„Die Wahrheit liegt im Auge des Betrachters.“ Diese Nachricht hinterlässt ein Serienmörder an sorgfältig inszenierten Tatorten, die Todesbildern nachempfunden sind: alte Gemälde, moderne Fotografien oder Bilder aus dem Internet. Anfangs glauben die Ermittler noch, die Hinweise wären am Tatort versteckt oder es gäbe einen Zusammenhang zwischen den Vorlagen und den Opfern. Doch dann machen sie eine grausige Entdeckung: Auf den Vorlagen erhöht sich die Zahl der abgebildeten Toten - aber da ist noch mehr: Die Spuren für die Ermittler sind an einem besonderen Ort vom Täter verborgen worden...
Ich bin ein Fan von Markus Heitz. Er ist der meistvertretene Autor in meinem Bücherregal und das will bei all den Reihen, die ich mehr oder weniger konsequent verfolge, schon etwas heißen. Trotzdem habe ich so meine Probleme mit seinen Büchern, weswegen meine letzte Reise mit ihm ein Weilchen her ist. Ich finde seine Ideen toll, liebe seine Vorstellungskraft und fühle mich in der Atmosphäre seiner Geschichten äußerst wohl. Doch seine Spannungsbögen sind für meinen Geschmack ab und zu ein wenig lasch. Daher haben seine Bücher Längen, durch die ich mich durchkämpfen muss. Er ist einer dieser Autor_innen, auf die ich wirklich Lust haben muss, damit ich die zähen Passagen in Kauf nehme. Dieser Zeitpunkt war Ende letzten Monats gekommen – mein Bauch entschied, dass es Zeit für „Totenblick“ war.
Leichen, die wie große Werke der Kunst inszeniert sind. Eine Botschaft: „Die Wahrheit liegt im Auge des Betrachters“. Leipzig wird von einem Serienmörder heimgesucht, der Angst und Schrecken säht. Nicht nur unter der Bevölkerung, sondern auch unter den Ermittlern, denn wer den Toten in die Augen sieht, muss kurz darauf selbst sterben. Der Aberglaube des Totenblicks zieht sich wie ein Geschwür durch die Behörden, gegen das Kriminalhauptkommissar Peter Rhode parallel zur Jagd auf den Mörder ankämpfen muss. Er ist auf die Hilfe seines alten Freundes Ares Löwenstein angewiesen. Auf seine Hilfe – und auf seine Kontakte aus seiner dunklen Vergangenheit bei einem Biker-Club. Doch schon bald geraten Rhode und Löwenstein selbst ins Visier des Mörders. Werden auch sie Opfer des Totenblicks?
„Totenblick“ ist Markus Heitz‘ erster Roman ohne übernatürliche und/oder futuristische Elemente. Dieses kleine Experiment mit einem anderen Genre ist für ihn eine naheliegende Entwicklung. Thriller schreibt er seit vielen Jahren, nur eben immer samt Vampiren, Werwölfen und anderen Supras. Ich wusste vor der Lektüre nicht, dass es dieses Mal realistisch zugeht und Heitz seiner Geschichte nur einen Hauch Mystik verlieh. Im Nachhinein wünschte ich, ich hätte es gewusst. „Totenblick“ ist ein solider Thriller, doch ich habe beim Lesen die ganze Zeit vergebens auf das Übernatürliche gewartet. Ein Teil meiner Erwartungen wurde dadurch enttäuscht. Natürlich bin ich daran selbst schuld, das ist mir bewusst und ich mache es Markus Heitz nicht zum Vorwurf. Meinen Lesespaß beeinträchtigte es allerdings schon ein wenig, was schade ist, da ich erstaunlich gut mit dem Spannungsbogen zurechtkam. Den Fall des mordenden Ästheten fand ich fesselnd und insgesamt sehr originell. Ich konnte das Rätsel seiner Identität nicht aufdecken, was meiner Meinung nach ja immer ein Qualitätsmerkmal ist. Stattdessen habe ich Kommissar Rhode und Personal Trainer Löwenstein bei ihrer Jagd auf den Mörder zugesehen. Die beiden Protagonisten sind genau so sympathisch, wie ich es von Markus Heitz erwartet habe. Ihr Facettenreichtum bewies mir ein weiteres Mal, dass er es liebt, vollständige Lebensläufe für seine Figuren zu basteln, die stets einen interessanten, verruchten Charme haben. Ares Löwenstein war vor seiner Zeit als Fitnesscoach Mitglied eines Biker-Clubs und auch Peter Rhodes Weste ist nicht blütenweiß. Ich mochte das, weil mich die beiden dadurch immer wieder überrascht haben, trotz des Gefühls, sie gut zu kennen und einschätzen zu können. Ihre Ausdrucksweise ließ mich allerdings ab und zu stutzen. Manchmal legte ihnen Heitz Formulierungen in den Mund, die ich einfach befremdlich fand. Wer nennt seine feste Freundin bitte „Kirsche“? Auch denke ich, dass Heitz absolut kein Händchen für erotische Szenen hat, denn diese erschienen mir übertrieben körperlich. Selbstverständlich ist Sex etwas Körperliches, aber ich empfinde die emotionale Erfahrung der involvierten Charaktere als wesentlich wichtiger. Von seinen Beschreibungen war ich nicht überzeugt, da sie… mechanisch wirkten. Ich hätte darauf verzichten können und mir dafür etwas ausführlichere Informationen zur Technik der Optographie gewünscht, die bei der Aufklärung der Morde eine Rolle spielt. Diesen Part der Ermittlungsarbeit fand ich überaus spannend – in meinem Herz lebt eben ein kleiner Nerd, der sich für außergewöhnliche wissenschaftliche Methoden begeistern kann. Mir persönlich kam darüber hinaus das psychologische Trauma des Mörders zu kurz. Wer solche Morde begeht, muss ernsthaft krank sein; ich hätte gern einen detaillierten Einblick in seine Wahrnehmung der Realität bekommen. Wann und wie hat sich in seinem Kopf ein Schalter umgelegt, sodass das Töten anderer Menschen zu einem für ihn akzeptablen Ausdruck seiner Persönlichkeit wurde?
Mit „Totenblick“ beweist Markus Heitz, dass er das Übernatürliche nicht zwingend braucht, um einen guten, spannenden Thriller zu schreiben. Das Buch fügt sich überraschend homogen in sein bisheriges Werk ein; es treten sogar ein paar alte Bekannte auf. Außerdem ist es eine leidenschaftliche Liebeserklärung an die Stadt Leipzig. Mir gefällt Herr Heitz als Chronist dunkler Paranormalität zwar definitiv besser, ich könnte mir jedoch trotz dessen vorstellen, einen weiteren realistischen Thriller aus seiner Feder zu lesen, sollte er diese Linie weiterverfolgen. Dieses Mal mit dem Wissen, was mich erwartet. ;) Ich kann euch „Totenblick“ auf jeden Fall empfehlen. Wenn ihr Markus Heitz mögt oder ihn kennenlernen möchtet, ohne kopfüber in seine Fantasy-Romane hineinzuspringen, ist dieser Thriller genau das Richtige für euch. Er trägt seine unverwechselbare Handschrift, ist originell und überzeugt mit sympathischen, lebendigen Charakteren. Aber gebt gut Acht und hütet euch vor dem Totenblick, denn erfasst er euch, gibt’s kein zurück!
Ein Mörder hält die Leipziger Polizei in Atem Seine Opfer drapiert er in Anlehnung an berühmte Gemälde. Am Tatort finden sich Botschaften. "Die Wahrheit liegt im Auge des Betrachters". Man soll sich vor dem Totenblick hüten. Derjenige, der den Toten zuerst in die Augen blickt, stirbt als nächstes. Eine Legende, die vor langer Zeit entstanden ist. Aber ist es wirklich eine Legende? Denn diese bewahrheitet sich schnell, der nächste Mord geschieht. Und ausgerechnet in den Reihen der Polizei. Kommissar Peter Rhode nimmt sich des Falles an, unterstützt von dem Personal Trainer Ares Löwenstein, der aufgrund seiner Verbindungen wertvolle Tipps geben kann. Doch der Fall wird Immer persönlicher und plötzlich ist Rhode verschwunden. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt - und der Tod scheint immer eine Nasenlänge voraus zu sein.
Für fantastische Literatur bekannt, hat der Autor mit dem vorliegenden Roman einen Thriller geschaffen, der ohne fantastische Elemente auskommt... na ja, fast ohne.
Die Hauptcharaktere Peter Rhode und Ares Löwenstein könnten unterschiedlicher nicht sein. Und doch geben sie ein sehr gutes Team ab. Rhode, der mit seiner hochgradigen ADHS zu kämpfen hat, gibt alles, um den Fall zu lösen, während Löwenstein mit seiner Vergangenheit zu kämpfen hat.
Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht der beiden erzählt. Zwischendurch kommt immer wieder der Mörder zu Wort, aber auch weitere Charaktere bekommen die Chance, das Vorgehen zu schildern, So ergibt sich nach und nach ein Bild, welches jedoch erst am Ende zu einem großen Ganzen wird.
Manchmal konnte ich einige Handlungsweisen nicht nachvollziehen, doch gab es auch wieder viele Momente, in denen es sehr menschlich wurde und sich Abgründe auftaten.
In "Totenblick" taucht der Bestatter Konstantin Korf auf, dem der Autor auch ein ganzes Buch gewidmet hat (Oneiros). Und hier kommen dann ein paar Fantasy-Elemente ins Spiel, jedoch wirklich nur angehaucht.
Einiges war mir etwas zu schnell abgehandelt, einiges wiederum etwas zu lang. Trotzdem war die Geschichte spannend zu lesen. Der Aufbau der Geschichte mit dem überraschenden Showdown war fesselnd und teilweise war auch der Heitz'sche Charme und Witz herauszulesen.
Ich muss jedoch sagen, dass man sich nicht zu sehr an Charaktere gewöhnen darf. In schönster Game-of-Thrones-Manier sterben sie hier nämlich wie die Fliegen.
Klappentext „Die Wahrheit liegt im Auge des Betrachters.“ Diese Nachricht hinterlässt ein Serienmörder an sorgfältig inszenierten Tatorten, die Todesbildern nachempfunden sind: alte Gemälde, moderne Fotografien oder Bilder aus dem Internet. Anfangs glauben die Ermittler noch, die Hinweise wären am Tatort versteckt oder es gäbe einen Zusammenhang zwischen den Vorlagen und den Opfern. Doch dann machen sie eine grausige Entdeckung: Auf den Vorlagen erhöht sich die Zahl der abgebildeten Toten - aber da ist noch mehr: Die Spuren für die Ermittler sind an einem besonderen Ort vom Täter verborgen worden …
Meine Meinung Dieses ungekürzte Hörbuch berichtet aus der Sicht von verschiedenen Personen, die alle im Zusammenhang mit der Ermittlung um den Serienmörder stehen, der mit seinen Inszenierungen und dem Totenblick im Fokus steht. Jeder Charakter wird vom Hörbuchsprecher ein wenig anders dargestellt, sodass eine Unterscheidung gut möglich war. Auch wenn der Täter schon recht früh seinen ersten Auftritt hat, bleibt seine Identität bis kurz vor Schluss geheim und war gar nicht vorhersehbar. Es passierten immer unvorhergesehene Ereignisse, sodass es bis zum Ende spannend blieb. Auch die Charaktere sind gut ausgearbeitet.
Fazit Ein gelungener Thriller, der mich wirklich gut unterhalten hatte und bis zum Ende rätseln ließ, daher gibt es von mir 4 von 5 Würmchen
Oh Mann, das war wieder was! Irre Geschichte mit tollen Charakteren und zwei alten Bekannten. <3 Ich fühle mich jetzt genötigt, noch einmal Oneiros anzuhören, damit ich es bis zum Erscheinen von Markus' neuem Buch im März irgendwie aushalte. Wäh!^^
‘*‘ Meine Meinung ‘*‘ Ja, ich weiß, Heitz steht vor allem für Fantasy, aber ich wollte als erstes Werk ein „Stand Alone“-Buch von ihm lesen bzw. hören. Zu Beginn des Hörbuches fragte ich mich, wohin die Reise geht. Das wurde ich von Heitz hübsch angefüttert, denn ich wollte ja wissen, wie das Gehörte zum Klappentext passt und was jetzt überhaupt angesagt ist. Dabei baut der Autor die Spannung sukzessive auf, platzierte hier einen Twist und dort eine Überraschung und zu guter Letzt erhöhte er im Fortschreiten der Handlung das Tempo. Dies gepaart mit lebendigen, teilweise auch leicht skurrilen Charakteren ließ mich das Hörbuch in fast jeder freien Sekunde hören. Ja, Heitz hatte mich am Haken. Dies wurde von Simon Jäger, der den Figuren mit seiner Stimme noch mal eine Facette mehr verlieh, hervorragend unterstützt. Heitz schaffte es, Bilder in meinem Kopf entstehen zu lassen und mir einen kleinen Film in meinem Kopfkino zu präsentieren.
!!! SPOILER !!! Es gibt nur einen Meckerpunkt. In einem Krimi / Thriller rate ich von Anfang an mit, wer es sein könnte. Deshalb mag ich es gar nicht, wenn der Täter plötzlich wie aus dem Nichts auftaucht, auch wenn ich schon häufiger bei seinen Taten dabei war. !!! SPOILERENDE !!!
Bis auf meinen spoilernden Meckerpunkt, bin ich von dem Buch begeistert und so vergebe ich gern 4 Blick-Sterne.
‘*‘ Klappentext ‘*‘ „Die Wahrheit liegt im Auge des Betrachters.“ Diese Nachricht hinterlässt ein Serienmörder an sorgfältig inszenierten Tatorten, die Todesbildern nachempfunden sind: alte Gemälde, moderne Fotografien oder Bilder aus dem Internet. Anfangs glauben die Ermittler noch, die Hinweise wären am Tatort versteckt oder es gäbe einen Zusammenhang zwischen den Vorlagen und den Opfern. Doch dann machen sie eine grausige Entdeckung: Auf den Vorlagen erhöht sich die Zahl der abgebildeten Toten - aber da ist noch mehr: Die Spuren für die Ermittler sind an einem besonderen Ort vom Täter verborgen worden …
Zum 2. mal gehört und jetzt weiß ich wieder, warum mir vom ersten "Durchgang" (vor ca 3 Jahren) kaum noch etws wusste.... Die Geschichte hat mich nicht so gefesselt, der Funke ist nicht wirklich übergesprungen. Daher bin ich auch ab und zu - ich muss es zugeben - mit den Gedanken etwas abgeschweift, so das mir auch teilweise Zusammenhänge eher schwer verständlich waren. Aber um ehrlich zu sein: einige Dinge waren auch wirklich eher nebensächlich (Seitenfüller???) und haben zur Story nur am Rande beigetragen.
Die Story an sich sehr spannend´, der Mörder verwandelt seine Opfer in regelrechte "Kunstwerke", berühmten Skulpturen und Bildern nachgestellt und geht dabei immer abartiger vor.
Der Hauptermittler Rhode (ein Kommissar mit ADHS...) und sein Freund Ares, ehemaliges Mitglied einer Rocker-Gang, sind dabei richtig sympathisch, vor allem Ares gefällt mir ausnehmend gut mit seiner eher ruhigen, aber durchaus starken Persönlichkeit.
Schräg fand ich dann jedoch, dass immer mehr "bekannte" Figuren aus dem Buch dem Täter in die Finger fallen und umgebracht werden, irgendwie völlig ungewohnt.
Tja - Story an sich nicht schlecht aber große Begeisterung bricht bei mir nicht aus.
In dem Buch Totenblick von Markus Heitz, geht es um Ares Leon Löwenstein, er ist Personal Trainer und sein Freund Peter Rhode auch Pitt genannt. Dieser arbeitet bei der Leipziger Polizeiund seit neuestem bei der Soko Bildermorde. Als Peter Rhode zu einem Tatort gerufen wird, ist er geschockt, weil er und sein Ermittlerteam herausgefunden haben, die Leiche wurde von einem neuen Serienmörder getötet und er wird weiter töten. Er liebt es seine Opfer in berühmte Kunstwerk ein zu arbeiten und jedesmal hinterlässt er einen Zettel auf dem immer das Wort Totenblick drauf steht. Dazu sind die Köpfe seiner Opfer immer vom Körper abgetrennt und mit einem Klebeband wieder drangesetzt. Warum der Mörder sowas macht und ob er geschnappt wird, sollte jeder selber lesen.
Ich fand die Geschichte spannend und gut erzählt. Sie war flüssig geschrieben und sie war auch nie an einer Stelle des Buches langweilig. Auch wenn Markus Heitz sonst Fantasy Bücher schreibt, hat er hier einen fantastischen Thriller mit viel Spannung geschrieben, den ich auf jeden Fall nur empfehlen kann.
Die Geschichte hat mir in Teilen gut gefallen. Das Motiv mit dem Totenblick und der Grund, weshalb der Mörder seine Morde so beging wie beschrieben, ist neu und frisch.
Leider war der Mörder einen Schritt zu weit voraus. Es gibt keine wirklich schlüssige Erklärung, woher der Täter die meisten seiner Informationen hatte und wie er die ganze Detailarbeit erledigen konnte.
Mir persönlich starben auch zu viele „Hauptpersonen“. Kaum konnte man sich ein wenig an jemanden gewöhnen und in sein Leben einfühlen, waren sie auch schon tot.
This entire review has been hidden because of spoilers.
Nach „Oneiros“ war ich schon sehr gespannt auf den neuen Thriller von Markus Heitz. Auch in „Totenblick“ gelingt es ihm wieder, eine spannende Geschichte zu konstruieren, er verzichtet dabei jedoch bis auf eine kleine Szene und das alternative Ende auf übernatürliche oder phantastische Elemente. Fans wird es sicher interessieren, was die beiden Bücher miteinander zu tun haben. Letztendlich beschränkt sich das Gemeinsame auf die Stadt Leipzig, der Heitz wieder eine kleine Liebeserklärung macht, und gelegentliche Auftritte des Bestatters Konstantin Korff, die ein paar Insider bereithalten.
Die Stadt Leipzig ist in „Totenblick“ sehr präsent, was Kenner der Stadt sicher erfreuen wird, mich aber manchmal etwas genervt hat. Ich muss nicht wissen, welche Straße wohin führt und wo man hinkommt, wenn man links abbiegt. Manchmal liest es sich wie ein Stadtführer und es hilft der Handlung auch nicht weiter. Ein bisschen mehr Verständnis für diese Detailverliebtheit konnte ich aufbringen, als ich mich freute, dass Ares Löwenstein in einem Schnellimbiss auf seinen Widersacher trifft, dem gegenüber ein Hotel liegt, in dem ich mal übernachtet habe. (Wer es kennt und Geocaching macht, da liegt auch ein Cache. ;-) )
Die Handlung ist durchgehend spannend und ein besonderer Reiz liegt in der Idee des „Totenblicks“, einerseits in Bezug auf den Aberglauben, aber vor allem auch in Hinblick auf die wissenschaftlichen Erkenntnisse, ohne hier zu viel verraten zu wollen. Heitz folgt nicht nur der Spur der Morde auf Ermittlerseite, sondern gibt immer wieder auch Einblicke in die Gedanken des psychopathischen Mörders und anfangs auch auf die letzten bewussten Minuten der Opfer. Dabei gelingt es ihm, die grauenvollen Morde zwar vorstellbar zu machen, überlässt es aber dem Leser zu entscheiden, wie viel davon ins Kopfkino gelangen kann. Besonders bei der Darstellung von „Guernica“ war ich unendlich dankbar für die Barmherzigkeit, nicht die Opfersicht erleben zu müssen und das grauenvolle Bild nicht bis ins Detail aufgedrängt zu bekommen. Daher ist „Totenblick“ zwar manchmal echt harter Tobak, aber Heitz ist glücklicherweise nicht darauf angewiesen, den „Thrill“ durch Gemetzel-, Ekel- und Folterszenen zu erzeugen.
Mit den Figuren habe ich so manches Mal gehadert: Ein Kommissar mit ADHS, der sich keine Namen merken kann, ist zwar irgendwie mal was anderes, aber das ewige „Dings-berg“ und „Weißen-dings“ ging mir schon auf den Keks. Erfreulicherweise nimmt das dann aber trotz der ständig vergessenen Medikamente ab. Ansonsten ist Peter Rhode ein sympathischer Charakter, der zwar ehrgeizig ist, aber dennoch auch seiner jüngeren, zielstrebigen Kollegin den Erfolg gönnt.
Eine besondere Rolle kommt Rhodes Freund, dem Personaltrainer und ehemaligen Rocker Ares Löwenstein zu, bei dem der Name dann auch Programm ist. Interessant wird er durch den Gegensatz zu seinem Privatleben, wo er nicht sich nicht nur als Laienschauspieler betätigt, sondern sich auch rührend um die beiden Töchter sorgt, mit den diversen Exfrauen super auskommt und glücklich in einer Beziehung mit einer hochbegabten Mathematikstudentin lebt, die sich ihren Lebensunterhalt mit Poledance verdient. Überhaupt die Frauen, sie werden meist mit einem Parfumduft beschrieben und man erfährt in der Regel auch, ob sie es sich figurlich „leisten können“, dies oder das anzuziehen und mit Männern, die ihre Freundin „Kirsche“ nennen, kann ich so gar nichts anfangen (gilt ürbigens auch für Torte, Schnitte und Schnecke).
Fazit: „Totenblick“ ist ein spannender, gut recherchierter Thriller, der zwar starke Nerven fordert, aber dabei die Grenze zur Geschmacklosigkeit nicht überschreitet. Ohne die mystische Komponente folgt er letztendlich jedoch dem typischen Schema aller Thriller und ist damit zumindest für mich nichts Besonderes.
Ein Mörder versetzt Leipzig in Angst und Schrecken und spielt mit den Ermittlern und der Spurensicherung ein perfides Spiel: Er tötet seine Opfer, ohne ihnen große Schmerzen zuzufügen, und arrangiert die Leichen kunstvoll. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn sie werden zu "Repliken" großer, bekanntr Kunstwerke, die der Täter bis ins kleinste Detail nachahmt. Er hält sich für ein Genie, einen noch unentdeckten Meister und will alle Welt daran teilhaben lassen.
Doch noch etwas hinterlässt er am Tatort: Einen Zettel mit den Worten sich vor dem "Totenblick" zu hüten: Derjenige, der den ersten Blick in die Augen des Toten wirft, hat nicht mehr lange zu leben und gerät auf die Abschussliste des Mörders. Aberglaube denken die meisten - bis immer mehr Ermittler ums Leben kommen.
Meine Meinung:
Markus Heitz kennen wir als Autor ja eigentlich nicht aus der Thriller-Szene, sondern viel eher aus dem Fantasybereich. Bisher zählten Vampire, Werwölfe und Co zu seinem Gebiet. Umso gespannter war ich deshalb auf sein neues Buch, und als 'echter Fan' konnte ich mir diesen Ausflug in ein neues - von mir sehr geliebtes - Genre nicht entgehen lassen.
Und die Idee hinter der Story ist auch wirklich grandios: Ein Mörder der seine Opfer zu Kunstwerken macht. Super gruselig aber auch sehr sehr faszinierend und nicht selten habe ich direkt während des Lesens auf meinem Smartphone nachgeschaut, wie die Originale aussehen.
Auch der Schreibstil konnte mich, wie immer, überzeugen. Markus Heitz hat eine ganz grandiose Art mit Worten umzugehen, die nicht zu hochtrabend sind, ohne viele sprachliche Mittel auskommen und dennoch eine Vielzahl an Bildern im Kopf entstehen lassen und echt lockerflockig geschrieben sind. So hat man die ganze Geschichte einfach so weggelesen - konnte nicht aufhören weil es immer wieder wahnsinnig spannend wurde.
Besonders gefallen hat mir auch dass die Geschichte wieder in Leipzig spielt. Erstens natürlich weil es eine tolle Stadt ist, die viel Platz für Geschichten aller Art bietet, zum anderen aber auch weil man Leipzig natürlich aus einigen anderen Büchern von Markus Heitz kennt. Mir persönlich hat auch super gefallen dass der Bestatter des Ars Morendi, den man bereits in "Oneiros" kennen lernt, eine Rolle spielt - hätte ich das Buch jedoch nicht gelesen, würde es mich ehrlich gesagt ziemlich nerven, dass nicht aufgedeckt wird wieso er wie handelt und zum Lesen von Oneiros quasi genötigt wird, wenn man mit Totenblick final abschließen möchte.
Wieso ich aber nur 4 Sterne gebe, trotz meines sehr guten Eindrucks, ist dass es mir in dem Buch ab einem gewissen Punkt einfach zu viele Toten gibt - ohne zu spoilern, aber es sterben auch Charaktere deren Tod unnötig und ohne Bedeutung für die Geschichte ist. Bei dem ersten dieser Todesopfer dachte ich noch "Okay, krass, dass Person XY wirklich tot ist", aber irgendwann dachte ich wirklich nur noch "Ernsthaft?!". Und auch das Ende konnte mich nicht wirklich begeistern. Denn auch dieses verlief er so nach dem Motto "Unverhofft kommt oft" und war purer Zufall, der die Geschichte total abrupt und übertrieben dramatisch enden ließ.
Alles in allem ist Markus Heitz der "Ausflug" in die Thrillergefilde durchaus geglückt und hat ein tolles, super spannendes Buch veröffentlicht! :)
ACHTUNG – zum besseren Verständnis sollte vorher Oneiros von Markus Heitz gelesen / gehört werden
Inhalt: Laipzig. Ein Serienmörder hält die Polizei auf Trab. Er arrangiert seine Opfer nach bekannten Kunstwerken und meldet die Fundorte sofort nach Erschaffung mit dem Hinweis: “Die Wahrheit liegt im Auge des Betrachters”. Die Polizei rätselt lange und es sterben immer mehr Menschen – auch Polizisten, die dem Fluch des Totenblicks erliegen …
Stil: Im Vergleich zu Oneiros schwächelt Totenblick sehr. Ein Thriller ist dieses Werk für mich nicht. Schnell war klar was der Mörder mit seinen Opfern macht und das es weitere Tote geben wird. Auch Jäger konnte mich dieses Mal nicht überzeugen. Spannung und Nervenkitzel habe ich total vermisst und die vielen Charaktere wirken sehr ermüdend.
Charaktere: Der Bestatter Korf spielt wieder eine kleine aber wichtige Rolle – aus diesem Grund sollte “Onerios” vor “Totenblick” gelesen oder gehört werden. Es geht auch ohne, aber es könnten zu viele Fragen entstehen Korf mochte ich bereits sehr aus “Oneiros” und auch hier gab er sich ruhig und sachlich.
Löwenstein, ein rundlicher Personaltrainer mit interessanter Vergangenheit, entwickelte sich zu stark zu einem Alleskönner. Ich fand ihn zu Beginn sympathisch, dies verlor sich allerdings recht schnell – denn er war einfach zu gut Weniger ist manchmal mehr.
Die anderen Charaktere hatten eher eine Nebenrolle – abgesehen vom Mörder – und wuselten durch die Geschichte. Wirklich hängen geblieben ist mir nur noch ein Charakter: der Kommissar mit ADS (er vergisst alles, fummelt ständig an seinem Beruhigungsstein und wiederholt alles) – arghs, das ist langweilig immer wieder alles vorgekaut zu bekommen!
Cover: Das Cover ist schön, es zeigt deutlich worum es in “Totenblick” geht.
Fazit: Ein schwacher Versuch einen Thriller zu schreiben. Mich konnte “Totenblick” nicht überzeugen und auch die Auftritte von Korf retteten die Geschichte nicht. Von mir gibt es keine Leseempfehlung.
Alles in allem hat mir das Buch obwohl ich eigentlich nicht so oft Thriller lese sehr gut gefallen. Ich habe Lust auch noch weitere Bücher von Markus Heitz (vor allem Oneiros) zu lesen, weil mir die Ideen sehr gut gefallen und ich finde dass er sehr gut Spannung aufbauen kann.
ABER: Natürlich gibt es auch Gründe wieso dieses Buch nur 3 Sterne hat. Vor allem liegt das an einem Plottwist, ungefähr in der Mitte des Buchs. Es wäre meiner Ansicht nach nicht sooo schlimm gewesen, diesen Plottwist einzubauen, vor allem weil er sehr wichtig für das spätere geschehen war. Was mich daran gestört hat war die Art und Weise wie es passiert ist. Ich hätte mir ein bis zwei zusätzliche Kapitel gewünscht, weil es sich sehr danach angefühlt hat, dass dort einfach eine Leerstelle ist. Dazu kommt, dass am Ende des Buchs einige Fragen offen geblieben sind. Teilweise werden sie vermutlich durch das Lesen weiterer Bücher beantwortet, teilweise aber mit sehr großer Wahrscheinlichkeit nicht. Das finde ich sehr schade, weil ich auf manche Dinge einfach neugierig bin und sie wohl nicht erfahren werde, außer ich sollte Markus Heitz einmal treffen und ihn danach fragen können (falls er mir meine Fragen beantworten würde ;D). An manchen Stellen fand ich den Erzählstil etwas ordinär. Das hat aber insgesamt nicht wirklich gestört und ist vermutlich eine persönliche Sache.
Insgesamt würde ich dieses Buch unter Vorbehalten weiter empfehlen, weil es mich sehr gut unterhalten hat. Was ich auch besonders gut gelungen fand war der Charakter des Mörders und die damit verbundenen Ideen. Er war einfach komplett geisteskrank! ;D Auch der eine oder andere Charakter des Buchs ist mir sehr sympathisch gewesen und ich würde gern erfahren wie es mit ihrem Leben weiter geht... Vielleicht gibt es ja noch mehr von ihnen zu lesen und zu erfahren.
Den meisten Spaß, den ich mit diesem Buch hatte war, als ich meiner Schreibgruppe eine der objektiv scheußlichsten Sex-Szenen, die jemals auf Papier gedruckt wurde vorlas. Dadurch wird es mir in Erinnerung bleiben und nicht durch ... naja, durch das, was das Buch eigentlich war. Sein wollte?
Bis jetzt kenne ich nur die Fantasy des Autors, die ich doch immer sehr mochte, und vielleicht ist meine Erwartungshaltung deswegen hoch. Aber es fühlt sich an einigen Ecken nach Fantasy an. Die doch sehr esoterisch anmutende Art des Killers, Botschaften zu übermitteln und das Power-Up eines Nebencharakters gegen Ende fühlten sich eher nach etwas aus dem Fantasy-Raum an. (Auch die Wahrsagerin? Und der Traum-Gegner ihres Patienten?? Alles nicht so meins ...)
Der Killer war am Ende durch und durch unbeeindruckend und dann war da noch der Epilog, der eigentlich nur Werbung für ein anderes Buch war. Hmpf.
Da werde ich ihn Zukunft lieber bei Markus Heitz' Fantasy bleiben, vor allem, wenn mir die Alterseinstufung verspricht, dass es diesmal keinen Sex gibt :P
Das ist glaube ich der erste Thriller, den ich bewusst gelesen habe - und ich bin sehr positiv überrascht! Nach Oneiros war ich neugierig auf Totenblick, weil ich Konstantin Korff als Charakter super interessant fand. Mal abgesehen davon schreibt Markus Heitz auch richtig gut, deswegen wollte ich auch dem ungewohnten Genre mal eine Chance geben. Insgesamt hat mir sehr gefallen, wie sich der Fall Stück für Stück entwickelt hat, ich konnte nicht alles voraussehen und das hat es ziemlich spannend gemacht. Die einzelnen Charaktere und ihre Verbindungen untereinander fand ich auch faszinierend und sehr gut aufgebaut, es waren ganz unterschiedliche Menschen dabei, die dadurch auch für Abwechslung gesorgt haben :) Das Ende hat mir auch gefallen, ist aber vermutlich um einiges befriedigender, wenn man Oneiros kennt und die Andeutungen besser verstehen kann (auch wenn Totenblick in keinster Weise eine Fortsetzung von Oneiros ist!). Von daher: eine eindeutige Leseempfehlung, aber nur in Verbindung mit Oneiros ;)
Die hübsch gezeichneten Protagonisten schaffen es leider nicht, die absolut überzogene Geschichte, in der ein künstlerisch veranlagter Super-Serienmörder gefühlt halb Leipzig ausrottet, zu retten. Der Held des Buches ist ein Ex-Biker der sowohl „Jax“ Teller, Superman, Columbo und Batman in sich zu vereinen scheint und auf den Namen Ares Löwenstein hört.
Auffällig sind die stilistischen Brüche, die sich im Buch anhäufen – man mag fragen, was sich Herr Heitz bei der mehr als überflüssigen und fürchterlich beschriebenen Beischlaf-Szene, die aus dem Nichts auftaucht, gedacht hat. Ansonsten sind die vielen Nebenplots, mit denen die Geschichte in die Länge gezogen wird, zwar ebenfalls überflüssig aber dennoch recht … nett.
Der Funke ist leider zu keiner Zeit übergesprungen. Die Idee war wirklich gut, aber ich konnte keinen der Charaktere richtig leiden und auch wurden die Todesfälle irgendwann zu viel und es gab zu viele unnötige Tote.