Es ist ein schmaler Grat zwischen Gut und Böse, zwischen Normalität und Wahnsinn...
In der Hamburger Universitätspsychiatrie wird eine Patientin erhängt aufgefunden. Die zuständige Therapeutin Tessa Ravens kann nicht glauben, dass es sich um Selbstmord handelt. Als eine weitere Patientin brutal ermordet wird, scheint sich ihre Befürchtung zu bestätigen. Und auch Hauptkommissar Torben Koster merkt schnell, dass er hier mit gewöhnlichen Ermittlungsmethoden nicht weit kommt. An Verdächtigen mangelt es nicht, doch welchen Aussagen kann man wirklich trauen und was davon ist paranoide Wahnvorstellung? Er ist auf Tessas Unterstützung angewiesen, doch die Suche nach dem Mörder wird für beide zur Zerreißprobe...
Vielversprechender Anfang, aber etwa ab der Hälfte verliert das Buch an Spannung, weil das "Er liebt mich, er liebt mich nicht" der Protagonisten in den Vordergrund rückt, und der Täter ab da schon ersichtlich ist. Tessa, die mir davor sympathisch und stark erschien, wird dabei zum kleinen Mädchen, das am Ende von ihrem Helden gerettet werden muss, nachdem sie sich in der zweiten Hälfte des Buches schon in Gefahr gebracht hatte, indem sie auf eigene Faust ermittelte und ihre Verdächtigen dann allein konfrontiert. Sehr schade.
Das Cover: Für einen Krimi bzw. Thriller ist das Cover wirklich gut gestaltet. Es ist hauptsächlich weiß, was sehr zur Psychotherapie und Ärzten passt. Es hat aber auch schwarze Bereiche, was diesen starken Kontrast erst deutlich macht. Der Titel macht deutlich, dass der Mörder immernoch unter ihnen weilt und es dauert, bis es wieder eine ‘Nacht ohne Angst’ gibt.
Die Geschichte: Auf Station 2 einer Psychiatrie in Hamburg wird die Patientin Isabell Drost erhängt aufgefunden. Sofort wird Stationsärztin und Psychologin Tessa Ravens zum Ort des Geschehens gerufen. Und auch der Kirminalhauptkommissar Torben Koster und sein Kollege Liebetrau werden zum Tatort gerufen, denn man geht von einem Mord aus. Die Ermittlungen laufen, da das Tagebuch und das Portemonnaie der toten Patientin fehlen, doch Tessa Ravens muss nach diesem Schock weiterhin ihre Patienten betreuen. Torben Koster hingegen glaubt nicht wirklich an einen Mord. Doch dann wird die Zimmergenossin von Isabell Drost tot aufgefunden und nun sind sich die meisten einig: Jemand hat sie ermordet. Doch die Suche nach dem Täter dauert länger als erwartet. Denn wie kann man auf einer Psychiatrie auf die Aussagen der Zeugen vertrauen? Torben Kosten und Tessa Ravens arbeiten für den Fall zusammen und finden heraus, dass die Studie für ein Medikament gegen Depressionen nicht das ist, was sie zu sein scheint.
Meine Meinung: ‘Nacht ohne Angst’ ist mein erster Kriminalroman und ich muss sagen, dass mir das Genre recht gut gefällt. Ein Mord in einer Psychiatrie ist sicher nicht einfach auzuklären, da selbst die (verstörten) Patienten in Frage kommen. Und gerade das macht das Buch wirklich spannend. Die Hauptfiguren sind Tessa Raven und Torben Koster. Tessa ist Single und hat in ihrer Vergangenheit schon schwere Sachen mitgemacht. Sie macht ihren Job gerne und ist ein wirklich symphatischer Charakter. Sie ist geschockt, dass jemand auf ihrer Station womöglich einen Mord begangen hat. Torben hingegen ist unglücklich verheiratet. Seine Frau ist nicht erfreut, dass ihm seine Arbeit so wichtig ist, dass er kaum zu Hause ist. Er vernachlässigt seine Familie, was wirklich traurig ist. Und was da zwischen ihm und Tessa noch läuft, fand ich nicht unbedingt so gut. Aber das war ja der erste Fall von Tessa Ravens und wer weiß, vielleicht (und bestimmt) geht die Geschichte mit den beiden noch weiter. Die Suche nach dem Mörder ist von Frau Mundt spannend erzählt worden und als Leser wird man auf mehrere fälschliche Fährten geführt. Wie das ganze endet, verrate ich natürlich nicht, aber ihr dürft gespannt sein über diese Wendung. Mir hat es gut gefallen, auch wenn es kleine Sachen wie die Affäre in der Ehe gab, die ich nicht so toll fand. Manchmal zogen sich die persönlichen Probleme der Hauptfiguren etwas hin, aber alles in allem ist es ein guter Thriller mit Überraschungseffekten. Sehr wahrscheinlich werde ich auch die Fortsetzung lesen.
Meine Bewertung: Ein Mord in einer Psychiatrie, zwei recht symphatische Hauptcharaktere und mehrere falsche Fährten. Das macht diesen Krimi/Thriller aus und mir hat es gut gefallen. Ich vergebe vier Sterne.
Eine Patientin der Hamburger Universitätspsychiatrie wird erhängt im Bad aufgefunden. Ausser dass ihr Tagebuch und ihre Geldbörse fehlen deutet nichts auf ein Gewaltverbrechen hin. Tessa Ravens, behandelnde Therapeutin, kann trotzdem nicht an Selbstmord glauben, sie versucht, die ermittelnden Kommissare Torben Koster und Michael Liebetrau von ihrer Skepsis zu überzeugen, allerdings mit wenig Erfolg. Als wenig später eine zweite Patientin offensichtlich ermordet wird, stellt sich für alle die Frage, wie die beiden Todesfälle zusammenhängen und was dahinter steckt.
Angélique Mundt gelingt in diesem Erstlingswerk ein solider Krimi, welcher bis am Schluss viele Verdächtigen aber keine konkrete Spur präsentiert. Die Geschichte ist eher gemächlich erzählt, lässt trotzdem eine gewisse Spannung nicht vermissen. Die Figuren sind einfühlsam und plastisch gezeichnet, die Klinikatmosphäre gut wiedergegeben ohne durch zu viel Faktenwissen zu erschlagen, über das die Autorin, welche selber Psychologin ist, durchaus verfügen würde. Zwischenmenschliche Spannungen und andere Gefühlsverwirrungen runden die Geschichte ab.
Fazit: Ein solider, gut aufgebauter Krimi mit allem, was leichten Lesegenuss mit Spannung ausmacht. Empfehlenswert.
Ich hab diesen einfachen und sehr leicht zu lesenden Schreibstil der Autorin geliebt. Das ging wunderbar flüssig und war sehr angenehm.
Die Geschichte um Tessa Ravens, der Therapeutin, und Torben Koster, dem Ermittler habe ich gerne verfolgt. Obwohl ich nicht ganz damit einverstanden war, dass Tessa sich derart in die Ermittlungen zu den beiden Todesfällen, eingemischt hat, oft auf eigene Faust ermittelt hat, und sich somit selbst in Gefahr gebracht hat.
Die Spannung hat sich für mich eigentlich durch das ganze Buch gezogen. Richtig mitreißend wurde es dann gegen Ende, als dann quasi alles ans Licht kam.
Ich kann den Krimi der Neu-Autorin Angélique Mundt nur empfehlen. - Ein super Debütroman!
Beginnt vielversprechend, der Fall selbst kann die Spannung nicht halten und die Psychiaterin verliert zum Ende hin sehr viel von der starken Figur, die sie sein könnte. Schade.