In ihrem ersten Roman erzählt die Ponto-Preisträgerin Barbara Aschenwald die Geschichte einer Frau, die ihren Ort in der Welt nicht findet. Mit klarer Sprache gewährt sie einen Blick in die Abgründe der menschlichen Existenz. Am Ufer eines Sees wird bewusstlos eine junge Frau gefunden - sie erinnert sich nur noch an ihren Namen: Omka. Im Krankenhaus lernt sie Josef kennen, der allein ist und seltsam berührt von der verlorenen Frau. Bald schon suchen sie Zuflucht beieinander, jeder getrieben von seiner Sehnsucht nach einem Ort in der Welt. Langsam kommen Omkas Erinnerungen zurück, und sie weiß, dass sie nicht in ihr altes Leben zurückkehren will. Aber die Hoffnung auf einen Neuanfang erfüllt sich nur schwer: Omka zieht sich immer mehr zurück, die neue Umgebung, selbst Josef, bleiben ihr fremd. Die letzte Rettung scheint ein Kind zu sein. Aber als Omka nach vielen Fehlgeburten einen Sohn zur Welt bringt, stellt sie fest, dass auch er nicht ersetzen kann, was ihr fehlt.
Was Barbara Aschenwald gelingt, ist eine Atmosphäre zu schaffen, die mir den Hals zuschnürte und ständiges Unbehagen beim Lesen bereite. Diese Gefühle beim Lesen sind sehr stimmig mit der Handlung und sind meiner Meinung nach das lesenswerte an diesem Buch aus. Auch die Beziehung der Protagonisten war interessant. Die Handlung war meiner Meinung nach jedoch platt und nicht spannend. Das dramatische Ende mit dem Kindesmord und der Amoktat fand ich nicht gut genug aufgebaut. Natürlich konnte man Omkas Leidensdruck beobachten, doch die Tat in dieser Drastik wirkt m.M.n. weit hergeholt.
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Оказывается, что книга основана на реальных событиях (Amoklauf von Lörrach) и рассказывает историю адвоката, которая не нашла себя в жизни. По-другому посмотрела на эту историю, узнав, что она из реальной жизни.
Ein Schlag ins Wasser Ein seltsamer Fund: Eine junge Frau wird bewusstlos am Rande eines Sees aufgefunden, und zunächst kann sie sich nicht einmal an ihren Namen erinnern. Josef, ein Mitpatient, übernimmt ihre Pflege, und aus Interesse wird schnell mehr. In Anspielung auf die Undine-Legende scheint auch die Protagonistin Omka eine Wassernixe zu sein, die ja bekanntlich keine Seele hat - ihr selbstzerstörerisches Verhalten und ihre Einstellung anderen Menschen gegenüber bringt dies zum Ausdruck, bis zum unausweichlichen Ende...
Was soll ich sagen. Die Idee ist vielleicht gut, doch die Ausführung grauslig. Ich kann mit dem Schreibstil Aschenwalds so überhaupt nichts anfangen - der Text liest sich brutal prosaisch, ohne jeden Ansatz von Literarizität oder Kunstfertigkeit. Irgendwie wie ein Schulaufsatz. Flach, ohne Spannungsbogen ist der Plot, banal die Charakterisierung. Ich gebe zu, dass ich nach 70 Seiten angefangen habe, nur noch querzulesen - und in den folgenden 120 Seiten ist dann auch nichts passiert, was ich hätte verpassen können. Dieses Buch ist für mich ein Fall einer Idee, die als Kurzgeschichte vielleicht funktioniert hätte. Als Roman versagt es auf jeder Ebene spektakulär. Vielleicht bin ich einfach nicht die Zielgruppe des Romans, oder vielleicht, und das will ich gar nicht ausschließen, verstehe ich den Roman einfach nur nicht in seiner Schlichtheit der Mittel. Dass sehr einfache Sprache auch wirklich mächtig sein kann, sieht man ja in The Road - aber Aschenwald ist nun wirklich kein McCarthy. Wäre auch zuviel verlangt.
Ich habe mir das Buch zugelegt, weil es eine recht gute Kritik im DLF-Büchermarkt bekam, dem ich sonst völlig vertraue; doch diesmal habe ich den Eindruck, der Rezensent und ich haben unterschiedliche Bücher gelesen - man lese zum Vergleich die entsprechende Rezension bei DRadio nach, die sich überschlägt vor Begeisterung über Dinge, die ich in keinster Form im Buch gefunden habe. Ein Enttäuschung.
Die Aufmachung der Hoffmann und Campe-Ausgabe rettet zumindest die Optik - schönes Hardcover, gutes Papier. Der Satz ist recht großzügig, was Schriftgröße und Weißraum angeht - die 220 Seiten kann man in zwei, drei Stunden locker durchschaffen.