
4,5/5 Sternen

Dieses Buch war so spannend ich konnte es kaum aus der Hand legen. Die Handlung nahm so einige Wendungen die man sich nicht erwartete und es blieb bis zum Schluss super spannend. Das einzige was mich ein bisschen störte, war wie sehr sich unsere Hauptcharaktere am Anfang verbiegt, um Xaver zu gefallen. Mich störte es, dass sie sich so verdrehte und alles tat damit er sie für interessant und klug hielt, da ich eher der Meinung bin sowas passiert einem eher als Teenager, als als junge Erwachsene Frau.
Zudem war die Art und Weise wie der Roman zusammengestellt wurde extrem spannend, da die Autorin immer wieder zwischen E-mails, Vernehmungsprotokollen sowie einfachen Dialogen und Erzählungen hin und her sprang. Dies sorgt dafür, dass man sich die Charaktere zum größten Teil selber denken muss bzw. kann.
Profile Image for Yvonne.
50 reviews1 follower
May 9, 2017
Was recht harmlos mit einem geplanten Schreib-Workshop in der Schule einer Deutschlehrerin beginnt, entpuppt sich als aufregende Geschichte ihres Lebens. Sehr packend, man ist direkt drin im Buch. Typisch für die Autorin sind mehrere miteinander verwobene Geschichten, denen man aber gut folgen kann.

Weil so spannend, habe ich das Buch in Rekordzeit gelesen und auch schon fleissig weiterempfohlen.
Profile Image for Sarah.
13 reviews
July 2, 2023
Ich schreibe nicht gerne Bewertungen für Bücher, die ich mit weniger Sternen bewertet habe. Aber wie soll ich sagen: es hat mir einfach was gefehlt. Ich fand es gut, dass das ende mal anders ausgegangen ist, aber hätte ich es nicht von der Schule aus lesen müssen, hätte ich es wahrscheinlich nicht gekauft.
Profile Image for Eva.
Author 14 books16 followers
September 22, 2019
Es tal vez una de las novelas policíacas que más me han impresionado últimamente. Con sólo dos personajes se construye un texto que nunca decae y que te mantiene en vilo todo el tiempo. Poco a poco vas conociendo mejor a cada uno de los personajes, comprendiendo y a veces odiando.
Profile Image for Britta.
399 reviews38 followers
December 25, 2018
Ein Wahnsinnsbuch mit einem großartigen Ende. Ich liebe diese Erzählstruktur! Das ist mal wirklich was anderes!
Profile Image for Andra Corpade.
24 reviews8 followers
July 31, 2025
Was für eine Überraschung! Ich habe dieses Buch gewählt, nur weil ich mein Deutschkenntnisse üben und verbessern wollte. Ich hate also keine Erwartung. Aber was ich gefunden habe, ist ein Psychodrama mit mysteriösen Akzenten.

Mir hat der Wechsel zwischen den Zeitebenen und die Verflechtung von Fantasie und Realität in diesem Roman sehr gut gefallen. Das erinnerte mich an den Film Mr. Nobody: was für ein Leben soll man für sich selbst wählen? Wie kann man wissen, ob seine Entscheidung die richtige war? Warum bekommen wir eigentlich nur ein Leben? So ein bitterer Witz von Gott, denkt Xaver.

Eine Idee, die mir im Gedächtnis geblieben ist, ist der Vergleich von Menschen mit Kunst: "Jeder Mensch trägt in sich ein Motiv, ein Thema, das die Partitur und Melodie seines Lebens prägt." Mir hat auch das inspirierende Zitat von Descartes gefallen: "Ich vergeude mein Leben nicht, also bin ich!"

Das Einzige, was mir nicht unbedingt gefallen hat, ist die Erotik des Buches. Ich finde Erotik einfach vulgär. Deshalb bekommt das Buch die 4 Sterne. Es ist jedoch kein Showstopper.
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