„Manchmal liebe ich ihn leidenschaftlich, manchmal möchte ich in einen Zug steigen und einfach davonfahren. Ich könnte ihn nie aufgeben, er ist ein Teil von mir. Aber mit ihm zu leben, kostet mich alle Kraft. Schon oft habe ich davon geträumt, mit ihm ganz fest im Arm von einem Hochhaus zu springen.“ Tessa Korbers Sohn ist Autist. Man sieht Simon die Krankheit nicht sofort an. Wenn er sich im Supermarkt auf den Boden wirft und anfängt, laut zu schreien, erteilen ihr fremde Leute ungefragt Erziehungsratschläge. Von morgens um 5 bis nachts um 22 Uhr ist sie seine Aufpasserin, Antreiberin, Welt-Vermittlerin, Dolmetscherin. Immer muss sie damit rechnen, dass er plötzlich wie wild um sich schlägt. Wenn sie ihn umarmt, weiß sie nicht, was von ihrer Liebe bei ihm ankommt. Was bedeutet es, akzeptieren zu müssen, dass das eigene Kind zur ewigen Abhängigkeit verdammt ist? Wo bleiben die eigenen Gefühle, wo bleibt das eigene Leben? Tessa Korber erzählt schonungslos offen, wie die Erkrankung ihres Sohnes alles veränderte und warum sie sich trotzdem ein Leben ohne ihn nicht vorstellen kann.
Das Leben mit und der Kampf für ein autistisches Kind, in dessen Welt die Mutter und Schriftstellerin nur zu einem kleinen Teil eindringen kann. Sehr berührender Bericht, der mein Verständnis für so ein Leben vertieft hat.
Eine anrührende, aber ebenso deprimierende Geschichte. Keine Kritik — dieses Leben in all seiner Härte begreift man darin sehr gut und ich fand die Ehrlichkeit der Autorin bewundernswert authentisch und dabei sehr hart mit sich selbst. Ich konnte es nicht weiterlesen, weil es mich einfach zu sehr untergezogen hat, so viel Mitleid für ihre Situation zu haben, die ausweglos ist, wie sie selbst schreibt.