Inhalt:
Jake hat gerade ein Abenteuer hinter sich, da kriegt er seinen ersten offiziellen Auftrag. Gemeinsam mit Nathan und Charlie soll er eine Lieferung Atomium abholen - eine simple Aufgabe, die doch so wichtig ist, denn ohne das dringend benötigte Atomium sind keine Zeitreisen mehr möglich. Es scheint alles glatt zu laufen, bis Jake einen folgenschweren Fehler begeht...
Zeitgleich erreicht die Geschichtshüter eine Nachricht aus dem Jahr 27 von der verschollenen Topaz. Sie sind sich nicht sicher, was die Nachricht zu bedeuten hat oder ob sie überhaupt echt ist, aber eines ist klar: ein Team muss dorthin reisen und die Zeldts aufhalten, sollten sie wirklich wieder etwas planen...
Eigene Meinung:
"Jake Djones - In der Arena des Todes" von Damian Dibben ist eine gute Fortsetzung, die mir wesentlich besser gefallen hat als der erste Band!
Der Schreibstil überzeugt auch weiterhin mit seiner simplen, aber fesselnden Art. Detailreiche Erklärungen wechseln sich mit jugendlichen Dialogen ab, die für meinen Teil aber stellenweise wieder zu erwachsen wirkten. Die Liebe fürs Detail wird auch in den Beschreibungen deutlich, die den Leser einen farbenfrohen Einblick in das Rom der Antike gewähren. Der auktoriale Erzähler war zwar dieses Mal keine Überraschung, aber so ganz warm werde ich damit einfach nicht.
Jake genießt den Ritt auf seiner persönliche Welle des Erfolges bis diese mit einem lauten Krachen in sich zusammenbricht. Mit dem Fehler, den er begangen hat, hat er nicht nur seine Freunde, sonder vor allem sich selbst enttäuscht und muss erstmal lernen, damit umzugehen. Von daher ist es kaum verwunderlich, dass er sich mit noch mehr Eifer in alle weiteren Aufgaben stürzt und ich muss wirklich bewundern, dass er sich nicht unterkriegen lässt.
Nathan hat etwas von seiner Arroganz eingebüßt und entpuppt sich als ein wahrer Freund, der Jake beinahe auf Augenhöhe gegenübertritt - was aber nicht heißt, dass der fiese Nathan nicht noch irgendwo in ihm steckt. Dieses Mal überzeugt er mich auch endgültig von seinen Führungqualitäten, obwohl er mit seinem Modetick weiterhin für viele Lacher sorgt.
Charlie besticht durch seine allumfassende Intelligenz und seinem Hang zu ausschweifenden Erklärungen, was auch weiterhin über sein wahres Alter hinwegtäuscht. Ansonsten ist er eher der ruhige Typ, der sich aus Konflikten innerhalb des Teams raushält solange es möglich ist.
Die Geschichte ist wesentlich temporeicher und spannender als die des Vorgängers. Gleichzeitig treten aber auch immer mehr Ungereimtheiten auf, die mich überaus gestört hatten. So komme ich nicht umhin, mich zu fragen, wie die Familie Zeldt zuvor an Atomium herangekommen ist, wenn es nur eine Familie gibt, die die Rezeptur kennt und ausschließlich die Geschichtshüter beliefert? Wie kann es funktionieren, dass man nie zur selben Zeit in mehreren Jahren sein kann? Nur weil Jake in die Vergangenheit gereist ist, wird er doch nicht aus den 16 Jahren seines bisherigen Lebens getilgt werden, oder? Fragen über Fragen, die ich krampfhaft auszublenden versuchte, um mich wieder in die Geschichte fallen zu lassen. Zum Glück gelang mir das auch nach einer Weile und ich wurde mit viel Action und einigen Überraschungen belohnt.
Vor allem die Liebesgeschichte, die ich in meiner Rezension zum ersten Band schon als überflüssig bezeichnete, nahm eine eher unverhoffte Wendung. Eine Wendung, von der ich nicht weiß, was ich davon halten soll, aber seht selbst...
Dafür überzeugt Dibben mit einem überaus gelungenen Einstieg, denn er versteht es meisterhaft, dem Leser bereits Erlebtes unaufdringlich in Erinnerung zu rufen. Außerdem baut die Handlun wunderbar auf den vorherigen Ereignissen auf und zum Schluss werden dann schon sehr offensichtliche Anspielungen auf den Folgeband gemacht und ich muss gestehen, dass ich mich doch tatsächlich auf die Abenteuer im China der Vergangenheit freue.
Cover und Titel passen "wie die Faust aufs Auge", aber den ersten Band fand ich eindeutig stilvoller.
Fazit:
Damian Dibbens "Jake Djones - In der Arena des Todes" ist eine gute Fortsetzung, die den ersten Band vor allem an Spannung weit übertrifft. Der Autor bleibt sich selbst treu und die Geschichte überzeugt mit vielen überraschenden Wendung - vor allem in Liebesdingen hat er mich eiskalt erwischt. Logikfehler und die ein oder andere Ungereimtheit schmälern allerdings das Lesevergnügen, aber ich bleibe dabei, dass es für junge Leser toller Lesestoff ist. 4/5 Bücher!