Wilhelm Raabes Buch 'Keltische Knochen & Gedelöcke' ist ein Meisterwerk der deutschen Literatur des 19. Jahrhunderts. Das Werk, das 1877 veröffentlicht wurde, erzählt die Geschichte eines jungen Archäologen, der bei Ausgrabungen in einem alten keltischen Grab eine mysteriöse Entdeckung macht. Raabes literarischer Stil zeichnet sich durch eine präzise und detaillierte Sprache aus, die den Leser in die Welt der Archäologie und Geheimnisse hineinzieht. Mit subtilen Verweisen auf die deutsche Romantik und Folklore bietet das Buch einen faszinierenden Einblick in die kulturelle und historische Landschaft des 19. Jahrhunderts.
Gering im Umfang und unter brachialem Einsatz von Komik ist "Keltische Knochen" der wohl amüsanteste Text Wilhelm Raabes. Osteologe Zuckriegel und Altertumswissenschaftler Steinbüchse bereisen die Ausgrabungsstätte Hallstatt, um archäologische Funde zu stehlen. Geraten die beiden Streithähne schon vor ihrer Raubtour im Disput über den keltischen oder germanischen Ursprung der zur Frage stehenden Relikte aneinander, wird auch ihr Plünderungszug durch ihre Zanksucht vereitelt. Die Dichterfigur Roderich von der Leine, ein gebürtiger Krautworst und sensibel-dilettantischer Heine-Epigone, ergänzt das skurrile Duo. Eine schreiend komische Dichter- und Wissenschaftssatire, die aber auch zeitgenössische Fragen nach nationaler Identität und deutscher Vergangenheit verhandelt.