Die Hälfte der Weltbevölkerung blutet monatlich und wird dabei teils von heftigen Schmerzen geplagt – trotzdem ist das Thema Periode noch immer ein Tabu. Dieses Buch beschreibt die Menstruation, wie sie eben schmerzhaft, nervig, aber auch mitunter ungewollt lustig. Autorin Jovana Reisinger geht das Thema Zyklus vorbehaltlos und mit großer Leichtigkeit an. Aktuelle Debatten über die wachsende gesellschaftliche Unterstützung für Menstruierende kommen dabei nicht zu kurz. Spaniens Regierung hat sogar freie Tage bei Menstruationsbeschwerden eingeführt …
humorvoll, nachdenklich und etwas sprunghaft verhandelt jovana reisinger die menstruation. sie schreibt über ihre tabuisierung, die geschichte von menstruationsprodukten, periodenarmut und den popkulturellen westlichen umgang mit menstruation und menstruierenden, um nur einige angeschnittene themenbereiche zu nennen. zwischendurch räumt sie mit sprachlich gefestigten klischees auf, streut wissenschaftliche fakten zwischen persönliche anekdoten und graphiken ein. mir gefällt ihre kapitalismuskritik darin besonders und, dass sie nicht den anspruch auf ein subversives werk erhebt, sondern einfach sichtbarkeit und diskurs anstrebt. wär schön wenn texte wie diese auch von nicht-menstruierenden gelesen werden würden.
3,5 Sterne Fand es im großen und ganzen sehr informativ und für ein Limit von 100 Seiten ziemlich breit gefächerten. Natürlich sind mir einige Themen aber viel zu kurz gekommen oder wurden gar nicht beleuchtet, die ich für wichtig empfunden hätte. Außerdem war es mir viel zu binär und obwohl ein oder zwei Mal darauf aufmerksam gemacht wurde, dass nicht alle Frauen menstruieren und nicht alle die Menstruieren Frauen sind. Würde mir doch zu viel von Frauen erzählt. Sprache hätte inklusiver sein müssen. Unter dieser Berücksichtigung würde ich es aber empfehlen!
Generell ein gutes Buch. Leider war der Schreibstil nicht wirklich meins und außerdem hätte ich bestimmte Teile ganz anders aufgebaut. Aber mit nur 100 Seiten auf jeden Fall lesenswert.
Sehr informativ und leicht verständlich (accessibility!) geschrieben, allerdings mit einem starken Fokus auf den popkulturell-gesellschaftlichen Teil der Periode. Hätte ich einen Wunsch frei, würde ich das Buch um ein Interview mit jemandem mit relevanter medizinischer Ausbildung bzw. Expertise ergänzen.
Ein sehr unterhaltsames Buch, das neben der anatomischen Funktion und dem Ablauf einer Menstruation, sehr schön aufzeigt welches Ansehen diese in unserer Gesellschaft genießt oder nicht genießt. Es ist ein erfrischender Beitrag über das Patriarchat gespickt mit Anekdoten, die den Leser regelmäßig zum Schmunzeln bringen.
Jovana Reisinger ist unfassbar gut darin, die patriarchale Realität in direkte und pointierte Worte zu fassen – wütend machend und Hoffnung gebend. 100 sehr wichtige und facettenreiche Seiten.