Im letzten Post noch als Neuzugang vorgestellt und jetzt schon fertig gelesen. So kann es gehen! Und wow, das war vielleicht eine emotionale Achterbahn für mich. Wie ich schon erwähnt habe, bin ich selbst ein recht… temperamentvoller Mensch. Nennen wir es mal so. War schon immer so und wird wahrscheinlich auch immer so bleiben. Und auch wenn mir das manchmal unangenehm ist, hat es doch auch seine guten Seiten. Ich denke nicht, dass viele Menschen von sich behaupten können, zum ersten Mal im zarten Alter von sechs oder sieben Jahren einen Onkel für seine blöden Sprüche zur Rede gestellt zu haben. Wut kann man immer aus mehreren Blickwinkeln betrachten. Bringt mich Wut dazu, unüberlegt zu handeln und manchmal auch Dinge zu sagen, die ich später bereue? Ja, definitiv. Aber gleichzeitig macht mich Wut auch mutig.
Aber leider nicht so mutig, wie Pia Klemp es durch ihre Wut ist. Sie ist eine wahre Heldin und ich glaube, dass sie das auch weiß. Sie war bereits auf mehreren Rettungsschiffen im Mittelmeer Kapitänin und hat dadurch unzähligen Menschen auf der Flucht das Leben gerettet. Und das, obwohl sie weiß, dass das zu Strafanzeigen und Gerichtsverfahren gegen sie führen kann (und auch bereits geführt hat). Diese Frau ist eine Heldin und wird vom europäischen „Rechtssystem“ als Verbrecherin behandelt. In ihrem Buch spricht sie darüber, warum sie die Wut für ein so wichtiges Gefühl hält und warum wir alle viel häufiger wütend sein sollten: Flüchtende Menschen ertrinken und werden in Elendslager gesperrt, Rassismus ist ein alltägliches Phänomen, Frauen sind immer noch nicht gleichberechtigt und wir sind auf dem besten Weg, unseren Planeten zu zerstören. Und trotzdem sollen alle ruhig bleiben und entspannt darüber diskutieren, ohne auch nur ein bisschen Wut zu zeigen.
Ich sage es euch ganz ehrlich: Dieses Buch hat mich wütend gemacht. Sehr wütend. Es war so, als hätte mir Pia Klemp durch ihren Text die Erlaubnis gegeben, die ganze Wut, die sich wegen der Ungerechtigkeiten der Welt in mir angestaut hat, einfach mal zu fühlen. Stellenweise ging das so weit, dass ich das dringende Bedürfnis bekam, dieses Buch einfach quer durch den Raum zu werfen – am liebsten in das Gesicht einiger Politiker:innen, die ich für absolute Vollkoffer halte, und ja, ihre Anhänger:innen würde ich damit auch gerne treffen. Ups?
Dieses Buch ist sicher nicht für jeden die perfekte Lektüre, ich halte es aber für spannend und für notwendig. Es passiert so viele Schlechtes in der Welt, das nicht passieren müsste. Wir könnten uns auch einfach alle zusammenreißen und alle zusammen eine gute Zeit haben. Aber nein: Aus irgendeinem Grund halten wir es für eine bessere Idee, unsere Planeten zu zerstören, Kriege zu führen, rassistisch zu sein, uns gegenseitig auszubeuten,… Klemps Buch ist ein Weckruf, dem in der Bücherbubble einfach viel mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte. Wenn ihr also nach dem nächsten Buch sucht, dass ihr durch einen Hype pushen wollt: Wie wäre es mit diesem hier?
Mein Fazit? Eine sehr wichtige Lektüre, die ihr nicht verpassen solltet.
Eigentlich ganz gut, vor allem ein toller Schreibstil! Mir hat aber im Vergleich zu ähnlichen Büchern (z.B. von Stokowski, Wiedemann…) der rote Faden gefehlt..
Anfangs hat mich das Buch sehr mitgerissen und ich konnte es kaum aus den Händen legen, allerdings schwang das irgendwann um und ich empfand es zu sehr als Arbeit, weiterzulesen. Ich glaube, mir hat eine deutlichere Struktur, ein roter Faden, gefehlt. So wurde in meinem Empfinden zu sehr zwischen verschiedenen Themen hin- und hergesprungen. Außerdem fand ich viele Gedanken zu lange ausgeführt und um sich selbst gekreist, ohne dass eine weitere Information hinzugekommen ist. Der Schreibstil selbst hat mir meistens gefallen, die Autorin hat sehr gute, präzise Worte für ihre Gefühle und die Problematik gefunden, die sie beschreibt.
Dieses Buch beschreibt auf vielen Ebenen warum man wütend auf die Gesellschaft sein sollte und Wut als Instrument für Veränderung auch positive Effekte haben kann. Vorallem für menschen geeignet, die zu "theoretische" Sachbücher nicht so gerne mögen.
It has a good message an good thaughts. Pia takes good Points and says what is an should be. But I think she also repeats herself often. Bit thats not to bad.