Borderline - damit wird eine Vielzahl von Verhaltensweisen und Gefühlen beschrieben. Timm Flemming bekam 2002 die Diagnose, durch die seine Ängste und Schmerzen endlich einen Namen erhielten. Von klein auf galt er als eigenwillig, seltsam, "anders". Die Eltern nehmen sich beide das Leben, als er vierzehn ist. Seine Trauer schlägt sich in Depressionen, einer Essstörung und ersten Selbstverletzungen nieder. Es beginnt ein harter Weg mit mehreren Klinikaufenthalten. Heute hat Timm ein stabiles Leben aufgebaut und gelernt, Borderline nicht nur als Fluch, sondern auch als Segen zu betrachten, seine Kreativität auszuleben und seine extreme Sensibilität sinnvoll zu nutzen.
Ich habe genau 1 1/2 Tage gebraucht, um mich schniefend und weinend durch dieses Buch zu kämpfen. All die Sorgen und Nöte, so vieles nachvollziehbar und (gerade deswegen?) so fesselnd. Auf keinen Fall ein Buch für jemanden, mit schwachen Nerven oder ohne Sinn für psychische Probleme.
Was soll ich nur über dieses Buch sagen? Die Thematik ist natürlich sehr traurig und man hat Mitleid mit dem Autor. Ein Schicksalsschlag jagt den Nächsten und vieles kommt einem nur allzu bekannt vor. Was mir an dem Buch jedoch gar nicht gefallen hat, war die Darstellung der Borderline Symptomatik. Der Autor legt zu viel Wert auf die Betonung sämtlicher Klischees. Da dies auf seiner Geschichte beruht, möchte ich das nicht anklagen. Aber dies war für mich kein Buch, welches einen tieferen Einblick in die Erkrankung gewährt.
Das Buch fand ich super. Ich konnte mich an vielen Stellen wiedererkennen (bin selbst auch Borderlinerin). Das Ende kam meiner Meinung nach etwas abgehackt, aber naja.