Ein massakrierter alter Mann und eine verstörte junge Frau - Andrea Sawatzkis erster Roman geht unter die Haut.
Ihre roten Haare leuchten zwischen dem Grün der Bäume. Verstört und mit bloßen Füßen findet man die junge Frau in einem Waldstück. Was sie der Psychiaterin zu erzählen hat, lässt niemanden kalt. Aber sagt sie auch die Wahrheit? Das beeindruckende Romandebüt der Schauspielerin Andrea Sawatzki. Die Hunde bellen tagelang im Garten des Anwesens, bevor man Winfried Ott findet. Der 71-Jährige liegt nackt im Schlafzimmer seiner Villa, er ist mit einer scharfkantigen Waffe ermordet worden. Zur gleichen Zeit entdeckt die Polizei in einem Waldstück eine verstörte junge Frau. In einem schillernden grünen Paillettenkleid hockt sie frierend unter den Zweigen einer Tanne – sie kann sich nicht erinnern, wie sie an diesen Ort gelangt ist. Nach ihrer Einweisung in die Psychiatrie öffnet sie sich nur ganz allmählich ihrer Therapeutin. Was sie schließlich erzählt, ist bewegend, tragisch und schockierend zugleich. Andrea Sawatzki beweist in ihrem ersten Roman großes psychologisches Gespür und erzählerisches Talent.
Ich muss zugeben, dass ich noch nie ein wirklich großer Fan von Andrea Sawatzki war, allerdings klang die Kurzbeschreibung zu "Ein allzu braves Mädchen" so gut, dass ich dem Buch eine Chance geben wollte. Obwohl ich meine Erwartungen nicht allzu hoch geschraubt habe, wurde ich am Ende doch enttäuscht, denn die Geschichte liest sich nicht unbedingt neu und die Thematik habe ich bereits mehrfach in ähnlicher/besserer Form in anderen Büchern gelesen, bzw. in Filmen gesehen.
Es gibt leider noch einige andere Dinge, die mich an diesem Buch stören. Das fängt schon allein mit dem Aussehen der Protagonistin an. Wieso muss sie genauso aussehen wie die Autorin? Ist dies einfach nur eine gewisse Einfallslosigkeit bei der Gestaltung der Protagonistin, oder wollte sich die Autorin auf diese Weise mehr oder weniger selbst verewigen? Dazu sind viele Seiten nur zur Hälfte bedruckt, was dem viel zu hoch angesetzten Preis von 16,99 EUR nur noch unverständlicher macht.
Der Schreibstil ist an sich ganz okay, aber auch ein bisschen altbacken. Die Sätze, sowie die jeweiligen Kapitel sind kurz und bündig verpackt und die Gedanken von der jungen Frau werden relativ nachvollziehbar beschrieben. Das Problem dabei ist jedoch, dass alles viel zu schnell geht. Das Buch besitzt gerade einmal 176 Seiten und davon sind meistens nur halbe Seiten bedruckt. Dadurch verläuft alles viel zu schnell, was stellenweise nicht mehr ganz authentisch ist. So öffnet sich die Protagonistin einfach so ihrer Therapeutin, ohne das es einen ausschlaggebenden Grund gibt. Sie redet und öffnet sich dabei immer mehr und es kommen oftmals zu viele Dinge heraus, sodass ich manchmal das Gefühl hatte, als würde die Geschichte einfach nur an mir vorbeisprudeln, ohne etwas wirklich mitzubekommen. Es mag sein, dass es Menschen gibt, die sich einem Therapeuten direkt öffnen, allerdings halte ich dies für unrealistisch, da sich erst Vertrauen aufbauen muss, etc.
Man hätte so viel mehr aus der Geschichte machen können, wenn diese nur etwas länger gewesen wäre. 176 Seiten sind bei der Thematik einfach viel zu wenig, denn so lernt man zwar die Geschichte von der Protatogonistin einigermaßen gut kennen, aber den Menschen selbst eher nicht. Die Protagonistin war mir bis zur letzten Seite fremd, was eigentlich nicht sein sollte. Auch die anderen Charaktere, die in diesem Buch erwähnt werden, blieben oftmals flach und austauschbar.
Das Ende des Buches ist an einigen Stellen gelungen, an einigen eher voraussehbar und zu schnell abgearbeitet. Auch hier hätte sich die Autorin deutlich mehr Zeit lassen müssen, damit alles besser auf den Leser wirkt. Ich verstehe leider absolut nicht, wie man so viel Potential nicht nutzen konnte.
Wirklich schön ist aber die Covergestaltung. Das Bild ist ganz hübsch anzusehen und passt auch gut zum Genre. Die Kurzbeschreibung liest sich gut, nur leider konnte das Buch am Ende nicht ganz halten, was es im Vorfeld versprach.
Insgesamt bin ich von "Ein allzu braves Mädchen" enttäuscht. Der Geschichte fehlt es an Tiefe und die Handlung wird zu schnell abgearbeitet, sodass man nur so durch das Buch fliegt und am Ende das Gefühl bekommt, dass man einiges verpasst hat. Schade, da wäre einiges mehr drin gewesen. So kann ich leider keine Leseempfehlung aussprechen.
Über eine Frau deren Kindheit ihre Zukunft zerstörte Als zwei Jungs im Wald Verstecken spielen, begegnen sie dort einer rothaarigen Frau, die völlig abwesend wirkt und mit dem Oberkörper hin- und herwippt. Als die Polizei vor Ort eintrifft, verhält die junge Frau sich gegenüber den Polizeibeamten sehr gestört und knurrt sie an. Keiner weiß wer sie ist, da sie weder Papiere bei sich trug noch auf Fragen reagierte. Daraufhin wird sie in die Psychiatrie eingeliefert.
Nur die Psychaterin Dr. Minkowa gewinnt sehr langsam das Vertrauen der Unbekannten. Während der Sitzungen wird bald klar, wie gestört die junge Frau tatsächlich ist. Sie kann Wahn und Realität schwer unterscheiden und ändert manche Aussagen von einen auf den anderen Tag. Zum Beispiel berichtet sie anfangs, dass ihre Eltern bei einem Autounfall verunglückt seien, als sie sich auf den Weg machten, sie in ihrer eigenen Wohnung zu besuchen. Später jedoch berichtet sie, dass ihr Vater an Alzheimer litt, als sie ein Kind war und Jahre später verstarb. Ihre Erzählungen sind sehr konfus und Minkowa hat es nicht leicht, die Wahrheit zu erkennen. Zumal die Polizei sie bat, während der Sitzungen herauszufinden, ob ihre Patientin Zeugin eines Mordfalls oder gar die Täterin des älteren Herren ist, der mit eingeschlagenen Schädel in seinem Haus tot aufgefunden wurde. Andrea Sawatzki trifft auf Leseleidenschaft
Andrea Sawatzki trifft auf Leseleidenschaft
Mein Fazit
Andrea Sawatzki gewehrt Einblick in die geschundene Seele einer völlig verstörten Frau. Die psychologischen Aspekte sind sehr erschütternd, aber nachvollziehbar. Ich haderte an mancher Stelle einwenig mit der Protagonistin – ist sie wirklich psychisch krank oder macht sie allen nur etwas mit schauspielerischer Glanzleistung vor?
Nun, das sollte wohl jeder selber herausfinden, in dem man “Ein allzu braves Mädchen” liest oder hört :-)
Im Großen und ganzen finde ich, ist das Debüt als Autorin für Andrea Sawatzki gelungen. Besonders toll ist natürlich, dass Sie ihrem Werk mit ihre tollen Sprecherstimme Leben eingehaucht hat: Gefühlvoll und einfühlsam und auf den Punkt genau betont – etwas anderes hätte ich auch bei dem Hörbuch nicht erwartet.
Für meinen Geschmack hätte das (Hör-)Buch etwas länger sein können, denn die Tatigkeit der Ermittler und Forensiker wurden nur rudimentär angedeutet.
Andrea Sawatzki ist mir vor allem als erfolgreiche Schauspielerin und ausdrucksstarke Hörbuchsprecherin bekannt gewesen, bevor im März 2013 mit „Ein allzu braves Mädchen“ ihr erster Roman erschien, der nun auch als Taschenbuch vorliegt.
Darin wird die Geschichte einer jungen Frau in den Mittelpunkt gestellt, erzählt auf sehr eigene und sehr eindringliche Art und Weise. Denn die Handlung ist fast schon ein Kammerspiel, sie besteht überwiegend aus den Monologen der Protagonistin, die aus ihrer Vergangenheit erzählt, über ihre Kindheit und über ihr späteres Berufsleben als Prostituierte spricht. Das mag langweilig wirken, funktioniert hier aber mit einer faszinierenden Sogwirkung, da die Protagonistin quasi zur Erzählerin wird und der eigentliche Plot in ihren Erzählungen liegt. Erzählungen von einer verlorenen Kindheit, einer zerbrochenen Kindheit und einer zerbrochenen Seele.
Und eigentlich ist „Ein allzu braves Mädchen“ weniger als ein Roman und dennoch mehr ist als eine Kurzgeschichte. Es ist eine Erzählung. Eine Erzählung mit einer sehr gradlinigen Handlung, die weniger verschachtelt ist als ein Roman und dabei doch sehr komplex erscheint. Aufbau und Dichte der Erzählung dürften hierbei Lesern der Spannungsliteratur entgegenkommen, leise Spuren eines Psychothrillers lassen sich durchaus erkennen und machen aus diesem Roman eigentlich einen Kurz-Thriller, ein „short thrill“-Erlebnis, eine kleine Thrill-Novelle. Dabei überraschte mich weniger der Inhalt als vielmehr die Art, wie die Story aufbereitet wurde.
Fazit: In der Kürze liegt bei diesem Buch die Würze, denn trotz des schmalen Umfangs entsteht eine erstaunlich eindringliche Geschichte, die eigentlich auch gar nicht die Notwendigkeit hat, umfangreicher erzählt zu werden. Länge und Inhalt fügten sich für mich stimmig zusammen, auch wenn man sich, wie so oft, über das Ende streiten kann. Zu gern hätte ich hier noch mehr erfahren, spürte aber, das eigentlich alles gesagt war. Ein rätselhaftes Buch, dessen Leseerlebnis ich aber nicht missen möchte.
Winfried Ott ist tot. Der 71-jährige Mann starb bereits vor einigen Tagen, ermordet mit einem scharfkantigen Gegenstand. Vermisst hatte den Mann niemand, lediglich durch das Bellen seiner Hunde wurde die Nachbarschaft darauf aufmerksam, dass bei Ott irgendwas nicht stimmte. Vom Täter ist weit und breit keine Spur zu entdecken - doch wer hätte auch ein Motiv gehabt, diesen alten Mann zu ermorden?
Derweil wird eine junge, verstörte Frau in einem Wald aufgefunden. Sie selbst kann sich an nichts erinnern, weiß nicht, was passiert ist und wie sie in den Wald gekommen ist. Von der hinzugerufenen Polizei wird sie in eine psychiatrische Klinik gebracht. Anfänglich ist die Frau nicht bereit, mit den Ärzten zusammen zu arbeiten, doch nach und nach verändert sich ihre Einstellung.
Zu ihrer betreuenden Ärztin, Dr. Minkowa baut sie langsam aber sicher ein Vertrauensverhältnis auf und beginnt, sich ihr zu öffnen und der Ärztin schonungslos und offen aus ihrem Leben zu berichten. Dr. Minkowa ist schockiert und fasziniert von dieser jungen Frau, die noch immer keinen Namen hat. Dann jedoch steht ein unheimlicher Verdacht im Raum - könnte sie etwas mit dem Tod des alten Mannes zu tun gehabt haben?
Opfer oder Täterin? Der Plot wurde abwechslungsreich und realistisch erarbeitet. Fasziniert war ich von der Tatsache, wie die Autorin es schaffte, den Leser immer wieder in die Gedankenwelt der jungen Frau eintauchen zu lassen und die ist mitunter sehr erschreckend. Die Figuren wurden authentisch erarbeitet, jedoch hätten mir ein paar mehr an der Zahl gut gefallen, irgendwie waren sie recht rar gesät. Den Schreibstil empfand ich angenehm zu lesen, jedoch blieb bei mir nach Abschluss der Lektüre ein eher fader Beigeschmack zurück - ich hatte wohl einfach zu viel erwartet.
Inhalt: Eine junge Frau, verwirrt und verwahrlost, wird in einem Waldstück aufgefunden und zur Sicherheit in eine Klinik gebracht. Sie redet nicht und fasst nur langsam vertrauen in ihre Therapeutin. Was die Therapeutin zu hören bekommt ist schockierend und grausam …
Stil: Dies ist mein erstes Buch, welches ich von Andrea Sawatzki gehört habe. Ich finde ihre Stimmfarbe genial – wer kennt sie nicht ?! – aber ohne visuelle Reize wirkt ihre Stimme noch imposanter. Sie spricht atmosphärisch und hat mich die ganze Zeit gefesselt. Ich musste das Hörbuch förmlich in einem Rutsch beenden, weil ich diese Spannung einfach nicht unterbrechen wollte. Wobei das mit der Spannung schon so eine Sache ist: der Plot selbst ist einfach gehalten und schnell wird klar, auf welches Ende die Geschichte zugeht.
Charaktere: Die junge Frau hat es in mein Herz geschafft. Durch die Integration der Person in die Geschichte – wir wissen nichts, die Psychologin weiß nichts und wir entdecken ihre Persönlichkeit zusammen – muss sie einfach im Gedächtnis bleiben und auch wie sich ihre Geschichte entwickelt und aufbaut ist Wahnsinn.
Cover: Da Cover ist interessant aber eine wirkliche Verbindung zur Geschichte kann ich nicht erkennen.
Fazit: Als Hörbuch definitiv ein must hear – spannend und atmosphärisch! Als Buch würde ich es nur Lesern empfehlen, die schnell in Geschichten eintauchen und fühlen können was die Autorin meint. Mir hat “Ein allzu braves Mädchen” sehr gut gefallen, die Stimme und der Duktus von Andrea Sawatzki taten ihr übriges. Daher gibt es von mir volle 5 Sterne.
Das Sawatzki das Buch nicht nur vertont hat sondern auch selbst geschrieben habe ich erst bemerkt als ich schon die CD im Auto reingeschoben habe. Sie hat wie immer gut gelesen aber leider war der Inhalt ziemlich langweilig. Es war zudem ein ziemlich kurzes Hörbuch, 3CD's, und ich habe mir die gesamte Zeit gewünscht es würde noch kürzer sein. Die Geschichte hat keine, wirklich keine einzige, Überraschung enthalten und praktisch keinen Spannungsbogen gehabt. Es ist weder eine Detektiv Geschichte noch ein Fallbeispiel einer Psychologin.
Das Leben das die Protagonistin lebt/überlebt ist unangenehm und verstörend, hat mich aber in der Umsetzung wahnsinnig angeödet und ich konnte nur sehr schwer Sympathien aufbringen. Werde weiter Hörbücher von Sawatzki hören, aber wohl keine die sie selbst geschrieben hat.
Es war eine verstörende aber realistische geschichte. Meiner Meinung nach kann man das so stehen lassen. Zuerst fande ich es komisch dass die kapitel am Anfang recht kurz waren aber das hat die geschichte nochmal unterstrichen. Vom klappentext her geht man natürlich mit anderen erwartungen an das buch ran ich dachte es ist einfach eine art kurzer thriller aber ich würde trotzdem nicht sagen dass ich enttäuscht war als es sich dann als etwas anderes entpuppt hat.
Eher ein Kammerstück als ein Roman um eine traumatisierte Frau, die als Kind an der Verantwortung für ihren an Alzheimer erkrankten Vater zerbrochen ist. Jedes Kapitel eine artifizielle Standardszene. Figur und Schicksal bleiben leider im Plakativen stecken und berühren nicht.
Das Buch ist sehr dünn und das Thema, da schon mehrfach in unterschiedlicher Form behandelt, bekannt. Ich habe es in einem Rutsch durchgelesen und fand es okay.