Ich fürchte historische Romane sind einfach nichts für mich. Ich kenne mich nicht mit Geschichte aus und bis auf Napoleon sagen mir die ganzen Personen nichts. Klar hatte ich die Namen schon mal gehört, aber ob jetzt die Preussen gegen die Franzosen oder die Sachsen mit den Preussen oder die Russen gegen die Franzosen gekämpft haben und wer da welche Allianz geschlossen hatte habe ich komplett verdrängt. Das machte es für mich ziemlich schwierig, der Handlung zu folgen. Man sollte außerdem eine Landkarte von Halle/Leipzig zur Hand haben, um sich besser vorstellen zu können wo denn jetzt diese Dörfer genau liegen, die in der Handlung vorkommen.
Natürlich kann die Autorin nichts dafür, was damals passiert ist. Sie hat sich, wie sie versichert, sehr eng an die historischen Ereignisse gehalten, aber ich finde es nicht besonders spannend irgendwelche Truppenbewegungen nachzuvollziehen.
Die Rahmenhandlung ist etwas dürftig und ohne diese erfundenen Personen wäre das Buch für mich einfach nur eine historische Abhandlung.
Was mich allerdings fasziniert hat ist die Beschreibung, welches Leid das alles verursacht hat, nicht nur unter der Bevölkerung, sondern auch unter den Soldaten und wie unwichtig es eigentlich war, auf welcher Seite man gekämpft hat, denn eigentlich konnte man nur verlieren.
Ich frage mich, wieso sich damals überhaupt genügend Leute finden konnten, die freiwillig "conscribiert" haben oder wie man es schafft dass sich kleine Jungs einen Heldentod wünschen, obwohl sie das Leiden der sterbenden Soldaten mit eigenen Augen gesehen haben.
Wieso werden Heerführer von damals heutzutage noch irgendwie geehrt und als tolle Anführer dargestellt? Wieso wird heutzutage im Geschichtsunterricht nicht mehr auf die verheerenden Probleme eingegangen, die Krieg der Zivilbevölkerung bringt? Diese hat das Buch nämlich sehr gut beschrieben.