Wessen Haut ist eigentlich hautfarben? Gab es Rassismus schon in der Antike? Gibt es eine Welt ohne Rassismus? Susan Arndt bietet in diesem Buch Einblicke in Geschichte, Gegenwart und Zukunft des Rassismus, in das Wissen das ihn trägt und jenes, das ihn hinterfragt. Es gibt kaum Menschen, die sich gern als Rassistinnen oder Rassisten bezeichnen lassen. Er ist aber keineswegs auf kleine rechtsextreme Zirkel beschränkt. Vielmehr lauert er selbst in scheinbar harmlosen Begriffen unserer Alltagssprache. Sich zu fragen, was man über Rassismus weiß – und was nicht – und was er mit einem selbst zu tun hat, das ist der beste Weg, sich Rassismus zu widersetzen. 101 der wichtigsten dieser Fragen werden in diesem Buch beantwortet.
Eher nervig als hilfreich. Arndt hat in ihrem Buch 101 Fragen beantwortet, darunter auch sehr aktuelle und sehr wichtige Fragen, wie "Warum ist es irreführend, von Ausländer- und Fremdenfeindlichkeit zu sprechen, wenn Rassismus gemeint ist?". Die Antworten, die sie gibt, lassen allerdings sehr zu wünschen übrig. In ihrem Bemühen, politisch korrekt zu schreiben, benutzt sie durchgehend den "Gender-Gap", also die weibliche Form, mit einem Unterstrich vor der femininen Endung. Das stört den Lesefluss gewaltig und ich hätte es viel eher begrüßt, wenn sie einfach die feminine Form ohne Unterstrich durchgehalten hätte. Auf die Frage, ob es menschliche Rassen gebe, antwortet sie so aufgeregt wie unbefriedigend, dass es keine gebe ... ohne Begründung. Wenn man bei Hundezüchtungen, die ihre Merkmale in der nächsten Generation weitergeben, von Rassen spricht, warum dann nicht bei Menschen? Wenn in China Spitzensportler nach körperlichen Merkmalen miteinander verheiratet werden, um diese Merkmale in der nächsten Generation weiter auszubilden und damit erfolgreichere Sportler zu produzieren, darf ich das nicht rassistisch oder eugenisch nennen? Die Antwort lautet "nein", weil ... nein! Viele der von Arndt in ihrem Buch behandelten Fragen sind (mäßig) interessant und werden in ein paar Absätzen, in der Regel nach den aktuellen Erkenntnissen der Wissenschaft, abgehandelt. Das Ganze liest sich für mich daher wie so viele Internetseiten, die mich mit kurzen Fakten (englisch factoids) locken, auf die ich auch verzichten könnte.
Wie schon der Titel sagt: die 101 wichtigsten Fragen zum Rassismus. Sehr verkürzt und einfach erklärt, oft auch, auf erstem Blick, weitausschweifend doch immer spezifisch auf die formulierte Frage konzipiert. (An die 1-Stern-Vergeber: ja, es wird tatsächlich erklärt warum es keine 'Rassen' gibt)