„Ich wollte das. Ich will es auch jetzt noch. Aber ich habe es nicht getan. Ich tue es nicht. Ich sitze wieder auf dem Bett und konzentriere mich auf meine Atmung, bis die Enge in meiner Brust nachlässt. So leicht lasse ich mich nicht kleinkriegen.“
Astrid versucht im Küstenstädtchen Flintstead bei ihrer Mutter ihre Alkoholsucht und den Tod ihres Exfreunds zu überwinden. Schon über ein halbes Jahr ist sie trocken und besucht jetzt auch die örtlichen Treffen der Anonymen Alkoholiker. Sie lernt einen sympathischen Mann, Josh, kennen, der sie interessiert und der ihr zu einem Jobangebote verhilft. Doch dann erhält sie mysteriöse , anonyme Nachrichten, die sie an ihren toten Exfreund und ihre tragische Beziehung erinnern. Astrid fühlt sich bedroht. Irgendjemand scheint noch eine Rechnung mit ihr offen zu haben.
Lesley Kara schreibt flüssig und gut verständlich aus Astrids Sicht in der ersten Person. Sie erzählt die Geschichte chronologisch. In den Roman hineinzufinden, gelang dank des leichten, unkomplizierten Schreibstils ohne Probleme.
Astrid, die mit großer Willensanstrengung versucht ihre Alkoholprobleme zu überwinden, wird sehr authentisch dargestellt. Sie hat mit zahlreichen Herausforderungen zu kämpfen, ist mit sich selbst nicht im Reinen und weiß auch sonst nicht, wem sie trauen kann. In Josh sucht sie einen neuen Freund, doch der weiß noch nicht über ihre Vergangenheit Bescheid.
Wer schreibt Astrid anonyme Nachrichten? Wird sie weiterhin die Finger vom Alkohol lassen können? Die Drohung beginnt recht spannend, hat mich recht rasch gefesselt. Die Spannung lässt im Verlauf etwas nach und die Handlung zieht sich etwas. Am Schluss wird das Tempo noch einmal deutlich erhöht und es kommt rasch zu verschiedenen Wendungen, die für mich allerdings nicht alle ganz unerwartet kamen. Insgesamt ein solider, unterhaltsamer Roman, den ich gerne und schnell gelesen habe.