Pucki muß das Forsthaus verlassen, den grünen Wald, Blumen, Tiere und alles, was ihr daheim lieb geworden ist und an dem sie mit der ganzen Liebe ihres reinen Kinderherzens hängt, um das Gymnasium in Rotenburg zu besuchen. Wie Pucki anfangs gegen diesen Plan der Eltern kämpft und auf die drolligsten Ausflüchte verfällt, ist wirklich köstlich erzählt. Später lebt sie sich in dem neuen Schulbetrieb ein, doch nicht ohne vorher noch manche Streiche und Verwicklungen heraufzubeschwören. Als sie eines Tages Seiltänzer sieht, entsteht in ihr der brennende Wunsch, gleichfalls Seitentänzerin zu werden. Daß sie bei der Ausführung dieser Absicht mehr Angst als Freude erlebt, liebt an der Tücke des Objekts. Durch schlimme Erfahrung von dieser Leidenschaft geheilt, wird aus dem unaufmerksamen Kinde zum Schluß eine fleißige Schülerin, an der Lehrer, Eltern . und alle kleinen und großen Leser, die Puckis Lebenswerg bis hierher verfolgten, ihre helle Freude haben.
Der beliebten Dichterin ist es auch mit diesem "Pucki"-Band wieder glänzend gelungen, nicht nur zu unterhalten, sondern auch pädagogisch zu wirken. - Eine ganz entzückende Erzählung, die jedes Kind mit reichen Gewinn lesen wird.
Die Lebensgeschichte eines Kindes hat uns Magda Trott in ihren Pucki-Bänden mit viel Humor lebenswahr und warmherzig geschildert. In bunter Folge ziehen sich die lustigen und spannenden Erlebnisse des kleinen Pucki an uns vorüber. Eine herrliche, ungetrübte Kindheit, in einem glücklichen Elternhaus! Wechselvolle Ereignisse füllen dieses Leben von frühen Kindertagen über die Schuljahre in hinein in die Zeit, da sie als junges Mädchen den ersten selbständigen Schritt ins Leben wagt. Es fehlt nicht an Enttäuschungen, aber über allem liegt der frohe Sinn und der zuversichtliche Mut eines tapferen Herzens, der endlich doch mit allem fertig wird. in den letzten Bänden wird Puckis Schicksal als Frau und Mutter erzählt, die die Streiche, die sie selbst verübt hat, an ihren eigenen Kindern wieder erlebt, aus mütterlichem Verstehen heraus aber bestrebt ist, sie mit behutsamen Händen den richtigen Weg durchs Leben zu führen.
Jeder dieser Bände ist in sich abgeschlossen und einzeln käuflich, aber die Jugend wird sie alle lesen wollen.
Magda Trott war die Tochter einer Opernsängerin. Die Mutter übte jedoch nach der Geburt der Kinder ihren Beruf nicht mehr aus. 1903 zog Magda mit ihren fünf Geschwistern und ihren Eltern nach Berlin, wo sie im Lettehaus das Kindergärtnerinnen-Seminar besuchte und die staatliche Prüfung zur Kindergärtnerin machte. Für eine Weile arbeitete sie im städtischen Kindergarten, dort war sie eine allbeliebte „Tante“.
Mit 27 Jahren gründete sie 1907 mit anderen wohlhabenden Frauen die Berliner „Frauenbank“. Bis in die späten 20er Jahre zählte sie als eine der radikalsten damaligen Frauenrechtlerinnen. Eine ihrer Mitstreiterinnen war Thea von Harbou, die erfolgreiche Drehbuchautorin von Die Nibelungen und Metropolis. Magda Trotts größter Traum zu dieser Zeit, den sie auch 1914 in einer Novelle Von der Gründung des Frauenstaates verarbeitet, war die Gründung eines Amazonenstaates in der Lüneburger Heide mit Lüneburg als Hauptstadt. Die Lüneburger waren empört und griffen Magda Trott in der Lokalpresse an.
1915 zog Magda Trott nach Misdroy auf der Insel Wollin, wo sie später im Sommer kleine und größere Leserinnen, mitunter ganze Gruppen aus Kinderheimen, besuchten. In Misdroy begann sich Magda Trott vermutlich auch intensiv ihrer schriftstellerischen Arbeit zu widmen. Dafür spricht die immense Anzahl publizierter Werke in den nun folgenden Jahren. Sie publizierte auch unter etlichen Pseudonymen: G. Claudius, Lena Torahn, Lena Mageda, J. Marein, Rud Mavege.
Laut Klappentext einiger Original-Pucki-Bände der späten 1930er soll Magda Trott auch Mutter gewesen sein,[1] über ihre Kinder und mögliche weitere Nachkommen gibt es keine greifbaren Informationen.
Wenige Tage nach Ende des Zweiten Weltkriegs verstarb die mittlerweile sehr erfolgreiche Autorin im Alter von 65 Jahren. Die Todesursache ist heute unbekannt.
Heute ist Magda Trott überwiegend nur noch als Kinderbuchautorin der Serien Pucki und Goldköpfchen bekannt. Kinderbücher machen jedoch nur einen Bruchteil ihres umfangreichen Werkes aus. Magda Trott verfasste Trivial- und Spannungsromane, verschiedene Ratgeber vorwiegend für Frauen, Theaterstücke, Erzählungen und Kurzgeschichten. Doch seit Beginn ihrer schriftstellerischen Tätigkeit schrieb Magda Trott auch gelegentlich Kinderbücher und Kurzgeschichten für junge Leser. Ende der 1920er begann sie mit dem Verfassen verschiedener Mädchenbuchreihen (Pommerle, Goldköpfchen, Pucki) und etablierte sich damit als Jugendbuchautorin. Ihre Werke für Kinder wurden schon von der zeitgenössischen Kritik als trivial eingestuft.[2] 1933 wurden einige ihrer früher erschienenen Romane als „unerwünschtes Schrifttum“ auf den Index gesetzt, was bei Titeln wie Die Liebhaber der keuschen Marianne nicht wundert.
Magda Trotts Produktivität ist erstaunlich und weist auf ein diszipliniertes, stetiges Schreiben hin. Fast alle ihre Werke erschienen nach 1919 (da war Magda Trott bereits 39 Jahre alt) bis 1942, also in einem Zeitraum von nur 23 Jahren.