Den Preis des Kletterns zu zeigen, hat er meiner Meinung nach mit diesem Buch nicht geschafft. Aber wer ihn kennt, der weiß ohnehin, welchen Preis er gezahlt hat. Gut, das mag nicht nur am Klettern sondern auch an seiner bestimmt nicht einfachen Persönlichkeit liegen, aber das nur am Rand.
Was er aber sehr schön gezeigt hat ist, wie schwer es ist Klettern mit Familie zu verbinden. Sport und Familie unter einen Hut zu bringen ist nie einfach, aber beim Klettern kommt noch dazu, dass man unter Umständen nicht zurück kommen wird. Das wird auch seinen Kindern immer mehr bewusst, denn gerade der ältere Tochter fällt es immer schwerer ihn gehen zu lassen.
Wie seine Frau dazu steht, darüber schreibt er nichts. Er erwähnt sie nicht oft, aber manchmal hatte ich das Gefühl, er empfindet sie als Belastung. Zu seinen Kindern dagegen kehrt er immer gerne zurück. Aber sie nehmen auch immer mehr Raum in seinen Gedanken ein. Manchmal hängt er an der Wand und überlegt sich was passieren würde, wenn er nicht zurückkommt. Das macht es für ihn immer schwieriger, zu klettern und so entschließt er sich, das Klettern zugunsten dem Schreiben aufzugeben.
Was mich immer wieder verblüfft (und auch ärgert) ist, wie chaotisch er seine Reisen plant. Er ist weder fit, noch organisiert. Das Einzige was ihn antreibt, ist sein unglaublicher Wille. Der hält ihn manchmal länger in der Wand, als es für ihn und seine Kletterpartner gut ist.
Ich hatte mehr Einblick in sein Herz und weniger Routenbeschreibungen erwartet. Das macht er zwar immer noch sehr gut, ist bei diesem Buch für meinen Geschmack aber ein wenig am Thema vorbei gegangen.