Für Sprachenliebhaber mag das ein interessantes Büchlein sein.
Es sind Erfahrungen einer Autorin-Übersetzerin, die tief ins philosophische hinein beleuchten, was es alles zu bemerken und beachten gilt, will man ein Textgewebe authentisch, wahr und ästhetisch ansprechend übersetzen.
Diese Tiefe hat mich ermüdet - ja, man kann aber muss vielleicht nicht derartige Explorationen anstellen. Es ist eine Anforderung von sich selbst an sich selbst.
Die vielen Beispiele beleben zum Glück das Ganze, auch und gerade die wenigen Einblicke in privates Spracherleben.
Der größte Genuss bereitete mir der abschließende Text mit Übersetzung "Point of Departure". Wunderbar sinnlich, sehr be-schaulich, von großer sprachlicher Ausgesuchtheit und Kraft.
Der Originaltext hat mehr davon als die Übersetzung ins Deutsche. Deutsch ist und bleibt für mich sperrig und klobig, allen Bemühungen der Übersetzerin zum Trotz.
Das beweist ja gerade das, was in den Betrachtungen zuvor angesprochen wurde: es muss unweigerlich etwas fremdes werden, wenn man an den Text rührt und in eine andere Sprachwelt versetzt. Ist halt so.