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Pariser Platz 13 - Eine Komödie aus dem Schönheitssalon und andere Texte über Kosmetik, Alter und Mode

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Der Name Vicki Baum ruft allzu rasch den Gedanken an leichte und seichte Unterhaltungskost hervor, die sich am Geschmack eines Massenpublikums ausrichtete. Liest man nun die von Julia Bertschik herausgegebene und von ihr mit einem kundigen Nachwort versehene Komödie "Pariser Platz 13", so wird frau schnell eines Besseren belehrt.
Wie bereits der Untertitel verheißt, handelt das 1930 entstandene Theaterstück um Kosmetik, Alter und Mode. Geistvoll und mit scharfzüngigen Worten nimmt Vicki Baum das Streben nach ewiger Jugend und das Erzeugen von Modeneuheiten ins Visier.

Um dem zeitgemäßen Bild der stets attraktiven, unermüdlich beruflich engagierten und dabei erfolgreichen Frau zu entsprechen, nehmen Vicki Baums Protagonistinnen allerlei Mühen auf sich. Gern ertragen sie die manchmal damit verbundenen Schmerzen. So absolvieren sie regelmäßig ihre Konsultationen im Schönheitssalon von Helen Bross am Pariser Platz.
Dieser gelingt es kunstvoll und mit einer speziellen Methode, ältere Frauen zu verjüngen, hässliche zu verschönern und den zu füllig gewordenen zu einer schlanken Figur zu verhelfen. Gemäß dem Motto: "es gibt viele Wege, den Zahn der Zeit ein wenig aufzuhalten".
Als Vorbild für die Zauberkraft des gelungenen Einsatzes von Produkten und Erfindungen der Schönheitsindustrie dient Helen Bross selbst, die mit ihren 42 Jahren selten älter als Mitte 20 geschätzt wird.
Die einzigen in der Komödie auftauchenden männlichen Wesen sind der Geschäftsführer, ein Masseur und ein den Salon schmückender Adonis von zarten 14 Jahren. Der später im Rampenlicht erscheinende Pix, Liebhaber einer nicht mehr ganz so jungen, jedoch wohlbetuchten Dame stiftet einige Verwirrung. Nicht zuletzt ist er Auslöser für die Entdeckung kleiner Schönheitsfehler im Schönheitssalon.

Der amüsante wie ironisierende Effekt der Komödie wird durch geschickt eingefügte Regieanweisungen, Kommentare und "eingelernte Redensarten" gesteigert: "Eine Frau mit Verstand muss soviel Verstand haben, dass man den Verstand nicht bemerkt."
Vicki Baum lässt gekonnt Anspielungen wie Zitate aus ihren journalistischen Arbeiten in ihren Text einfließen. Sie persifliert mit dieser Komödie den damals existierenden und heute wieder so aktuellen Schönheitswahn so virtuos, dass kein Auge trocken bleibt – allerdings nicht nur vom Lachen.

220 pages, Paperback

First published January 1, 1931

14 people want to read

About the author

Vicki Baum

158 books87 followers
Vicki Baum (penname of Hedwig Baum) was born in a Jewish family in Vienna, Austria. She moved to the United States in 1932 and when her books were banned in the Third Reich in 1938, she started publishing in English. She became an American citizen in 1938 and died in Los Angeles, in 1960.

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Profile Image for Maria.
258 reviews29 followers
June 17, 2021
Was für ein unterhaltsames Buch! Das war wohl mein erster Gedanke. Aber dann wurde mir klar, dass es in diesem Buch um viel mehr geht. Um einen Blick hinter die Kulissen der Schönheitsindustrie, 1930 genauso grausam und unmöglich wie heute. Eine Komödie, bei der alle alle beschwindeln und alle allen die Schwindel glauben wollen; ein Lügenkonstrukt, von den Charakteren selbst aufrechterhalten.

Wofür wollen wir schön sein? Und jung? Und wieso ist das eine mit dem anderen synonym?

Dieses Buch ist lustig, liest sich leichtfüssig, wird aber durch den tollen Verlag und die Hintergrundtexte aktiv in das Leben der Schriftstellerin Vicki Baum eingebettet, und in einen grösseren Kontext gestellt. Genau so stell ich mir die Aufarbeitung der Werke von Schriftstellerinnen vor, die im heutigen Klassikerkontext ignoriert worden sind.

Falls jemand gerade ein Theater plant: dieses Stück, aufgearbeitet und mit den modernen Schönheitsidealen, -lügen und -praktiken verknüpft, wäre es wert, wieder gespielt zu werden!

#klassikerinnen #pariserplatz13 #vickibaum #komödie #frauenlesen #readwomen
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