Gezähmte Gefühle. Eine Welt ohne Krankheit und Kummer. Kein Leid und keine Leidenschaft. Einmal wöchentlich bekommt jeder in "Neustadt" seine Glücksinjektion. Trotzdem ist die siebzehnjährige Pi nicht so glücklich wie alle anderen. Stimmt etwas nicht mit ihr? Oder warum darf sie nicht mit Lucky zusammen sein, ihrem besten Freund? Anders zu sein ist gefährlich, denn hinter dem Zaun, der "Neustadt" umgibt, liegt die Wildnis. Dort herrschen noch Krankheit und Gewalt - und dorthin werden alle verbannt, die aus der Reihe tanzen. Dann geschieht etwas Unfassbares: Die Glücksdroge versagt. Und plötzlich steht Pi vor der Entscheidung ihres Lebens: Liebe oder Freiheit?
Unter dem Pseudonym Maja Winter schreibt Lena Klassen High-Fantasy-Romane.
Bücherverschlingende Geschichtenerzählerin. Schreibende Büchernärrin. Teetrinkende, schokoladensüchtige Fantasy-Autorin mit einer Vorliebe für Waldspaziergänge, verrückte Katzen, Lavendel und chinesisches Essen.
Geboren 1971, in Moskau, aufgewachsen in Deutschland, begann Lena Klassen schon früh Geschichten zu erzählen. Sobald sie schreiben konnte, gab es kein Halten mehr – sie schrieb ihre Fantasien auf, anfangs noch illustriert mit Filzstift-Gemälden, und so entstanden im Lauf der Jahre zahlreiche Kurzgeschichten, Gedichte und schließlich immer längere Romane. In ihrer Begeisterung für Bücher entschied sie sich dazu, Literaturwissenschaft, Anglistik und Philosophie zu studieren. Vom radikalen Zerpflücken wehrloser Texte kehrte sie jedoch zum Erzählen und Schwelgen in Geschichten zurück. Seitdem hat sie zahlreiche Kinderbücher, Jugendbücher und Romane für Erwachsene veröffentlicht.
Obwohl sie auch gerne neue Genres ausprobiert, liest und schreibt sie am liebsten Fantasy und genießt die Vielfalt der unterschiedlichen Subgenres – Vampire und Drachen, Kriegerinnen und harmlose Leute, die plötzlich aus ihrem gewohnten Alltag gerissen werden. Das ist der Moment, der alles verändert: wenn sich quasi ein Spalt in der Wirklichkeit auftut und man erkennt, dass alles ganz anders ist, als man immer dachte …
Wenn sie von ihren abenteuerlichen Reisen in fremde Welten zurückkehrt, lebt Lena Klassen mit ihrer Familie in Westfalen, belagert von zärtlichen Katzen mit ein paar kleinen Macken.
Wild von Lena Klassen ist eine Dystopie mit einer spannenden Grundidee. Was passiert, wenn die Menschen keine echten Gefühle haben? Oder wenn ihre Gefühle kontrolliert werden? Werden sie dann zum perfekten Menschen und macht das die Welt sicherer? Genau nach diesen Fragen leben die Menschen in Neustadt, einer der Städte einer neuen zivilisierteren Welt. Sie ist umgeben von Zäunen und die Menschen erhalten regelmäßig Drogen, damit sie konstant glücklich sind. Gleichzeitig soll auch noch der "moderne Mensch" entwickelt werden und so sieht man in Neustadt dementsprechend viele perfekte und "glückliche" Menschen.
Damals, in der finsteren Moderne, erwarteten die Leute, dass der Partner, den sie per Zufall ausgesucht hatten, allen ihren Bedürfnissen entgegenkam und sie auf Händen trug. Und wenn er das nicht tat - natürlich tat er es nicht -, waren sie beleidigt und stürzten sich in einen gemeinen kleinen Krieg, machten sich gegenseitig fertig und brachten sich am Ende noch um. Oder den anderen. Oder die Kinder. Oder alle miteinander. Wir lebten in zivilisierteren Zeiten. (S. 35)
Eine Dystopie muss ein Gesellschaftsmodell haben, dass sich elementar zum Schlechteren entwickelt hat. Wild kann diesen Aspekt absolut vorweisen, auch wenn erst im Verlaufe der Handlung so richtig offensichtlich wird, was eigentlich falsch läuft. Schockiert hat mich jedenfalls gleich zu Beginn, dass die Menschen in Neustadt eine aufgesetzt wirkende Fröhlichkeit vermitteln, die fast schmerzt. Die Autorin hat es wunderbar geschafft, die konstant euphorische Stimmung der Figuren als gleichzeitig gefühlskalt darzustellen. Man kann exakt erkennen, dass die Menschen eindeutig auf Drogen sein müssen. Immer wieder wird das durch Ereignisse betont, die eigentlich große Emotionen hervorrufen sollten. Die Menschen in Neustadt aber drehen sich weg und gehen zum Tagesgeschäft über. Zu Beginn habe ich mich noch gefragt, wieso das Buch Wild heißt. Nun weiß ich es: Wild steht nicht nur für den Gegensatz zwischen der zivilisierten Welt und der Wildnis außerhalb des Zauns, sondern auch für die Wildheit der Gefühle, die von der Glücksdroge im Normalfall unterdrückt wird.
Der Leser erlebt die Welt von Neustadt aus der Sicht von Peas, auch Pi genannt. Sie erhält die Glücksdroge einmal pro Woche und läuft eher tollpatschig durch die Gegend. Sie ist kein perfekter Mensch, denn sie wurde nicht genbehandelt. Ihr Gesicht ist nicht symmetrisch und ihr Haar mit viel Liebe "erdnussbraun". Und doch hat sie es irgendwie geschafft, dass ausgerechnet Moon ihre beste Freundin wird. Moon ist das totale Gegenteil von Pi - eine absolute perfekte junge Frau, die immer glücklich ist und der die Männer scharenweise zu Füßen liegen. Peas hingegen wollte eigentlich immer nur einen: Lucky, ihren ältesten Freund. Leider wurde er Moon als Partner zugeteilt, was natürlich Konfliktpotenzial beinhaltet. Aber gut, dass alle auf Glücksdrogenrausch sind, dann kann ja nichts passieren. Oder?
Für mich war schnell klar, dass ich dieses Buch verschlingen werde. Wild hat für mich alles, was eine gute Dystopie ausmacht. Nicht nur das System und eine Protagonistin, die irgendwann ausbricht, sondern auch den Schrecken, den eine gute Dystopie bei mir immer weckt. Es gibt viele Wendungen, und "Actionszenen", aber auch tiefere Gespräche und Schockmomente, über die ich kaum hinweg gekommen bin. Vor allem das Finale hat mich fassungslos zurückgelassen und regelrecht aufgerüttelt. Wie gut, dass Wild nicht mit einem fiesen Cliffhanger endet. Das Buch gibt zwar viel für einen zweiten Teil her (und ich würde mir den auch wünschen), scheint aber ein Einzelband zu sein. Auf jeden Fall hat mich die Handlung direkt gepackt, weil immer wieder schmerzlich klar wurde, was in der zivilisierteren Welt falsch läuft.
Bewertung Wild ist eine Dystopie ganz nach meinem Geschmack. Eine interessante Welt, deren zwei Seiten sehr gut hervorgehoben wurden, eine Protagonistin, mit der man mitfühlen kann und viele spannende Momente haben mich begeistert. Peas wird immer mehr zu einem Charakter, der das System hinterfragt und ihre eigenen Erinnerungen gegen die neuen Erkenntnisse stellt. Wer Die Auswahl mochte, wird Wild höchstwahrscheinlich ebenfalls mögen.
Was würdet ihr tun? In einer Welt ohne "wilde Gefühle" wie Hass oder Liebe? In einer Stadt die perfekt zu sein scheint? In der die Kinder von ihren Eltern schon vor der Geburt in Laboren zu perfekten Menschen konstruiert werden? Aussehen, Stärken und Schwächen und alle Krankheiten, alles kann kontrolliert werden. Die Stadt Neustadt strebt wie alle anderen Städte nach dem "perfekten Menschen", Partner werden einander zugeteilt und Menschen, deren Erbgut durch Krankheiten, auffälliges Verhalten oder Gefühle "beschmutzt" wurde, werden in die tödliche Wildnis außerhalb der Mauern verbannt. Dort wimmelt es angeblich nur so vor Bakterien und Viren, gefährlichen Tieren und Pflanzen. Wärt ihr glücklich? Denn ihr solltet es sein, dafür sorgt die Injektion der Glückswelle. Sie unterdrückt die wilden Gefühle und sorgt für ein sorgenfreies Leben.
Peas, genannt Pi, sollte glücklich sein. Doch sie ist anders, nicht ganz so hübsch, nicht ganz so intelligent. Ihre Eltern hatten kein Geld um sie verändern zu lassen. Im Gegensatz zu anderen lebt sie in einer Art dunklen Wolke ihrer Gedanken, ist immer ein wenig neben der Spur und hat allerlei Unfälle. Ganz anders als ihre perfekte Freundin Moon oder deren Freund Lucky, den sie gerne als Partner zugeteilt bekommen hätte. Doch so ist ihr Leben eben. Kein Grund sich zu sorgen.
Doch dann geht bei der Injektion etwas schief und Peas muss sich entscheiden: Für ein Leben mit Gefühlen und der Gefahr verbannt zu werden oder ein Leben, in dem sie wieder betäubt ihr Dasein fristet. Sie erfährt schreckliche Dinge, Dinge die kein gutes Licht auf die perfekten Städte und den Glücksstrom werfen. Sie begegnet Menschen die ihr Leben verändern werden und sie lernt, was es heißt zu fühlen: gute und schlechte Gefühle... ,
Als jemand der natürlich die ganzen Gefühle kennt, ist es oft erschreckend und befremdlich wie die Bewohner von Neustadt in manchen Situationen handeln. In so einer Zukunft möchte ich nicht leben, auch nicht verändert werden, meine Individualität ist mir wichtig. Ich habe mit großer Neugierde verfolgt wie die Autorin das Thema umgesetzt hat und muss sagen es ist ihr wirklich gut gelungen. Man war fasziniert von der Andersartigkeit der Menschen und deren Art zu leben. Auch wollte ich unbedingt mehr über diese Wildnis erfahren. Wodurch ist sie entstanden? Wer lebt dort und wie überleben diejenigen in der feindlichen Umgebung? Besonders gut hat mir auch Pi gefallen. Ich habe gespannt ihre Entwicklung beobachtet, die Entdeckung der Gefühle und ihrer Persönlichkeit. Man konnte richtig mit ihr mitleiden und sich mit ihr freuen, auch wenn ich mit manchen ihrer Entscheidungen nicht so einverstanden war. Leider spielt für mich zu viel der Geschichte in der Stadt, ich hätte mir einen größeren Part der Wildnis gewünscht. Kaum ist man dort, ist man gefühlt auch schon wieder weg. Dafür haben mich so einige überraschende Entwicklungen gegen Ende wieder versöhnt. Das Buch war ursprünglich als Einzelband geplant, mittlerweile gibt es zwei weitere Bände die in "Wach" zusammengefasst wurden. Man kann das Buch aber auch so stehen lassen :=)
Ein dystopisches Erlebnis mit einem interessanten und gut umgesetzten Thema. Eine Protagonistin die eine schmerzliche Wandlung erfahren muss und dabei lernt was es heißt zu leben. Und ein Buch das auch ein wenig zum Nachdenken anregt. Für mich ein sehr guter erster Band der mir Hoffnung macht, dass sich der nächste Band sogar noch steigern kann.
Pi ist 17 Jahre alt und lebt in einer Welt, welche wir so gar nicht mehr kennen. Einmal wöchentlich bekommt jeder in "Neustadt" seine Glücksinjektion. Damit werden alle Gefühleausserhalb des "Glücklich seins" ausgeschaltet und Pi befindet sich in einer Welt ohne Krankheit und Kummer, ohne Leidenschaft und Lust.
Pi spürt jedoch, dass sie anders ist, sie spürt, dass sie nicht so glücklich ist, wie alle anderen. Und warum sehnt sie sich so plötzlich nach ihrem besten Freund Lucky, der doch eigentlich ihrer besten Freundin "Moon" zugeteilt ist? Anders zu sein, scheint gefährlich und alle, die aus der Reihe tanzen, welcher in die Wildnis verbannt.. ein Gebiet, außerhalb von Neustadt, in welchem Krankheit und Gewalt an der Tagesordnung stehen.
Als Pi plötzlich nicht mehr die Einzige ist, bei der die Glückdroge keine Wirkung erzielt, steht nicht nur sie bald vor der schwerster Entscheidung ihres Lebens: Was ist wichtiger? Freiheit oder Liebe?
Ich muss ehrlich gesehen, dass mir die Schreibweise der Autorin von Anfang an gefallen hat. Ich kannte von Lena Klassen bislang rein gar nichts und bin ohne jegliche Vorkenntnisse oder Erwartungen an das Buch gegangen.
Pi hat mir als Charakter am besten gefallen. Obwohl auch sie diese Glücksdroge bekommt, hatte ich von Anfang an das Gefühl, dass sie anders ist und vor allem auch anders sein wollte. Sie ist etwas tolpatisch, was sie nur noch umso liebenswerter macht. Als die Glücksdroge versagt, spielen ihre Gefühle völlig verrückt.. und nicht nur ihre.
Die komplette Story hat mir wahnsinnig gut gefallen und als Leser erlebt man teilweise ebenso ein Wechselbad der Gefühle, wie die Hauptprotagonisten. Zwischen Pi und Lucky entwickeln sich zarte Gefühle, welche nicht nur einmal auf eine harte Probe gestellt werden und schließlich auch Moon nicht verborgen bleiben. Apropro Moon... obwohl sie auch diese Glückspritzen bekommt und eigentlich nicht mal richtig etwas für ihr Verhalten kann, fand ich sie von ersten Augenblick unsympatisch, fast schon unausstehlich und dabei kann ich nicht mal genau sagen, woran es lag. Es war eben einfach so ein Gefühl.
Das Ende hat mich selbst auch wieder mit gemischten Gefühlen zurückgelassen, aber ich glaube, das musste einfach so sein. Ich glaube, ein einfaches Ende.. hätte einfach nicht richtig gepasst. Im Laufe des Buches wachsen die Jugendlichen über sich hinaus, jeder auf ihre eigene Art und Weise. Es ist wahrlich anders, als das was ich bislang aus dem Genre gelesen habe und ich würde es sogar bedenkenlos weiter empfehlen. Ich bin mir sicher, dass nicht jeder so empfindet, aber ich empfand das Buch als eines, was alles beeinhaltet, was so manches Leserherz höher schlagen lässt.
Kurzbeschreibung In dieser fantastischen Geschichte erlebt die 17 Jährige Pi wie es ist, nicht unter einer Glücksdroge zu stehen und eigene Entscheidungen frei von jeglicher Missachtung zu treffen.
Denn in ''Neustadt'' gibt es nur Glück und alles andere was eventuell aufkommt wird außerhalb in die Wildnis verbannt.
Aber Pi's Bestimmung ist eine andere und so kommt es so ganz anders für Sie als geplant...
Cover Das Cover ist ein echter Eyecatcher und macht Neugierig auf mehr. Das Grün ist Wild und gleichzeitig umspielt es sanft das Gesicht des Mädchens das für mich einen wissenden Blick hat. Der Inhalt passt sehr gut zum Titel und rundet das ganze harmonisch ab. :D
Charaktere Die 17 Jährige Pi entdeckt Ihre Gefühle da die wöchentliche Glücksdroge bei ihr versagt. Sie sehnt sich nach mehr und ist nicht mehr gewillt sich steuern zu lassen.
Schreibstil Die Autorin Lena Klassen hat hier einen flüssigen Schreibstil gepaart mit einer tollen Geschichte die einen begeistert mitfiebern lässt. Denn in dieser Geschichte erleben wir nicht nur die entdeckten Gefühle von Pi sondern auch eine Handlung die mich immer wieder überraschte und das Erlebte zu einem Lese Genuss machte.
Meinung Was...wenn Glück nicht injizierbar ist??
Dann treffen wir auf Pi, die in ''Neustadt'' lebt und zu einer Gemeinde gehört die Wöchentlich eine Glücksdroge Injiziert bekommen.
Aber bei Pi scheint es anders, denn bei ihr wirkt die Droge nicht und sie wird sich ihrer eigenen Gefühle sehr schnell bewusst.
Wild und ungestüm brechen sie über Pi herein und sie will sich nie wieder unterdrücken lassen. Aber was erwartet Pi wenn es heraus kommt das die Droge bei ihr versagt, den außerhalb ''Neustadts'' gibt es noch die Wildnis in der Krankheit und Gewalt herrschen und Pi muss aufpassen welcher Schritt sie als nächstes macht, denn Auffallen bedeutet Verbannung...
Und da wären noch ihre Gefühle für Lucky ihren besten Freund.
Aber was ist wichtiger Liebe oder die Freiheit???
Fazit Eine Geschichte die einen begeistert mitfiebern lässt und mit ihren unerwarteten Wendungen ein Lesevergnügen ist. Sehr empfehlenswert!
Ein wirklich fesselndes Buch! Es war unglaublich spannend die Veränderungen der Personen vom Glücksstrom zum wahren Sein zu verfolgen. Den wahren Charakter zu entdecken und dabei auf Überraschungen zu stoßen - wie Moon.
Die Handlung hat mich hin und her geworfen, ich konnte kaum aufhören zu lesen. Auf einen Wendepunkt folgte der nächste. Ebenso packend war Pi's stetige Veränderung in Gedanken und Gefühlen, wild und stark. Ihre Suche nach wahrem Glück in dieser Welt und einem Platz, an dem sie zu Hause ist, hat mich sehr mitgerissen. Ebenso einschneidend empfand ich Luckys Tod, da ich bis zuletzt noch gehofft hatte, er könnte gerettet werden...
Die von Lena Klassen erschaffene Welt ist grausam und voller Schrecken und Unmenschlichkeit. Ein Lichtblick in dieser sind die Charaktere und ihre Persönlichkeiten. Ich hoffe sie werden eine neue, bessere Welt erschaffen - mit den richtigen Mitteln und richtigen Wegen.
Die Autorin nimmt einen mit in eine Welt in der es nichts negatives gibt. Keine Krankheiten, keinen Krieg, noch nicht einmal schlechte Gefühle. Die Menschen in Neustadt bekommen wöchentlich ihre Glücksinjektion und laufen vollkommen sorglos durchs Leben. Ehrlich gesagt fand ich das Verhalten der Protagonisten an manchen Stellen sogar irgendwie etwas verstörend, wie abgestumpft sie einfach nur auf ihrer Glückswelle sind. Das meine ich aber auf keinen Fall als Kritik, sondern ganz im Gegenteil finde ich es dadurch von der Autorin einfach nur super authentisch umgesetzt. Besonders gut gefallen hat mir auch das das Buch den Schein einer perfekten Welt wecken soll, sich dahinter aber trotzdem einige Intrigen verstecken, die mich teilweise echt überraschen konnten. Alles in allem seit langen mal wieder eine sehr gute Dystopie die mich voller Spannung auf dem zweiten Teil warten lässt.
Eine kurze Reise in die Vergangenheit: Meine erste Dystopie habe ich 2008 mit "The Hunder Games" gelesen. Vor 5 Jahren also - Wahnsinn! Gleichzeitig war Suzanne Collins Trilogie-Auftakt eine der beeindruckendsten und langanhaltendsten Dystopien, die mir bisher untergekommen sind. Es hat Standards in der YA-Dystopie gesetzt, die damals noch gar nicht so richtig benennbar waren. Ich konnte zumindest noch nicht so richtig auf den Punkt bringen, worauf es mir bei einer Dystopie ankommt, weil ich keine/kaum Erfahrung in diesem Genre hatte. Seit "The Hunger Games" haben es nur wenige Dystopie geschafft, mich wirklich zu überzeugen. Wenn sie es geschafft haben, dann meistens deshalb, weil sie einen sehr ungewöhnlichen Aspekt mitbringen, toll geschrieben sind und/oder ein ganz neues Thema anschneiden. Unwind, Delirium, "Divergent", Across the Universe und "The Knife of Never Letting Go" stehen jedes für sich aus einem ganz bestimmten Grund auf meiner All-Time-Fav-Dystopie-Liste.
Ihr wisst, wie das läuft: Es wird immer schwieriger, Bücher zu finden, die einen wirklich vom Hocker hauen. Ehrlich gesagt, habe ich gar nicht mehr damit gerechnet, dass ich so schnell wieder das Vergnügen haben würde. Aber siehe da: "Wild" kommt daher, sieht gut aus, ist von Lena Klassen geschrieben, klingt ein bisschen nach "Delirium". Der entscheidende Faktor war der Name Lena Klassen. Ich weiß nicht, ob ich sonst zum Buch gegriffen hätte, weil der Klappentext so oder ein bisschen anders auf jeder zweiten Jugend-Dystopie steht.
Im Grunde, wenn man das Buch auf einzelne Faktoren runterbricht, macht Lena Klassen nichts Neues. Aber wie bei so vielen Büchern bringt die Umsetzung die Würze, und da hat Frau Klassen kräftig im Gewürzregal gewühlt - und die richtige Mischung gefunden. "Wild" hat viele Inhalte, die man schon aus anderen Dystopien kennt: Genmanipulation, Drogen, die alle Menschen auf ein Level bringen und gefügig machen, großangelegte Partnerzuweisung, um für die besten Matches zu Sorgen, ein Trennen des sicheren "Inneren" vom wilden "Außen".
Was Lena Klassen so gut kann und was in den meisten dystopischen Jugendromanen (viele vom amerikanischen Markt, aber ich denke hier auch explizit an gewisse deutsche Werke, die mich das Fürchten gelehrt haben) leider zu kurz kommt, sind echte Gefühlsbeschreibungen, die unter die Haut gehen. Pi erwacht aus ihrem Glücksnebel und zum ersten Mal spürt sie, was es heißt, verzweifelt zu sein. Dass nicht nur die Augen weinen, sondern der ganze Körper darin aufgeht. Beim Lesen von Lena Klassens Beschreibung hätte ich am liebsten gleich selber losgeheult, um mit Pi mitzuspüren können. Die Autorin liefert mit "Wild" nicht bloß Schlag-auf-Schlag-Spannung - das mag ich ja ganz besonders gerne! - sondern geht zudem viel tiefer in die menschliche Seite einer Dystopie. Wenn man beim Lesen plötzlich denkt: "Ja, das sind die Worte! Jetzt weiß ich endlich, wie ich dieses Gefühl beschreiben kann!", dann macht Unterhaltung das, was sie soll: sie inspiriert.
Noch ein Wort zum Ende, das fand ich nämlich ganz toll, weil es endlich mal wieder ein absolut unkitschiges ist. Nicht nur, dass es da kein Liebesgesülze gibt (Hallelujah!), es ist auch sonst nicht alles ala Rosarote Brille. Irgendwie wars sehr ... realistisch, ich kanns gar nicht anders umschreiben, ohne zu viel durchsickerung zu lassen. Was noch dazu kommt: Das Ende ist rund, es ist abgeschlossen, aber gleichzeitig bleibt auch genug Spielraum für einen zweiten Teil (den, so hab ich mir sagen lassen, es geben wird, wenn die Autorin die Zeit findet - also alle Daumen drücken, die ihr habt!).
Ich könnte weiterschwärmen, aber das Wichtigste habe ich gesagt. "Wild" braucht sich was Spannung anlangt nicht vor "The Hunger Games" und "Divergent" zu verstecken und hält in Sachen Sprache und Ausdrucksgewandtheit locker mit "Delirium" Schritt. Warum immer die Hand nach den amerikanischen Bestsellerlisten-Reitern ausstrecken wenn das Gute doch so nah liegt?
Wenn das keine 5 Blümchen verdient, dann weiß ich auch nicht.
Gezähmte Gefühle. Eine Welt ohne Krankheit und Kummer. Kein Leid und keine Leidenschaft. Einmal wöchentlich bekommt jeder in "Neustadt" seine Glücksinjektion. Trotzdem ist die siebzehnjährige Pi nicht so glücklich wie alle anderen. Stimmt etwas nicht mit ihr? Oder warum darf sie nicht mit Lucky zusammen sein, ihrem besten Freund? Anders zu sein ist gefährlich, denn hinter dem Zaun, der "Neustadt" umgibt, liegt die Wildnis. Dort herrschen noch Krankheit und Gewalt - und dorthin werden alle verbannt, die aus der Reihe tanzen. Dann geschieht etwas Unfassbares: Die Glücksdroge versagt. Und plötzlich steht Pi vor der Entscheidung ihres Lebens: Liebe oder Freiheit?
Meine Meinung :
In " Wild" geht es um Pi die in einer Welt ohne Krankheit und Kummer lebt. Jeder bekommt einmal wöchentlich eine Glücksinjenktion in Neustadt. Aber irgendwie ist Pi nicht so glücklich wie die anderen. Was kann das sein? Oder warum darf sie nicht mit ihrem besten Freund zusammen sein? Die die nicht in diese Glücklich Welt passen werden außerhalb verbannt, wo Krankheit und alles schlimme sein soll. Als die Glücksdroge endgültig versagt muss Pi sich fragen Liebe oder Freiheit?
Peas (Pi ist eine tolle Figur die ich nach nur ein paar Seiten sehr gern hatte und sie ist nicht ohne Fehler. Auch hat ist sie etwas tollpatschig und das hebt sie schon von den anderen hervor. Im Verlaufe merkt man wie sehr sie sich wandelt und aus sich heraus geht.
Auch die Nebencharaktere wie Pis Freunde sind interessant und haben einfach gut ins Buch gepasst und haben mich gut unterhalten. Jeder von ihnen hatte unterschiedliche Merkmale.
Der Schreibstil ist flüssig und hat mich aus der Sicht von Pi durch das Buch geführt. So erfährt der Leser noch mehr von ihren Gefühlen und Gedanken. Auch die Hintergründe mit dieser Welt und dieser Glücksinjenktion haben mich neugierig gemacht.
Die Spannung und Handlung ist sehr intensiv und hat mich etwas an eine andere Reihe erinnert. Die Menschen die in Neustadt wohnen werden eigentlich nur verarscht auf gut Deutsch und die Spritze die sie immer bekommen ist nur dafür da das ihre Gefühle in schwach gehalten werden und sie sozusagen gezähmt werden. Wer aber etwas tut was dieser Welt angeblich schadet wird verstoßen und kommt auf die andere Seite, wo die Wilden Leben sollen, die nicht in die Gemeinschaft gepasst haben. Dieses Thema ist eine völlig neue Erfahrung für mich und ich habe mich mit jeder Seite mehr in die Welt von Pi ziehen lassen.
Das Cover ist ein wahrer Hingucker und ich fand es hat mich direkt an Pi erinnert. Die Farben und der schöne Schriftzug sind toll gelungen und machen es zu einem Hingucker.
Das Ende hat bei mir noch einige Fragen offen gelassen und ich hoffe sehr das der zweite Band auch bald als Print erhältlich sein wird. Um einige Dinge noch zu klären und Antworten zu bekommen.
Fazit :
Mit " Wild" hat Lena Klassen einen spannenden Auftakt einer Dystopie geschaffen der mich vom Anfang bis Ende begeistert hat. Das Thema und Handlung sind toll aufgebaut und führen den Leser in eine neue Welt.
okay also ich muss sagen dass mich dieses Buch sehr überrascht hat! Ich finde die Buchidee an sich sehr super dass es eine Welt ist, in der jegliche Gefühle unterdrückt werden, damit eine bessere Welt entsteht ohne Gewalt und Krieg - sodass jeder einfach nur glücklich ist durch eine sogenannte "Glückswelle" oder auch Glücksdroge. Dieses Setting hat mich auch ein bisschen an Delirium erinnert in welchem Liebe eine Krankheit ist.
Ich muss sagen ich konnte mich sehr gut in Pi hineinversetzen - da sie so total unzufrieden war in dieser "Perfekten" Welt. Wer wollte auch schon in einer Welt leben in der es keine Liebe oder Leidenschaft gibt? oO Sie hat sich auch über das Buch weiterentwickelt und ist über ihre Ängste hinaus gewachsen und auch über ihre "Freundin" Moon - welche ich von anfang an nicht ausstehen konnte!!
Das einzige was mich ein bisschen gestört hat war das etwas überstürzte Ende - das ging meiner Meinung nach alles viel zu schnell und an manchen Stellen war es auch ein wenig unlogisch, daher musste ich einen Stern abziehen. Was mir auch nicht zu 100% gefallen hat ist die Sache mit Lucky... das ist mir ein bisschen zu leicht gelöst bzw einfach wieder viel zu schnell abgehakt, was ich schade finde, denn es hätte sicherlich einen besseren "Lösungsansatz" gegeben.
Ansonsten wirklich ein gutes Buch und auch eine gute Dystopie, und das von mir die Dystopien normalerweiße nicht mag bzw. auf dem Kriegsfuß mit Ihnen steht. Also definitiv eine Empfehlung, auch für Leute die Dystopien im allgemeinen mögen :) oder auch ein Tipp für alle Einsteiger ins Thema "Dystopien" :)
Fantastisch! Eine Achterbahn der Gefühle in einer Welt, in der Gefühle nicht erlaubt sind, sondern durch Drogen in dumpfe Glücklichkeit verwandelt werden.
Von der Grundidee her erinnert es ein wenig an die Auswahl von Ally Condie, entwickelt sich aber schnell in eine ganz eigene Richtung und glänzt vor allem mit wunderbaren Charakteren, einer glaubwürdigen Liebesgeschichte und unerwarteter Wendungen. Die Hauptperson Pi wächst einem sofort ans Herz, mit ihren Gedanken die nicht in der Glückseeligkeit der restlichen Welt schwimmen und die doch trotzdem nicht der typische Rebell ist - ein Balanceakt, der hier wunderbar gelingt. Und schon lange hat mich kein Buch mehr am Ende so unerwartet erwischt. Fantastisch!
Wilde Gefühle. Leid. Leidenschaft. Aggression. Daraus erwachsen Kriege. Das ist der böse Keim in der Seele eines jeden Menschen. Daraus sind die Altlasten, die wir abwerfen auf dem Weg zum neuen Menschen. (S. 62 letzter Abschnitt)
Neustadt ist eine von mehreren Kolonien der neuen Welt. Hier gibt es keine Gefühle wie Krieg, Neid, Hass oder Egoismus. Lediglich Glück ist das Erfolgsrezept der Regierung auf das sie setzen. Wöchentlich bekommen die Einwohner Ihre Dosis Glückserum in Form von einer Spritze und sämtliche Gefühle - außer Glück - werden lahmgelegt. Peas und ihre Freunde gehen noch zur Schule und leben Ihr Leben nach den Richtlinien der Staatsoberhäupter. Bereits vor der Geburt wird festgelegt welche Fertigkeiten und besonderen Merkmale jeder bekommt. Da Peas Eltern eine der wenigen sind, die nicht zum Standard gehören und keinen Sinn in der Gleichheit sehen, wächst Peas ohne Schönheitsoperationen und Manipulationen auf. Und genau das macht sie anders gegenüber Ihrer Freunde, und jeder sieht in Ihr eine verstörte kleine, nicht dem Ideal entsprechendes Mädchen, die im Schatten von Moon, ihrer besten Freundin versucht Ihr Leben zu meistern. Doch eines Tages scheint mit dem Glückserum was nicht in Ordnung zu sein und sie spürt, fühlt, …. Aber sie ist nicht die Einzige, die plötzlich „aufwacht“ und der Nebel in ihrem Gehirn verschwindet! Sie lernt mit diesen neuen Gefühlen umzugehen und sie vor Ihren Mitmenschen zu verstecken, dass es auch ja keiner merkt aus Angst vor den Konsequenzen. Und ihr gefällt es auch zu spüren wie sich bestimmte Dinge anfühlen …. welch ein unbeschreibliches Gefühl in Ihrem Bauch einzieht, wenn Sie Lucky begegnet ….
Peas Ist ein ziemlich sympathischer Charakter. Selten fühlt man sich so wirklich mit dem Hauptcharakter so verbunden wie hier! Sie ist eine junge Frau, die immer im Mittelpunkt steht aufgrund ihrer Freundin obwohl sie der "Loserklasse" angehören. Moon´s beste Freundin zu sein ist Freud und Leid in Einem. Als ständiger Schatten wandelt sie in der Clique und sieht sich selbst als „nicht würdig“, da sie nicht dem Ideal entspricht. Ihre heimliche Liebe zu Lucky ist sehr schön beschrieben und lässt den Leser mitlieben und leiden. Ohne das Glücksserum ist Peas plötzlich ein um 180 Grad gedrehter Charakter der noch mehr Sympathiepunkte gewinnen kann. Sie wächst über sich hinaus und muss sich regelrecht bremsen um keine Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Oftmals finden wir sie nun im Mittelpunkt der Clique. Die bisher unbekannte Gefühlswelt beflügelt sie und erst jetzt wird ihr bewusst wie schmerzhaft es sein kann, wenn Liebe nicht erwidert wird und wie sich Schmetterlinge im Bauch anfühlen.
Lucky War mir mit Glückserum sympathischer. Er war ein beliebter, gutaussehender Junge der immer im Mittelpunkt der Clique stand und keinen Hehl daraus machte, dass er gerne Liebe weitergibt. Ein typischer Macho eben! Ohne das Serum wirkte er egoistisch und stur. Aber auch einen Hauch Unsicherheit fand ich in seiner Person. Aber letztendlich konnte er mich für sich gewinnen. Alleine der Absatz auf Seite 146 hat mir Lucky als genau den Mann beschrieben, den er sein sollte und mir Gänsehaut bereitet: „Weißt du denn nicht, wie schön du bist? Moon ist wie eine Schaufensterpuppe. Aber du … Kein Mädchen ist wie du, Pi. Das wusste ich schon immer, selbst als ich noch nicht wirklich fühlen konnte. Was meinst du, warum ich dich nie geküsst habe? Weil du mir schon immer mehr bedeutet hast als alle anderen!“
Orion Ist mit Glücksserum gar nicht wirklich in diesem Buch vorhanden und wird nur angekratzt. Ohne, wird er zu einem sympathischen Sportler der Adonis gleich beschrieben wird. Aber im Gegensatz zu vielen sportlichen Charakteren aus anderen Büchern ist er sehr nachdenklich und plant alles bis in kleinste Detail, was ihn letztendlich auch zur Flucht aus Neustadt treibt. Auf eine coole, typisch männliche Art versucht er Peas von seinen Fluchtplänen zu überzeugen. Was im letztendlich auch ein bisschen gelingt. Zumindest denkt sie darüber nach. Er setzt sich für seine Freunde ein und ist stets zur Stelle wenn sie ihn brauchen was sehr deutlich zu erkennen war, als Star Hilfe benötigte um den erneuten Verlust Ihres Bruders zu tragen und auch als an der Grenze Peas plötzlich ins Stocken gerät. Orion ist mein persönlicher Liebling und oftmals habe ich in dem Buch darauf gehofft, dass ich auf der nächsten Seite endlich lese, dass Peas das erkennt ;-)
Moon, Star, … Sind Charakter die auch ein gewissen Hauptmerkmal besitzen. Plätscherten für mich aber so nebenher, auch wenn es sich bei Moon um Pi´s bester Freundin handelt. Die Charaktere waren für mich einfach nicht greifbar da sie entweder nur sporadisch auftauchten, oder einfach gar nicht mein Fall waren! Moon- wirkt auf mich egal ob mit oder ohne Glücksserum als überhebliche Zicke die keine Wiederworte wahrnimmt. Letztendlich bestätigte sich mein Gefühl zu Moon´s Person als Sie Ihre Freunde verriet und Pi als „dummes Ding, das an Ihrem „Rockzipfel hängt“ darstellte. Star- ist ein kleines Mädchen das auf schreckliche Art Ihren kleinen Bruder verliert und letztendlich selbst das Leben lassen muss. Selten werden solch tragische Schicksale in den Verlauf der Geschichte eingebaut, und es schockiert mich eine gewisse Art aber da Star für mich nur eine Nebenrolle besetzte konnte ich letztendlich damit leben.
Da ich bisher noch kein Buch der Autorin Lena Klassen zwischen den Fingern hatte muss ich doch sagen, das mir der Schreibstil sehr gut gefallen hat. Gewaltig nimmt das Kopfkino ihn auf und setzt alles Bild für Bild um was sehr erschreckend, spannend oder auch sehr zu meinen Freuden war. Durch den flüssigen Schreibstil schlagen wir eine Seite nach der anderen um und merken es gar nicht! Die Geschichte der Kolonien und seiner Welt vor den Mauern, hier der Zaun, ist nichts Neues. Und doch nimmt die Geschichte im zweiten Teil eine Wendung mit der man nicht rechnet und dieses mit Spannung verfolgt. Aber dieses Buch überrascht durch die Qualität und viele verschiedene, kleine Details. Beispielsweise konnte ich die Bilder von Pea´s Mum auch wirklich riechen; auch die Namensgebung/en der Autorin ist hier erwähnenswert! Denn obwohl sie keine Gefühle wahrnehmen, gilt dies nicht für die Namen und so finden wir zum Beispiel Happiness, Lucky, ect. als Namen wieder ohne dass der oder diejenige eigentlich wissen können was sie bedeuten oder bedeutet haben! Letztendlich muss das Cover meiner Meinung auch noch erwähnt werden! Denn das hatte mich bereits für sich gewonnen, ohne dass ich die Inhaltsangabe gelesen habe! Die kam erst später ;-)
Ich hoffe, wir werden noch viele Bücher in dieser Form von der Autorin lesen dürfen. Vielleicht sogar hier einen weiteren Teil von Pia in der Wildnis.
Pi lebt in Neustadt und geht in die 11. Klasse. Sie proben gerade ein Theaterstück: Romeo und Julia. Dabei sollen die Jugendlichen lernen, welche „bösen“ Gefühle es früher gab – früher, in der finsteren Moderne. Schon seit Kindheitstagen ist Pi mit Lucky befreundet und sie hätte ihn sehr gerne als Partner zugewiesen bekommen, doch das System hat ihm jemand anderen zugewiesen – jemand, dessen genetische Kompatibilität besser zu ihm passt. Das dieser Jemand gerade Moon ist, Pis beste Freundin, macht die Lage für sie nicht gerade leicht.
„Die Glückszentrale stellte die passenden Paare zusammen. Später heiratete man und bekam zwei Kinder, einen Jungen und ein Mädchen. Das war Glück.“ S. 35
Aber eigentlich sollte es ihr egal sein, denn Gefühle wie Neid, Eifersucht oder Hass gibt es in dieser Gesellschaft nicht, nur außerhalb der Mauern, wo die „Wilden“ wohnen. Doch Pi merkt, dass sie anders ist, dass etwas mit ihr nicht stimmt und ihre Angst vor den ungewohnten Gefühlen nimmt zu. Als ein kleiner Junge direkt vor ihren Augen stirbt, kann sie diese aber kaum mehr zurückhalten und sie muss sich sehr zusammenreißen. Niemand darf etwas merken, denn wenn bei einem Menschen die „wilden“ Gefühle durchkommen, droht ihnen der Rauswurf aus der Stadt – in die Wildnis.
„Wilde Gefühle. Leid. Leidenschaft. Aggression. Daraus erwachsen Kriege. Das ist der böse Keim in der Seele eines jeden Menschen. Das sind die Altlasten, die wir abwerfen auf dem Weg zum neuen Menschen.“ Seite 62
Einen schönen Buchtrailer findet ihr auf der Verlagsseite
Meine Meinung
Das Cover ist wunderschön und passend zum Inhalt. Auch die Illustrationen der Blätter an den Kapitelanfängen finde ich hübsch, da sich die Handlung um die Natur dreht – in all ihren Facetten. Man ist sofort in der Geschichte drin und erlebt alles aus Pis Sicht in der Ich-Form in einer bildhaften Sprache.
„Eine Insel aus Gefühl in einem Meer aus heiterer Gelassenheit.“ S. 340
Die Welt, die hier beschrieben wird, scheint eine heile Welt zu sein – allen geht es gut, alle halten sich an die Regeln, sogar hübsch ist jeder, denn Schönheitsoperationen stehen auf der Tagesordnung. Die Menschen in Pis Welt bekommen Injektionen, eine Art „flüssiges Glück“, welches sie vor unliebsamen „wilden“ Gefühlen bewahren soll. Aber selbst dieses „Glück“ muss man erzwingen, denn die Strafe auf eine versäumte Injektion ist endgültig: die Verbannung in die „Wildnis“.
„Aus Leidenschaft wurden Menschen umgebracht und Kriege begonnen. So etwas darf es nie wieder geben.“ S. 10
So unter Drogen gesetzt und sämtlicher Gefühle beraubt, erleben sie die Realität wie einen Traum; ohne Mitleid, ohne Trauer, ohne Hass, ohne Liebe. Als bei Pi die Injektion versagt, sieht sie die Welt plötzlich viel klarer und erkennt, dass sie vorher alles nur unscharf, wie durch einen Nebel wahrgenommen hat. Sie erlebt echte Gefühle und diese Veränderungen sind sehr anschaulich beschrieben.
„Was sonst wie ein einziger Brei aus Geräuschen und Farben um mich herumgewabert hatte, faszinierte mich jetzt mit seiner Schärfe.“ S. 89
Besonders interessant sind diese Gefühle aus der Sicht von jemandem, der sie nicht kennt, nicht einschätzen und nicht damit umgehen kann. Die Menschen haben Angst davor, Angst auch vor den Gewalten der Natur, den Pflanzen, Bakterien oder auch Krankheiten. Ihr Ziel ist es, perfekt zu sein, ohne jeden Makel.
„Der neue Mensch begeht keine kriminellen Handlungen, denn Verbrechen beruhen auf Gier und Leidenschaft, Aggression und Hass auf die Gesellschaft.“ Seite 32
In Pi entwickelt sich ein Kampf, um diese neuen Gefühle zu verstehen und zu lernen, damit umzugehen. In der zweiten Hälfte des Buches spürt man davon nicht mehr so viel, hier wird einiges nur oberflächlich beschrieben, da hätte ich mir gewünscht, dass man tiefer darin eintaucht, wie sie ihre Gefühle wahrnimmt. Durch die überraschenden Wendungen bleibt es bis zum Schluss spannend mit der Frage: Wie wird sie sich entscheiden?
Das ernste Thema wird durch die Sichtweise von Pi mit einer Unbeschwertheit und Naivität aufgegriffen, die dadurch umso mehr zum Nachdenken anregt. Es erinnert mich auch an das Motiv im Buch „Seelen“: Was macht einen Menschen aus? Wie wichtig sind für die Gesellschaft und das Zusammenleben die negativen Gefühle und welche Motivation lösen sie in uns aus? Und was bedeutet Freiheit für uns? In dieser Geschichte wird für mich klar, dass das Liebenswerte des Menschen in der Vielfältigkeit liegt und gerade darin, mit all seinen Gefühlen, ob positiv oder negativ, umgehen zu können und das Beste daraus zu machen.
Fazit
Eine leichte Lektüre mit einem ernsten Thema, deren Umsetzung mich völlig gefesselt hat. Eine fiktive Zukunftsvision, die erschreckend und gleichzeitig reizvoll scheint, bis zum bitteren Erwachen und der Erkenntnis: Nur durch die Dunkelheit kann ich erfahren, was Licht ist.
Vielen Dank an den Drachenmondverlag für das Rezensionsexemplar!
*Inhalt* Gezähmte Gefühle. Eine Welt ohne Krankheit und Kummer. Kein Leid und keine Leidenschaft. Einmal wöchentlich bekommt jeder in "Neustadt" seine Glücksinjektion. Trotzdem ist die siebzehnjährige Pi nicht so glücklich wie alle anderen. Stimmt etwas nicht mit ihr? Oder warum darf sie nicht mit Lucky zusammen sein, ihrem besten Freund? Anders zu sein ist gefährlich, denn hinter dem Zaun, der "Neustadt" umgibt, liegt die Wildnis. Dort herrschen noch Krankheit und Gewalt - und dorthin werden alle verbannt, die aus der Reihe tanzen. Dann geschieht etwas Unfassbares: Die Glücksdroge versagt. Und plötzlich steht Pi vor der Entscheidung ihres Lebens: Liebe oder Freiheit? (Kurzbeschreibung von www.amazon.de)
*Infos zur Autorin* Lena Klassen wollte schon immer ihre Leidenschaft für Bücher zum Beruf machen. Sie studierte Literaturwissenschaft und arbeitet seit 2001 als freie Autorin für große und kleine Verlage, auch als Selfpublisherin ist sie inzwischen erfolgreich. Sie schreibt vor allem klassische Fantasy und Urban Fantasy und liebt romantische, leicht düstere und vor allem spannende Geschichten. Mit ihrer Familie und zwei frechen Katzen lebt die Autorin in Westfalen. (Kurzbeschreibung von www.amazon.de)
*Erster Satz des Buches* "Niemand konnte so malerisch sterben wie Moon."
*Fazit* "Wild" ist ein Roman der Autorin Lena Klassen. Eigentlich bin ich nur auf dieses Buch aufmerksam geworden, weil ich das Verlagsprogramm des Drachenmond-Verlages ganz spannend fand und es genauestens durchstöbert habe.
Da meine letzte Dystopie nun doch schon etwas länger zurückliegt, konnte ich es kaum erwarten das Buch zu lesen und so begann ich eines schönen Abends mit diesem Buch - und konnte es kaum noch aus der Hand legen. Schon die ersten Seiten fesselten mich und ich wollte unbedingt wissen, wie es weitergeht. Lena Klassen entführt uns in eine ganz andere Welt, weit in der Zukunft, in der man wöchentlich Glücksinjektionen erhält, damit man auch ja glücklich und zufrieden ist - denn glückliche Menschen zetteln keine Rebellion an und begehen keine Kriege. Solche "wilden Gefühle" beinhalten wohl alles, was tiefer geht und in irgendeiner Form zur Handlungen "zwingt": Liebe, Eifersucht, Zorn, etc. Die Menschen in Neustadt, Glückstadt und wie die Städte alle heißen, sind stets glücklich und zufrieden - und wollen an diesem Zustand auch nichts ändern. Eines Tage jedoch versagt die Glücksdroge und einige Schüler, darunter Pi, müssen am eigenen Leib spüren wie es ist, auch andere Gefühle empfinden zu können...
Die Geschichte ist grandios, die Handlung durchdacht und das Buch so so so spannend, dass man es am liebsten in einem Rutsch lesen möchte. Auch wenn ich so meine Schwierigkeiten hatte, mich in die Charaktere einzufinden (was auf Grund der fehlenden Emotion allerdings auch verständlich ist), konnte ich die Handlungen der einzelnen Protagonisten doch ziemlich gut nachvollziehen und hoffte, bangte, schauderte, liebte, freute und fürchtete mich mit jedem einzelnen Charakter, der dazu fähig war. Lena Klassen schafft es, eine völlig neue, andersartige Welt zu kreieren, die man sich in der Zukunft tatsächlich vorstellen könnte, denn was könnte den Herrschern dieser Erde wohl besser gefallen, als eine völlig untergebene Menschheit, ohne jegliche Empfindungen fernab von Glück und Zufriedenheit? Doch auch dies ist nicht so perfekt, wie es auf den ersten Blick scheint, denn auch, wenn die Menschheit zufrieden scheint, so gibt sie sich doch selbst ein Stück weit auf...
Insgesamt kann ich euch dieses Werk nur absolut empfehlen, denn es strotzt nur so vor Spannung, Emotionen (auch wenn dieses eigentlich nicht vorhanden sein sollten) und unerwarteten Wendungen, dass man dieses Werk einfach nicht mehr aus der Hand legen möchte. Für Fans von Dystonien ein absolutes muss!
Wenn das pure Glück dich unglücklich macht, ist es an der Zeit etwas zu verändern. Diese schon etwas grausige Vorstellung leitet das Buch. Jeder in Neustadt bekommt einmal die Woche eine Glücksinjektion, womit alle unsinnig und unecht glücklich sind. Die Gefühle sind abgestumpft, Pi, unsere Protagonistin, schwebt in einer Wolke, läuft gegen Wände und auch ihre kognitiven Fähigkeiten sind beeinträchtigt. Ist das Glück? Das fragt sich auch Pi und beobachtet immer schärfer die eigenartigen Verhaltensweisen ihrer Mitschüler. Als auch die Glücksinjektion einiger ihrer Freunde versagt, "wachen" sie auf und beginnen sich zu fragen, was genau all das bezwecken soll.
Vor allem schon wieder solch eine dystopisch-schreckliche Ausgangssituation hat meine Aufmerksamkeit gefesselt. Je düsterer und grausamer die Leute in dem Staat oder der Stadt leben, desto aufregender sind aber auch immer die Bücher. :D Im Prinzip ist es eine Massenmanipulation auf höchster Ebene. Den Menschen weiszumachen, dass durch so eine Injektion verhindert wird, dass wilde Gefühle von einem Besitz ergreifen, welche dann in der DNA gespeichert werden und den Menschen auf grausame Art verändern und böse und schlecht machen würden, ist schon ziemlich großes Kino und wenn man das erstmal geschafft hat, schwer wieder rückgängig zu machen, da es nämlich genau die Gefühle sind, die den Menschen leiten. Wenn der ganze Verstand vernebelt und zugedröhnt ist, bleibt da kaum Chance für selbstständiges Denken.
Auch das macht es auch so spannend, dass erst eine Injektion misslingen bzw. geplant schief laufen muss und man dann auch nur einen begrenzten Zeitraum die Möglichkeit hat, etwas zu ändern, nämlich in die Wildnis zu flüchten. Doch die Frage ob es dort besser ist, stellen sich auch unsere Protagonisten und umso interessanter war es, im Vergleich zu anderen Dystopien, dass es auch irgendwie gar nicht so toll und rebellisch dort ist und es unheimlich schwierig ist, in einer Randgesellschaft zu überleben und für sich zu sorgen. Dieser Fakt und dieses Erleben der Protagonisten hebt sich sehr von anderen Büchern ab und hat mich begeistert.
Pi an sich ist ein interessanter Charakter. In ihr verbindet sich sowohl Gefühl als auch Verstand. Sie weiß, was sie kann und sie weiß, was sie nicht kann. Und sie macht das Beste aus dem, was vor ihr liegt. Ihr ganzes Leben lang schwebt sie dumpf in einer Wolke und merkt erst beim Versagen der Injektion was wahre Gefühle sind. Ja alle anderen auch, allerdings spürt sie auch nicht mal das "Fakeglück", welches injiziert ist, da es bei ihr nicht richtig funktioniert. Und das macht sie sowohl so stark als auch irgendwie etwas bemitleidenswert. Ich hätte sie sehr gerne einfach mal in den Arm genommen. Denn auch Lucky, ein Freund von Pi, erwidert nicht ihre Liebe. Zumindest laut Injektion. ;) Aber dazu müsst ihr das Buch lesen. :D
Die Spannung ist ebenfalls auf einem hohen Level gehalten. Man durchlebt, wie die Protagonisten, mit diesem Buch alle Gefühlszustände, die es gibt. Von Freude und Glück, über Wut und Ärger bis hin zur tiefen Traurigkeit. Und das lässt mich das Buch lange in Erinnerung behalten. Ebenfalls gefiel mir der Schreibstil der Autorin. Über kurze knappe und vor allem aussagekräftige Sätze bis hin zu wundervollen Beschreibungen der Natur und Gedankengängen über Liebe und Glück war hier alles enthalten und hat mein Herz oft sehr berührt.
Fazit
"Wild" ist ein Buch über große Gefühle. Über die Liebe und das Glück in seinen vielen, vielen Ausprägungen. Aus der fast gänzlich aussichtslosen Ausgangssituation ergibt sich eine aufregende, prickelnde Reise in die Wildnis und zum wahren Glücklichsein. Eine absolute Leseempfehlung. 5/5 Punkte.
Inhalt: Pi lebt in Neustadt und dort bekommt jeder jede Woche eine Glücksinjektion. Doch Pi ist nicht glücklich, nicht so wie die anderen und sie versteht nicht, warum sie anders ist. Und dann versagt die Injektion und plötzlich ist alles anders, denn sie ist nicht die Einzige. Und für diesen Ausfall könnte man in die Wildnis geschickt werden, aus dem behüteten Neustadt ausgeschlossen werden. Und nun muss Pi darauf achten, dass niemand bemerkt, dass sie nicht glücklich sind und das ist nicht ganz einfach.
Ich denke über das Buch: Ich habe das Buch das erste Mal auf der Buchmesse in Leipzig gesehen. Das sehr schöne Cover hat mich angesprochen und weil auch der Klappentext nicht schlecht klang, wurde es bald darauf auch gelesen.
Mir fiel es nicht schwer in das Buch rein zukommen, denn der Schreibstil ist leicht und flüssig und bleibt dies auch das ganze Buch über. Das Ganze wird aus der direkten Pi-Perspektive geschrieben, also sie ist ICH. Wodurch man natürlich alles erfährt, was sie denkt, sagt, sieht oder sonst wie wahrnimmt. Am Anfang lernt man noch ein bisschen Pis Leben vor der falschen Injektion kennen, also ihren Alltag, wer sie ist, wie sich unter dem Glück benimmt. So bemerkt man auch den großen Unterschied zu dem späteren Leben. Die sich immer wieder verändernden Situation hält das ganze interessant, denn es werden verschiedene interessante Aspekte behandelt.
Was mir sehr gefehlt hat, war einen vollkommenden Erklärung des Glückstromprinzips und auch andere Dinge wurden einfach nicht richtig erklärt, sondern einfach offen gelassen, man kann sich schließlich, was eigenes Ausdenken. Andere Dinge, die nichts direkt mit Neustadt zu tun haben, werden jedoch besser beschrieben, was auch das Verständnis fördert.
Pi ist ein Mädchen, was man schnell gern hat, sie ist als Mauerblümchen bekannt und ist auch ein wenig tollpatschig. Manche ihrer Gedanken oder Taten kann ich jedoch nicht ganz nachvollziehen, vor allem weil sie manchmal einer da vorigen Aussage wiedersprechen. Ansonsten scheint sie sich vor allem Außerhalb wohl zu fühlen und sich selbst zu finden. Also beziehen sich die Missverständnisse eher auch auf die Zeit in Neustadt.
Das Konzept, soweit ich es mitbekommen habe, verstehe ich nicht, denn wenn man mit der Situation glücklich ist und das veranlasst die Injektion. Aber wenn man glücklich ist mit dem, was man hat, dann gibt es doch keinen Ehrgeiz und keine wirklichen Gefühle mehr. Außerdem wenn es nur Glück gibt, verschwindet dieses doch auch bald einfach, weil es ja kein Gegenteil mehr hat und nichts mit dem man es vergleichen kann, wodurch man doch dann vielleicht unzufrieden werden könnte oder? Also wirklich begeistert bin ich von diesem System nicht wirklich, aber naja. Mehr konnte ich an der Wildnis finden, die ich persönlich viel logischer und durchdachter finde, aber zu viel kann ich nicht sagen, aber es ist klar das es Gruppen gibt.
Was die Gefühle angeht weiß ich auch nicht genau, weil auch hier sind sei ein wenig verwirrend und manchmal überraschend stark, was vielleicht auch an der Glücksinjektion und den „unterdrückten“ Gefühlen liegt.
Fazit: Wild hat mir ein paar nette Lesestunden bereitet, doch haben sich in meinem Kopf sehr viele Fragezeichen gebildet, weil vieles einfach nicht klar erklärt wird. Zum Ende hin wird alles deutlicher und auch mit dem Teil der Handlung konnte ich mich viel besser anfreunden, wobei die anfängliche Handlung auch nett ist. Ob ich die mögliche Fortsetzung lesen werde, weiß ich noch nicht, aber Band 1 bekommt von mir 3 von 5 P wie Punkten.
Pi lebt in einer fernen Zukunft, in der die Welt nicht mehr so ist wie wir sie kennen und alle Menschen streng kontrolliert werden. Große Gefühle gibt es nicht mehr, dafür sorgt die Glücksdroge, die jedem Menschen einmal in der Woche gespritzt wird und jeden einfach nur glücklich sein lässt. Leider nicht nur glücklich, sondern auch gleichgültig und starr. Als eines Tages die Dosis Glück nicht funktioniert, erwachen Pi, Lucky und noch zwei weitere Mitschüler aus ihrer Starre, fühlen und denken plötzlich. Aus Angst, man könnte sie in die Wildnis verbannen, wohin all die Verrückten, Kranken und Straftäter befördert werden, versuchen sie sich nichts anmerken zu lassen. Nach und nach begreifen sie allerdings, dass sie ihre neu entdeckten Gefühle nicht mehr missen wollen und suchen verzweifelt einen Weg in die Freiheit, in die Wildnis …
Ich bin auf dieses Buch durch sein wirklich schönes Cover aufmerksam geworden. Der Titel hat mich zwar nicht so sehr angesprochen, aber zusammen mit der Inhaltsangabe und dem Cover wurde ich dann doch neugierig. Zugegeben, bis ca. zur Mitte des Buches fand ich das Cover noch unpassend, ging es doch um eine neu erschaffene Welt in der Zukunft, in der es kaum Gefühle gibt, schon gar keine wilden und unzähmbaren, und auch nichts was auf eine Wildnis hindeuten könnte. Selbst Pflanzen gibt es kaum. Ich war also gespannt, wo mich dieses Buch noch hinführen würde. Nach Beendigung des Buches ist aber klar, dass das Cover doch passend ist und viel Bezug zum Buch hat, ebenso der Titel.
Lena Klassen hat hier auf über 380 Seiten, verteilt auf 38. Kapitel, eine schöne Dystopie geschrieben, die mich in Grundzügen ein wenig an die Armor-Trilogie von Lauren Oliver erinnert hat. Auch in “Wild” geht es ja um das Thema Liebe, ein Gefühl, das unterdrückt wird. Wirklich vergleichen kann man diese Bücher trotzdem nicht, auch wenn mir beide sehr gut gefallen haben.
Pi war mir als Figur zunächst ein wenig unsympathisch und fand sie ziemlich dumm und mich gefragt, warum man eine Hauptfigur so doof charakterisiert. Das wurde dann klar, als Pi nicht mehr unter dem Einfluss der Droge stand und ihr Verhalten sich änderte. Von da an mochte ich Peas, wie Pi eigentlich heißt, sehr gerne leiden, sie war mir zum Ende des Buches hin richtig ans Herz gewachsen. Ihre beste Freundin Moon hingegen war mir von Anfang an etwas suspekt. Generell fand ich alle Figuren aber sehr interessant, vor allem auch Pis Vater, zu dem ich mir eigentlich noch mehr Information gewünscht hätte. Vielleicht kommt dies ja noch in einem zweiten Teil. Womit wir beim Ende wären …
Das Ende des Buches hat mich dann doch etwas überrascht. Die gesamte Handlung war zwar nicht absolut vorhersehbar, sondern ziemlich spannend und abwechslungsreich, aber trotzdem bewegte sich irgendwie alles noch im Rahmen des zu erwartenden. Das Ende hingegen habe ich so nicht kommen sehen und war doch ziemlich überrascht, ohne jetzt zu viel zu verraten. Ich würde mir sehr wünschen, dass es hierzu schon bald einen zweiten Teil gibt, das muss einfach sein.
Insgesamt hat mir “Wild” also sehr gut gefallen! Die Autorin hat hier eine neue, recht spannende und abwechslungsreiche dystopische Geschichte geschrieben, die mich vom Anfang bis zum Ende gefesselt hat. Volle Sternzahl für diesen nicht nur optisch schönen Roman!
Klappentext: Gezähmte Gefühle. Eine Welt ohne Krankheit und Kummer. Kein Leid und keine Leidenschaft.
Einmal wöchentlich bekommt jeder in "Neustadt" seine Glücksinjektion. Trotzdem ist die siebzehnjährige Pi nicht so glücklich wie alle anderen. Stimmt etwas nicht mit ihr? Oder warum darf sie nicht mit Lucky zusammen sein, ihrem besten Freund? Anders zu sein ist gefährlich, denn hinter dem Zaun, der "Neustadt" umgibt, liegt die Wildnis. Dort herrschen noch Krankheit und Gewalt - und dorthin werden alle verbannt, die aus der Reihe tanzen. Dann geschieht etwas Unfassbares: Die Glücksdroge versagt. Und plötzlich steht Pi vor der Entscheidung ihres Lebens: Liebe oder Freiheit?
Cover: Auf dem Cover von "Wild" sieht man die 17 jährige Pi. Das Cover passt perfekt zum Inhalt also der Wildnis und um die Gefühle die es in dem Buch gibt. Was ich ein wenig doof finde ist, das die Schutzfolie vom Buch sich ein wenig entfernt und so beim lesen etwas abgenutzt aussieht. Ansonsten ein warer hingucker!
Erster Satz: Niemand konnte so malerisch sterben wie Moon. (S. 5)
Meinung: Jede Woche bekommen die Bewohner in „Neustadt“ eine Glücksinjektion. Diese Glücksinjektion zähmt die Gefühle sodass es keinen Leid und keine Leidenschaft in der Stadt gibt. Es ist eine Welt ohne Krankheit und Kummer. Auch die siebzehnjährige Pi bekommt ihre Dosis Glücksinjektion doch sie ist nicht glücklich. Sie stellt sich immer mehr Fragen, ob mit ihr etwas nicht stimmt? Oder warum sie nicht mit ihrem besten Freund Lucky zusammen sein darf? Hinter den Zäunen von Neustadt liegt die Wildnis und dort herrschen Krankheiten und Gewalt. In die Wildnis verbannt kommen nur die aus Neustadt, die aus der Reihe tanzen. Doch plötzlich versagt die Glücksdroge bei einigen Schülern und Pi steht vor einer großen Entscheidung. Nämlich Liebe oder doch die Freiheit!
Das Cover und der Inhalt haben mir sehr zugesprochen und so ging ich an „Wild“ mit hohen Erwartungen ran. Doch ich wurde leider enttäuscht. Die ersten Seiten musste ich mich regelrecht durchkämpfen. Die Personen waren für mich an manchen Stellen regelrechte Freaks. So springt Pi immer ihrer besten Freundin Moon hinter her. Dein Freund wird im System ausgesucht und muss zu dir passen. So ist Moon mit Lucky zusammen, obwohl Pi von ihm schwärmt und in ihm verliebt ist. Natürlich stehen alle unter Glücksdrogen und deswegen handeln sie so.
Als Pi endlich merkt das Sie nicht mehr von der Glücksdroge unter Kontrolle gehalten wird wirkt sie für mich immer mehr sympathisch. Sie denkt endlich klar und muss aber ihre Deckung behalten das Sie immer noch unter Drogen steht denn sonst kommt sie in die Wildnis! So denkt sie, wenn sie unter Droge steht, dass sie nicht schön ist.
Die Idee dieser Dystopie ist sogar ganz interessant konnte mich aber leider nicht überzeugen. So war das Buch am Anfang kein spannender Schreibstil und steigerte sich erst nach und nach im Buch.
Fazit: Leider konnte mich die Autorin „Lena Klassen“ mit ihrer Dystopie „Wild“ nicht überzeugen. Das Buch war am Anfang nicht sehr spannend und so musste ich mich ein wenig durchkämpfen. Erst später wurden die Protagonisten ein wenig Sympathischer. Eine tolle Idee aber leider nicht so meins. Mal sehen, ob es für das Buch eine Fortsetzung gibt!
Äußeres Erscheinungsbild: Das Cover ist wunderschön. Abgebildet sind die Protagonistin Pi und der Wald, der im zweiten Teil des Buches eine entscheidene Rolle spielt. (Die Blätter sind auch an jedem Kapitelanfang zu finden.) Der Titel passt auch wie die Faust aufs Auge. Die Menschen hinter der Stadtmauer werden als Wild betrachtet. Auch könnte man den Tiel auf die leidenschaftlichen Gefühle beziehen, auf den wilden Menschen.
Eigene Meinung: Kennt ihr das?: Ihr seht ein Buch, seht das Cover, lest den Klappentext und wisst: 'Das ist meins'. Dieses Buch landet dann auch nicht auf der Wunschliste, sondern sofort im Einkaufswagen. So ging es mir mit "Wild" und ich bin im Nachhinein immer noch total begeistert.
Lena Klassen hat mit ihrem Roman sicherlich das Rad nicht neu erfunden, doch sie hat so viele bezaubernde Ideen, die sie gekonnt vermixt und etwas einmaliges gezaubert hat. Ein Leben ohne Gefühle: kennen wir. Eine wohlbehütete ummauerte Stadt: gibt es oft. Und dennoch, es sind viele kleine Details, die "Wild" so besonders machen.
Die Handlung ist sehr komplex und dennoch sehr kurzweilig. Am Ende des Buches frage ich mich, wie Frau Klassen es geschafft hat so viele Details und so viel Handlung in 380 Seiten zu packen. Bei vielen anderen wäre dieser Versuch missglückt; sie hätte dann gequetscht und gepresst geklungen. Nicht so bei "Wild", das ganze ist sehr rund.
Der Schreibstil ist so schön zum Wegschmökern, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Die Autorin hat mich total gefesselt mit ihren Erklärungen und Beschreibungen. Zusammen mit Pi habe ich eine Achterbahn der Gefühle erlebt. Beschreibungen, wie die ersten Tränen, die Pi jemals in ihrem Leben vergossen hat waren zutiefst schön beschrieben und gingen mir ans Herz.
Das größte Plus des Buches ist die Hauptcharakterin Peas (kurz Pi). In unserer Welt hätte sie das perfekte Aussehen, doch in ihrer Welt, in der Babies designt werden und fast alle mit einem guten Aussehen geboren werden, hat sie Selbstzweifel. Pi ist nicht perfekt, sie ist tollpatschig, etwas verpeilt und ich hätte sie so gerne mal in die Arme genommen. Ein rundum sympathische Heldin. Auch die anderen Nebenfiguren fand ich alle ganz toll: Moon, Lucky, Orion und besonders auch Star und Pis "kleine" Schwester haben es mir angetan. Doch sind sie wirklich wer man denkt? ;D
Pis und Luckys Liebe fand ich anfangs einfach nur toll. Herzschmerz kam auf, da Lucky ja eigentlich für Moon, Pis beste Freundin, als Partner bestimmt ist. So gerne hätte ich mir eine Beziehung zwischen den Beiden gewünscht. Jedoch ist mir Orion im Laufe der Zeit immer lieber geworden und auch wenn da nichts ist, hoffe ich doch für die Zukunft auf eine Romanze zwischen Peas und Orion.
Das Ende ist schockierend und rasant. Es lässt so viel Raum für eine Fortsetzung und für neue Entwicklungen (besonders auch im romantischen Sinne) und ich hoffe nur, dass Frau Klassen einen zweiten Band schreibt. Denn leider steht das noch nicht fest. Es wird einer geschrieben, wenn sie Zeit hat.
Fazit: Ich habe ein neues Lieblingsbuch gefunden, dass mir mit viel Spannung, aber auch viel Gefühl sofort ans Herz gewachsen ist. Unerwartete Wendungen haben das Lesevergnügen perfekt gemacht und ich hoffe ganz doll, dass dieser wunderbare Roman fortgesetzt wird.
Inhalt: Pia ist 17 Jahre alt und lebt in Neustadt, einer Stadt, in der jeder Einwohner wöchentlich seine Dosis Glück erhält. So schwebt jeder dahin, in seiner eigenen kleinen Wolke ohne Gefühle, aber glücklich. Alle scheinen ihre Dosis gut zu vertragen und es scheint auch überall zu wirken, außer bei Pia. Als sie dann noch andere findet, bei denen die Wirkung ausbleibt ist sie hin- und hergerissen, zwischen dem alten Leben und ihren neuen wilden Gefühlen. Denn wilde Gefühle sind verboten und werden bestraft ...
Schreibstil: Ich bin sehr schnell in das Buch hinein gekommen und Lena Klassen hatte mich sehr schnell nach Neustadt entführt. Auch jetzt sehe ich diese kleinen Stadt noch vor mir, mit all ihren Bauten und dem Zaun, der die Stadt von der Wildnis trennt. Der Ausdruck ist für ein Jugendbuch passend und durch die Unterdrückung der wilden Gefühle gibt es kein schlimmeres Schimpfwort als "Frühlingswetter" - herrlich! :D
Charaktere: Pia - gebürtig Peas (Erbse) - fand ich zu Beginn irgendwie merkwürdig und leider auch sehr Klischeehaft. Ein Mädchen, das gewöhnlich und tollpatschig ist und sehr still - naja dachte ich mir typisch Dystopie. Aber dann hat sich aufgeklärt warum Pia so ist und als sie dann den Sprung aus sich selbst schaffte war ich beruhigt und fieberte mit ihr. Sie hat sich toll entwickelt und es machte Spaß sie zu begleiten.
Lucky, der zugewiesene Partner von Pias bester Freundin Moon. Ganz ehrlich - ich mochte ihn nicht. Warum kann ich gar nicht wirklich sagen, aber so eine Type *argh* in Neustadt gibt es ein Partnerprogramm, welches die günstigste Genmischung vorhersagt und dementsprechend Partner vermittelt. Lucky und Moon wurde ausgewählt und dennoch flirtet Lucky mit anderen. Lucky begründet es damit, dass er so ist und Monn ist nicht eifersüchtig durch die Droge - aber ich bin als Leser normal denkend und mich hat es halt irgendwie verrückt gemacht :(
Moon, die perfekte Freundin, mit dem perfekten Aussehen, sie hat mich überrascht und zum Ende hin habe ich immer wieder vor Entsetzen den Kopf geschüttelt. Respekt Puppe!
Orion - mein heimlicher Held - was habe ich ihn geliebt. Ein toller Typ der mir bei jedem seiner Auftritte ans Herz ging. Von ihm hätte ich gerne mehr gelesen :oops:
Cover: Das Cover ist mystisch, aufregend geheimnisvoll. Ich mag es, habe aber die ersten paar Male, durch den leichten Schatten am Kinn des Mädchens, an einen Jungen gedacht (Bartschatten).
Fazit: Eine ganz tolle Dystopie, die sich auch für ältere Leser eignet. Mir hat die Idee sehr gut gefallen und die Umsetzung ist auch gelungen. Fragen, die ich während des Lesens hatte wurden aufgeklärt und das ein bisschen offene Ende regt zum Nachdenken an - dennoch ist das Buch in sich abgeschlossen. Von mir gibt es volle 4 Sterne - aufgrund des "typischen" Einstieges hat es leider nicht für volle 5 Sterne gereicht - und eine Leseempfehlung für jung und alt.
Erster Satz "Niemand konnte so malerisch sterben wie Moon." aus "Wild" von Lena Klassen, Drachenmond Verlag
Meinung Von "Wild" hatte ich mir anfangs sehr viel erwartet, da ich so viele positive Rezensionen gelesen habe. Leider konnte die Autorin meine Erwartungen nicht erfüllen und ich muss zugeben, dass diese Dystopie nicht wirklich nach meinem Geschmack ist.
Der Schreibstil von Lena Klassen ist sehr angenehm, malerisch und flüssig. Die Erzählung wird aus der Sicht der Protagonistin Pi im Ich-Erzählstil geschrieben.
Mit der Protagonistin wurde ich allerdings überhaupt nicht warm. Sie kam mir von Anfang bis Ende immer irgendwie gefühlskalt und richtig naiv vor. Ich musste so oft den Kopf schütteln, weil ihre Handlungen absolut nicht nachvollziehbar sind und ich sie nicht einmal sonderlich sympathisch fand.
Das selbe Gefühl hatte ich allerdings bei allen Charakteren. Nur eine der Figuren konnte mich irgendwie überraschen. Der Rest handelt total vorhersehbar und wirklich fraglich. Es kam mir alles so... "gestellt" vor. Keine Ahnung, wie ich das beschreiben soll. Bei den meisten Geschichten, die ich sehr gut oder gut bewerte, denke ich mir, dass sie Realität sein könnten - so fantasievoll sie auch sind. Bei "Wild" wirkt alles so konstruiert auf mich.
Weiterhin sind mir sehr starke Ähnlichkeiten zu bekannten Dystopien wie z.B. Cassia & Ky aufgefallen. In dem Genre ist es nicht leicht etwas Neues zu kreieren, schon klar. Aber hier war es mir einfach viel zu auffällig.
Ab der zweiten Hälfte des Buchs nimmt die Story wenigstens Schwung auf, weil nicht mehr alles so glatt läuft, und ist sogar recht unterhaltsam und spannend. Vor allem kommt da auch die lang ersehnte Auflösung mancher Fragen zum Hintergrund - leider etwas zu spät nach meinem Geschmack.
Das Ende konnte mich auch nicht wirklich zufrieden stellen. Zu viele Fragen bleiben trotzdem offen und ich fühle mich irgendwie "unbefriedigt".
Fazit
3/5 Eulen
Diese Dystopie konnte mich leider nicht ganz überzeugen. Die Handlung wirkt zu konstruiert und das Ende ist auch nicht zufriedenstellend. Dennoch ist es ab der zweiten Hälfte recht unterhaltsam und spannend.
Lena Klassen offeriert uns eine spannende und interessante dystopische Geschichte. Ich gebe 08/10 Punkte. Meine Meinung könnt ihr hier lesen: http://sunsys-blog.blogspot.de/2016/0...
In der von Lena Klassen erschaffenen Welt wird auf den neuen Menschen hingearbeitet. Der neue Mensch soll perfekt sein, deswegen werden die Gene schon vor der Geburt manipuliert und wenn's noch immer nicht so passt, laufen die Menschen sofort zum Schönheitschirurgen. Einmal in der Woche bekommen Kinder und Jugendliche die "Welle", eine Glücksinjektion, damit alle auf demselben Glückslevel bleiben. Traurigkeit, Zorn und andere Gefühle werden unterdrückt. Alle schweben auf ihrer rosaroten Wolke aus Glück. Gar so glücklich haben die Menschen auf mich aber nicht gewirkt. Sie sind komplett desinteressiert an allem, was sie nicht persönlich betrifft. Sie wirken wie betäubt. Ein Arbeiter stürzt vom Gerüst und bis auf die Leute vom Genesungshaus, die ihm helfen, machen alle weiter wie immer. Keiner wirkt schockiert oder betroffen.
Wilde Gefühle. Leid. Leidenschaft. Aggression. Daraus erwachsen Kriege. Das ist der böse Keim in der Seele eines jeden Menschen. Das sind Altlasten, die wir abwerfen auf dem Weg zum neuen Menschen. Position 1200
Seinen Lebenspartner darf man nicht selber wählen. Schon in der Jugend bekommen die Menschen, einen Partner zugewiesen. Die Auswahl wird durch die genetische Kompatibilität getroffen. Die Partner sollen heiraten und zwei Kinder bekommen, ein Mädchen und einen Buben. Liebe spielt dabei keine Rolle. Ziel ist es, den neuen Menschen zu erschaffen.
Wer sich nicht an die Regeln hält oder krank ist, wird in die Wildnis verbannt. Aber was dort ist, weiß keiner so genau.
Der neue Mensch begeht keine kriminellen Handlungen, denn Verbrechen beruhen auf Gier und Leidenschaft, auf Aggression und Hass auf die Gesellschaft. Position 604
Wilde Gefühle haben die Menschheit an den Abgrund geführt, und nur wenn wir es schaffen, uns davon zu befreien, werden wir die nächste Stufe der Evolution erreichen: den Menschen, der keine Aggression gegen seinesgleichen mehr kennt.
Position 201
Peas, genannt Pi, ist eine sehr sympathische Protagonistin. Pi wurde nicht genmanipuliert wie die anderen Kinder und hat auch noch nie die Praxis eines Schönheitschirurgen von innen gesehen. Sie ist klein und nicht so zierlich wie die anderen Mädchen. Die Siebzehnjährige ist sehr tollpatschig und sarkastisch. Pi ist anders als die anderen. Sie fühlt sich nie so glücklich wie ihre Freunde. Sie weiß, dass sie anders ist, sagt aber nichts aus Angst, dass sie in die Wildnis abgeschoben wird. Sie will nicht auffallen und verhält sich wie die anderen, versucht sich anzupassen.
Manchmal lag die Traurigkeit wie eine graue Wolke über mir. Ich wusste, das war nicht normal. Position 321
Ich wusste nur, dass ich mich danach sehnte, so glücklich zu sein wie die anderen. Position 771
Lucky ist schon seit dem Kindergarten Pis bester Freund. Genau wie Pi war auch Lucky noch nie bei einem Schönheitschirurgen. Er ist total aufgedreht. Lucky ist hilfsbereit und loyal. Ich habe Lucky sofort ins Herz geschlossen. Moon ist Pis beste Freundin. Sie ist eine Schönheit. Ihr wurde Lucky als Lebenspartner zugewiesen. Moon ist sehr modefanatisch und liebt Shopping.
Das Buch wird aus der Sicht von Pi in der ersten Person erzählt, wodurch ich mich sehr gut in Pi hineinversetzen konnte. Die Autorin beschreibt die Charaktere und die Handlungsorte gut, so dass ich mir alles gut vorstellen konnte, aber trotzdem noch ein bisschen Platz für meine Fantasie blieb. Das Buch ist flüssig zu lesen.
Ich war sofort in der Geschichte drinnen. Lena Klassen führt den Leser langsam in ihre Welt ein und der Leser begleitet Pi und ihre Freunde. Dann wird es spannend, als Pi merkt, dass die Welle bei ihr nicht so wirkt wie sonst. Ist Pi sonst schon nicht so glücklich wie alle anderen, brechen plötzlich die Gefühle über sie herein. Alles ist neu für sie. Diese Gefühle kennt sie nicht. Sie fühlt Liebe und Zorn. Es hat mir gut gefallen, mit Pi in ihre neue Gefühlswelt einzutauchen und ihre wilden Gefühle zu genießen. Es war interessant zu lesen, wie sie damit umgeht. Im Mittelteil flacht die Spannung dann etwas ab. Aber das letzte Viertel hat mich dann wieder gepackt.
Ich war nicht so glücklich gewesen wie die anderen, aber die jetztige Klarheit der Gedanken fühlte sich an wie ein scharfer Stachel in meinem Kopf.
Position 3404
Die Grundidee hat mir gut gefallen. Die Umsetzung ist Lena Klassen sehr gut gelungen. Ihre Dystopie-Welt wirkt gut durchdacht. Es gibt einige überraschende Wendungen, mit denen ich nicht gerechnet habe. Happy End gibt es leider keines. Das Buch hat ein offenes Ende und hat mich neugierg auf die Fortsetzung gemacht.
In mir schwelten nicht nur kleine Flämmchen. Da war ein Vulkan in meinem Herzen, der ausbrechen wollte. Position 2107
Fazit:
Interessante Grundidee, toll umgesetzt! Für Dystopie-Fans empfehlenswert!